Marburger Burschenschaft Rheinfranken
Alphabetisches Verzeichnis der verstorbenen Mitglieder

Stand der Bearbeitung
24. November 2014



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Altherrenverband der Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V.
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Präambel

Man muss das Wahre
immer wiederholen,
weil auch der Irrtum
um uns herum
immer wieder gepredigt wird.

Und zwar nicht von einzelnen,
sondern von der Masse.

- Johann Wolfgang von Goethe -
  Wappen der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, © Prof. Dr. Helmut Niedorf

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Zeit-, Namens- und Geschichtstafel der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, © Prof. Dr. Helmut Niedorf

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  Societas Philologorum Recentium
Gründung am 13. Mai 1880 unter dem Namen "Akademischer Verein für Studierende der neueren Philologie zu Marburg".


Gründungsmitglieder im Jahre 1880
  1)  Klein, Otto
  2)  Posse, Ernst
  3)  Römer, Ludwig
  4)  Rothermel, Philipp
  5)  Siebert, Gustav
  6)  Wichard, Wilhelm
  7)  Wolters, Wilhelm


Philologisch-Historischer Verein zu Marburg
Gründung am 8. Mai 1878
Neugründung am 12. November 1910

Gründungsmitglieder im Jahre 1878
  01)  Amrhein, Wilhelm
  02)  Menk, Adolf
  03)  Schellenberg, Adolf Gustav
  04)  Schellenberg, Hermann
  05)  Gebbing, Hermann
  06)  Harff, Carl
  07)  Hunrath
  08)  Iber, Heinrich
  09)  Rittau
  10)  Werle
  11)  Spamer
  Zirkel des Philologisch-Historischen-Vereins zu Marburg, © Altherrenverband der Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V.

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Zirkel der Burschenschaft Sigambria Marburg, © Altherrenverband der Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V.

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  Burschenschaft Sigambria Marburg
Gründung am 6. November 1889

Sigambria wurde 1889 in Marburg als Burschenschaft gegründet und im Jahre 1892 in den Allgemeinen Deutschen Burschenbund (ADB) aufgenommen. Im Jahre 1913 wurde ein eigenes Haus in Marburg gekauft. Am 20. August 1930 erfolgte die Vertagung bzw. Auflösung. Teile der Mitglieder (AHV und Aktivitas) sind in die Burschenschaft Hercynia Marburg sowie in die Burschenschaft Askano-Silesia Marburg, aus der sich die spätere Bonner Burschenschaft Germania herausbildete, übergetreten.


Zirkel der Clausthaler Burschenschaft Alemannia, © Altherrenverband der Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V.

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  Clausthaler Burschenschaft Alemannia
Gründung am 20. April 1922

Alemannia Clausthal entstand aus dem um 1890 gegründeten Akademischem Verein Schlägel und Eisen, der seit dem Jahre 1902 als Burschenschaft Schlägel und Eisen zu Clausthal firmiert. Im Jahre 1922 wird die Tochterburschenschaft Alemannia gegründet, die aufgrund sinkender Studentenzahlen an der Bergakademie am 15. April 1929 ihren Sitz nach Marburg verlegt. Zugleich erfolgt der Namenswechsel in Marburger Burschenschaft Hercynia, da es vor Ort bereits eine Alemannia gab. Der einstige Akademische Verein Schlägel und Eisen existiert heute noch als Freie Burschenschaft Schlägel und Eisen zu Clausthal-Zellerfeld.



Index
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A

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Abbehusen, Carl, Dr. phil.
* 11. Juni 1865 in Bremen, † 23. November 1893 zu Davos (Schweiz)
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Abbehusen kam in Bremen zur Welt und besuchte von 1876 bis 1882 das dortige Gymnasium, studierte anschließend in Tübingen, Straßburg, Göttingen und Marburg neuere Philologie. Am 15. Juni 1888 erhielt er in Marburg mit seiner Arbeit über das Thema "Zur Syntax Raouls de Houdene" die philosophische Doktorwürde und bestand am 26. Juli 1889 die Lehramtsprüfung. Nach seinem Examen ging er in die Schweiz, wo er allerdings wenige Jahre später als Lehrer im Probejahr verstarb.



Abt, Herbert
* 15. August 1888, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Herbert Abt war Grenzkommissar in Königsberg und Nachrichtenoffizier der obersten deutschen Heeresleitung. Er war Leutnant der Reserve und wurde Ende 1917 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.


Hermann Achilles
Achilles, Hermann, Pastor
* 12. März 1895, † 3. Juni 1980
Mitglied seit dem Sommersemester 1915


Wilhelm Adams
Adams, Wilhelm, Dr. phil., Gymnasialdirektor
* 3. Juli 1864
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Wilhelm Adams war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Agatha, Helmut, Dr. rer. nat., Diplom-Physiker
* 26. September 1935, † 25. Mai 1998 zu Sankt Augustin
Mitglied seit dem Sommersemester 1954
Bundesbruder Helmut Agatha stammte aus Dortmund-Scharnhorst. Dort besuchte er ab dem Jahre 1946 das Neusprachliche Gymnasium in Castrop-Rauxel und absolvierte im März 1955 die Reifeprüfung. Danach immatrikulierte er sich für das Sommersemester 1955 an der Philipps-Universität Marburg für die Fächer Physik und Mathematik. Bei seiner Entscheidung, in Marburg zu studieren, und nicht an der Universität in Münster, die damals für Schüler aus Dortmund eigentlich die naheliegende Wahl war, hatte die starke Rheinfranken-Ortsgruppe in Castrop-Rauxel eine zentrale Rolle gespielt, da Bundesbruder Agatha durch diese Ortsgruppe entsprechend vorgekeilt wurde. Sein Studium schloß er im Jahre 1962 als Diplom-Physiker mit Prädikatsexamen ab. Er begab sich danach an die Universität Münster, wo er im Jahre 1968 mit seiner Arbeit zum Thema "Die Temperaturabhängigkeit der ramanaktiven Gitterschwingungen des Thioharnstoffs: Die Berechnung der Entropie aus dem Frequenzspektrum" zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Kurz nach dem Abschluß seines Studiums in Marburg hatte Bundesbruder Agatha seine Ehefrau Hannelore, eine Marburgerin, die er im Jahre 1954 auf dem Rheinfrankenhaus kennengelernt hatte, geheiratet. Im Jahre 1969 übernahm Bundesbruder Agatha eine verantwortungsvolle Position bei IBM in Bad Godesberg, wo er Dank seiner herausragenden Leistungen insbesondere im Bereich der Systemanwendung bald eine angesehene Position im Management erlangte. Trotz seiner vielfältigen und durchaus sehr belastenden beruflichen Verpflichtungen nahm er sich die Zeit, um an den Aktivitäten der örtlichen VAB teilnehmen zu können. Ebenso kam er regelmäßig zu den Stiftungsfesten nach Marburg.


Ahnstedt, Otto
Mitglied seit dem Sommersemester 1915
Bundesbruder Ahnstedt war Gerichtsaktuar am Amtsgericht Bassum bei Bremen.
[BSR. 1925/1926]


Fritz Albers
Albers, Fritz, Dr. rer. pol.
* 10. August 1897, † 27. April 1957
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Fritz Albers kam aus Barmen im Bergischen Land. Nach dem Studium war er als Syndikus bei der Firma Send & Söhne und Büren & Eisfeller AG in Wuppertal-Elberfeld angestellt.


Albrecht, Ernst, Dr. phil.
* 19. April 1864 in Hameln, † 1905 zu Nienburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1884/1885
Bundesbruder Ernst Albrecht war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Albrecht stammte aus Hameln und ging auf das Ratsgymnasium zu Osnabrück, wo er zu Ostern 1884 das Abitur bestand. Er studierte in Tübingen, Marburg und Leipzig klassische Philologie und promovierte wiederum in Marburg mit seiner Arbeit über das Thema "De adiectivi attributi in lingua Latina collocatione" zum Dr. phil. Im Jahre 1892 bestand er ebenfalls in Marburg die Prüfung für das höhere Lehramt. Sein Seminar- und Probejahr leistete er am Gymnasium in Göttingen ab und war danach als Hilfslehrer kurze Zeit am Progymnasium in Nienburg an der Weser sowie am Gymnasium in Norden angestellt. Später wechselte er wieder nach Nienburg zurück und wurde dort am 1. April 1901 zum Oberlehrer ernannt. Hier blieb er bis zu seinem Tode im Jahre 1905. In seinem Testament setzte er eine Summe von 6000 Mark als Stiftung aus, deren Zinsen für ein Stipendium bedürftiger und würdiger Schüler bestimmt war. Seiner Schule in Nienburg vererbte er seine umfangreiche Büchersammlung.


Altenburg, Eduard, Dr. phil.
* 13. Mai 1867 in Hersfeld
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Bundesbruder Eduard Altenburg war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Altenburg wurde in Hersfeld als Sohn eines Gerbereibesitzers geboren. Er studierte auf den Universitäten in Marburg, Leipzig und Berlin klassische Philologie, Geschichte und Erdkunde und promovierte in Marburg am 20. Oktober 1890 mit seiner Dissertation über das Thema "Observationes in Italici Iliadis Latinae et Silii Italici Punicorum dictionem". Die wissenschaftliche Staatsprüfung für klassische Philologie, Geschichte und Geographie bestand er am 29. Februar 1891 und wurde Ostern 1891 dem Königlichen Gymnasium in Wiesbaden zur Ableistung des Seminarjahres zugewiesen. Das Probejahr leistete er ab Ostern 1892 am Gymnasium in Hanau ab. Von 1893 bis 1894 genügte er seiner Militärpflicht; danach war er verschiedene Male dem Gymnasium in Hersfeld, zwischendurch am Realprogymnasium in Biedenkopf, am Wilhelms-Gymnasium in Kassel, am Gymnasium in Korbach und mit dem 1. Dezember 1896 beginnend am Realprogymnasium in Arolsen als wissenschaftlicher Hilfslehrer tätig. Im Herbst 1901 wird er als Oberlehrer an das Gymnasium in Dillenburg versetzt.


Hans Altendorf
Altendorf, Hans, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 25. März 1910, † 13. Januar 2004 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Hans Altendorf ist noch als Preuße im Kaiserreich in Lehrte bei Hannover auf die Welt gekommen. Er besuchte die Hindenburgschule in Hannover. Wiederum Bundesbruder Günter Heynhold, mit dem er schon als Schüler befreundet war, war der auslösende Faktor, daß Bundesbruder Altendorf nach seinem bestandenen Abitur nach Marburg fuhr, um sein Studium zu beginnen. Dort trat er bei der Burschenschaft Hercynia ein, die im Jahre 1950 auf die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er hatte zunächst den Wunsch, Lehrer zu werden und so belgte er die Fächer Deutsch, Sport und Erdkunde. Nach zwei Semestern wechselte er in die medizinische Fakultät und begann das Studium der Zahnmedizin. In der Aktivitas übernahm er das Amt des Schriftwartes, des Fuxmajors und des Sportwartes. Im Jahre 1934 ist er nach Frankfurt/Main gegangen, wo er seine klinischen Semester absolvierte, das Staatsexamen ablegte und mit der Arbeit "Der Keimgehalt der Milch von der Gewinnung bis zur Abgabe an den Verbraucher" promovierte. Seine Assistentenzeit in Frankfurt dauerte nicht lange, weil er im Jahre 1939 bereits zu einer dreimonatigen Übung zur Infanterie eingezogen wurde. Nach acht Wochen wurde er an die Front nach Frankreich, danach nach Finnland und nach Rußland verlegt. Nach einem Offizierslehrgang wurde er als Zahnarzt als Sanitätsoffizier in Norwegen eingesetzt. Zunächst bekam er eine fahrbare Zahnstation, mit der er von einem Truppenstützpunkt zum anderen fahren mußte, um die Soldaten zu behandeln. Nach der Kapitulation mußte er noch in Norwegen bleiben, um die Truppen, die auf den Heimtransport warteten, sowie die Munitions- und Sprengkommandos ärztlich zu versorgen. Von Norwegen aus ging er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft nach Dachau; von dort kehrte er im Jahre 1947 wieder nach Frankfurt am Main zurück. Bis ins Jahr 1949 hielt er sich mit Aushilfsarbeiten, u.a. einmal als Tabakverkäufer, über Wasser, bis er im Jahre 1949 seine eigene Zahnarztpraxis gründen konnte. Bundesbruder Altendorf war ein begeisterter Rheinfranke: Zusammen mit seiner Frau Liesel, eine ebenso begeisterte Bundesschwester, hatte er bis zum Jahre 1996 nur an einem einzigen Stiftungsfest nicht teilnehmen können; er war ständiger Teilnehmer an den Süddeutschentreffen und richtete jahrzehntelang die zentrale Veranstaltung im Rhein-Main-Gebiet, das sogenannte "Äppelwoi-Treffen der Rheinfranken" aus. Dem Beirat unseres Altherrenvorstandes gehörte er viele Jahre an und war 13 Jahre lang Regionalkassenwart. Der VAB Frankfurt gehörte er seit dem Jahre 1950 an, die ihm sogar eine Ehrennadel verlieh. Zudem war Bundesbruder Altendorf über Jahre hinweg der Hoffotograf der Rheinfranken, denn er verschickte unzählige Briefe mit Photos an die Bundesbrüder - oftmals mit liebevollen Vermerken und Erläuterungen angereichert.


Altona, Hans, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Altona promovierte zum Dr. phil. mit dem Thema "Die Gebete und Aussprüche in den Carlsepen" und wurde im Wintersemester 1882/1883 zum Alten Herren ernannt. Im Sommersemester 1897 trat er jedoch aus.


Altvater, Fritz, Dr. phil., Studienrat
* 3. März 1899, † 12. Juli 1953
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Fritz Altvater war Mitglied seit dem Sommersemester 1919, zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Altvater wurde "Fitzi" genant. Er galt als einer der fröhlichsten: Sonniger Humor, harmlose Ausgelassenheit und echte Lebensfreude waren ihm gegeben zusammen mit tiefem Lebensernst und sittlichem Verantwortungsgefühl. Er erfreute seine Bundesbrüder oft bei heiteren wie bei ernsten Gesprächen durch seine geistvolle und präzise Diktion. Offenherzig, stets an der Vertiefung seines Wesens arbeitend, gab er aus dem Reichtum seines Wissens, doch immer bestrebt, seiner Eigenart treu zu bleiben. Er gehörte zu den Treuen, die ihr burschenschaftliches Ideal hinübergerettet haben über all die Schicksalsschläge seiner Zeit und des eigenen Lebens. Als ihm ein Jahrzehnt vor seinem Tode eine unheimliche, heimtückische Krankheit befiel, die den einst so lebensfrohen Menschen lähmte, fast erblindete und zuletzt körperlich völlig hilflos zu einem schwer zu ertragendem Los verurteilte. In seiner Gedankenwelt lebte er ganz in seiner glücklichen Vergangenheit: Fröhliche Studentenjahre, Marburg mit seinen Gassen und verträumten Winkeln, seine Bücher, seine Geige und die Musik, die er so liebte, sein Familienglück an der Seite seiner tapferen Lebensgefährtin und seiner beiden Kinder, seine Schule und die ihm anvertraute Jugend, der zu dienen mit warmen Herzen er sich bemühte. Wenn ihm infolge seines schweren Leidens auch nicht vergönnt war, eine lange Dienstzeit aufzuweisen, so waren doch die wenigen Jahre seiner pädagogischen Tätigkeit von seltener Fruchtbarkeit, denn er liebte seinen Beruf. Über allem stand seine Treue. Unvergeßlich blieb seinen Bundesbrüdern, daß er, schon schwer krank, aus seiner holsteinischen Einsamkeit seine Frau als "Abgeordnete seiner Treue" zu ihnen schickte und um ein Burschenband bat.


Aly, Gottfried Friedrich Max, Gymnasialdirektor
* 12. Februar 1852 in Magdeburg, † 16. Januar 1913 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1905
Bundesbruder Friedrich Aly kam als Sohn eines Großkaufmanns in Magdeburg zur Welt. Dort absolvierte er am Domgymnasium im Jahre 1869 sein Abitur und studierte fortan an den Universitäten in Bonn, Leipzig und Berlin klassische Philologie. Er promovierte im Jahre 1873 in Leipzig mit seiner Arbeit zum Thema "De nominibus io suffixi ope formatis" und bestand im Anschluß daran das Staatsexamen im Jahre 1874 in Berlin. Sein Probejahr als wissenschaftlicher Hilfslehrer absolvierte er in Hagenau im Elsaß, von wo er als ordentlicher Lehrer und Alumnatsinspektor im Jahre 1876 an das Pädagogium des Klosters "Unserer Lieben Frauen" in Magdeburg berufen wurde. Diesem hat er bis ins Jahr 1895 angehört. Bundesbruder Aly unterrichtete u.a. zehn Jahre lang am Kandidatenkonvikt im Magdeburger Kloster "Unserer Lieben Frauen" und verwaltete beide Bibliotheken. Im Jahre 1895 folgte er einem Ruf als Königlicher Gymnasialdirektor und Leiter des pädagogischen Seminars nach Burg, von dort aus er wiederum zu Ostern 1900 als Direktor an das Gymnasium in Marburg (Gymnasium Philippinum Marburg) versetzt wurde. Während seiner beruflichen Tätigkeit als Direktor am Gymnasium Philippinum wurde er zunächst zum Mitglied, ab April 1901 zum stellvertretenden Direktor und schließlich ab April 1906 zum Direktor der Wissenschaftlichen Prüfungskommission für das Fach Latein an der Universität Marburg ernannt. Bedingt durch seine Tätigkeit in der wissenschaftlichen Prüfungskommission lernte er den akademisch philologischen Verein, die heute Marburger Burschenschaft Rheinfranken, und seine Mitglieder kennen, so daß er zunächst als Ehrengast die zahlreichen Veranstaltungen des Bundes besuchte. Da er es liebte, fröhliche Stunden im Kreise des Vereins zu verleben, fühlte er sich mit seinem Verständnis für echten studentischen Frohsinn zusehends heimischer, so daß ihm anläßlich des 25-jährigen Stiftungsfestes die Ehrenmitgliedschaft übertragen wurde. Als Ehrenmitglied und damit als Bundesbruder hat er viele durch seinen fachlichen Rat gefördert. Viele hatten die Gelegenheit, in seinem Hause einzukehren, wo immer Fröhlichkeit herrschte und wo es nie an geistig anregender Unterhaltung fehlte. Bundesbruder Aly war ein Freund geselligen Lebens und liebte es, frohe Jugend in seinem Hause zu sehen, obgleich er im Jahre 1907 zum Vorsitzenden des deutschen Gymnasialvereins ernannt wurde. Entsprechend unerwartet kam am 11. Januar 1913 die Nachricht von seiner schweren Erkrankung, als mitgeteilt wurde, daß er einen Schlaganfall erlitten hatte. Noch fünf Tage kämpfte er gegen den Tod an; aber am 16. Januar 1913 hatte er diesen Kampf verloren. In gebührender Weise wurden seine Verdienste um das Gymnasium Philippinum bei der erhebenden Trauerfeier in der Aula des Gymnasiums gewürdigt, bei welcher der Bund durch drei Chargierte vertreten war. Sowohl bei der anschließenden Überführung seines Leichnams vom Marburger Philippinum zum Bahnhof als auch beim Begräbnis in seiner Heimatstadt Magdeburg war der Bund in corpore vertreten. Bundesbruder Friedrich Aly ist und bleibt mit der Geschichte der Marburger Burschenschaft Rheinfranken eng verknüpft, zumal er sofort einen namhaften Beitrag zeichnete, als er von der Absicht hörte, ein eigenes Verbindungshaus, das heutige Rheinfrankenhaus, zu bauen.


Ambrosius, Ernst
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Ambrosius war nur für ein Semester lang Mitglied, denn er trat nach dem Sommersemester 1888 wieder aus.


Amelungk, Arnold August, Dr. phil.
* 1877
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Arnold Amelunk war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Amelungk wurde im Mai 1877 in Kassel geboren, besuchte das dortige Königliche Wilhelmsgymnasium. Seine Staatsprüfung bestand er am 30. November 1900 in Marburg. Sein Seminarjahr legte er am Friedrichs-Gymnasium in Kassel ab, sein Probejahr am Gymnasium in Fulda. Dort wirkte er vom 1. November 1901 bis zum 1. April 1903 als wissenschaftlicher Hilfslehrer und wird dort als Oberlehrer angestellt. Im Juli 1903 wechselt er als Oberlehrer an die Domschule nach Schleswig.


Amende, Heinrich
† 1952


Amrhein, Wilhelm, Dr. phil.
* 23. November 1853
Mitglied seit dem Sommersemester 1878
Bundesbruder Wilhelm Amrhein war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Amrhein wurde in Marburg geboren und studierte an der Universität Marburg Philologie. Sein Examen pro facultate docendi absolvierte er am 19. Dezember 1878. Nach Ablegung des Probejahres von Neujahr 1879 bis Ostern 1880 am Gymnasium in Minden, wurde er am 1. April 1881 von dem Kloster Loccum als Inspektor des Alumnats angestellt und zugleich als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium zur Erteilung von zwölf wöchentlichen Lehrstunden verpflichtet. Im Jahre 1882 wird er an die höhere Bürgerschule in Hameln berufen.


Arndt, Ernst Moritz
* 30. Juli 1885
Mitglied seit dem Sommersemester 1903
Bundesbruder Ernst Moritz Arndt wurde in Neuwarp (Kreis Uckermünde) als Sohn eines Arztes geboren. Er besuchte das Gymnasium in Schwerin und bestand dort am 10. März 1903 das Abitur. Danach studierte er in Marburg, Freiburg und Berlin alte Sprachen und Deutsch. Die Lehramtsprüfung legte wiederum am 20. November 1909 in Marburg ab, wo er bereits vorher die Turnlehrerprüfung absolviert hatte. Sein Seminarjahr leistete er am Gymnasium in Bromberg ab und kam Ende April 1912 an das Gymnasium in Hohensalza. Bundesbruder Arndt wurde Ende 1917 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und erhielt das Ritterkreuz des Albrechtsordens. Im Jahre 1921 war er Oberstudienrat in Parchim.


Arendt, Hermann, Dr. phil., Oberstudienrat
* 1865, † 23. Januar 1927 zu Hanau
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Hermann Arendt war nach seiner Aktivenzeit ein reges Mitglied der Hanauer Ortsgruppe, obwohl er sich mit der Umgestaltung des Bundes nur sehr schwer und ganz allmählich ausgesöhnt hatte. In weiten Kreisen der Hanauer Bürgerschaft hatte Bundesbruder Arendt hohes Ansehen genossen, zumal er Vorsitzer der Hanauer Rudergesellschaft war und Gründer und Leiter der Ruderriege des Deutschen Ruderverbandes. Als Lehrer verfügte Bundesbruder Arendt über ein seltenes pädagogisches Geschick. Seine hervorragende wissenschaftliche Bildung, seine Gründlichkeit und vor allem sein Gerechtigkeitsgefühl haben ihm die Zuneigung und die Achtung vieler seiner Schüler eingebracht. Von seinen damaligen Bundesbrüdern wird er als ein Mann von rechtem Schrot und Korn, treu, offen, aber rücksichtslos gegen Lüge und Kriecherei, dabei jedoch bescheiden und jedem Aufsehen abhold, beschrieben.


Arenhold, Karl
* 13. Dezember 1854 in Amöneburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1879
Bundesbruder Karl Arenhold war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Arenhold hatte sein Abitur auf dem Gymnasium zu Fulda im Herbst 1875 absolviert und studierte Philologie auf den Universitäten Würzburg und Marburg. Am 26. November 1880 bestand er die Prüfung für das höhere Schulfach und legte in Hadamar sein Probejahr als Lehrer ab. Später wechselte er an das Gymnasium in Weilburg. Seit 1885 war er am Gymnasium in Wiesbaden tätig.


Armbröster, Wilhelm, Gymnasialdirektor
* 11. Juli 1868, † 1947 zu Marburg an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Armbroester wurde in Kassel geboren und studierte sowohl in Marburg als auch in Berlin von 1886 bis 1890 klassische Philologie, Germanistik und Theologie. Nachdem er während des Sommerhalbjahres 1892 an einer höheren Privatschule in Kassel unterrichtet hatte, war er vom Herbst 1892 bis Herbst 1893 Mitglied des pädagogischen Seminars zu Kassel und während dieser Zeit dem Wilhelmsgymnasium zugewiesen, um dann am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt am Main (heutiges Heinrich-von-Gagern-Gymnasium) sein Probejahr abzuleisten. Mit dem 1. April 1902 wurde er zum Oberlehrer am Königlichen Gymnasium Philippinum zu Marburg ernannt und blieb dort bis zum Jahre 1911. Später wird er Direktor des Gymnasiums in Korbach.



Armstroff, Otto
* 10. Mai 1876, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 22. August 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Armstroff wurde in Duisburg geboren und erwarb am 26. März 1895 das Reifezeugnis am Gymnasium zu Duisburg. Daraufhin studierte er in Marburg, Berlin, Genf, Paris und sogar in England neuere Sprachen und bestand am 17. Februar 1905 das Staatsexamen. Das Seminarjahr legte er vom 1. Mai 1905 bis 1. April 1906 an der Klinger-Oberrealschule in Frankfurt am Main ab. Sein Probejahr absolvierte er vom 1. April 1906 bis 1. April 1907 am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium (heutiges Heinrich-von-Gagern-Gymnasium) in Frankfurt am Main. Anschließend wurde er an das Realgymnasium in Bünde in Westfalen berufen, wo er als Oberlehrer bis zum Kriegsausbruch unterrichtete. Bundesbruder Armstroff fiel an der Ostfront bei einem Sturmangriff beim Dorf Polocese in der Gegend Wierschwitsche am Bug, als Offiziers-Stellvertreter im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 57.


Athen, Alfred, Syndikus
Bundesbruder Athen war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Aust, Emil, Dr. phil., Studiendirektor
* 29. Juli 1863
Mitglied seit dem Wintersemester 1888/1889
Bundesbruder Aust wurde in Hermsdorf bei Waldenburg in Schlesien geboren und studierte in Breslau klassische Philologie, Geschichte und Deutsch. Er erwarb im November 1889 die philosophische Doktorwürde mit seiner Arbeit über das Thema "De aedibus sacris populi Romani inde a primis liberae rei publicae temporibus usque ad imperatoris Augusti aetatem Romanae conditis" und bestand im Mai 1890 die Staatsprüfung. Nachdem er das Seminarjahr am Gymnasium in Marburg und das Probejahr am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium (heutiges Heinrich von Gagern Gymnasium) in Frankfurt am Main abgelegt hatte, war er die nächsten Jahre dort auch als Lehrer angestellt. Er wechselte später innerhalb Frankfurt am Main an die Humboldtschule, an das Goethe-Gymnasium, an die Musterschule und an das Lessing-Gymnasium. Zu Ostern 1900 wurde er als Leiter des in der Entwicklung begriffenen Progymnasiums nach Myslowitz in Oberschlesien berufen, wo er zugleich Direktor des Gymnasiums wurde. Als Lehrer hat er an wissenschaftlichen Arbeiten, u.a. "Die stadtrömischen Tempelgründungen der Kaiserzeit", Frankfurt am Main 1898 und "Die Religion der Römer. Darstellungen aus dem Gebiete der nichtchristlichen Religionsgeschichte, Band XIII", Münster 1899, veröffentlicht. Später war Bundesbruder Aust Studiendirektor in Inzing im Inntal in Österreich).



B

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Bachmann, Heinz
* 25. Dezember 1887, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 30. September 1918 bei Cambrai
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Bachmann war in Kassel Mittelschullehrer. Er wurde am 7. Juli 1916 durch Schrappnellkugeln schwer verwundet, ging aber nach seiner Genesung wieder an die Front und starb als Musketier im Infanterie-Regiment Nr. 83 in den Kämpfen um Cambrai.


Bätjer, Heinrich, Dr. phil.
* 25. August 1861 in Delmenhorst, † 1. Januar 1913 zu Hamburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1884/1885
Bundesbruder Bätjer stammte aus Delmenhorst und trat am 14. November 1884 in den Akademisch-Philologischen Verein, die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken, ein. Er studierte in Leipzig, München und Marburg neuere Philologie, bestand im Juli 1888 sein Staatsexamen und im August 1888 das Rigorosum, so daß er am 28. Juli 1888 zum Alten Herrn ernannt wurde. Sein Probejahr leistete er in Potsdam und in Kassel ab. Im Jahre 1890 wurde er an das Wilhelmgymnasium zu Hamburg berufen und im Jahre 1894 an die Eilbecker Realschule in Hamburg versetzt, wo er bis zu seinem Tode unterrichtete. Seine geistige Arbeit stellte er ganz in den Dienst der Schule, doch behielt er daneben Zeit zur Fühlung mit der Wissenschaft, insbesondere zur französischen Literatur. Frankreich hatte er wiederholt besucht und als eine Frucht dieser Studienreisen sind seine Abhandlungen über die Dichter Dupont und Laprade entstanden, die 1898 und 1900 als Beilagen zu den Programmen der Eilbecker Realschule erschienen sind. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens nötigte ihn ein Herzleiden zweimal Genesung im nördlichen Afrika, besonders in Ägypten, zu suchen. Im Jahre 1908 kehrte Bundesbruder Bätjer mit neuer Kraft in die Schule zurück, an der er noch vier Jahre wirken sollte. Doch nach einigen Wochen mußte er im Jahre 1912 die Schule mit dem Krankenlager tauschen; auch eine zweite Erholungsreise brachte nicht den gewünschten Erfolg. Seit dem Sedantage kämpfte er unter schweren Qualen gegen seine Krankheit, der er am 1. Januar 1913 erlag. Trotz seines Herzleidens blieb er unserem Bund stets treu verbunden, verfolgte interessiert dessen Entwicklung und stiftete damals eine namhafte Summe für Hausbauverein, aus dessen Vermögen später das Rheinfrankenhaus erbaut wurde.


Baermann, Arthur, Kaufmann
* 27. November 1908 in Burbach, † 3. Februar 1963 zu Lüneburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder Baermann kam aus Burbach im Siegerland und trat 1929 in die Freie Burschenschaft Sigambria ein. Nach drei Semestern war er einer der drei Aktiven, die in die Burschenschaft Hercynia übertraten, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Im siebten Fachsemester wechselte er an die Universität Kiel und brach bald darauf sein mathematisch-physikalisches Studium ab. Er verschrieb sich - im Fachgeschäft seines Onkels in Kiel - der Rundfunktechnik. im Jahre 1939 zog er mit seiner Familie nach Posen, woher auch seine Frau stammte. Als er in Posen ein großes Fachgeschäft für Rundfunktechnik aufbaute, wurde er von Berlin aus zum Leiter der gesamten "Fachgruppe Rundfunk" für den Warthegau ernannt. Im Jahre 1941 wurde er Soldat. Der Krieg führte ihn nach Italien, in die Tschechoslowakei und nach Holland. Er konnte der Kriegsgefangenschaft entgehen und schlug sich nach Kriegsende wieder bis nach Kiel durch. Seine Frau mußte mit den Kindern aus Posen fliehen und war zunächst in Thüringen untergekommen. Nachdem im Oktober 1945 die ganze Familie glücklich in Kiel vereint war, begann abermals der Neuanfang im Radiogeschäft des Onkels. Später folgte ein Umzug nach Lüneburg, wo Bundesbruder Baermann in kurzer Zeit im stadtbekannten "Rundbau am Bahnhof" das führende Radio-Fachgeschäft in Lüneburg aufbaute. Im Januar 1962 erlitt er jedoch einen Herzinfarkt. Zu Weihnachten 1962 fuhr er noch selbst mit seinem Wagen ins Hamburger Sankt Georgskrankenhaus, wo er sich und sein Leiden behandeln lassen wollte, doch es sollte keine Rückkehr mehr geben.


Bär, Alfred
* 8. April 1895, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Bär war zunächst Studienrat an der Ober-Real-Schule in Weidenau und später Studienrat am Oberlyzeum in Kassel. Er diente im Ersten Weltkrieg als Leutnant der Reserve. Bundesbruder Bär erhielt am 24. Mai 1917 das Eiserne Kreuz II. Klasse und im letzten Kriegsjahr das Eiserne Kreuz I. Klasse.


Bahlsen, Leopold, Dr. phil., Studiendirektor
* 23. Juli 1860, † 30. September 1936 zu Stralsund
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Bundesbruder Leopold Bahlsen war einer der ältesten Mitglieder des Bundes, der bis in seine letzten Tage hellen Geistes und warmen Herzens die Geschichte der Rheinfranken miterlebt und mitgestaltet hat. Er war als Lehrer und Oberrealschuldirektor sowie später als Direktor des Gymnasiums in Stralsund tätig. Seit dem Jahre 1894 gab Bundesbruder Bahlsen in Zusammenarbeit mit Joseph Hengesbach über die "Weidmann'sche Buchhandlung" die "Schulbibliothek französischer und englischer Prosaschriften aus der neueren Zeit" heraus. Bundesbruder Bahlsen hatte im Jahre 1894 mit einer Arbeit über die Dramen von Adam de la Halle bei Bundesbruder Edmund Max Stengel im Fach Romanistik promoviert. Bahlsen und Hengesbach kannten sich aus der Marburger Studienzeit und hatten denselben Doktorvater. Bundesbruder Bahlsen verstarb im Alter von 77 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Bundesbruder Bahlsen wurde gegen Ende des Ersten Weltkrieges mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.



Balzer, Karl, Studienrat
* 26. Januar 1891, † 4. Juli 1974 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Karl Balzer stammte aus einer Handwerksfamilie in Kassel. Nach dem Schulbesuch in Kassel studierte er in Marburg in Fächer Deutsch, Französisch und Geschichte. Sein erstes Staatsexamen bestand er in Greifswald. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Leutnant der Reserve diente und das Eiserne Kreuz verliehen bekam, war er am damaligen Realgymnasium II und der Oberrealschule I in Kassel tätig. Im Zweiten Weltkrieg wurde er wieder eingezogen und leistete als Hauptmann der Luftwaffe seinen Dienst. Ihm unterstanden u.a. die sogenannten Scheinflughäfen im Rhein-Main-Mosel-Gebiet. Kurz vor Schluß des Krieges geriet er in französische Gefangenschaft, aus der er krank entlassen wurde. Danach war er bis zu seiner Pensionierung an der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel als Oberstudienrat tätig. Sein pädagogisches Ansehen war zugleich der Anlaß, daß er nach seiner Pensionierung im Jahre 1957 Mitbegründer des Privatgymnasiums Wilhelmshöhe in Kassel wurde, dessen schulischer Leiter er sechs Jahre lang war. Daneben vergaß er nicht, daß das Leben auch Schönes zu bieten hatte: So unternahm Bundesbruder Balzer mit seiner Frau viele Reisen ins Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er zeitweilig die Kassengeschäfte für den Bund und eine große Anzahl von Schülern wurden auf seine Veranlassung hin Bundesbrüder.


Ernst Bargon
Bargon, Ernst, Studienrat
* 1882 in Frankfurt am Main, † 15. März 1930 zu Fulda
Mitglied seit dem Wintersemester 1900/1901
Bundesbruder Ernst Bargon war einer der beliebtesten und hilfsbereitesten Bundesbrüder; seine Bundesbrüder hoben besonders seine Kameradschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft hervor, mit der er vielen Examenskandidaten aus dem Bunde zur Seite stand. Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges, in dem er als ungedienter Mann immerhin Leutnant und am 16. Juni 1917 Inhaber des Eisernen Kreuzes I. Klasse geworden war, begann er seine Karriere an der Oberrealschule in Fulda. Später arbeitete er in Frankfurt am Main und blieb unserem Bund immer stets eng verbunden. Als Lehrer veröffentlichte Bundesbruder Bargon diverse Aufsätze, u.a. in den Fuldaer Geschichtsblättern (FuldaGbll) über "Die Fuldaer Forstlehranstalt". Als er gerade seine Rede anläßlich einer Abiturienten-Entlassungsfeier beginnen wollte, erlitt Bundesbruder Bargon einen tödlichen Schlaganfall.


Bauer, Hans, Dr. med.
* 22. Juni 1919, † 20. Oktober 1997 zu Bremen
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940
Bundesbruder Hans Bauer wurde in Duisburg Meiderich geboren, studierte nach dem Abitur ab dem Jahre 1937 Humanmedizin in Leipzig, Marburg und Straßburg. In Marburg wurde er im Jahre 1940 bei den Rheinfranken aktiv. Als Luftwaffensoldat konnte er sein Studium im Trimesterzyklus während des Zweiten Weltkrieges fortsetzen. Bei seiner ersten Assistentenstelle in Dinslaken lernte er seine Ehefrau Marli kennen. Nach der medizinischen Facharztausbildung übernahm Bundesbruder Bauer im Jahre 1955 als Chirurg die Leitung der Roland Klinik in Bremen.


Baumann, Hans-Peter
Mitglied seit dem Sommersemester 1950
Bundesbruder Hans-Peter Baumann stammt aus Herborn und wurde im Jahre 1954 zum Alten Herren ernannt.


Baumann, Ludwig
* 16. September 1860 in Herborn, † 9. August 1899 zu Biedenkopf
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Bundesbruder Ludwig Baumann war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Baumann wurde in Herborn geboren und besuchte das Gymnasium in Dillenburg. Er studierte zunächst in Berlin und in München sowie in Marburg klassische Philologie und bestand an der Universität Marburg am 12. Februar 1886 die Prüfung pro facultate docendi. Das pädagogische Probejahr leistete er am Königlichen Gymnasium in Wiesbaden ab, wo er noch bis Ostern 1891 als unbesoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt war. Später wechselte er an das Königliche Gymnasium in Hanau. Als wissenschaftlicher Hilfslehrer wurde er im Herbst 1891 an das Gymnasium in Hersfeld überwiesen, wechselte wiederum von Ostern 1892 bis Herbst 1893 an das Realprogymnasium in Biedenkopf. Abermals wechselte er als wissenschaftlicher Hilfslehrer im Herbst 1893 an das Friedrichsgymnasium in Kassel. Schließlich findet er als Oberlehrer eine Stelle am Realprogymnasium in Biedenkopf.


Baumann, Wilhelm, Dr. phil., Oberlehrer
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1915
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Baumann stammte aus Arolsen und war Leutnant der Reserve. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Bechtel, Georg, Dr. phil., Studienrat
* 6. September 1894, † 1937 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Georg Bechtel wurde im Jahre 1920 zum Alten Herren ernannt.


Bechtel, Hans, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 10. November 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Bechtel war aktiver Bursche und stammte aus Kassel. Er starb den Heldentod fürs Vaterland durch Brustschuß als Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 52 (Munitionskolonne) bei Poelcappel in Flandern.


Bechtel, Jean
Mitglied seit dem Sommersemester 1882
Bundesbruder Bechtel wurde im Wintersemester 1883/1884 zum Alten Herren ernannt.


Bechtold, Karl, Dr.
† 1952


Beck, Rudolf, Dr. phil., Studiendirektor
* 28. Juni 1907, † 9. Januar 1980
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Rudolf Beck wurde in Dietenhofen, im heutigen Thionville, in Lothringen geboren. Bedingt durch die Versetzung seines Vaters besucht er Schulen in Emmerich am Niederrhein und in Gera, wo er im Jahre 1927 am Gymnasium Rutheneum das Abitur ablegte. Er ging nach Marburg um dort Altphilologie zu studieren. Vorgekeilt von unserem Bundesbruder Rohlack wurde er zusammen mit Peter Wohlleben aus Gera bei der Burschenschaft Rheinfranken aktiv. Nach vier Semestern verließ Bundesbruder Beck Marburg und studierte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg weiter und promovierte dort 1932 mit seiner Arbeit über das Thema "De poematum Romanorum Graecas res tractantium colore Romano". Seine Staatsprüfung absolvierte Bundesbruder Beck in Jena. Als Assessor war er an Internaten in Rudolfstadt und Wickersdorf tätig. In Wickersdorf lernte er seine spätere Frau Elisabeth kennen, die er im Jahre 1939 in Gera heiratete. Sie bekamen zwei Söhne, die späteren Bundesbrüder Jörn-Dirk Beck und Ekkehard Beck. Während seines Kriegseinsatz wurde Bundesbruder Beck im russischen Gorki schwer verwundet und lag längere Zeit in einem Lazarett in Prag. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges folgte bis ins Jahr 1947 die Internierung in Darmstadt. Aus Lothringen stammend und im Zweiten Weltkrieg als deutscher Soldat dienend, konnte er nicht mehr zurück in seine Heimat, da er eine Anklage wegen Hochverrates befürchten mußte, so begründete er seinen endgültigen Wohnsitz im Jahre 1949 in Oberhausen und arbeitete dort als Lehrer am Novalis-Gymnasium. Er wurde Studienrat, Oberstudienrat und schließlich zum Studiendirektor ernannt. Im Jahre 1972 wurde er in den Ruhestand versetzt und verlegte seinen Alterswohnsitz ins hessische Homberg/Efze, um seinem geliebten Marburg näher zu sein. Bundesbruder Rudolf Beck war Vorsitzender des Altherrenverbandes von 1963 bis 1968 sowie jahrelanger Vorsitzender der VAB Oberhausen, wo er den Spitznamen "VaBeck" erhielt.


Hans Becker
Becker, Hans, Dr. phil.
* 31. Oktober 1887, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1906
Bundesbruder Hans Becker war Mitglied seit dem Sommersemester 1906. Er wurde als Studienrat an das Realgymnasium in Köln-Deutz berufen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve und erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse und wurde mit dem Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern ausgezeichnet.


Becker, Heinrich
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Studienrat an der Wöhlerschule in Frankfurt am Main.


Becker, Ludwig, Dr. phil.
* 15. Februar 1890, †
Mitglied seit dem Wintersemester 1909/1910
Bundesbruder Ludwig Becker war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Becker war zunächst Studienassessor am Philanthropin in Frankfurt am Main und später Studienrat am Gymnasium in Korbach.


Otto Becker
Becker, Otto, Dr. phil.
* 30. Januar 1886, † 16. Juli 1969
Mitglied seit dem Sommersemester 1907


Becker, Wilhelm
Studienrat an der Real-Ober-Schule II in Bochum.
[MGV. 1921]


Willy Becker
Becker, Willy (Willi)
* 4. Februar 1891
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Becker war Studienrat am Reformrealgymnasium in Bochum. Im Ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet und deswegen am 1. August 1916 aus dem Wehrdienst entlassen. Er erhielt nachträglich das Eiserne Kreuz verliehen.


Behnke, Wolfgang, Diplom-Volkswirt
* 19. Juli 1922, † 7. Juni 1988
Mitglied seit dem Sommersemester 1948
Bundesbruder Wolfgang Behnke stammte aus Marburg. Er fand mit 26 Jahren als junger Fux den Weg zu den Rheinfranken, nachdem er als Luftwaffenoberfähnrich aus vierjähriger Kriegsgefangenschaft in Afrika, Amerika und England entlassen worden war. Obwohl er aufgrund seiner finanziellen Situation gezwungen war, nach kürzester Studienzeit sein Examen als Diplom-Volkswirt abezulegen, war er jede freie Minute für den aktiven Bund da. Nach bestandenem Examen war er zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philipps-Universität; aus seiner Feder stammte das damals aktuelle Buch "Die wirtschaftliche Eingliederung der Heimatvertriebenen in Hessen". Ab dem Jahre 1954 war er als Geschäftsführer im Unternehmerverband der Metallindustrie Ruhr-Niederrhein e.V. und im Unternehmerverband der Industrie Ruhr-Niederrhein tätig. Im Jahre 1957 wechselte er in die Geschäftsführung des Vereins Deutscher Hüttenleute e.V. über und war Mitarbeiter für die Bearbeitung des Wirtschaftsteils der Zeitschrift "Stahl und Eisen".


Behrenbeck, Heinz, Landgerichtspräsident
* 6. März 1907, † 12. September 1988 zu Hagen
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Heinz Behrenbeck kam durch seine beiden Lehrer, die Bundesbrüder Ernst Scheidt und Willy Becker, am Reformrealgymnasium an der Königsallee in Bochum zu den Rheinfranken. Am Ende seines zweiten Semesters wurde er zum Sprecher gewählt. Der aktive Bund bestand im Sommersemester 1927 aus insgesamt 83 Bundesbrüdern, davon 45 Aktive, 18 Inaktive am Ort und 20 Inaktive non loci. Dieses Sommersemester stellte an alle Rheinfrankenmitglieder außergewöhnliche Anforderungen: Bezug des neuen Rheinfrankenhauses zu Pfingsten 1927, 400-Jahrfeier der Universität sowie endgültige Aufnahme der Burschenschaft Rheinfranken in die Deutsche Burschenschaft. Sein Assessorexamen legte Bundesbruder Behrenbeck in Berlin ab und war danach an mehreren Gerichten als Richter tätig. Diese Tätigkeit wurde durch den Kriegsdienst von 1939 bis 1945 gänzlich unterbrochen. Im Jahre 1947 wurde er Referent im Justizministerium Düsseldorf, im Jahre 1958 Senatspräsident beim Oberlandesgericht Hamm und ab dem Jahr 1960 bis zum Eintritt in den Ruhestand war Bundesbruder Behrenbeck zwölf Jahre Landgerichtspräsident in Hagen. Nach dem Tod von Bundesbruder Karl Dickel übernahm Bundesbruder Behrenbeck die Leitung der Rheinfranken-Ortsgruppe Hagen.


Behrmann, Georg Hermann Adolf, Dr. phil.
* 27. September 1855 in Walsrode
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Bundesbruder Georg Hermann Adolf Behrmann stammte aus Walsrode und absolvierte sein Abitur am Domgymnasium zu Verden. Er studierte neuere Sprachen auf den Universitäten Tübingen, Leipzig, Paris und Marburg. Im Jahre 1879 wurde er zum Dr. phil. promoviert und bestand im Frühjahr 1881 seine Lehramtsprüfung. Danach diente er als Einjährig-Freiwilliger, war von 1881 bis 1883 als Lehrer an einer Privatanstalt in Blankenese tätig, wurde dann dem Gymnasium zu Altona als Probekandidat zugewiesen und wirkte zu gleicher Zeit an einer höheren Lehranstalt in Hamburg. Am 12. Januar 1886 wird er Königlicher Secondlieutenant der Reserve und an die Realschule zu Itzehoe berufen.


Beil, Hans, Diplom-Volkswirt
* 15. April 1904, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
[MGV. 1934]


Bemberg, Eugen
* 9. Januar 1886
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Studienrat an der Ober-Real-Schule in Krefeld.
[MGV. 1921] und [MGV. 1929] und [MGV. 1934]


Bender, Paul
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Studienrat an der Realschule in Haspe in Westfalen.


Benning, Ludwig, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 12. Mai 1901, † 10. Mai 1996
Mitglied seit dem Sommersemester 1921
Studienrat am Realgymnasium in Bünde.
Bundesbruder Ludwig Benning wurde in Emmelndorf, Seevetal, bei Hamburg geboren und besuchte das humanistische Gymnasium Ulricianum in Aurich. Im Jahre 1920 legte er dort die Reifeprüfung ab. Die beiden ersten Semester studierte er in Kiel, wechselte aber auf Anraten seines Schulkameraden nach Marburg. Jener Schulkamerad war unser Bundesbruder Friedrich Cramer aus Aurich. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Bundesbruder Benning erst im Jahre 1948 aus englischer Kriegsgefangenenschaft zurück. Während der Kriegsgefangenenschaft in England hatte er gemeinsam mit den Bundesbrüdern Otto Hofmann und Paul Huppelsberger eine kleine, britische Rheinfranken Ortsgruppe gebildet. Ab dem Jahre 1953 bis zu seiner Pensionierung war Bundesbruder Benning als Oberstudiendirektor Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Bünde.


Hans Bergermann
Bergermann, Hans [Johannes] [Johann], Oberstudiendirektor
* 3. September 1888, † 23. September 1934 zu Lübeck
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Johannes Bergermann hatte in frühen Jahren seinen Vater verloren und mußte sehr jung die Bekanntschaft mit dem Ernst des Lebens machen: So unterstützte er noch als Quartaner seine Familie, indem er Nachhilfestunden gab. Als Sekundaner wurde er bereits Hauslehrer in Kasseler Patrizierfamilien. Diese frühe Karriere verschaffte ihm ein Stipendium an der Universität. Als Lehrer war er in Lübeck tätig, wo er nach einer tückischen Krankheit verstarb. Bundesbruder Bergermann leitete mit unvergleichlichem Geschick als Vorsitzender den Altherrenverband von 1928 bis 1933.


Bergner, Erich, Regierungsdirektor
* 3. Dezember 1908 in Essen, † 24. August 1980 zu Überlingen
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Erich Bergner stammte aus Essen an der Ruhr. Er besuchte zusammen mit Bundesbruder Walter Koch dort von 1914 bis zum Abitur die Vorschule und die Krupp-Oberrealschule. Durch Vermittlung ihres langjährigen Klassenlehrers, dem Alten Herren Willibald Stöcker, wurden sie gemeinsam Rheinfranken. Von 1928 bis 1930 studierten sie gemeinsam in Marburg und genossen ihre Aktivenzeit. Danach setzten beide ihr Studium in Wien fort, wo sie mit den Bundesbrüdern der Burschenschaften Ostmark und Olympia freundschaftlichen Kontakt pflegten. Weitere Stationen des Jurastudiums waren für Bundesbruder Bergner Münster und Köln. Hier bestand er im Jahre 1932 sein Referendarexamen und im Jahre 1936 das Staatsexamen. Er trat zunächst in Hildburghausen als Assessor in den Staatsdienst ein und wurde später nach Arnstadt versetzt, wo er seine Ehefrau Irmgard heiratete. Am Anfang des Zweiten Weltkrieges hatte er die Aufgabe, in mehreren Orten Westpreußens als Regierungsrat die Finanzverwaltung neu aufzubauen. Im Jahre 1942 wurde er an die Front eingezogen, kämpfte in Rußland und geriet bei Kriegsende für kurze Zeit in US-amerikanische Gefangenschaft. Nach dem Krieg arbeitete er vier Jahre lang im Kohlebergbau in Essen. Nach dieser schweren Zeit trat er im Jahre 1958 wieder in die Dienste der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Sein beruflicher Weg führte ihn zunächst nach Elberfeld, dann elf Jahre lang nach Lüdenscheid und zuletzt als leitender Regierungsdirektor nach Bielefeld. Im Jahre 1973 trat Bundesbruder Bergner in den Ruhestand und ließ sich in Überlingen am Bodensee nieder.


Heinrich Berkenkamp
Berkenkamp, Heinrich, Dr. phil.
* 27. Oktober 1889, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Studienrat am Lyceum in Schwerte.


Bernard, Franz
* 22. September 1889, † 1939 Saarbrücken
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Studienrat am Ludwigs-Gymnasium in Saarbrücken.
[MGV. 1913]


Ernst Berneburg
Berneburg, Ernst, Dr. phil., Hon.-Prof.
* 17. Dezember 1887, † 18. Oktober 1953 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1906
Bundesbruder Berneburg war Oberstudienrat am Goethe-Gymnasium sowie Lektor an der Technischen Hochschule in Hannover. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.


Bernhard, Walter, stud. rer. merc.
† 14. August 1922 zu Wuppertal-Vohwinkel
Mitglied seit dem Sommersemester 1920
Bundesbruder Walter Bernhard wurde am 2. Dezember 1919 geburscht.


Karl Bernigau
Bernigau, Karl Franz Hermann, Dr. phil.
* 10. September 1879, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 10. November 1914 in Flandern
Mitglied seit dem Sommersemester 1899
Bundesbruder Bernigau wurde in Mühlhausen (Thüringen) geboren und legte 1899 am dortigen Gymnasium seine Reifeprüfung ab. Er studierte neuere Sprachen und Germanistik auf den Universitäten Marburg, dann Berlin und wieder Marburg bis zum Wintersemester 1903/1904. Innerhalb dieser Zeit hielt er sich vom 1. April bis 30. September 1901 zu Studienzwecken in Frankreich, später auch in England auf. Im Dezember 1903 wurde er in Marburg zum Dr. phil. promoviert. Seine Prüfung pro facultate docendi bestand er ebenfalls in Marburg im Juli 1904. Das Seminarjahr erledigte er am Wilhelms-Gymnasium in Kassel, sein Probejahr am Gymnasium und Realprogymnasium in Limburg an der Lahn. Am 1. Oktober 1907 trat er als Oberlehrer seinen Dienst am Realgymnasium in Landeshut (Schlesien) an. Bundesbruder Bernigau wurde für seinen langen Kampfeinsatz bei Verdun am 24. August 1914 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Unteroffizier im Infanterie-Regiment Nr. 154.


Berninger, Ernst, Diplom-Volkswirt
* 22. August 1926, † 16. Mai 2003 zu Worms-Horchheim
Mitglied seit dem Wintersemester 1950/1951
Bundesbruder Ernst Berninger blieben in seiner Jugend Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft nicht erspart, so daß ihn seine finanziellen Verhältnisse zu einem zügigen Abschluß seines volkswirtschaftlichen Studiums zwangen. Seine beruflicher Werdegang führte ihn nach Worms, wo er heimisch wurde und einen starken Rückhalt in seiner Familie - mit seiner Frau Sophie und seinen Töchtern Annette und Barbara - fand.


Beschnitt, Fritz
* 17. Februar 1908, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Wintersemester 1934/1935


Bewarder, Heinz, Zahnarzt
* 17. Februar 1908, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Bielert, Horst
Bundesbruder Bielert war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er war Staatsanwalt in Hamburg.


Bindewald, Herbert, Dr. med., Kinderarzt
* 15. Januar 1914, † 24. Januar 1966 zu Jülich
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Herbert Bindewald begann im Jahre 1932 nach bestandenem Abitur am Realgymnasium in Iserlohn sein Studium in Marburg und trat sogleich in unseren Bund ein. Er blieb in Marburg bis zum Sommersemester 1934, in dem er sein Physikum bestand. Nach Ableistung des Arbeitsdienstes setzte er sein Studium in München und Bonn fort. Anschließend diente er bei der Luftwaffe in Wunstorf, Detmold und Münster bis Ende März 1937. In seinen letzten klinischen Semestern studierte er wieder in Marburg, wo er im Dezember 1938 sein medizinisches Staatsexamen bestand. Nach einer Medizinalpraktikanten- und Volontärassistentenzeit in Marburg und Wiesbaden wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Universitäts-Hautklinik in Marburg, wo er bis zur Einberufung zur Wehrmacht im Jahre 1940 blieb. Bis Juli 1945 war er als Truppenarzt, zuletzt als Stabsarzt bei der Luftwaffe in Deutschland, Frankreich, Polen und Rußland eingesetzt. Nach Kriegsende war Bundesbruder Bindewald zuerst als Assistenzarzt in der Kinderklinik und später bis ins Jahr 1955 im Strahleninstitut in Marburg tätig. Danach ließ er sich als Kinderarzt in Jülich nieder. Schon bald begann eine schleichende Erkrankung mit zunehmenden Insuffizienzerscheinungen seines Herzens. Er lag monatelang im Jülicher Krankenhaus und später in den Kliniken in Düsseldorf und Bonn. Er starb kurz nach der Vollendung seines 52. Lebenjahres.


Bingel, Adolf, Prof. Dr. med.
* 5. Juli 1901, † 23. April 1982 zu Houston, Texas, USA
Mitglied seit dem Wintersemester 1922/1923
Bundesbruder Adolf Bingel, der aus unerklärlichen Gründen im Kreise der Rheinfranken nur "Adam" genannt wurde, kam als Examenskandidat mit seinem jüngeren Bruder Ernst im Herbst 1922 nach Marburg. Adolf Bingel wurde zunächst als Verkehrsgast geführt und durfte bei den internen Veranstaltungen die kornblumenblaue Rheinfrankenmütze tragen. Da er bereits das Physikum bestanden hatte, stellte er sich als Paukarzt zur Verfügung. Im Sommer 1923 wurde ihm das Burschenband verliehen, nachdem er zwei Pflichtmensuren geschlagen hatte und vollberechtigtes Mitglied war. Bundesbruder Bingel war zunächst als Assistenzarzt am St. Georgs-Krankenhaus in Hamburg tätig, siedelte nach dem Krieg in die USA über und arbeitete fortan am Brooke Army Hospital (Fort Sam Houston). Später wirkte er bis zu seiner Pensionierung als ordentlicher Professor an der Universitätsklinik in Houston (Texas).


Birkenbeil, Willy
Mitglied seit dem Sommersemester 1915
Bundesbruder Willy Birkenbeil diente im Ersten Weltkrieg als Unteroffizier und erhielt er am 8. August 1917 das Eiserne Kreuz.


Birkenhoff, Richard
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Birkenhoff wurde im Wintersemester 1882/1883 zum Alten Herren ernannt.


Birt, Theodor, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 22. März 1852, † 28. Januar 1933
Mitglied seit dem Sommersemester 1882 über den P.h.V.
Bundesbruder Birt gehörte dem altphilologischen Zweig des Philologisch-Historischen Vereins an, der später über die wissenschaftlichen Verbindung Hercynia wiederum auf die Marburger Burschenschaft verschmolzen wurde. Er war seit dem Jahre 1886 als Ordinarius, später als Universitätsprofessor in Marburg bis zum Jahre 1921 beschäftigt. Bundesbruder Birt wurde in Wandsbek geboren, erlangte Berühmtheit unter dem Künstlernamen "Beatus Rhenanus" als Schriftsteller und war seit dem Sommersemester 1882 geistiger Mentor und Ehrenmitglied.


Hans Blandow
Blandow, Hans
* 3. März 1892, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Blandow war zunächst Studienrat am Realgymnasium in Pasewalk, später am Pädagogium in Putbus auf Rügen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve und erhielt vom preußischen Kronprinzen am 11. März 1917 das Eiserne Kreuz 1. Klasse überreicht.


Blumtritt, Erich, Dr. med.
* 29. Juli 1912, † 1. Januar 1987 zu Gera
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Erich Blumtritt stammte aus Gera, von wo damals viele Rheinfranken stammten, u.a. die Bundesbrüder Rudolf Beck, Peter Wohlleben, Herbert Leidholdt, Horst Schütze und dessen jüngerer, im Krieg gefallener Bruder Alfred Schütze. Hintergrund war, daß in Gera Bundesbruder Hans Heinrich Rohlack, der am dortigen Gymnasium Lehrer war, kräftig für den Hochschulort Marburg und selbstredend für die Rheinfranken geworben hatte. Bundesbruder Blumtritt studierte Medizin und promovierte kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit seiner Arbeit "Über die Behandlung der Nervensyphilis mit Fieberkurven". Den Zweiten Weltkrieg erlebte er an der Ostfront. Aufgrund der deutschen Teilung konnte Bundesbruder Blumtritt nicht am Bundesleben teilnehmen, da er in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR verlieb. Jedoch stand er mit vielen Bundesbrüdern in regem Briefkontakt. Ein Herzanfall zwang ihn, seine Arztpraxis im Jahre 1980 aufzugeben.


Bode, Karl
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883 Bundesbruder Karl Bode war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Karl-Heinz Bodenstedt
Bodenstedt, Karl-Heinz, Richter
* 20. Juni 1945 in Peine, † 25. Januar 2012 zu Würzburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1967
Bundesbruder Karl-Heinz Bodenstedt stammte aus Peine. Nach seinem Abitur leistete er zwei Jahre Dienst bei der Bundeswehr ab und studierte im Anschluß daran zunächst in Marburg, später in Würzburg Rechtswissenschaften. In Marburg handelte er sich den Spitznamen "Kalle" ein. Sein Staatsexamen legte er im Jahre 1974 in Würzburg ab. Danach war er für die LVA Unterfranken in Würzburg tätig, wechselte dann aber im Jahre 1986 an das Sozialgericht in Würzburg. In den Jahren 1990 bis 1992 arbeitete Bundesbruder Bodenstedt als bundesdeutscher Richter in der damaligen DDR, um dort das Sozialgerichtswesen am Standort Suhl aufzubauen. Im Jahre 1993 kehrte er nach Würzburg an das Sozialgericht zurück, dessen Vizepräsident er seit dem Jahre 2001 gewesen ist. Bundesbruder Bodenstedt war lange Zeit als Schriftwart des Altherrenverbandes der Marburger Burschenschaft Rheinfranken tätig und kümmerte sich bis ins Jahr 2012 als Vorstandsmitglied um die VAB Würzburg.


Arthur Böhle
Böhle, Arthur, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 15. September 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Böhle stammte aus Stiepel bei Bochum und war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Er war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Leutnant und Kompanie-Führer im Infanterie-Regiment Nr. 59 bei einem Sturmangriff auf die Steinburg bei Illuxt in Lettland.


Boekholt, Johann Wilhelm, Studienrat
* 11. November 1861, † 1946
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Boekholt wurde im Wintersemester 1883/1884 zum Alten Herren ernannt.


Böttcher, Werner
Bundesbruder Werner Böttcher war im Ersten Weltkrieg Leutnant der Reserve und erhielt am 5. Juni 1918 das Eiserne Kreuz I. Klasse.


Bößer [Bösser], Reinhard, Dr. phil.
* 13. November 1877, † 1949
Mitglied seit dem Wintersemester 1896/1887
Bundesbruder Reinhard Bößer war Studienrat an der Ober-Real-Schule am Zietenring in Wiesbaden. Im Ersten Weltkrieg war er Oberleutnant und Träger des Eisernen Kreuzes.


Bohn, Emil, Zahnarzt
* 24. Januar 1901 auf der Insel Föhr, † 1. Oktober 1961 zu Flensburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder Bohn war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Bohn begann sein Studium in Marburg im Sommer 1921, nachdem er eine Seereise als Schiffsjunge in den fernen Osten unternommen hatte. Die Seefahrt war seine große Sehnsucht, denn er stammte von der Insel Föhr. In Marburg begann er mit dem Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber nach sieben Semestern an die Universität Kiel, um dort eigentlich sein Studium fortzusetzen. Doch nach reiflicher Überlegung, daß er seine Berufswahl verfehlt haben könnte, wechselte er an die Universität Hamburg und studierte dort fortan Zahnmedizin. Sein Staatsexamen legte er wiederum in Kiel ab und ließ sich anschließend zunächst in Sterup/Angeln nieder, später in Großenwiehe bei Flensburg. Bundesbruder Bohn verstarb nach einer schweren Krankheit im Alter von nur 60 Jahren in einer Flensburger Klinik.


Bohne, Heinrich Paul Wilhelm, Studienrat
* 10. Oktober 1897, † 19. Juni 1959
Mitglied seit dem Wintersemester 1916/1917
Bundesbruder Bohne war zunächst Mitglied im Philologisch-Historischen Verein, der über die Verbindung Hercynia auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er besuchte das Marienstiftsgymnasium in Stettin, wo er sein Abitur bestand. In Marburg studierte er reine und angewandte Mathematik und Physik und arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg als Studienrat an der Aufbauschule in Pölitz bei Stettin.


Wilhelm Bohnhardt Wilhelm Bohnhardt
Bohnhardt, Wilhelm, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886
Studienrat am Städtischen Gymnasium und Realgymnasium in Düsseldorf.


Bolte, Hartmut, Apotheker
* 28. Dezember 1941, † 3. Februar 1995 zu Berlin
Mitglied seit dem Sommersemester 1961


Bonde, Oskar, Verlagskaufmann
* 9. November 1905, † 9. Januar 1989 zu Speyer
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
Bundesbruder Oskar "Ossi" Bonde kam aus Altenburg in Thüringen, wo sein Vater eine Verlagsdruckerei besaß. Er begann in Marburg mit dem Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft, das er nach vier Semestern in München fortsetzte. Im Jahre 1929 übernahm er die Leitung des Familienunternehmens, so daß es sich ergab, daß die Rheinfranken-Zeitung in den Jahren von 1932 bis 1940 in Altenburg gedruckt und versandt wurde. Im Jahre 1936 heiratete er Ilse Freitag, die Schwester von Bundesbruder Joachim Feitag. Erst im Jahre 1943 wurde Bundesbruder Bonde zur Infanterie eingezogen und geriet in Frankreich in Gefangenschaft. Als er im Jahre 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, war das Familienunternehmen in Altenburg zwangsenteignet worden. Wegen der Drohung, daß Bundesbruder Bonde zwangsweise im Uranerzbau eingesetzt werden sollte, flüchtete er mit seiner Ehefrau aus der Sowjetischen Besatzungszone in den Westen nach Montabaur, wo er bei seinem Schwiegervater unterkam. Durch Vermittlung von Bundesbruder Fritz Hellwig konnte Bundesbruder Bonde eine Anstellung beim Verlag des "Industriekurier" in Düsseldorf finden. Zunächst war er als Anzeigenvermittler im Außendienst tätig. Im Jahre 1951 ging er nach Speyer, wo er bei einem Zeitungsverlag eine ihm zusagende Position erhielt. Im Jahre 1985 veröffentlichte er eine Sammlung von 48 Gedichten "Reminiszenz eines 80jährigen Lebens" und wurde damit in der von Gabriele Blod und Peter Scheid herausgegebenen Anthologie mit dem Titel "Deutsche Lyriker der Gegenwart", die in den Jahren von 1984 bis 1990 erschien, als ausgewählter Autor benannt. Nach dem Tod von Bundesbruder Bonde und seiner Frau, deren Ehe kinderlos geblieben war, hinterließen sie ein Testament, in dem beide verfügten, daß mit einem Teil des Vermögens eine gemeinnützige Stiftung errichtet werden sollte. So wurde die "Ilse und Oskar Bonde-Stiftung" ins Leben gerufen. Ihr Zweck ist die Förderung der Aus- und Weiterbildung begabter junger Menschen durch die Gewährung von Stipendien. Bei der Vergabe sollen vorrangig Bewerber aus dem Kreis ehemaliger oder derzeitiger Bewohner des SOS-Kinderdorf e.V. berücksichtig werden.


Bonte, Werner
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Erich Borchers
Borchers, Erich, Dr. phil., Studienrat
* 26. Juli 1898, † 8. Dezember 1960
Mitglied seit dem Sommersemester 1917
Bundesbruder Erich Borchers kam aus Velbert. Dort und in Wermelskirchen war sein Lebensmittelpunkt nach seinem Studium in Marburg. In der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und der sich drohend ankündigenden Inflation waren seine Marburger Studentenjahre nicht ganz unbeschwert. Auch machte unser Bund damals eine interessante Entwicklungsphase durch: Vom Akademisch Philologischen Verein zur Wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken, von einer nicht Farben tragenden zur Farben tragenden Korporation, von der Misere reichlich oft wechselnder Unterkünfte (u.a. Stadtsäle, Turnergarten, Missomelius in Weidenhausen oder Fronhof) zum eigenen Haus - und später schließlich den Weg zur Burschenschaft. Nach schwerer Krankheit verstarb Bundesbruder Borchers und wurde in Wermelskirchen zu Grabe getragen.


Bormann, Ernst, Dr. phil., Studienrat
* 7. März 1860, † 1952
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884


Otto Borrmann
Borrmann, Otto, Dr. phil., Studienrat
† 14. Januar 1924 zu Essen
Mitglied seit dem Sommersemester 1903
Bundesbruder Otto Borrmann hatte als Aktiver - nach dem Urteil seiner Bundesbrüder - in glänzender Weise das 25jährige Stiftungsfest organisiert sowie geleitet und später als Alter Herr die Entwicklung des Bundes stets mit größtem Interesse verfolgt. Seine Studienzeit beendete er mit der Dissertation "Das kurze Reimpaar bei Chrestien von Troyes mit besonderer Berücksichtigung des Wilhelm von England" im Jahre 1908. Bundesbruder Borrmann war Studienrat an der Humboldt-Oberrealschule in Essen. Nach seinem Tode haben die Essener Bundesbrüder seinen Sarg mit einem Kranz und einer Schleife in den Farben schwarz-silber-blau geschmückt und ihn zu seiner letzten Ruhestätte geleitet.


Born, Willi
* 23. Februar 1908, † 15. Juli 1971
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Willi Born wurde in Berghausen in Westfalen geboren und studierte nach dem Besuch der Oberrealschule zunächst in Münster, in Rostock, in Frankfurt am Main und schließlich in Marburg Mathematik, Physik und Wirtschaftsgeographie. Nach dem Staatsexamen war er zunächst als Studienreferendar und Assessor in Dortmund tätig. Im Jahre 1939 heiratete er Frau Ruth Stehle, die einzige Tochter des Memminger Fabrikanten-Ehepaares Johanna und Wilhelm Stehle. Dieser Ehe entsprossen zwei Söhne, die beide im Unternehmen tätig sind. Im Jahre 1940 trat Bundesbruder Born in die Geschäftsführung der Werkzeug- und Maschinenfabrik ein. Als rechte Hand des Firmeninhabers übernahm er die Verwaltung und die betriebliche Organisation. Zu diesem umfangreichen Arbeitsgebiet kam nach dem Zweiten Weltkrieg der Wiederaufbau des Unternehmens hinzu. Die Erweiterung des Stammhauses in Memmingen, der heutigen Firma Stehle GmbH, durch die Wiener Tochtergesellschaft und die Firma Stehle Fenstertechnik in Bad Lippspringe hat er vorbereitet. Bundesbruder Born verstarb im Alter von nur 63 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.


Gerhard Bosse
Bosse, Gerhard, Dr. phil.
* 21. Oktober 1889, † 5. Mai 1949 zu Marburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1909/1910


Bouffier, Fritz
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Braath, Hans, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1915
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Braath war inaktiver Bursche und Kriegsfreiwilliger. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Bräuniger, Georg, Dr. phil., Diplom-Chemiker
* 17. Februar 1923, † 29. Oktober 1993
Mitglied seit dem Wintersemester 1947/1948
Bundesbruder Georg Bräuniger kam aus dem niederschlesischen Ort Friedersdorf im Kreis Lauban. Als junger Mann legte er die Segelflug-Prüfungen A und B ab. Nach dem Abitur praktizierte er einige Zeit in einer chemischen Fabrik in Görlitz. Im Jahre 1941 wurde er zur Luftwaffe eingezogen, gehörte dem Kampfgeschwader Boelke an und flog als Bordfunker viele Einsätze an der Ostfront bis zum letzten Kriegstag mit. Nach dem Kriegsende arbeitete er in einem Göppinger Sägewerk bis er zum Sommersemester 1946 die Zulassung für das Chemiestudium in Marburg erhielt. Hier kam er durch die beiden Chemiker, die Bundesbrüder Mennenöh und Eckhard, zu den Rheinfranken. Im Jahre 1951 legte Bundesbruder Bräuniger die Hauptprüfung als Diplom-Chemiker ab und im Jahre 1954 folgte die Promotion über das Thema "Über die Darstellung und das spektrale Verhalten methylsubstituierter Azo- und azoähnlicher Farbstoffe". Bis ins Jahr 1955 war er Assistent an der Universität, dann ging er in die chemische Industrie, zur Bayer-Tochter AGFA in Leverkusen. Seine Arbeiten dort führten zu einigen Patenten und er rückte in den Vorstand des Unternehmens auf. In den Jahren 1960/1961 und 1962 stellte er in Sao Paulo in Brasilien eine altmodische Photopapier-Fabrik auf einen modernen Betrieb um. Danach wurde er nach Hamburg versetzt, um dort das Zweigwerk Leonar zu leiten. Eine Krankheit zwang ihn jedoch, im Jahre 1979 vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.


Brandis, Heinz, Dr. med., Augenarzt
* 10. November 1909 in Darmstadt, † 20. Januar 1979 zu Bad Salzuflen
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Heinz Brandis, der "Seppl" genannt wurde, stammte aus Darmstadt. Er kam aus einem behüteten Elternhaus, sein Vater war Direktor der Hessischen Elektrizitätswerke AG (HEAG). Bundesbruder Brandis war bei den Marburger Korporationen ein bekannter Schwimmer und mehrfach Studentenmeister. Nachdem er 1935 in Marburg das Staatsexamen abgelegt hatte, war er bis zum Jahre 1938 Assistent an der Marburger Augenklinik; dann entschied er sich für die Laufbahn als aktiver Sanitätsoffizier. In dieser Eigenschaft zog er in den Zweiten Weltkrieg und geriet im Jahre 1944 als Oberstabsarzt in Rumänien in rußische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im Jahre 1950 zurückkehrte. Um seine Kenntnisse als Augenarzt wieder aufzufrischen und um Anschluß an den damaligen medizinischen Stand zu finden, war er ein Jahr lang in Münster an der Klinik tätig, bis er sich im Jahre 1951 in Gütersloh als Augenarzt niederließ. Bundesbruder Brandis starb in Bad Salzuflen, wo er sich aufgrund seiner zahlreichen Krankheiten, u.a. Herzinfarkt, Gallen- und Nierenoperation, in medizinische Behandlung begeben hatte.


Brauer, Horst
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
[MGV. 1950]


Brauneck, Hans, Dr. phil. Studienrat
* 25. Juni 1857 in Wetzlar, † 20. August 1925 zu Hamburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Bundesbruder Brauneck wurde in Wetzlar geboren und erhielt sein Abitur auf dem Lyceum Fridricianum in Kassel. Er studierte ab 1877 germanische und romanische Philologie in Berlin, Marburg und Paris. Im Wintersemester 1881/1882 wurde er zum Alten Herren ernannt. Von Herbst 1882 bis 1883 erfüllte er seine militärische Dienstpflicht in Marburg, wo er zwischenzeitlich die wissenschaftliche Staatsprüfung bestand. Michaelis 1883 trat er als Probandus und wissenschaftlicher Hilflehrer am Realgymnasium des Johanneums in Hamburg ein und wurde nach Ablauf des Probejahres dort zunächst fest angestellt. Am 1. Oktober 1884 wurde er in Hamburg als wissenschaftlicher Lehrer für die Fächer Französisch, Englisch und Deutsch angestellt. Am 1. Juni 1892 wurde er zum Oberlehrer befördert und trat am 1. Januar 1893 an das Wilhelm-Gymnasium der Freien und Hansestadt Hamburg über. Am 1. April 1923 trat Bundesbruder Brauneck nach 39 Jahren Berufstätigkeit in den Ruhestand. Bundesbruder Brauneck war ein Mann mit goldenem Humor und Schlagfertigkeit, mit denen er Gespräche erfrischend beleben konnte. Er wurde von seinen Kollegen hoch geschätzte und war vielen Schülern ein Lehrer, den sie noch heute dankbar in Ehren halten. Er war von glühender Begeisterung für unser deutsches Vaterland erfüllt; so gehörte er mit Leib und Seele dem deutschen Heer als Reserve- und Landwehrhauptmann an und mit dem Kaiser verbanden ihn persönliche Beziehungen, da er in Kassel mit dem damaligen Prinzen Wilhelm auf derselben Schulbank gesessen hatte und er als ausgezeichneter Schüler zum Kreise der prinzlichen Spielgefährten hinzugezogen worden ist. Diese damals begründete Freundschaft hat bis zum Lebensende Bundesbruder Braunecks angehalten.


Brechtel, Eugen
Mitglied seit dem Sommersemester 1889/1890
Bundesbruder Brechtel wurde im Sommersemester 1893 zum Alten Herren ernannt. Er war Studienrat an der Ober-Real-Schule in Kreuznach.


Hermann Bredtmann Leibfamilienphoto Pohl, Bredtmann, Dreyling
Bredtmann, Hermann "Breo", Dr. phil., Oberschulrat
* 23. November 1864, † 25. November 1955 zu Münster
Mitglied seit dem Wintersemester 1887/1888
Bundesbruder Hermann Bredtmann wurde in der Nähe von Velbert geboren, wo sein Vater eine Schlosserwerkstatt mit vielen Gesellen und Lehrjungen unterhielt. Er verlebte eine frohe Jungendzeit, obwohl er im Alter von nur einem halben Jahr bereits seinen Vater verloren hat. Im Jahre 1870 folgte sein erster Schulunterricht auf der Volksschule mit anschließendem Privatunterricht in Deutsch, Rechnen und Zeichnen bis zur Gründung einer Rektoratsschule bei Verlbert. Vom Jahre 1878 an besuchte er bis zur Obertertia die Realschule in Dortmund. Auf verwandtschaftliche Anregungen hin absolvierte er als junger Schüler einen Auslandsaufenthalt in Amerika, wo er ein Jahr in Watertown die Public High School besuchte. Im Jahre 1883 kam er nach Deutschland zurück und fand Aufnahme an der Oberrealschule in Elberfeld. Ein Jahr später siedelte er an das Realgymnasium in Barmen über, wo er durch Eigenunterricht den Mangel von sieben Jahren Latein-Unterricht nachholte. Schließlich wurde Bundesbruder Bredtmann bereits nach anderthalb Jahren zur Reifeprüfung zugelassen, die er mit Auszeichnung bestand. Im Jahre 1885 begann er sein Studium zunächst in Bonn. Im Jahr 1886/1887 folgten zwei Semester in Berlin, bis er im Herbst nach Marburg zog und dort bis zu seinem Staatsexamen in der Kugelgasse 5 wohnte. Im Jahre 1889 promovierte Bundesbruder Bredtmann mit der Dissertation über das Thema "Der sprachliche Ausdruck der Gesten im altfranzösischen Karlsepos" und bestand im Jahre 1890 sein Staatsexamen in den Fächern Französisch, Englisch, Deutsch und im Nebenfach Latein. Dementsprechend wurde Bundesbruder Bredtmann im Sommersemester 1890 zum Alten Herren ernannt. Drei Jahre später erhielt er noch die Lehrbefähigung in Geschichte für die Mittelstufe. Er absolvierte sein Seminarjahr am Städtischen Realgymnasium in Düsseldorf und sein Probejahr an der Oberrealschule am Fürstenwall. Seit dem Jahre 1893 ist er dort als Oberlehrer tätig gewesen. Nach 17-jähriger Tätigkeit in Düsseldorf, wo er neben seiner beruflichen Tätigkeit einem Wanderclub, einem Gesangsverein und einer Theatergesellschaft angehörte, wurde er zum Direktor des Realgymnasiums in Wanne-Eickel ernannt. Nach weiteren fünf Jahren wurde er Direktor am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Koblenz. Außerdem war er Leiter des pädagogischen Ausbildungswesens und Mitglied des wissenschaftlichen Prüfungsamtes für Englisch bei der Philosophischen Fakultät der Universität Münster. Im Jahre 1914 wurde er in Münster zum Provinzschulrat ernannt. Dieses Amt hatte er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1930 inne. In den Jahren von 1954 bis 1955 war er Ehrenvorsitzender des Altherrenverbandes der Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Bredtmann, Manfred, Dr. med., Obermedizinalrat
* 18. Juni 1907, † 8. Januar 2000 zu Tecklenburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Manfred Bredtmann war der Sohn von Bundesbruder Hermann "Breo" Bedtmann gewesen. So studierte er in Marburg vom Jahre 1926 an Humanmedizin, absolvierte aber sein Examen in Münster. Im Jahre 1935 promovierte er mit seiner Arbeit über das Thema "Glykogenbildung durch Xylose". Nach einer Assistenzzeit in Münster wurde er ab dem Jahre 1937 vollbeschäftigter Hilfsarzt in Breslau, konnte aber schon nach drei Monaten an das Gesundheitsamt in Münster zurückkehren. Mit der Ernennung zum Medizinalrat wurde er im Jahre 1939 Beamter im staatlichen Gesundheitsdienst und bekam zunächst eine Stelle in Niederbarnim bei Berlin und später in Sorau-Forst (Niederlausitz). Im Herbst 1945 kehrte er in seine alte Heimat Münster zurück, wo er ab dem Jahre 1946 zunächst Prüfarzt für Krankenernährung bei der dortigen Ärztekammer mit Dienststelle in Siegen wurde. Im Jahre 1950 wurde er stellvertretender Kreisarzt am Gesundheitsamt in Tecklenburg. Diesen Dienst übte er als Obermedizinalrat bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1982 aus.


Breidbach, Franz, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1915
Studienrat an der höheren Handelsschule in Stettin.
[MGV. 1921] und [MGV. 1929]


Breitenstein, Georg, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 12. Februar 1899, † 28. März 1973
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
Bundesbruder Breitenstein war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Bremer, Georg, Dr. rer. nat., Chemiker
† 22. März 1952 zu Nienburg-Weser
Bundesbruder Bremer war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Brenken, Wilhelm, Studienrat
* 7. Juli 1881 in Unna in Westfalen, † 6. Januar 1944 zu Bad Homburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1903
Bundesbruder Wilhelm Brenken bestand die Reifeprüfung am Realgymnasium zu Witten an der Ruhr und widmete sich nach vorübergehender, zweijähriger Tätigkeit im Bankfach dem Studium der neueren Sprache an der Universität Marburg. Von Herbst 1903 bis Herbst 1904 war er als Lehramtsassistent in Frankreich am Lycée Blaise-Pascal zu Clermont-Ferrand, kehrte danach wieder zurück und bestand im Winter 1908 in Marburg die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Von April 1909 an leistete er sein Seminarjahr an der Oberrealschule I zu Kassel und sein Probejahr am Realgymnasium zu Kassel. An dieser Schule war er zugleich mit der Verwaltung einer wissenschaftlichen Hilfslehrerstelle betraut, die er bis zum 1. Oktober 1911 versah. Danach wurde er an das damalige Gymnasium zu Homburg, das heutige Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg, berufen, wo er als Studienrat bis zu seinem 63. Lebensjahr tätig war. Während der Trauerfeier wurde ihm vom Sprecher der damaligen Frankfurter Rheinfranken-Ortsgruppe, Bundesbruder Scharowski, Band und Mütze auf den Sarg gelegt.


Peter Brodt
Brodt, (Heinrich) Peter, Dr. phil., Oberschulrat
* 30. Juli 1887 in Ostheim, † 14. April 1963 zu Hanau
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Heinrich Peter Brodt besuchte zunächst die Volksschule in Ostheim und wechselte später an die Oberrealschule in Hanau, wo er im Jahre 1907 sein Abitur bestand. Sogleich wurde er in Marburg beim Akademisch Philologischen Verein, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken, aktiv. Er studierte sowohl in Marburg als auch in München die Fächer Deutsch, Englisch und Französisch. Im Jahre 1911 absolvierte er sein Staatsexamen und promovierte mit dem Thema "Meister Sigeher" an der Philosophischen Fakultät Marburg. Nach dem Ersten Weltkrieg war Bundesbruder Brodt als Lehrer an der Oberrealschule in Hanau tätig. Seit dem Jahre 1939 war er als Oberschulrat in Boppard am Rhein, in Berlin sowie in Koblenz tätig.


Brodthage, Theodor, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 28. Februar 1871 in Gütersloh, † 1945 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1889
Bundesbruder Theodor Brodthage absolvierte sein Abitur auf dem Ratsgymnasium zu Osnabrück und studierte danach in Marburg und Berlin klassische Philologie sowie Geschichte. Im Jahre 1895 legte er in Marburg sein Staatsexamen ab. Nachdem er das Seminarjahr am Königlichen Realgymnasium zu Leer und das Probejahr am Königlichen Wilhelmsgymnasium zu Emden durchlaufen hatte, nahm er von Oktober 1897 bis Ostern 1898 an einem Kursus an der Königlichen Turnlehrerbildungsanstalt zu Berlin teil. Später kam er als Hilfslehrer zunächst an das Kaiserin Auguste Viktoria Gymnasium zu Linden, wurde von dort aber an das Königliche Domgymnasium zu Verden versetzt, wo er im Jahre 1902 zum Oberlehrer ernannt wurde. Im Jahre 1907 kehrte zu zurück nach Linden, wechselte aber wiederum an das Gymnasium zu Stade, wo er am 19. Dezember 1912 zum Königlichen Gymnasial-Direktor ernannt wurde. Am Ende seiner beruflichen Laufbahn war er Vizepräsident der Preußischen Schulkommission mit Sitz in Hannover.


Broglie, Maximilian, Prof. Dr. med., Universitätsprofessor
* 28. Juni 1909, † 4. September 2005 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder Maximilian Broglie in Nordhalden im Kreis Konstanz geboren, kam schon sehr bald nach Wiesbaden, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte und im Jahre 1928 das Abitur ablegte. Danach widmete er sich in Tübingen, Marburg, Kiel und Leipzig dem Studium der Humanmedizin, das er im Jahre 1933 abschloß. Nach der Promotion in München über das Thema "Der traumatische Diabetes und seine Begutachtung im Rahmen des Versicherungs- und Versorgungswesens mit besonderer Berücksichtigung des Diabetes als Kriegsdienstbeschädigung" im Jahre 1934 war er zunächst Medizinalpraktikant in Aue und ab dem Jahre 1936 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gießen. In den ersten Kriegsjahren übernahm er die Leitung der Inneren Abteilung eines Feldlazaretts in Frankreich und später an der Ostfront. Im Jahre 1943 wurde er nach der zwischenzeitlich erfolgten Habilitation Dozent und Oberarzt der Medizinischen Universitätsklinik in Kiel, deren Leitung er übernahm. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als Chefarzt der Inneren Abteilung des Krankenhauses in Schleswig und ab 1950 in Neumünster tätig, bevor er 1959 nach Wiesbaden zurückkehrte. Dort war er bis zu seinem Ruhestand Direktor der von ihm begründeten Medizinischen Klinik am Kurpark, wobei er selbst hauptsächlich auf den Gebieten der Rheumatologie und der Stoffwechselkrankheiten arbeitete. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit lehrte Bundesbruder Broglie an der Mainzer Universität und veröffentlichte weit über 70 Arbeiten. Als Arzt, Berufspolitiker und Wissenschaftler engagierte er sich im Berufsverband Deutscher Internisten und war Träger des Bundesverdienstkreuzes. Eine große Trauergemeinde, darunter auch Mitglieder der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, nahmen am Requiem für Bundesbruder Broglie in der Friedenskirche in Wiesbaden teil.


Brunschede, Max, Kaufmann
* 18. April 1904, † 15. Oktober 1979
Mitglied seit dem Sommersemester 1922
Bundesbruder Max Brunschede war ein sehr guter Klavierspieler und wurde der "König aller Bierorgel-Organisten" genannt. Musiknoten gab es für ihn nicht, sein außerordentliches musikalisches Gehör war seine Partitur. Ein Erlebnis besonderer Art war es, wenn er im Fronhof - im damaligen Kneiplokal der Rheinfranken - die Marburger Tageszeitung vertonte, deren Text er, angefangen von der Politik über die Kleinanzeigen bis zu den Todesanzeigen musikalisch untermalte. Bundesbruder Brunschede war auch ein guter Fechter, der sogar drei Säbelpartien gegen die Chargen eines Marburger Corps mit Bravour zu seinen Gunsten entschieden hatte. Sein Sohn, Horst Brunschede, wurde ebenfalls ein Rheinfranke.


Brunschede, Horst, Prof. Dr. med., Universitätsprofessor
* 18. November 1935, † 27. März 2007 zu DeSoto, Texas, USA
Mitglied seit dem Sommersemester 1955
Bundesbruder Horst "Bobby" Brunschede bestand im Jahre 1955 am Humanistischen Gymnasium in Düsseldorf sein Abitur. Danach begann er in Marburg das Studium der Humanmedizin und wurde als Sohn unseres Bundesbruders Max Brunschede selbstverständlich bei den Rheinfranken aktiv. Zweimal ist Bundesbruder Horst Brunschede Fechtwart gewesen und hatte mehr als 50 Partien organisiert, was sicherlich ein Rekord in der damaligen Nachkriegszeit war. Nach dem Physikum setzte er sein Studium in Freiburg fort, wo er im Jahre 1961 das medizinische Staatsexamen bestand und im selben Jahr noch mit seiner Arbeit über das Thema "Über die Entgiftung von endogenen und exogenen Reizstoffen durch zweiwertige Eisenionen" promoviert hatte. In Freiburg war er ein gern gesehener Gast bei der Burschenschaft Saxo-Silesia und der Burschenschaft Alemannia. Nach seiner Medizinalassistentenzeit in Kassel, Marburg und Düsseldorf wurde er im Jahre 1963 als Arzt approbiert. Von 1963 bis 1965 war er zunächst als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Anthropologie der Universität Freiburg tätig. Im Jahre 1965 wechselte er in die USA, wo er als Forschungsassistent zunächst in Dallas an der "Division of Molecular Biology" (Southwest Center for Advanced Studies) und anschließend bis ins Jahr 1969 am "Department of Human Genetics" der Universität Michigan tätig war. Danach kehrte er nach Deutschland zurück und es folgte eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Radiologische Biologie an der Universität Münster. Wiederum zurück in den USA war Bundesbruder Brunschede von 1973 bis 1977 Forschungsassistent am "Department of Molecular Biology" der Universität Texas in Dallas und später "Assistent Professor" am "Department of Anesthesiology" der University of Texas Southwestern Medical School in Dallas. Wissenschaftlich hatte er mit modernen biochemischen und molekularbiologischen Methoden an der Grundlagenforschung gearbeitet und neun wissenschaftliche Arbeiten in sehr renommierten Fachzeitschriften publiziert. In einem Laboratorium in unmittelbarer Nachbarschaft lernte er seine Frau Gloria kennen, die als medizinisch-technische Assistentin 27 Jahre in dem Laboratorium des Nobelpreisträgers der Medizin (1985) Joseph L. Goldstein gearbeitet hatte. In Walhalla, South Carolina, haben die beiden im Jahre 1973 geheiratet. Bundesbruder Brunschede - letztlich frustriert durch den allgemeinen Wissenschaftsbetrieb und die damit verbundene, immer aufwendiger gewordene Bürokratie - trat im Jahre 1985 in den vorzeitigen Ruhestand. Nun konnte er sich seinen Hobbys widmen, dem Reisen und dem Reitsport. Sogar an einem ebenso berühmten wie beschwerlichen historischen Ausritt von Oklahoma nach Forth Worth in Texas hatte er teilgenommen. Ein Artikel in der Presse über diesen Ausritt hatte die blickfangende Überschrift "German Doctor Among Riders On Old Preston Trail". Sogar eine unfallbedingte Unterschenkelamputation hatte ihn in seinen Aktivitäten später kaum behindert. Doch im Alter von 71 Jahren verstarb Bundesbruder Brunschede an einer Krebserkrankung.


Budde, Gerhard, Dr. phil.
* 19. Februar 1865
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Studienrat im Ruhestand und außerordentlicher Professor an der Technischen Hochschule in Hannover.


Bünger, Egon, Dr. med.
* 12. Februar 1909, † 27. Dezember 1993 zu Wermelskirchen
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Buhlmann, Adolf, cand. phil.
† 6. Oktober 1888 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Bundesbruder Buhlmann stammte aus Wiesbaden und verstarb als Inaktives Mitglied.


Bunning, Heinrich, Dr. phil., Regierungsrat
* 2. Oktober 1908, † 2001 zu Bonn/Bad Godesberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1927


Burghard, Wilhelm Hermann, Dr. phil.
* 1. Juli 1860
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886
Bundesbruder Burghard wurde in Hannover geboren und besuchrte dort das Lyceum I von Ostern 1870 bis Ostern 1880. Er studierte danach Geschichte und Geographie sowie alte Sprachen auf den Universitäten Heidelberg, Leipzig, Berlin, Göttingen und Marburg. Am 13. Mai 1887 bestand er in Marburg seine Staatsprüfung. Das Probejahr legte er am Kaiser Wilhelm Gymnasium in Hannover ab und wurde anschließend an das Progymnasium in Duderstadt versetzt.


Adolf Burmeister
Burmeister, Adolf, Oberstudiendirektor
* 6. Januar 1883, † 26. Dezember 1964 zu Saarbrücken
Mitglied seit dem Sommersemester 1902
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, in welchem Bundesbruder Adolf Burmeister das Preußische Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhielt, mußte die Familie Burmeister Saarbrücken verlassen und fand auf dem Rheinfrankenhaus liebevolle Aufnahme bei der Familie unseres Hausmeisters Constantin. Im Jahre 1940 kehrte die Familie nach Saarbrücken zurück, mußten aber am 5. Dezember 1944 fliehen und fanden erneut Zuflucht auf dem Rheinfrankenhaus. Bei ihrer endgültigen Rückkehr nach Saarbrücken fand Bundesbruder Burmeister von seinem durch eine Luftmine vernichteten Haus nur die Trümmer wieder. An seiner Schule ist Bundesbruder Burmeister burschenschaftlich sehr tätig gewesen, so daß manche seiner ehemaligen Schüler in unserem Bund aktiv geworden sind.


Busch, Friedrich, Dr. phil., Direktor der Stadtbibliothek Hannover
* 15. Februar 1891, † 29. April 1974 zu Hannover
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Friedrich Busch wurde in Hannover geboren und besuchte dort nach den Grundschuljahren das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst in Freiburg Geschichte und klassische Philologie, später wechselte er nach Marburg und schloß sich dem Altphilologischen Verein an. Sein Studium beendete er in wiederum in Göttingen, wo er als Schüler von Karl Brandi - einem derjenigen deutschen Historiker, die nachhaltig die Geschichtswissenschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten - sein Examen absolvierte. Im Ersten Weltkrieg rückte Bundesbruder Busch als Kriegsfreiwilliger beim Artillerieregiment Nr. 10 in Hannover ein. Als Leutnant der Reserve schied er im Jahre 1919 ohne Verwundung aus der Armee aus und kehrte nach Göttingen zurück. Seine Dissertation hatte ihn in engere Berührung mit dem Bibliothekswesen gebracht, so daß er sich entschloß, diesen Beruf zu ergreifen. Nach seiner Praktikantenzeit in Hannover bekam er eine erste Anstellung in Bückeburg, wo er auch heiratete und eine Familie gründete. Dann folgte eine zweijährige Tätigkeit an der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel. Im Jahre 1925 wurde er als Bibliotheksrat an die Stadtbibliothek Hannover berufen. Nach der Trennung von Stadtarchiv und Stadtbibliothek übernahm er im Jahre 1927 als Direktor die Leitung der Bibliothek. Die Stadt Hannover hatte ihn mit dem Rang eines Bibliotheksrates eingestellt; diese Bezeichnung erregte jedoch das Mißfallen des Preußischen Innenministers, welcher der Stadt Hannover die Berechtigung bestritt, im Kommunaldienst einen solchen Titel als Amtsbezeichnung verwenden zu dürfen. Es kam zu einem mehrjährigen Grundsatzprozeß, der im Jahre 1928, als Bundesbruder Busch längst Direktor war, vom Preußischen Oberverwaltungsgericht in Berlin zugunsten der Stadt Hannover und damit zugunsten aller preußischen Kommunalverwaltungen entschieden wurde. Am stärksten war Bundesbruder Busch beim Bau der neuen Stadtbibliothek in der Hildesheimer Straße in Hannover engagiert: Nach seiner Vorstellung entstand der erste "Bücherturm" als Bibliotheksbau in Deutschland. Für die historische Wissenschaft Niedersachsens ist sein Werk "Biographie zur Niedersächsischen Geschichte" von unvergänglicher Bedeutung. Im Dritten Reich wollten ihn die Nationalsozialisten aus seinem Amt entfernen, weil er von 1923 bis 1930 einer Freimaurerloge angehört hatte. Zwar konnte Bundesbruder Busch seine Stellung beibehalten, doch er wurde bespitzelt - selbst seine engsten Mitarbeiter wurden von der Geheimen Staatspolizei vernommen und beauftragt, jede Äußerung zu melden. Bundesbruder Busch blieb bis zu seinem Ruhestand Direktor der Stadtbibliothek Hannover.


Buschmann, Artur, Dr. med. dent.
* 20. April 1910, † 22. Mai 1988 zu Helmstedt
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder Artur Buschmann wurde in Helmstedt geboren, wo er auch die Oberrealschule besuchte und im Jahre 1929 das Abitur bestand. Durch seinen Lehrer, der Mitglied der damaligen Burschenschaft Germania Jena war, wurde er mit burschenschaftlichem Gedankengut vertraut gemacht; und so reifte in ihm der Entschluß, auch Burschenschafter zu werden. Er trat nach vorheriger Umschau bei einigen Korporationen in Marburg der Burschenschaft Rheinfranken bei. Termingerecht bestand er im Jahre 1932 das Staatsexamen und promovierte im Jahre 1934 mit seiner Arbeit "Zur Therapie älterer Nasengerüstfrakturen". Nach zweijähriger Assistentenzeit ließ er sich als Zahnarzt in Magdeburg nieder. In dieser Zeit heiratete er seine Jugendliebe Hilde, die sich sehr bald im Kreise der Rheinfranken als Bundesschwester heimisch fühlte. Zu Kriegsbeginn wurde Bundesbruder Buschmann eingezogen und leitete nach der Grundausbildung eine Zahnstation des Heeres in den Niederlanden. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft fand er seine Praxis in Magdeburg nur noch zerstört vor. Nach etlichen Zwischenstationen konnte er im Jahre 1949 in seiner Heimatstadt Helmstedt einen Neuanfang starten. Seine menschlichen und fachlichen Qualitäten verhalfen ihm wieder zu einem umfangreichen Patientenkreis. Sein Tod wurde von vielen, die ihm über Jahre die Treue gehalten hatten, zutiefst betrauert.


Ernst Bussmann
Bußmann, Ernst, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 21. April 1893, † 16. Mai 1957 zu Iserlohn
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Ernst Bußmann studierte in Marburg, Berlin und Münster. Als Alter Herr war er Mitglied der VAB Iserlohn.



C

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Lloyd Campbell Widmung von Lloyd Campbell
Campbell, Lloyd
Mitglied seit dem Sommersemester 1891
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Lloyd Campbell im Sommersemester 1891 aufgenommen. Im Sommersemester 1895 wurde er im Mitgliederverzeichnis als auswärtiges Mitglied mit Wohnsitz in Belfast (USA) geführt. Auf der Rückseite seines Couleurphotos schrieb er folgende Zeilen zur Erinnerung: "But please God I'll take the notion to come back across the ocean to my friends in dear old Marburg, some fine morning".


Camp, Theo, Dr. med.
* 4. Juli 1922
Mitglied seit dem Wintersemester 1943/1944
Bundesbruder Theo Camp wurde während des Zweiten Weltkrieges aktiv. Er studierte Medizin und schloß sein Doktorexamen mit der Arbeit "Über Behandlung und Lagerung komplizierter Schenkelfrakturen - Unter besonderer Berücksichtigung der Schenkelfrakturen mit Weichteilwunden auf der Beugeseite" im Jahre 1949 ab. Nach dem Krieg war er Arzt in Geldern im Rheinland, wo er zahlreiche Schriften über seine Stadt, u.a. "Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern. Unter Berücksichtigung der Landesgeschichte nach autentischen Quellen. Von den Ursprüngen bis 1863" gemeinsam mit Hans Stratmans herausgegeben hatte.


Karl Carstens
Carstens, Karl, Dr. phil., Studienrat
* 16. Mai 1872, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 6. Oktober 1914 bei La Potière
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Karl Carstens war Oberlehrer am Realgymnasium in Bremen und Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Oberleutnant und Kompanieführer im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 31. Bundesbruder Carstens war der Vater von Karl Carstens, der von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages sowie von 1979 bis 1984 der fünfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war.


Caspers, Jürgen, Dr. med.
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Willibald Caspers
Caspers, Willibald
* 11. Juli 1885, † 1940
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Fabrikdirektor der Eisenbahnverkehrsmittel AG im Werk Brühl bei Köln.


Caspers, Willy
[KM, I.WK]


Cassel, Eduard, Dr. jur.
* 10. Mai 1910, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Centner, Fritz, Dr. med.
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Arzt in Zimmersrode im Bezirk Kassel.
[MGV. 1929] und [BSR. 1925/1926]


Claasen, Karl, Studienreferendar
* 23. September 1906,† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Karl Claasen wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermißt. Zuletzt war er an der russischen Front stationiert.


Claßen, Karl Heinrich [Classen], Studienrat
* 28. November 1869, † 20. Dezember 1954 zu Bielefeld
Mitglied seit dem Wintersemester 1890/1891
Bundesbruder Karl Classen war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Claßen wurde in Preußisch-Moresnet bei Aachen geboren und besuchte das Gymnasium in Krefeld. Er studierte an den Universitäten Bonn und Marburg klassische Philologie. Nachdem er sein Seminarjahr am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Köln abgeleistet hatte, wurde er am 1. April 1898 am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium in Aachen als Probekandidat angestellt. Vom 21. November 1898 bis Ostern 1899 war er am Königlichen Gymnasium zu Neuwied kommissarisch beschäftigt. Später war er Oberlehrer am Gymnasium in Wesel.


Claus, Heinrich, Studienrat
† 1926 zu Wetzlar
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Heinrich Claus war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Clawiter, Curt, Amtsgerichtsrat
* 29. August 1911, † 1. Januar 1963
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Clawiter wurde in Mockrau im Kreis Konitz in Westpreußen als Sohn eines Revierförsters geboren. Im Jahre 1919 mußten seine Eltern das Gebiet verlassen, weil es inzwischen zu Polen gehörte. Sie siedelten nach Lüchow bei Hannover über. Im Jahre 1931 bestand Bundesbruder Clawiter sein Abitur am Gymnasium in Salzwedel und kam zum Studieren nach Marburg. Nach Studium und Referendarzeit legte er 1938 die juristische Staatsprüfung ab und wurde im Jahre 1940, als er bereits Soldat war, zum Amtsgerichtsrat ernannt. Im Jahre 1945 geriet er in russische Kriegsgefangenschaft: Er war zunächst in einem russischen Lager in Pulawy an der Weichsel untergebracht, wurde jedoch dann den Polen übergeben. Nachdem er einige Zeit bei der Beseitigung der Trümmer in Warschau eingesetzt war, mußte er in Jaworzno in Oberschlesien im Steinkohlebergbau als Bergmann untertage arbeiten. Erst im Jahre 1955 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen (Spätheimkehrer). Nach seiner Rückkehr war er zunächst am Amtsgericht in Kirchen an der Sieg tätig. Später wechselte er nach Oppenheim am Rhein, wo er bis zu seinem Tod als Amtsrichter tätig war. Bundesbruder Clawiter starb im Alter von nur 51 Jahren an einem Herzinfarkt.


Cocker, Alfred
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Alfred Cocker wurde im Sommersemester 1884 zum Alten Herren ernannt. Er wohnte zunächst in Diez an der Lahn, unternahm später Studienreisen nach Oxford. Als Institutsleiter lebte er in der Schwanenalle 24 in Marburg und war fast zu jeder Veranstaltung des Akademisch-Neuphilologischen Vereins, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken anwesend. In Marburg führte er ein Pensionat für ausländische Gaststudenten. Im Sommersemester 1894 gründete er zusammen mit seinem Pensionat, zusammen mit einigen Bundesbrüdern und zusammen mit einem Damenpensionat einen "Verein für Bewegungspiele". Auch war Bundesbruder Cocker an der Gründung des "Lawn-Tennis-Verein" zu Marburg im Mai 1894 beteiligt. Im Sommersemester 1906 trat er auf eigenen Wunsch aus dem Bund aus.


Cold, Konrad
* 1862 in Rendsburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Konrad Cold war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Cold besuchte das Gymnasium in Rendsburg und studierte ab 1881 zunächst in Kiel und Leipzig sowie letztlich in Marburg Geschichte und Erdkunde. Im Oktober 1884 bestand der in Marburg das philosophische Doktorexamen mit seiner 1886 veröffentlichten Dissertation mit dem Titel "Küstenveränderungen im Archipel". Im Anschluß daran war der drei Jahre lang Erzieher in einer bayerischen Familie, bis er am 1. Oktober 1887 als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst in Marburg antrat. Während seiner Dienstzeit bestand er im Juni 1888 das philologische Staatsexamen. Im Herbst 1888 trat er in Konstantinopel eine Hauslehrerstelle an, in der er Gelegenheit hatte, Reisen im Orient zu machen und ein halbes Jahr in Frankreich zu leben. Im Oktober 1889 kehrte er nach Deutschland zurück, hospitierte ein halbes Jahr am Matthias-Claudius-Gymnasium in Wandsbeck und wurde zu Ostern 1890 Mitglied des Seminars am Christianeum zu Altona. Nach der Probezeit am Gymnasium in Plön und zugleich Gehilfe am dortigen Alumnat wurde er 1892 als wissenschaftlicher Hilfslehrer an das Matthias-Claudius-Gymnasium in Wandsbeck berufen. Dort erhielt er zu Ostern 1895 die Ernennung zum Oberlehrer. Im Jahre 1901 wird er an das Progymnasium zu Pasewalk berufen, wo er u.a. das Werk "Der französische Unterricht an der Anstalt" veröffentlichte.


Arthur Conen
Conen, Arthur, Dr. phil. Oberstudiendirektor
* 5. Februar 1880, † 16. März 1951
Mitglied seit dem Sommersemester 1899
Bundesbruder Arthur Conen war in den Jahren seiner Aktivenzeit Erstchargierter. Er war seiner Burschenschaft Rheinfranken in weit über 100 Semester verbunden und ist einer der treuesten Bundesbrüder geblieben. Ersichtlich jung schlug sein Herz höher, als er zum ersten Male als ältester auf einem Rheinfrankentreffen in Essen im November des Jahres 1950 das Präsidium einer Kneipe übernahm. Als echter Sohn seines Bergischen Landes hatte er seiner Heimat die Treue gehalten. Nach seiner ersten Ausbildung am Barmer Realgymnasium zog er nach Marburg, um Neuere Sprachen zu studieren. Nach seinem Examen leistete er seine Vorbereitungszeit am Gymnasium Moers ab. Am 1. April 1908 wurde er an seiner alten Lehranstalt als Studienrat angestellt, am 23. Juni 1930 zum Oberstudienrat und am 1. Juli 1931 zum Oberstudiendirektor dieser Schule ernannt. Bis zu seinem Ausscheiden am 1. Oktober 1947 hat er sein reiches pädagogisches Können seiner alten Schule gewidmet.


Jean Constantin
Constantin, Jean
† zu Marburg an der Lahn
Herr Constantin war noch vor dem Ersten Weltkrieg Soldat beim Marburger Jägerbataillon und später Justizwachtmeister in Marburg. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Spitznamen "Schank Constantin" treuer Couleurdiener und Fax der Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Cordes, Rudolf, Diplom-Handelslehrer, Studienrat
* 3. Juni 1899, † 23. August 1982 zu Uelzen
Mitglied seit dem Sommersemester 1917
Bundesbruder Rudolf "Rudi" Cordes verlebte seine Kindheit und Schulzeit in Harburg an der Elbe. Nach dem Abitur ging er nach Marburg, um Neuphilologe zu werden. Im Jahre 1917 trat er in den Akademisch-Philologischen Verein, die spätere Burschenschaft Rheinfranken, ein. Bereits wenig später wurde er zum Militärdienst eingezogen und kehrte nach Ende des Ersten Weltkrieges - wie damals fast üblich - zu Fuß aus Frankreich in die Heimat zurück. Doch nach dem Tod seines Vaters mußte er sein Studium aufgeben. Er absolvierte daher eine kaufmännische Lehre bei einer bekannten Harburger Weizenmühle. Danach studierte er Betriebswirtschaft an den Universitäten Hamburg und Frankfurt und wurde Diplom-Handelslehrer. Seine erste Anstellung erhielt er an der Kaufmännischen Berufsschule Uelzen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er als Oberzahlmeister zur Front eingezogen. Im Jahre 1945 kehrte er aus Norwegen zurück nach Uelzen. An der Berufs- und Berufsfachschule I Uelzen wirkte er als Studienrat. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1964 war er Fachvorsteher für die kaufmännische Abteilung seiner Schule; darüber hinaus war er Mitglied der VAB Uelzen, wo er zwölf Jahre lang als Kassenwart tätig war.


Cramer, Erich
* 25. September 1900, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1920
Zunächst Pastor in Freiburg an der Elbe, später Pastor in Emden im Ostfriesland.
[MGV. 1929] und [MGV. 1934]


Friedrich Cramer
Cramer, Friedrich, Studienrat
* 9. August 1898 in Aurich, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Cramer war vor dem Zweiten Weltkrieg Studienrat an der Ober-Real-Schule in Dortmund. In seiner Aktivenzeit ist er der Leibbursch von Bundesbruder Ludwig Benning geworden.


Cron, Berthold, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 19. März 1886, † 21. April 1974 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Wintersemester 1907/1908
Bundesbruder Cron wurde in Falken an der Werra geboren und besuchte die Oberrealschule in Kassel, wo er zu Ostern 1907 sein Abitur bestand. Bundesbruder Berthold Cron wurde in Falken an der Werra auf einem Bauernhof geboren. Da sein älterer Bruder den Hof übernehmen sollte, hatten seine Eltern für ihn den Lehrerberuf ausgesucht.Er wurde von seinen Eltern nach Eschwege auf die Schule geschickt, wo er die mittlere Reife erlangte. Es folgte die Oberrealschule in Kassel, wo er im Jahre 1907 sein Abitur bestand. Seine Studienzeit verbrachte er in Marburg und Berlin. Bundesbruder Cron wohnte in der sogenannten "Villa Dersch", dem kleinen Häuschen oberhalb der Lutherstraße in Marburg, neben dem Nassauerhaus, wo vorher und nachher auch manch andere Bundesbrüder von der Witwe Dersch betreut worden sind. Unvergessen sind die Kneipen, auf denen Bundesbruder Cron Klavier spielte. Im Jahre 1911 promovierte er und bestand ein Jahr später das Staatsexamen. Danach ging er nach Cambridge in England, um an der dortigen Universität Deutschkurse für Studenten zu geben. Seine Referendarszeit verbrachte er in Naumburg. Im Jahre 1914 sollte er in Suhl einen Kollegen vertreten, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Er selbst wurde zur Artillerie eingezogen, im Jahre 1916 zum Unteroffizier befördert und später zum Offiziersanwärter ernannt. Im Jahre 1917 war er Leutnant und Regimentsadjutant. Nach dem Kriegsende übernahm er eine Vertretungsstelle als Lehrer in Naumburg, konnte später aber an die Schule in Suhl zurückkehren. Im Jahre 1927 ging er jedoch nach Frankfurt am Main an die dortige Liebigschule. Im Zeitraum von 1930 bis 1945 bildete er als Fachleiter die Studienreferendare für den Unterricht in der englischen Sprache aus. Im Jahre 1935 leitete er den erstmals veranstalteten Ferienkurs in der deutschen Sprache für Ausländer und bekam anschließend einen Lehrauftrag an der Universität Frankfurt für "Deutsche Sprachkurse für Ausländer". Im Jahre 1939 wurde Bundesbruder Cron Direktor an der Schillerschule im Stadtteil Sachsenhausen in Frankfurt am Main. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er zunächst als Übersetzer in der Stadtverwaltung, zeitweilig sogar als Tiefbauarbeiter sowie als Übersetzer in einem Fremdsprachenbüro. Schließlich wurde er wieder in den Schuldienst eingestellt und im Jahre 1951 als Oberstudiendirektor des Goethegymnasiums in Frankfurt am Main pensioniert. Bundesbruder Cron nahm regelmäßig an den Veranstaltungen unseres Bundes teil. Er wurde nach seinem Tode in Frankfurt am Main in Kassel-Harleshausen beigesetzt.


Croon, Gustav, Dr. phil., Staatsarchivar
* 26. November 1877; † gefallen im Ersten Weltkrieg am 14. Februar 1915 bei Pont-á-Mousson
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Gustav Croon war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Croon war nach seinen Examen Königlicher Archivar am Staatsarchiv in Düsseldorf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Oberleutnant der Landwehr-Kavallerie.



D

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Damm, Karl, Arzt
* 29. Januar 1893, † 1941
Mitglied seit dem Wintersemester 1912/1913
Bundesbruder Karl Damm war Medicus Practicus (praktischer Arzt) in Langenselbold im Kreis Hanau. Im Ersten Weltkrieg erhielt er im Jahre 1915 das Eiserne Kreuz II. Klasse sowie im Jahre 1917 das Eiserne Kreuz I. Klasse. Er geriet gegen Kriegsende in französische Gefangenschaft.


Otto Damm
Damm, Otto, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Oktober 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Otto Damm stammte aus Langenselbold bei Hanau. Mit dem Studium begann er in Marburg, wechselte dann im vierten und fünften Semester nach Berlin und Göttingen, kehrte dann aber nach Marburg zurück, wo er sich noch kurz vor Kriegsausbruch zum Staatsexamen meldete, um dann im Herbst 1914 in den Krieg zu ziehen. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse sowie Träger der hessischen Tapferkeitsmedaille. Als Offizier geriet er im Sommer 1916 in französische Gefangenschaft, aus der er nicht mehr heimkehrte; er starb als Leutnant des Infanterie-Regiment Nr. 186 nach Grippe und Lungenentzündung in Gefangenschaft.


Dannemann, Erich, Dr. med.
* 28. Juni 1917, † 20. Oktober 1990 zu Oldenburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1939


Danz, Herbert, Lehrer/Sonderschullehrer
* 28. Oktober 1938, † 1. September 2014 zu Heringen
Mitglied seit dem Sommersemester 1965


Daßler, Adolf, Dr. phil., Diplom-Chemiker (Physico-Chemiker)
* 19. August 1898, † 5. März 1967
Mitglied seit dem Sommersemester 1917
Bundesbruder Daßler wurde in Mainz geboren und ist dort aufgewachsen. Nach seinem Abitur im Jahre 1917 kam Bundesbruder Daßler nach Marburg, wo er in unseren Bund eintrat. Schon im nächsten Semester wurde er einberufen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges nahm er sein Studium wieder auf und verließ nach bestandenem Examen und erfolgreicher Promotion Marburg. Als Chemiker fand er im Jahre 1926 in der damaligen Hagener Accumulatorenfabrik, der heutigen Firma VARTA, seinen Arbeitsplatz fürs Leben, an dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1964 blieb. Die Firma verdankte ihm manche bedeutende Erfindung, so beispielsweise den kleinen Trockenakku für Taschenlampen durch die Entwicklung des gasdichten Nickel-Cadmium-Akkumulators, einer absolut dichten, wartungsfreien Batterie, aus der weder Gas noch Elektrolytnebel entweichen kann. Insbesondere tragbare Kleingeräte waren das Haupteinsatzgebiet dieser Batterie, da sie lageunabhängig betrieben werden konnte. Bundesbruder Daßler war ein wahrhaftiger Wissenschaftler, doch bei solch großen Firmen bleiben die Erfinder meist ungenannt. Heute wird lediglich auf das "Dassler-Patent" verwiesen. Stolz und glücklich war er aber, als ihn im Jahre 1965 eine US-amerikanische Firma zur Beratung über ein persönliches, für ihn längst verfallenes Patent aus dem Jahre 1936 nach San Francisco einlud. Nach seiner Pensionierung hatte er sich in seinem Haus ein Labor eingerichtet, um noch weiteren Forschungen nachzugehen.


David, Karl
Mitglied seit dem Wintersemester 1893/1894
Bundesbruder David wurde im Wintersemester 1895/1896 zum Alten Herren ernannt.


de Kérédan, G.
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder de Kérédan im Sommersemester 1894 aufgenommen. Im Sommersemester 1894 wurde er im Mitgliederverzeichnis als auswärtiges Mitglied mit Wohnsitz in der Avenue d'Orléans no. 116 in Paris geführt.


Degenhardt, Ernst, Dr. phil., Studienrat
* 1. September 1858, † 20. Februar 1923 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Wintersemester 1884/1885
Bundesbruder Degenhardt wurde in Clausthal im Oberharz geboren. Er besuchte das Realgymnasium in Goslar und studierte von Ostern 1880 an in Berlin neuere Sprachen und Geschichte. Im Jahre 1882 ging er zur weiteren sprachlichen Ausbildung ins Ausland, u.a. an der Grammar-School in Altrincham, Cheshire sowie in Paris und in Lausanne. Im Sommersemester 1885 setzte er seine Studien in Marburg fort, promovierte zum Thema "Die Metapher bei den Vorläufern Molières" und bestand am 8. Juli 1887 das Staatsexamen. Das pädagogische Probejahr leistete er am Realgymnasium in Wiesbaden, war von Oktober bis Ende Dezember 1888 Hilfslehrer an der Realschule in Hanau und trat Anfang Januar 1889 zunächst als Hilfslehrer, dann von April 1889 an als ordentlicher Lehrer an der Realschule in Wiesbaden seinen Dienst an. Hier war er bis Ostern 1905 tätig, wechselte dann an die Oberrealschule am Zietenring in Wiesbaden. Während seiner Zeit in Wiesbaden schuf er die Werke "Die Metapher in den Dramen Victor Hugos (1. Teil)" sowie "Die Metapher in den Dramen Victor Hugos (2. Teil)".


Deike, Heinrich
* 23. Juni 1910, † 1965 zu Oldenburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Direktor der "MIDGARD" Deutsche Seeverkehrs-AG.


Denker, Martin, Studienrat
* 29. September 1889, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1908


Otto Deppermann
Deppermann, Otto, Studienrat
* 23. Juli 1887, † 12. August 1967
Mitglied seit dem Sommersemester 1906
Bundesbruder Otto Deppermann war Vorsitzender des Altherrenverbandes von 1936 bis 1945.


Dersch, Wilhelm, Dr. phil., Staatsarchivdirektor
* 26. März 1877 in Darmstadt, † 11. August 1942 zu Darmstadt
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Wilhelm Dersch studierte Geschichtswissenschaften. Er wurde Mitglied des damaligen Philologisch Historischen Vereins, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Nach Erlangung der philosophischen Doktorwürde im Jahre 1899 mit seiner Arbeit über das Thema "Die Kirchenpolitik des Erzbischofs Aribo von Mainz" trat er in die Archivlaufbahn ein. Zum Archivrat ernannt, war er jahrelang am Staatsarchiv in Marburg tätig, um dann in gleicher Stellung am Staatsarchiv in Düsseldorf zu wirken. Von dort wurde er zunächst als Direktor an das Staatsarchiv in Breslau berufen und einige Jahre später als Direktor an das Staatsarchiv zu Koblenz. Auch im Ruhestand galt seine wissenschaftliche Tätigkeit der Geschichte seines engeren und weiteren hessischen Heimatlandes.


Deskau, Hermann
* 9. September 1857 in Tilsit
Mitglied seit dem Wintersemestern 1879/1880
Bundesbruder Hermann Deskau war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Deskau wurde in Tilsit (Ostpreußen) geboren und besuchte dort das Königliche Realgymnasium. Seit dem Sommersemester 1876 studierte er zunächst in Berlin, später in Marburg Französisch, Englisch, Deutsch und Geschichte. Im November 1881 legte er in Marburg die Prüfung pro facultate docendi ab und absolvierte daraufhin am Königlichen Realgymnasium in Tilsit sein Probejahr. Von Ostern 1883 bis Ostern 1884 war er an der Real- und Landwirtschaftsschule in Varel im Großherzogtum Oldenburg beschäftigt und wurde danach als wissenschaftlicher Hilfslehrer an die Liebig-Realschule zu Bockenheim (Frankfurt am Main) berufen. Hier wurde er ordentlicher Lehrer und Oberlehrer, ist jedoch krankheitsbedingt am 1. Oktober 1900 in den Ruhestand getreten. Während seiner Zeit an der Liebig-Realschule hatte er die Werke "Kanon zum Erlernen der Geschichtszahlen" im Jahre 1890 sowie "Bericht über den Lehrkursus für Knabenhandarbeit an der Realschule zu Bockenheim" im Jahre 1893 veröffentlicht.


Philipp Dexheimer
Dexheimer, Philipp, Dr. phil., Oberstudienrat
* 8. März 1896, † 3. Dezember 1986 zu Seeheim-Jugenheim
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Philipp Dexheimer ist in Frei-Weinheim bei Ingelheim geboren worden, besuchte das Realgymnasium in Mainz und studierte in Marburg und Frankfurt/Main die Fächer Deutsch, Englisch und Französisch. Seine Studien wurden in den Jahren 1914 bis 1918 durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, an dem er als Kriegsfreiwilliger teilnahm und mit dem Eisernen Kreuz sowie mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1923 promovierte er in Marburg mit seiner Arbeit über den französischen Komödiendichter Marivaux (Titel: "Die dramatische Technik Marivauxs"). Danach unterrichtete er bis in Jahr 1934 als Studienassessor an der Oberrealschule in Alzey und bis in Jahr 1939 als Studienrat am Realgymnasium in Mainz. Im Jahre 1942 folgte seine Ernennung zum Oberstudienrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg, an dem er als Major teilgenommen hatte, geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde 1946 nach Jugenheim an der Bergstraße entlassen. Im Jahre 1949 holte ihn sein ehemaliger Lehrer, der inzwischen wieder Direktor des Ludwig-Real-Gymnasiums Darmstadt (heutiges Lichtenberg-Gymnasium) an jene Schule nach Darmstadt. Im Jahre 1953 übernahm Bundesbruder Dexheimer als Oberstudienrat den Fachleiterposten für Französisch am Studienseminar Darmstadt und leitete die Dolmetscher-Lehrgänge an der Emanuel-Merck-Schule. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1961 unterrichtete er noch bis zum seinem 70. Lebensjahr an der Edith-Stein-Schule in Darmstadt.


Dey, Heinrich, Dr. med.
† 10. November 1964 zu Lispenhausen bei Bebra
Mitglied seit dem Wintersemester 1934/1935


Dickel, Karl, Studiendirektor
* 16. März 1909 in Hemrighausen, † 9. Januar 1981 zu Hagen
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Karl Dickel entstammte einem alteingesessenen, weit verzweigten Wittgensteiner Familiengeschlecht. So lassen sich zahlreiche Namensträger in den Annalen unter den Forstleuten der Wittgensteiner Grafen und Fürsten bis in unsere heutige Zeit finden. Die eigene, engere Familie stand in der fünften Generation in diesem Dienst. So wuchs Bundesbruder Dickel als der mittlere von drei Söhnen eines Forstverwalters im Forsthaus Hemrighausen am Rothaarkamm, nördlich von Bad Berleburg, auf. Den Weg zur Dorfschule bewältigten die drei Söhne zu Fuß, aber den Weg zur Höheren Schule in Berleburg fuhren die drei Brüder in einer selbst gelenkten kleinen Kutsche, deren Gespann für die Unterrichtsstunden am Stadtteileingang untergestellt wurde. Um sein Abitur machen zu können, besuchte Bundesbruder Dickel eine Oberrealschule in Berlin, wo er bei Verwandten wohnen konnte. Sein anschließendes Studium begann er im Jahre 1928 in Marburg, wo er von Anfang an bei der Burschenschaft Rheinfranken aktiv wurde. Von Marburg wechselte Bundesbruder Dickel nach Münster über, wo er im Jahre 1934 sein Studium mir dem Examen in Biologie, Erdkunde und Mathematik abschloß. Danach folgte die Referendarzeit in Iserlohn und am Fichte-Gymnasium in Hagen und das Studienseminar in Dortmund. Nach kurzer Gefangenschaft machte sich Bundesbruder Dickel, inzwischen zum Studienrat ernannt, sehr um den Wiederausbau und die Neugründung des Fichte-Gymnasiums (später Theodor-Heuss-Gymnasium) verdient. Dort wirkte er bis zum Jahre 1971 als Studiendirektor. Bundesbruder Dickels größte Zuneigung gehörte der Familie; so hatte er für die Tochter seines im Krieg gefallenen Bruders wie ein Vater gesorgt. Und als sein eigener Vater starb, fand er für seine betagte Mutter einen Platz in einem Hagener Altersheim, wo er sie jeden Tag besuchte. Er selbst verzichtete nach einer schweren Tuberkulose-Erkrankung auf das erhoffte Lebensglück und ging fortan allein durchs Leben. Alle Reisen machte er allein, meist in den Süden und in die Alpenländer. Er war Mitglied in der VAB Hagen und besuchte regelmäßig deren Stammtische sowie die Rheinfrankenveranstaltungen in Hagen und näherer Umgebung.


Dickens, Peter, Dr. rer. nat., Diplom-Chemiker
* 26. August 1900 in Düsseldorf, † 24. November 1975
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
Bundesbruder Peter Dickens war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er wurde in Düsseldorf geboren und verbrachte seine Schulzeit an der Scharnhorst-Oberrealschule. Im Jahre 1919 nahm er sein Studium der Chemie an der Universität Marburg auf. Im Jahre 1924 bestand er sein Staatsexamen und promovierte. Im Jahre 1925 zog er nach Düsseldorf und erhielt eine Assistentenstelle beim damaligen Kaiser-Wilhelm-Forschungsinstitut. Nach dreijähriger Tätigkeit an diesem Institut wurde Bundesbruder Dickens Leiter des chemischen Labors der Mannesmann-Hüttenwerke. Sehr bald übernahm er die Leitung sämtlicher chemischen Labors und erhielt den Titel eines Direktors. Während seiner Tätigkeit als Assistent im Forschungsinstitut erlitt er eine schwere Chemikalienvergiftung; diese Erkrankung hatte seinen Organismus sehr geschädigt, so daß er sein Leben lang mit vielen Erkrankungen zu tun hatte. Im April 1966 wurde Bundesbruder Dickens der "Fresenius-Preis", bestehend aus einer Gedenkmünze aus Gold mit dem Bildnis des Förderers der analytischen Chemie, Remigius Fresenius, verbunden mir einem Geldpreis von 10.000 DM verliehen. Es handelt sich um die höchste Auszeichnung der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Bundesbruder Dickens erhielt diese Auszeichnung in Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung und Automation von Verfahren zur Metallanalyse, insbesondere für seine Beiträge zur minutenschnellen, spektrochemischen Analyse von Eisen. Durch die Automation hat Dickens das Hüttenlabor der Mannesmann AG in Huckingen zur Spitzenstellung in Europa gebracht. Bundesbruder Dickens wurden weiterhin das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse sowie die "Goldene Medaille" des Kaiser-Wilhelm-Instituts verliehen.


Dieckow, Fritz, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 24. April 1880, † 27. Mai 1939 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Fritz Dieckow studierte zunächst in Marburg, aber nach einigen Semestern zog es ihn nach München und nach Straßburg, wo er im Jahre 1902 promovierte und im Jahre 1903 das Staatsexamen in den Fächern Französisch, Englisch und Deutsch bestand. Im Anschluß an sein Examen erfüllte er seine Militärpflicht und absolvierte danach in Hamburg seine Probejahre am Realgymnasium des Johanneums, der heutigen Gelehrtenschule des Johanneums, Humanistisches Gymnasium in Hamburg-Winterhude. Dort wurde er im Jahre 1924 zum Schulleiter gewählt und später zum Oberstudiendirektor ernannt. Von seinen Kollegen wurde er hochgeschätzt, bei den Eltern war er beliebt und von seinen Schülern wurde er verehrt. Denn er war ein Mensch mit aufrichtigem Charakter, der kein böses Wort kannte, keinem etwas nachtrug und es meisterlich verstand, etwaige Gegensätze auszugleichen. Bundesbruder Dieckow war er ein eifriges Mitglied der Partei und von glänzender Vaterlandsliebe erfüllt. Mit Leib und Seele war er Reserveoffizier und hat als Leutnant der Reserve den Ersten Weltkrieg mitgemacht. Für seine Verdienste erhielt das Eiserne Kreuz. Als er nach Verwundung wieder ins Feld zog, geriet er Ende des Jahres 1916 in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Februar 1920 heimkehrte. Der "Eisbär", wie er liebevoll von seinen Bundesbrüdern und Freunden genannt wurde, war stellvertretender Vorsitzender des Altherrenverbandes bis Ostern 1928 und aktives Mitglied der Hamburger Ortsgruppe.


Otto Diederichs
Diederichs, Otto, Studienreferendar
* 17. Dezember 1908, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Diestelmeier, Friedrich, Dr. rer. nat.
* 1890, † April 1963
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Diestelmeier kam aus Halle in Westfalen. Im Jahre 1909 machte er in Minden sein Abitur und ging nach Marburg, um Mathematik und Naturwissenschaften zu studieren. Er wurde bei der Burschenschaft Sigambria aktiv, die wiederum in der Marburger Burschenschaft Hercynia aufging und schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Diestelmeier wechselte nach vier Semestern von der Universität Marburg an die Universität Münster, wo er bei der neugegründeten Burschenschaft Rheno-Marchia das Zweitband aufnahm. In Münster hatte er im Jahre 1914 im Fach Chemie promoviert. Auch wollte er sich in Münster habilitieren, verzichtete jedoch auf die akademische Karriere und wandte sich der Industrie zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Direktor der "New York Hamburger Gummiwaren Companie" in Harburg gewesen. Ab dem Jahre 1955 ließ sein Gesundheitszustand es nicht mehr zu, an Veranstaltungen in Marburg oder bei der Hamburger Ortsgruppe teilzunehmen.


Dietrich, Franz Eduard Christoph, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 2. Februar 1810 in Strauch bei Großenhain, † 27. Januar 1883 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Franz Dietrich wurde in Strauch bei Großenhain geboren und war ein verdienter Sprachforscher und Anglizist sowie Lehrbeauftragter bzw. Professor an der Universität Marburg. Bereits im Jahre 1839 war er Privatdozent an der Universität Marburg und wurde im Jahre 1844 zum außerordentlichen bzw. im Jahre 1846 zum ordentlichen Universitätsprofessor der philosophischen Fakultät angestellt. Bundesbruder Dietrich war geistiger Mentor und Ehrenmitglied des damaligen "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Zusammen mit unserem Ehrenmitglied und Bundesbruder Edmund Stengel besuchte er im Zeitraum von 1880 bis 1883 fast jede Veranstaltung des jungen, neuphilogischen Vereins in Marburg.


Dietrich, Fritz, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Dietrich bestand im Sommersemester 1891 sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Er war Studienrat am Reformrealgymnasium in Kassel.


Dietz, Ernst, Studienrat
* 2. Mai 1863, † 1937
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884
Bundesbruder Ernst Dietz wurde in Lispenhausen bei Rotenburg an der Fulda geboren, besuchte von 1873 bis 1876 die höhere Bürgerschule zu Rothenburg und danach das Gymnasium in Hersfeld. Er studierte von Michaelis 1882 bis Michaelis 1886 auf den Universitäten München, Berlin und Marburg klassische Philologie und Geschichte. In Marburg bestand er die Prüfung pro facultate docendi. Sein Probejahr legte er am Königlichen Gymnasium Rinteln ab. Daraufhin war er Hilfslehrer an der höheren Bürgerschule zu Rothenburg an der Fulda. Später war er privater Hauslehrer in Warschau und Lehrer an der Hartungschen Militärvorbereitungsanstalt in Kassel. Von Michaelis 1893 an war er mit der Vertretung erkrankter oder beurlaubter Oberlehrer an zahlreichen Schulen beauftragt, u.a. am Gymnasium Fulda, am Realprogymnasium Arolsen, am Kaiser Friedrichs-Gymnasium (heutiges Heinrich-von-Gagern-Gymnasium) in Frankfurt am Main, am Realprogymnasium Eschwege, am Realgymnasium Kassel sowie an den Gymnasien Hanau und Wiesbaden. Im Jahre 1897 wurde er wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium Fulda, später - im Jahre 1900 - als Oberlehrer an das Realprogymnasium zu Biedenkopf versetzt. Seit dem Jahre 1906 war er am Gymnasium in Rinteln.


Dinse, Paul, Dr. phil., Universitätsbibliothekar
* 6. September 1866 in Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Bundesbruder Dinse war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Dinse arbeitete zunächst in Berlin, wo er am 15. Juni 1893 als Volontär an der Königlichen Bibliothek, ab dem 16. November 1893 als Assistent angestellt war. Am 15. November 1895 wurde er an der Bibliothek des Statistischen Amtes der Stadt Berlin eingestellt. Ab dem 14. Mai 1897 war er Leiter der Städtischen Volksbibliothek in Charlottenburg. Ab dem 1. April 1898 wurde er als Kustos am Institut und Museum für Meereskunde in Berlin angestellt. Am 26. Mai 1900 wurde Bundesbruder Dinse als Bibliothekar an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel versetzt, wo er am 1. April 1910 zum Oberbibliothekar befördert wurde.


Döhler, Hermann
Mitglied seit dem Sommersemester 1881


Dohse, Richard Emil Max Franz Georg, Dr. phil., Studienrat
* 25. Mai 1875, † 4. November 1928 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Richard Dohse wurde in Luebz in Mecklenburg als Sohn des Maurermeisters Gustav Dohse geboren. Er besuchte das Realgymnasium in Güstrow, das er Michaelis 1894 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er studierte auf den Universitäten München, Marburg und Rostock. Im Sommer 1896 machte er sogar den Ferienkursus an der Universität Genf durch, um sich im praktischen Gebrauch der französischen Sprache zu vervollkommnen. Im Sommer 1897 promovierte er vor der philosophischen Fakultät der Universität Rostock über das Thema "Colley Cobber's Bühnenbearbeitung von Shakespeare's Richard III". Im Juni 1898 bestand er in Rostock seine Examensprüfung und wurde im Juni 1898 eine Lehrerstelle am Realgymnasium in Malchin übertragen. Von Ostern 1899 bis Ostern 1900 leistete er sein Seminarjahr an der Oberrealschule bzw. Klingerschule in Frankfurt am Main. Im Jahre 1900 wurde er als besoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer an die Realschule in Kassel berufen, kehrte er aber bereits im Jahre 1901 als wissenschaftlicher Hilfslehrer in das Lehrerkollegium der Sachsenhäuser Realschule nach Frankfurt am Main zurück und wurde 1902 zum Oberlehrer ernannt. Viele werden seine feinsinnigen Frankfurter Theaterkritiken gelesen haben, die er gleichzeitig vier bedeutenden auswärtigen Zeitungen übermittelte. Zahlreich sind seine Veröffentlichungen in Buchform. Neben seinem Beruf als Schulmeister hatte sich Bundesbruder Dohse hauptsächlich seiner Leidenschaft, den Gedichten, verschrieben. Schon in jungen Jahren konnte er in stillen Stunden seine Stimmungen in feinsinniger Weise erklingen lassen. Nachdem er sich im "Mecklenburgischen Dichterbuch" als verständnisvoller Sammler und Herausgeber offenbart hatte, fand er sich selbst in seinen plattdeutschen Gedichten wieder. Eines seiner Gedichte heißt "Von Hart tom Harten" und sein umfangreiches Sammelwerk "Meerumschlungen - ein literarisches Heimatbuch für Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck" - machte seinen Namen allgemein bekannt. Es schmerzte ihn wohl gelegentlich, fern von seinem so überaus geliebten Niederdeutschland weilen zu müssen. Auch seine Selbstlosigkeit war allgemein bekannt. So veranlaßte er unter großen persönlichen Opfern mehrere Gastspiele der Hamburger Niederdeutschen Bühne in Frankfurt am Main, die ohne ihn zweifellos nie zustande gekommen wären. Er war ein Dichter und Literat von feinstem Taktgefühl, ein begnadeter Redner, ein treuer Bundesbruder und Freund.


Doll, Herbert
* 4. April 1908, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1926


Doll, Wilhelm
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1934


Dralle, Emil, Dr. phil.
* 12. Dezember 1892, † 20. Januar 1948
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Emil Dralle war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Dreher, Ferdinand, Oberlehrer, Gründer der Friedberger Geschichtsblätter * 16. Januar 1878 in Birkenfeld an der Nahe
Mitglied seit dem Sommersemester 1897
Bundesbruder Ferdinand Dreher war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Dreher war besuchte von Ostern 1884 an die Vorschule und das Realprogymnasium zu Alzey, dann ab Ostern 1889 das Gymnasium in Offenbach am Main, wo er am 3. März 1897 die Reifeprüfung bestand. Er studierte in Marburg, München und Gießen deutsche und klassische Philologie sowie Geschichte. Am 1. August 1902 bestand er das Staatsexamen in Gießen. Zunächst war er am Neuen Gymnasium in Darmstadt, später am Gymnasium in Worms angestellt. Am 1. November 1903 erhielt er seine Versetzung an das Gymnasium in Friedberg (Augustinerschule). Hier wurde er am 1. Oktober 1904 Lehramtsassessor und am 28. März 1905 Schriftführer des Geschichtsvereins und schließlich am 1. April 1906 zum Oberlehrer. Am 6. Mai 1907 wurde er zum Urkundenpfleger für den 8. Hessischen Urkundenpflegebezirk bestellt; zudem wurde ihm seit Juli 1907 die Ordnung und Verwaltung des Stadtarchivs Friedberg übertragen. Am 30. Mai 1908 erfolgte seine Wahl zum Mitglied der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck. Im Jahre 1909 gründete er die "Friedberger Geschichtsblätter" und gab sie als Schriftleiter heraus. Bundesbruder Dreher veröffentlichte zahlreiche Zeitschriftenartikel und Aufsätze, u.a. "Von der Hungener Stadtkirche" in der Hungener Landpost (1906), "Aus der Geschichte von Hungen" im Gießener Anzeiger (1908), "Aus dem Friedberger Urkundenbuch und Archiv" in der Friedberger Neue Tageszeitung (1908), "Jahresbericht 1908 des Geschichts- und Altertumsvereins Friedberg" in der Friedberger Neue Tageszeitung (1909), "Das Testament des Angelus von Sassin, olim civis in Friedeberg" in den Friedberger Geschichtsblättern (1909) sowie "Der große Brand von 1447. Ein Bild aus Friedbergs vergangenen Tagen" in den Friedberger Geschichtsblättern (1909).


Dresen, Wilhelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Dresen war rund zwei Jahre lang aktiver Student in Marburg und trat im Sommersemester 1885 aus.


Dreyer, Karl, Kaufmann
Mitglied seit dem Wintersemester 1889/1890
Wissenschaftlicher Hilfslehrer am Institut Garnier in Friedrichsdorf im Taunus.


Paul Dreyer
Dreyer, Paul, Dr. phil., Studienrat
* 10. Juni 1878, † 1947
Mitglied seit dem Sommersemester 1897


Gustav Dreyling Gustav Dreyling
Dreyling, Gustav, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884
* 6. Juni 1864
Bundesbruder Dreyling wurde in Marburg an der Lahn geboren und besuchte von Ostern 1873 bis 1881 das Realgymnasium als Schüler an, wechselte später auf die das Realgymnasiums in Kassel und machte wiederum an der Wöhlerschule in Frankfurt am Main sein Abitur. Im Anschluß daran studierte er neuere Sprachen an der Universität Marburg. Dort bestand er am 17. Juli 1886 das examen rigorosum und am 7. Juni 1889 das examen pro facultate docendi. Im Jahre 1887 war er als "Assistant-Master" an der Grammar-School zu Clonmel in Irland sowie an der Ealing High School zu Ealing in England tätig gewesen. Im Herbst 1889 trat er sein Probejahr am Realgymnasium in Kassel an, wo er bis Ostern 1892 als unbesoldeter Hilfslehrer arbeitete. Danach erhielt er eine Hilfslehrerstelle an der Gewerbeschule zu Barmen und wurde im Jahre 1893 als Oberlehrer an die Realschule zu Homburg berufen. Später wurde er Oberstudienrat am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg.


Droese, Helmut, Dr. phil.
* 20. Oktober 1897, † 1964
Bundesbruder Helmut Droese war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Drüner, Hans, Dr. phil., Studienrat
* 27. Mai 1873, † 11. Mai 1958 zu Eppstein im Taunus
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Drüner wurde als Sohn des verstorbenen Schulrektors August Drüner in Detmold geboren, besuchte von Ostern 1882 bis Ostern 1891 das Gymnasium Leopoldinum zu Detmold und studierte dann auf den Universitäten Bonn, Marburg und Berlin Theologie und klassische Philologie. Während des Studiums genügte er in Marburg seiner Dienstpflicht im Heer. Im Jahre 1896 wurde er auf Grund seiner Dissertation über das Thema "Untersuchungen über Josephus" in Marburg zum Doktor promoviert und bestand dort auch im Juni 1898 die Oberlehrerprüfung. Das pädagogische Seminarjahr leistete er 1898/1899 am Königlichen Gymnasium in Wiesbaden, sein Probejahr 1899/1900 am Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main. Im Februar 1900 unterzog er sich der Turnlehrerprüfung in Berlin kehrte jedoch wieder an das Goethe-Gymnasium nach Frankfurt am Main zurück. Bundesbruder Drüner zog als Hauptmann der Reserve in den Ersten Weltkrieg. Als Bataillonskommandeur erhielt er im Jahre 1917 das Hohenzollern'sche Ehrenkreuz. Die Stadt Frankfurt am Main betraute ihn, der den Ruf eines ausgezeichneten Historikers genoß, mit der Abfassung der Geschichte der Stadt Frankfurt während des Ersten Weltkrieges. Eine Geschichte seines Regimentes, des Frankfurter Infanterieregimentes 81, folgte. Weitere Arbeiten von ihm waren "Der nationale und universale Gedanke bei dem Freiherrn vom Stein", "Im Schatten des Weltkrieges. Zehn Jahre Frankfurter Geschichte" sowie "Das Reserve-Infanterieregimentes 81 im Weltkriege".


Dumrath, Gerhard, Dr. jur.
* 12. Oktober 1908, † 12. Dezember 1974
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Gerhard Dumrath wurde in Rolofshagen im Kreis Grimmen in Pommern geboren. Er wuchs im Kreise seiner neun Geschwister in einem Pastorenhaus auf. Bei seinem Vater, der als Pastor tätig war, erlernte er die Anfangsgründe der lateinischen Sprache. Nach bestandenem Abitur an der Oberschule in Greifswald ging er im Jahre 1928 nach Marburg, um Rechtswissenschaften zu studieren. Nach seiner Marburger Zeit studierte er noch in München und machte schließlich seinen Studienabschluß in Greifswald - dort auch seine Referendar- und Assessorenzeit. Nach bestandener Berufsausbildung war er vor dem Zweiten Weltkrieg bei der Deutschen Siedlungsbank in Berlin tätig. Im Jahre 1939 zog er in den Krieg, der ihn nach Frankreich, Dänemark und Rußland führte. Dort geriet er im Jahre 1945 in rußische Gefangenschaft und wurde erst im Jahre 1948 entlassen. Nach Berlin-Babelsberg konnte er nicht mehr zurückkehren, da es zum einen zur Sowjetischen Besatzungszone gehörte und zum anderen seine Bank nicht mehr gab. Seine erste Ehefrau hatte sich während seiner Gefangenschaft von ihm scheiden lassen, so daß er zunächst nach Hamburg zu einer Schwester zog. Dort fand er eine neue Lebensgefährtin aus Oldenburg, die er im Jahre 1950 heiratete. Diese vermittelte ihm sogar eine Anstellung und Bundesbruder Dumrath wurde im Jahre 1949 Geschäftsführer und Syndikus des Landes-Innungsverbandes Weser-Ems des Müller-Handwerkes. Bundesbruder Dumrath hatte im Oldenburger Raum regelmäßig Treffen der Rheinfranken organisiert, zunächst in Hude und später in Hoyerswege. Auch an Treffen in Bremen und Hamburg sowie an den Seniorentreffen in Marburg nahm er teil. Bundesbruder Dumrath wurde auf dem Friedhof in Oldenburg-Ohmstede begraben.



E

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Ebert, Emil
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Ebert wurde im Wintersemester 1883/1884 zum Alten Herren ernannt.


Eckermann, August, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Eckermann bestand im Sommersemester 1893 sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Er war Studienrat an der Ober-Real-Schule in Rostock.


Eckhard, Siegfried
* 20. Juli 1917, † 31. Juli 1986
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939
Bundesbruder Siegfried Eckhard stammte aus Dortmund, wo sein Vater Lehrer war. Er besuchte dort das Humanistische Gymnasium und bestand im Jahre 1935 sein Abitur. Nach Ableistung des Arbeitsdienstes entschloß er sich, trotz großer Sprachbegabung das damals hoffnungslos erscheinende Studium der Chemie zu wählen. Als ehemaliger Segelflugpilot wurde er bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Kampfpilot und zweimal über dem Mittelmeer abgeschossen. Nach dem Krieg wurde das unterbrochene Studium in Marburg fortgesetzt und endete mit dem Diplomexamen. Seine erste Stelle trat Bundesbruder Eckhard in Düsseldorf am Max-Planck-Institut für Eisenforschung an. Aus finanziellen Gründen zog er mit seinem Freund und Bundesbruder Siegfried Mennenöh zusammen, der zur gleichen Zeit eine Anstellung im Rheinland-Westfälischen Institut für Übermikroskopie gefunden hatte. Die Familien konnten nur einmal im Monat besucht werden. Nach seiner Pensionierung hat sich Bundesbruder Eckhard in die Heimat seiner Verwandtschaft nach Griedel bei Butzbach zurück gezogen.


Emil Eckstein
Eckstein, Emil
* 25. Juni 1894, † 16. November 1973 zu Iserlohn
Mitglied seit dem Wintersemester 1913/1914
Bundesbruder Emil Eckstein ist in Marburg aufgewachsen und war der Älteste der kleinen Fuxia im Jahre 1914. Doch diese Fuxenzeit nahm im Juli ein jähes Ende. Auf Einladung von Bundesbruder Eckstein hatten die Füxe auf einem geschmückten Leiterwagen (Vater Eckstein besaß das bekannte Fuhrgeschäft in der Marburger Ketzerbach) eine Fahrt nach Holzhausen unternommen und bei der Rückkehr am Abend stießen sie auf einen Fackelzug der Studenten, die in hochpolitischer Spannung ihren patriotischen Gefühlen Ausdruck gaben. Bereits am nächsten Tag kam während des Semesterabschlußkonventes Bundesbruder Martin Denker zur Tür hereingestürmt und rief: "Soeben ist die Mobilmachung befohlen worden". Spontan standen alle auf und sangen das bekannte Kommerslied "Burschen heraus". Man reichte sich noch einmal die Hand - für viele war es das letzte Mal im Leben. In den nächsten Tagen meldeten sich alle Bundesbrüder als Kriegsfreiwillige. Als geborener Marburger trat Bundesbruder Emil Eckstein bei den Marburger Jägern ein und machte mit diesen die harten Kämpfe im Jahre 1914 in Flandern mit. Im Verlauf des Krieges wurde er schwer verwundet, erhielt am 28. März 1917 das Eiserne Kreuz und wurde im Jahre 1918 als Leutnant der Reserve entlassen. Er nahm sein Studium wieder auf und bestand sein Staatexamen in den Fächern Deutsch, Geschichte und Französisch. Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst nach Münster und später nach Siegen. Von 1924 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1958 war er am Realgymnasium in Iserlohn beschäftigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Hauptmann eingezogen und im Abwehrdienst in einem Gefangenlager eingesetzt. Daß er in dem gefangenen Gegner immer noch den Menschen sah und ihn dementsprechend behandelte, bewiesen die vielen Dankbezeugungen ehemaliger Kriegsgefangener aus Polen, Jugoslawien und Frankreich, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg bei ihm für die anständige Behandlung bedankten und dadurch mithalfen, daß er bald wieder im Schuldienst angestellt wurde. Zwei große Wünsche hatte Bundesbruder Eckstein: Einmal Paris im Frieden zu erleben, wohin er im Jahre 1961 reiste, und an den Gardasee zu kommen; dieser Wunsch ging im Jahre 1965 in Erfüllung. Er freute sich, als die Seniorentreffen einführt wurden, und er dabei die vertrauten Bundesschwestern und Bundesbrüder wiedersehen konnte. Seine letzten Lebensjahre waren durch schwere Krankheit getrübt. Der Tod seiner lieben Frau nahm ihm die letzte Lebenskraft. Viele Bundesbrüder, die Vereinigung Alter Burschenschafter (VAB) Iserlohn und zahlreiche ehemalige Schüler erwiesen ihm die letzte Ehre. Bundesbruder Emil Eckstein ist der Vater von unserem lieben Bundesbruder Manfred Eckstein.


Eggeling, Herbert, Apotheker
* 4. August 1921, † 15. August 1960
Mitglied seit dem Sommersemester 1948
Bundesbruder Eggeling besuchte die Oberrealschule I in Kassel. Nach dem Abitur kamen zunächst Arbeitsdienst und Militärdienst. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Soldat der Panzerwaffe. Bundesbruder Eggeling begann im Frühjahr 1948 sein Studium der Pharmazie. Das war zu einer Zeit, als die Marburger Burschenschaft Rheinfranken mühsam versuchte, wieder ein Eigenleben zu führen. Das Rheinfrankenhaus war besetzt und alle Zusammenkünfte spielten sich zunächst nur in öffentlichen Lokalen oder in "Constantins Küche" ab. Bundesbruder Eggeling gehörte auch den Teilnehmern der ersten Stiftungsfestes nach dem Kriege, das bei Schmenner auf dem Hansenhaus rechts gefeiert wurde. Bundesbruder Eggeling hielt eine Damenrede, die durch ihren Geist und ihr Niveau ihn zum bewunderten Mann des Abends machte. Nach dem Examen bekam er eine erste Apothekerstelle in Bottrop; danach eine Vertrauensstellung in einer großen Apotheke in Worms. Schleißlich ergab sich die Möglichkeit, die Rathausapotheke in Mülheim zu erwerben. Während des beruflichen Aufbaus verunglückte er mit dem Auto in der Nähe von Bottrop. Er war auf dem Heimweg von Kassel nach Mülheim, seine neben ihm sitzende Mutter blieb unverletzt doch er erlitt einen doppelten Becken- und Armbruch. Man glaubte ihn schon auf dem Weg der Besserung, als Embolien eintraten und er im Bottroper Krankenhaus verstarb.


Eilers, Georg,
* 19. März 1863 in Dedersdorf
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Georg Eilers war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Eilers stammte aus dem Großherzogtum Oldenburg und besuchte das Gymnasium in Jever. Im Winter 1881 kam er an die Universität Marburg, ging von da nach Leipzig und dann wieder nach Marburg zurück. Das Examen pro facultate docendi bestand er im Januar 1886, diente dann als Einjährig-Freiwilliger von 1886 bis 1887, leistete sein Probejahr am Gymnasium zu Oldenburg ab und wurde dort bis Ostern 1890 beschäftigt. Danach wechselte er an das Gymnasium in Birkenfeld. Zu Ostern 1902 ging er an das Gymnasium in Eutin.


Einschütz, Leonhard
* 24. Juni 1887
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Leonhard Einschütz war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Einschütz war Studienrat am Staatlichen Gymnasium in Beuthen, später in Kreuzburg in Oberschlesien.


Eisenbarth, Reinhold, Dr. med.
* 2. Oktober 1902, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1921
Zunächst Volontärarzt an der Provinzial Hebammen-Lehranstalt in Elberfeld, später praktischer Arzt in Frankenberg (Eder).


Henry Elfrath
Elfrath, Henry, Dr. phil., Studienrat
* 29. Juni 1874, † 24. August 1942 zu Solingen-Wald
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Bundesbruder Henry Elfrath stammte aus Hamburg und hatte - mit kurzer Unterbrechung in Berlin - seine Studienzeit in Marburg verlebt. Nach seinem Staatsexamen, das er am 4. August 1899 bestanden hatte, begann er im Seminar am Realgymnasium in Essen seinen Schuldienst. Wenige Jahre später wechselte er an das Städtische Reform-Realgymnasium mit Realschule in Düsseldorf (seinerzeit "Ludendorffschule", Oberschule für Knaben).


Elm, Adolf, Dr. rer. nat. [chem.], Chemiker
† 1965
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Elm war im Jahre 1929 bei der American Asphalt Paint Corp. angestellt und lebte in Philadelphia, USA.


Oskar Elm
Elm, Oskar, Dipl.-Ing., Chemiker
* 3. Dezember 1898, † 25. April 1985
Mitglied seit dem Sommersemester 1918


Hans Elste
Elste, Hans, Dr. phil., Studienrat
* 17. April 1896, † 19. März 1949 zu Göttingen
Mitglied seit dem Sommersemester 1914


Elster, Ernst, Prof. Dr., Geheimer Regierungsrat
Ehrenmitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder Elster aus Marburg an der Lahn war geistiger Mentor und Ehrenmitglied der Wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Engel, Georg Johann, Dr. phil.
* 17. April 1885 zu Frankfurt am Main
Bundesbruder Georg Johann Engel war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Engel stammte aus Frankfurt am Main, wo er im jahre 1905 am Lessinggymnasium das Abitur bestand. Er studierte in Marburg und in Berlin klassische Philologie und Germanistik. Im Jahre 1910 erwarb er in Marburg den philosophischen Doktorgrad und legte Januar 1911 die Prüfung pro facultate docendi ab. Von Ostern 1911 bis 1912 leistete er sein Seminarjahr am Goethegymnasium in Frankfurt am Main. Von Ostern 1912 bis 1913 diente er als Einjährig-Freiwilliger. Nach seiner Militärzeit war er Probekandidat am Kaiser Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt am Main (heutiges Heinrich-von-Gagern-Gymnasium).


Rolf Engel
Engel, Rolf, Dr. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Dezember 1914
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Engel stammte aus Vohwinkel und absolvierte im Jahre 1913 sein Probejahr als Lehrer in Frankfurt am Main. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Einjährig-Freiwilliger im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 221 in der Schlacht bei Golicek in Galizien.


Engelbach, Erwin / Erich, Diplom-Kaufmann
* 14. April 1906, † 14. August 1962
Mitglied seit dem Sommersemester 1925


Engelbert, Friedrich "Fritz"
Mitglied seit dem Wintersemester 1892/1893
Bundesbruder Engelbert bestand im Sommersemester 1895 sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Er war Studienrat am Werner Siemens Realgymnasium in Charlottenburg.


Bruno Engelhardt
Engelhardt, Bruno, Oberstudiendirektor
* 21. Juli 1884, † 1947
Mitglied seit dem Wintersemester 1903/1904


Engelhardt, Friedrich, Studienrat
* 16. August 1863, † 2. März 1942 zu Marburg an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Friedrich Engelhardt wurde in Kassel geboren, machte sein Abitur zu Ostern 1883 am Gymnasium in Hanau. Danach studierte er in Marburg klassische Philologie, Deutsch und Geschichte und bestand am 4. Mai 1888 die Staatsprüfung. Von Ostern 1888 an war er am Gymnasium Weilburg zur Ableistung des Probejahres. Bis zum Frühjahr 1894 war er als Privat- und Hauslehrer tätig. Im Sommer 1894 hatte er eine Vertretungsstelle am Realprogymnasium in Oberlahnstein, im Winter 1894/1895 besuchte er die Königliche Turnlehrer-Bildungsanstalt in Berlin. Seit dieser Zeit war er an den Gymnasien in Marburg, in Hanau, in Hersfeld, in Kassel und in Weilburg als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt. Im Jahre 1900 wurde er als Oberlehrer (heute Studienrat) an das Gymnasium in Marburg versetzt. Bundesbruder Engelhardt starb im 79. Lebensjahr. Am 7. März 1942 wurde sein Leichnam nach einer Trauerfeier in der Marburger Friedhofskapelle zur Einäscherung nach Gießen übergeführt, wo ihm als Symbol der Treue Band und Mütze unseres Bundes mitgegeben wurden.


Engelhardt, Karl, Dr. phil., Studienrat
* 18. Oktober 1885, † 1. September 1961
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Engelhardt lebte Mitte der 1920'er Jahre in "Saltsjö-Järla" (Enebyberg), einem schwedischen Ort bei Stockholm. In den frühen Morgenstunden des 1. September ist Bundesbruder Karl Engelhardt auf dem Weg zu einer Handelsschule, an der er trotz seines hohen Alters von 76 Jahren noch unterrichtete, einem Herzschlag erlegen. Er wohnte mit seiner Gattin Inga-Britta und seinen Kindern aus erster und zweiter Ehe in Enebyberg bei Stockholm und hatte die schwedische Staatsbürgerschaft angenommen. Viele Bundesbrüder hatten bei Besuchen in Schweden seine große Gastfreundschaft kennengelernt. Sein Plan, noch einmal mit seiner Frau seine alten Freunde und das alte Marburg zu besuchen, sollte sich jedoch nicht mehr erfüllen.


Erichsen, Knut, Dr. med. dent. Zahnarzt
* 21. Mai 1931 in Süderbrarup, † 16. November 2013 zu Flensburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1953
Bundesbruder Knut Erichsen kam aus einer alteingesessenen Tierarztfamilie aus Süderbrarup. Obgleich sein Vater und seine Brüder in Corps aktiv waren, erhielt er den väterlichen Rat, daß es egal sei, welcher Korporation er sich an seinem künftigen Studienort anschließe, es aber unbedingt eine schlagende Verbindung sein müsse. In Marburg wurde er entsprechend bei den Rheinfranken aktiv und studierte Zahnmedizin. Fuxenstunde, Paukboden, Mensuren, Faßpartien sowie Stiftungsfeste mit Exbummel sind Erlebnisse einer unvergeßlichen Zeit, die Bundesbruder Erichsen noch im hohen Alter als die schönsten Jahre bezeichnete. Schon unmittelbar nach dem Physikum erhielt Bundesbruder Erichsen eine Promotionsarbeit, die mit Versuchen in den Behringwerken verbunden war. So konnte er seine Doktorarbeit bereits zum großen Teil während seines Studiums fertig stellen und unmittelbar nach seinem Staatsexamen am 30. März 1957 mit dem Thema "Untersuchungen über Zusammenhänge zwischen Schwangerschaft und Laktobazillenzahlen des Speichels" promovieren. Es folgten drei Assistentenjahre in Duisburg, Castrup-Rauxel sowie Lübeck. Am 2. Februar 1960 eröffnete Bundesbruder Erichsen seine Zahnarztpraxis in Flensburg. Im Jahre 1962 heiratete Knut Erichsen seine große Liebe Gunne; aus der Ehe sind vier Kinder hervorgegangen. Nach knapp fünf Jahren verlegte er seine Praxis in sein neuerbautes Haus, wo heute sein Sohn und seine Schwiegertochter als Zahnärzte tätig sind. Sein großes Hobby war die Jagd. Als Mitglied des renommierten Flensburger Jagdvereins von 1882 standen ihm drei große Jagdreviere zur Verfügung; gerne nahm Bundesbruder Erichsen auch an den wöchentlichen Treffen des Rotary-Club teil, um sich mit den Menschen anderer Berufsgruppen auszutauschen. Kurz vor seinem 80. Geburtstag erfuhr Bundesbruder Erichsen jedoch von seiner unheilbaren Krankheit. Doch es war ihm noch vergönnt, mit seiner Gunne im Familienkreis die Goldene Hochzeit zu feiern, dann ließen seine Kräfte nach, so daß Bundesbruder Erichsen im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen ist.


Erzgräber, Rudolf, Dr. phil., Studiendirektor
Mitglied seit dem Wintersemester 1893/1894
† 29. Juli 1926 zu Stettin
Bundesbruder Erzgräber war später Studiendirektor der Ober-Real-Schule in Stargard.


Esau, Gustav, Dr. phil., Oberstudienrat
* 18. März 1890, † 31. März 1976 zu Bielefeld
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Gustav Esau war als jüngstes von neun Kindern im Pfarrhaus von Bergheim bei Arolsen im Kreis Waldeck aufgewachsen. Das Abitur machte er am Friedrichs-Gymnasium in Kassel. Sein Studium der klassischen Philologie absolvierte er in München und Marburg. In Marburg promovierte er im Jahre 1914 und bestand zugleich sein Staatsexamen. Von 1914 bis 1918 nahm er ohne Unterbrechung als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und wurde im Jahre 1916 zum Leutnant befördert. Er war Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse und II. Klasse sowie des Waldeckschen Verdienstkreuzes und des Verwundetenabzeichens in Schwarz. Auf dem Rückzug kam er im Jahre 1918 in französische Gefangenschaft, aus der er erst im Jahre 1920 zurückkehrte. Im Anschluß daran absolvierte er sein Ausbildungsjahr am Friedrichs-Gymnasium in Kassel. Drei Jahre war er als Internats-Inspektor und Lehrer am Vilmars Institut in Melsungen tätig, bevor er im Jahre 1924 an das Realgymnasium in Altena in Westfalen ging. Im Jahre 1925 wurde er an das Gymnasium in Bielefeld versetzt, wo er als Latein- und Griechischlehrer bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1955 lehrte. Große Verdienste erwarb sich Bundesbruder Esau um die kostbare Bibliothek des Gymnasiums, die er betreute und wie sein Heiligtum behütete. Sein Lebensabend war überschattet durch seine fortschreitende Blindheit und Schwerhörigkeit. Bundesbruder Esau verstarb an plötzlichem Herzversagen.


Eskuche, Gustav, Dr. phil., Gymnasialdirektor
* 18. April 1865, † 1917 zu Stettin
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Eskuche wurde in Kassel geboren und machte sein Abitur am Kasseler Friedrichs-Gymnasium. Danach studierte er an den Universitäten Marburg und Berlin. Im Herbst 1888 bestand er die Staatsprüfung zur Lehrbefähigung in den Schulfächern alten Sprachen und Deutsch. Am 24. Mai 1889 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Nach seinem zu Kassel abgeleisteten Probejahr und einer halbjährigen Pariser Studienreise wirkte er ein halbes Jahr am Friedrichsgymnasium in Kassel, später am Privat-Progymnasium in Rossla am Harz. Später war er neun Jahre lang am Realgymnasium in Siegen (heutiges Gymnasium am Löhrtor) beschäftigt. Seit dem Jahre 1903 war er am Reform-Realgymnasium in Düsseldorf beschäftigt, wo er drei Jahre lang bleibt. Am 19. April 1906 wird er als Direktor an das Stadt-Gymnasium in Stettin berufen. Bundesbruder Eskuche wirkte nicht nur als Pädagoge, sondern auch als Komponist; so hat er das Kinderlied "Alle meine Entchen" geschaffen (Liedtext). Als Schriftsteller hat er zahlreiche Werke geschaffen, u.a. "Zur Geschichte der deutschen Idyllendichtung. Eine Stunde Literatur" (1894), "De Valerio Catone deque Diris et Lydia carminibus" (1889), "Hessische Kinderliedchen" (1891), "Heidentum und Christentum im Chattenlande" (1896), "Siegerländische Kinderliedchen - aus [dem] Volksmund gesammelt und erläutert" (1897), "Sarcerius als Erzieher und Schulmann" (1901), "Deutsche Sprachlehre und Literaturgeschichte für höhere Lehranstalten" (1905), "Deutsche Satztrennung (Interpunktion)" (1908), "Aufsatzlehre für Schüler" (1909), "Der Froschmäusekrieg, verdeutscht" (1911) sowie "Der junge Taugenichts von Herondas (250 v. Chr.), verdeutscht" (1912).


Euler, August, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Bundesbruder Euler bestand sein Examen im Wintersemester 1884/1885 und wurde zum Alten Herren ernannt. Im Jahre 1921 wird im Mitgliederverzeichnis vermerkt, daß er Studienrat an der Adlerflychtschule in Frankfurt am Main war.


Externbrink, Karl-Heinz, Dr. med.
* 18. Mai 1914, † 6. Oktober 1994 zu Menden
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Karl-Heinz Externbrink war nach seinem Studium seit April 1939 an einer Klinik in Danzig tätig. Dort lernte er auch seine liebe Frau Waltraud kennen, die er im Jahre 1940 heiratete. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne, ebenso ein Arzt sowie ein Bauunternehmer hervor, die beide in Köln leben, was auch der Grund dafür ist, daß Bundesbruder Externbrink in Köln, auf dem berühmten Friedhof Köln-Melaten, beigesetzt wurde. Sein Studium war durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges unterbrochen worden, da er sofort bei Beginn des Krieges eingezogen wurde und am Polen- und Frankreich-Feldzug teilnehmen mußte. Bundesbruder Externbrink war sogar als Stabsarzt in Afrika eingesetzt worden. Erst mit Abschluß seiner Dissertation über das Thema "Über den Geburtsverlauf bei schräg verengten und schräg verschobenen Becken" an der Universität Münster im Jahre 1946 war er als praktischer Arzt tätig. Seinen Arztberuf übte er mit Leidenschaft bis ins 70. Lebensjahr aus, dann erst mußte er seine Praxis aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.


Ey, Hans, Studienrat
* 8. April 1872, † 5. Juni 1962 zu Hannover-Waldhausen
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Nachdem Bundesbruder Ey im Jahre 1897 sein Staatsexamen abgelegt und danach im Füsilier-Regiment Nr. 73 in Hannover gedient hatte, trat er in den Schuldienst der Stadt Hannover ein. Fast 40 Jahre lang ist Bundesbruder Ey - mit kurzer Unterbrechung in Hildesheim - dort tätig gewesen. Nach seiner Pensionierung folgte er nach Kriegsausbruch dem Ruf seiner Vaterstadt und stellte sich noch in hohem Alter als Lehrer wieder zur Verfügung. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Schaffung und Finanzierung des Landschulheimes seiner Schule; unvergessen ist sein Einsatz für die Kriegshilfe 1915/1918.



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Fahlenbrach, Hermann
* 30. Mai 1907, † 1. April 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1926


Wilhelm Farwig
Farwig, Wilhelm
* 14. November 1892, † Dezember 1970
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Wilhelm Farwig kam aus Osnabrück und hat im Jahre 1912 am dortigen Ratsgymnasium das Abitur abgelegt. Er begann sein Studium der neuen Sprachen in Marburg, setzte sein Studium später in Göttingen fort, das dann durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen wurde. Er nahm als Kriegsfreiwilliger am Sturm auf Langemark teil, wo er verwundet wurde. Nach seiner Genesung meldete er sich zur Südarmee und geriet im Jahre 1915 in den Karpaten in russische Kriegsgefangenschaft. Erst im Jahre 1920 endete dieser Leidensweg, dessen Stationen im Ural und Westsibirien lagen. Nach seiner Heimkehr war an eine Fortsetzung des Studiums nicht zu denken. So trat er in Osnabrück in eine Banklehre an. Über Hamburg und Darmstadt kehrte er nach Osnabrück zurück und im Jahre 1926 endeten die Wanderjahre in Wolfhagen im Bezirk Kassel, wo er die stellvertretende Leitung der Kreissparkasse und die Geschäftsführung der Ziegelverkaufsgesellschaft mbH übernahm. Die zweijährige Internierung in den Jahren 1945 bis 1947 traf ich schwer, zumal er seit 1928 verheiratet war und für fünf Kinder zu sorgen hatte. Erst im Jahre 1948 konnte er die Leitung der Kreissparkasse wieder übernehmen, der er dann bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1956 vorstand. Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb Bundesbruder Farwig im Dezember 1970.

Fass [Faß], Christian
† 8. Oktober 1900 zu Gießen
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Christian Fass wurde am 23. Juli 1887 zum ordentlichen Ehrengast ernannt. Er stammte aus Gießen, war von Beruf Bäckermeister und Besitzer des sogenannten "Diezhaus" (Diez-Haus) in Gießen. Er hat dem Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg stets das größte Interesse entgegengebracht und regelmäßig die Veranstaltungen in Marburg besucht.


Feige, Karl-Heinz
* 12. März 1907, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Studienreferendar in Kassel.


Feist, Alfred, Dr. phil., Privatdozent
† 12. Februar 1889 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Bundesbruder Feist stammte aus Leipzig. Im Wintersemester 1883/1884 bestand er sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Am 18. November 1885 habilitierte er sich als Privatdozent für romanische Philologie an der Universität Marburg, wo er bis zu seinem Tode tätig war.


Felke, Herbert
* 10. Juni 1904, † 12. April 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1923
Bundesbruder Herbert Felke verlebte seine Jugend zunächst in Schlesien bis die fünfköpfige Familie nach der Pensionierung des Vaters nach Lübeck zog, woher die Mutter stammte. Dort besuchte er das Gymnasium Katharineum und ging nach dem Abitur nach Marburg, um Rechtswissenschaften zu studieren. Der plötzliche Tod des Vaters zwang ihn jedoch aus finanziellen Gründen, die Universität zu wechseln. Nach seinem Examen trat er als selbstständiger Anwalt in eine Bürogemeinschaft ein, doch ein Angebot, als Bürgermeister nach Neustadt-Glewe in Mecklenburg zu gehen, schien ihm schnelleren Erfolg zu versprechen. Doch schon nach zwei Jahren zog er ein politisch neutrales Amt in der Schweriner Regierung vor und wurde Regierungsrat in der Flurbereinigung. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges geriet Bundesbruder Felke als Leutnant in englische Kriegsgefangenschaft. Erst im Jahre 1949 gelang es ihm, der nun als ostzonaler Flüchtling galt, wieder die Zulassung als Anwalt in Lübeck zu erreichen. Bis zu seinem Ruhestand arbeitete er als Rechtsanwalt und Notar in Lübeck. Auf dem Friedhof von Seeburg in der Vogtei Ratzeburg wurde Bundesbruder Felke zur letzten Ruhe gebettet. Bundesbruder Felke ist der Vater von unserem Bundesbruder Henning Felke gewesen.


Fenge, Ludwig, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Studienrat am Viktoria-Gymnasium in Potsdam.


Fenstermann, Rudolf, Dr. med.
* 8. Juli 1895, † 20. Juli 1978 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Rudolf Fenstermann wurde im Sommersemester 1914 beim Philologisch-Historischen Verein Hercynia, "Phil. Hist.", wie er immer sagte, aktiv und war im Sommersemester 1915 Zweitchargierter. Seine Con-Chargen waren die Bundesbrüder Hans Kothe und Gerhard Keller. Bundesbruder Fenstermann wurde später dann ein engagierter und begeisterter, jedoch nie laut tönender Rheinfranke, dem das Lebensbundprinzip ein echtes und praktiziertes Anliegen war. In Hamburg-Eidelstedt war Bundesbruder Fenstermann ein ebenso tüchtiger wie beliebter praktischer Arzt gewesen, der für die Anliegen und Sorgen seiner Patienten immer ein "offenes Ohr" hatte. So stand in seinem Ordinationszimmer auf einem Kissen für jedermann zu lesen: "Nun set Di dol und vertell". Bundesbruder Fenstermann liebte das Plattdeutsche; es erleichterte den Umgang mit seinen Patienten, Bekannten und Freunden. Er war ein (still-)vergnügter und humorvoller Mann, der das Heitere im Leben schätzte und ein feines Gespür für Komik auch in mißlichen Situationen hatte. Sein "Lieblingsautor" war Wilhelm Busch. Er kannte viele Verse auswendig und beherrschte den Rhythmus dieser Sprache. Vor allem liebte er den hintergründigen Humor dieses Mannes, der mit wenigen Zeilen und Zeichnungen so viel Menschliches - allzu Menschliches - hatte ausdrücken können. So nimmt es nicht wunder, wenn Bundesbruder Fenstermann für manchen Ulk verantwortlich war. Nicht vergessen sei, daß er sehr musikalisch war und hervorragend zeichnen konnte. In seinem Haus in Hamburg-Eidelstedt herrschte stets gepflegte Gastlichkeit und Freundlichkeit. Seine liebe Gattin sorgte für das leibliche Wohl, während der Hausherr sich um Bremenser Zigarren und gute Weine, diese meist aus Bad Dürkheim und Umgebung ("Ungeheuer, dieser (Forster) Ungeheuer", wie Bismarck gesagt haben soll), kümmerte. Alle, die Rudolf Fenstermann noch gekannt haben, werden sich seiner gern erinnern. Er war ein wirklich feiner Mensch und ein liebenswerter Bundesbruder. Wer es "nicht laut" mag und bei allem Können Bescheidenheit liebt, dem sei er als Vorbild empfohlen. Bundesbruder Rudolf Fenstermann war Onkel, Patenonkel, Bundesbruder und Kollege von unserem lieben Bundesbruder Dieter Harms aus Kiel.


Finger, Ernst
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Finger trat dem Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg im Sommersemester 1896 zunächst als ordentlicher Verkehrsgast bei, wechselte aber seinen Status zum Sommersemester 1897, indem er sich als Fux aktiv meldete. Nach seinem Examen war er Studienrat am Realgymnasium in Essen.


Fischer, August, Dr. phil., Oberlehrer
* 24. Januar 1848 in Wied, † 21. Oktober 1906 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Fischer wurde in Wied in Nassau geboren und war als Lehrer in Dotzheim und Wiesbaden tätig. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich und England studierte er in Straßburg und Marburg neuere Philologie. Im Jahre 1881 war er zunächst Mitglied im Freundeskreis des Akademisch-Neuphilologischen Vereins zu Marburg, ein sogenannter Ehrengast. Später promovierte er in Marburg über das Thema "Der Infinitiv im Provenzalischen nach den Reimen des Trobadors". Sein Examen befähigte ihn dazu, die Schulfächer Französisch und Englisch in allen Klassen sowie das Fach Geschichte bis zur Untertertia und das Fach Geographie in den mittleren Klassen zu unterrichten. Er leistete an der Realschule II. Ordnung in Wiesbaden sein Probejahres und wurde zum Ende seiner Laufbahn an das Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main berufen. Seit dem Sommersemester 1883 wurde er als ordentlicher Ehrengast im Mitgliederverzeichnis geführt.


Erich Fischer
Fischer, Erich (Friedrich Ferdinand), Oberlehrer
* 19. April 1878, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 20. Oktober 1914 bei Armentiéres
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Fischer wurde in Berlin geboren. Sein Abitur erwarb er am Königlichen Realgymnasium in Flensburg im Jahre 1898 und studierte neuere Sprachen und Germanistik in Marburg. Am 20. November 1903 bestand der die Lehramtsprüfung in Marburg für die Lehrbefähigung im Englischen, Französischen und Deutschen. Sein Seminarjahr leistete er am Königlichen Gymnasium in Wiesbaden ab. Sein Probejahr absolvierte er am Städtischen Reformrealgymnasium in Wiesbaden sowie an der Realschule in Diez an der Lahn. Er wird als Oberlehrer an das Conradinum in Danzig-Langfuhr berufen. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 134.


Georg Fischer
Fischer, Georg, Studienrat
* 27. Dezember 1883, † 10. Juli 1974 zu Bremen
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Georg Fischer begann in seiner Vaterstadt Marburg das Studium der neueren Sprachen und wurde zeitgleich in unserem Bund aktiv. In dieser geselligen und frohen Zeit lernte er bald in einem Pensionat eine Schwedin kennen, die nun zeitlebens Freud und Leid mit ihm teilen wollte. Man hatte vor, bald zu heiraten und so legte Bundesbruder Fischer nach vier Jahren die erste Staatsprüfung ab. Beide wollten in Norddeutschland seßhaft werden und nach kurzem Hin und Her bekam Bundesbruder Fischer auch eine Oberlehrerstelle in Bremen angeboten. Der Erste Weltkrieg überraschte ihn, als er in England verweilte; ein Schiff brachte ihn nach Schweden, von wo aus ihn seine schwedischen Sprachkenntnisse als Dolmetscher zu den finnischen Freiwilligen im deutschen Heer führten. Nach Kriegsende wurde die Not bei den Aktiven in Marburg immer größer, so daß "Schwedenkronen" und "Heringsfässer", die von Bremen aus nach Marburg kamen, sehr geholfen haben. Im Jahre 1923 erklärte sich Bundesbruder Fischer bereit, die Kassengeschäfte der Rheinfranken zu übernehmen. Als der Bund am Ende der Inflation die Bilanz der Altherrenkasse aufstellte, konnten einige Reichsmark gerettet werden, welche die Bundesbrüder Becker und Fischer rechtzeitig in wertbeständige Devisen umgewandelt hatten. Durch die eiserne Energie von Bundesbruder Fischer als Kassenwart konnte drei Jahre nach Ende der Inflation das Richtfest des neuen Rheinfrankenhauses gefeiert werden. Das Kassenamt blieb nun jahrzehntelang in seinen Händen. Auch im Jahre 1934, als sich sämtliche studentischen Verbände, darunter die Deutsche Burschenschaft, auflösen mußten, hatte Bundesbruder Fischer das nicht unbeträchtliche Vermögen des Altherrenverbandes dem Zugriff des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes entzogen, indem er sich die Verfügungsgewalt darüber gesichert hatte. Dieses Untergangen war sehr hart am Rande der damaligen Legalität und erforderte ein erhebliches Maß an Zivilcourage. Doch Bundesbruder Fischer hat in mühevoller Arbeit die Grundlagen für eine solide Verwaltung der Gelder der Marburger Burschenschaft Rheinfranken gelegt. Schlußendlich verdanken wir ihm unser schönes Rheinfrankenhaus. Es mag heute fast unglaublich erscheinen, aber um Briefporto zu sparen, verwendete Bundesbruder Fischer als Kassenwart nur Postkarten, auf denen er mit winzigster Handschrift den Inhalt eines ganzen Briefes zusammendrängte. Jeder, der Bundesbruder Fischer kannte, hatte auch seine immer wiederkehrenden Fragen gehört, die lauteten: "Wie hoch ist dein Wechsel?" und "Wann machst du denn Examen?". Aufgrund seiner zahlreichen Verdienste ist Bundesbruder Fischer von 1958 bis 1974 zum Ehrenvorsitzenden des Altherrenverbandes ernannt worden.


Fischer, Karl, Studienrat
* 20. Dezember 1895, † 21. Dezember 1955 zu Bad Wildungen
Mitglied seit dem Wintersemester 1916/1917
Bundesbruder Fischer ist im Jahre 1955 auf seine Bitte hin wieder in den Altherrenverband aufgenommen worden. Von der Schulbank weg zog er als Kriegsfreiwilliger ins Feld und wurde im Jahre 1915 schwer verwundet. Nach dem Studium in Marburg war es ihm nicht lange vergönnt, als Studienrat zu arbeiten. Sein schweres Kriegleiden verschlimmerte sich von Jahr zu Jahr, so daß er schon im Jahre 1943 in Pension zu gehen gezwungen war. Nach seiner Totalausbombung in Betzdorf und nach dem Verlust von Haus und Gesamtbesitz fand er im Jahre 1945 Aufnahme im Elternhaus in Bad Wildungen. In den letzten fünf Jahren konnte er das Bett nicht mehr verlassen. Die Lähmung nahm raschen Fortschritt, das Herz versagte immer mehr. Am 21. Dezember - ein Tag nach seinem 60. Geburtstag - verstarb er an einem Herzschlag.


Fischer, Wilhelm, Dr. phil.
* 26. März 1860, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1882
Oberstudienrat in Godesberg am Rhein.


Walter Fitz
Fitz, Walter
* 9. Januar 1931, † 24. November 1998 zu Staffelstein
Mitglied seit dem Wintersemester 1951/1952


Kurt Floeth
Floeth, Kurt, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 24. März 1912, † 2008 zu Darmstadt
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Kurt Floeth kam aus Darmstadt und dort hat er auch den größten Teil seines Lebens verbracht. Er kam nach Marburg zum Studium der Zahnmedizin und wurde zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Schnell fiel er als überragender Fechter auf, war häufig Fechtwart und als DC-Kader-Fechter anerkannt. Sein Medizinstudium schloß er mit seiner Promotion über das Thema "Betrachtung der Umwelteinflüsse auf die Entwicklung des Kiefers und des Kopfes bei einem eineiigen Zwillingspaar" ab. Im Zweiten Weltkrieg war er als Offizier der Sanitätstruppe zunächst in Frankreich, später in Rußland eingesetzt. Von dort gelang es ihm aber, sich bei Kriegsende gen Westen durchzuschlagen; dies auf abenteuerliche Weise in einem entbehrungsreichen und langen Gewaltmarsch durch überwiegend unwegsames Gelände zurück in die Heimat. Im Jahre 1946 heiratete er seine Frau Hildegard, mit der er drei Töchter bekam. Nach anfänglicher Tätigkeit in Berlin baute er sich eine Zahnarztpraxis auf. Im Jahre 1957 zog die Familie in ein eigenes Haus nach Darmstadt. In seinen letzten Lebensjahren machten ihm die Augen zunehmend Probleme, die sich schließlich auch mit Lesegeräten kaum noch beheben ließen. Die Kontakte zum Bund und zu Bundesbrüdern blieben gleichwohl bestehen. Der VAB Darmstadt gehörte Bundesbruder Floeth seit dem Jahre 1952 an. Auf dem Rheinfrankenhaus werden die heutigen Bundesbrüder stets an ihn erinnert, da dort sein originaler Korbschläger mit den Hercynen-Farben als Ausstellungsstück an der Wand fest verankert wurde.


Förster, Ernst
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Ernst Förster war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Otto Förster
Förster, Otto
Mitglied seit dem Sommersemester 1897


Frahme, Heinrich, stud. phil.
† vermißt seit dem Ersten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Frahme war aktiver Bursche und Kriegsfreiwilliger. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Frank, Hans, Dr. med., Augenarzt
* 29. Oktober 1939, † 31. Juli 2005 zu Siegen
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Frank kam aus dem Ruhrgebiet, dessen Bewohner zu einem nicht unwesentlichen Teil durch die vielfach aus dem Osten gekommenen Bergleute - im Volksmund "Kumpel" genannt - geprägt waren; die Bewohner des Ruhrgebiets waren weder Rheinländer noch Westfalen, sonder Landsleute sui generis. Bundesbruder Frank wurde in Essen geboren, ist jedoch in Gelsenkirchen aufgewachsen, nachdem die Familie aus dienstlichen Gründen des Vaters nach Gelsenkirchen gezogen war. Er wurde im Sommersemester 1932 bei der Marburger Burschenschaft Hercynia aktiv, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er war von Natur aus ein konservativer Mensch, in allem, als Burschenschafter, als Arzt und als Familienvater sowie gegenüber seinen Freunden. Er war ein guter Augenarzt, gewissenhaft und einer der besten Siegener Augenoperateure und hatte im Amtskrankenhaus Weidenau eigene Belegbetten. Jeden Morgen fuhr er in aller Frühe zunächst zu seinen Patienten nach Weidenau. Er erwähnte manchmal, nicht ungern, daß er sich nach 1945 zunächst mit eigener Praxis in Weidenau niedergelassen habe und erst nach dem Tode seines Schwiegervaters seine Praxis in das Haus in der Sandstraße Nr. 47 verlegt habe. Dieses Haus lag an einer Hauptstraße, errichtet vor dem ersten Weltkrieg und für damals und auch heute noch ein sehr repräsentatives Haus. In der verglasten Veranda fiel der Blick auf das Rheinfranken-Wappen, das Bundesbruder Frank in das Glas hatte einfügen lassen. Bundesbruder Frank - es war tragisch - litt als Augenarzt an einer nicht operablen Augenkrankheit, so daß er zuletzt fast blind war. Sein Sohn, Mitglied der Burschenschaft Germania Erlangen und ebenfalls Augenarzt, hatte die väterliche Praxis schon vor Jahren übernommen. Bundesbruder Frank machte zwar noch einige Jahre in der Praxis mit - aber nur mit halber Kraft. Sich ganz aus der Praxis zurückzuziehen, fiel ihm sehr schwer. Bundesbruder Frank starb im Alter von 94 Jahren in Siegen. Die Beerdigung fand unter großer Beteiligung statt, insbesondere der VAB Siegen und seiner früheren Patienten. Der Vorsitzende der VAB Siegen soll dem Vernehmen nach am Grabe in einer eindrucksvollen Rede betont haben, daß unser Bundesbruder Frank einer der treuesten Mitglieder der VAB Siegen war. Der Bund chargierte - das war ausdrücklicher Wunsch.


Albin Franz
Franz, Albin, Dr. phil., Oberlehrer
* 18. Novoember 1883 in Gera, † 27. Mai 1909 zu Frankfurt am Main
Mitgliedglied seit dem Sommersemester 1902
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Gera studierte Bundesbruder Franz, der bereits sehr früh Vollwaise war, zwei Semester in Leipzig die Fächer Deutsch, Französisch und Englisch sowie ein Semester in München. An beiden Universitäten war er aktives Mitglied in anderen Akademischen Neuphilologischen Vereinen, meldete sich dann in seinem viertem Semester in Marburg aktiv. Nach seinem Examen in Marburg wurde er als Redakteur der "Meyerschen Klassiker-Ausgaben" in das Bibliographische Institut nach Leipzig berufen. Doch die trockene Materie befriedigte ihn nicht, er wollte es mit Menschen zu tun haben und so nahm er zu Ostern 1909 in Frankfurt am Main die Stelle als Erzieher der Söhne des Prinzen Friedrich Karl von Hessen an. Er starb jedoch kurz darauf, ganz plötzlich und unerwartet im Alter von nur 26 Jahren. Bundesbruder Franz war im Kreise der Bundesbrüder ein unersetzlicher Freund und selbstloser, immer hilfsbereiter Berater. Er war von glücklichstem Anpassungsvermögen, von seltener Gewandtheit des Geistes und von äußerst scharf und schnell auffassendem Verstand bei dennoch tiefem, gemütvollem Empfinden. Er galt mit seiner fröhlichen Lebensführung und heiteren Weltanschauung als glücklicher Optimist und war gleichwohl vom Ernst der Pflichterfüllung geprägt. Seine wissenschaftlichen Kenntnisse der zeitgenössischen deutschen Literatur waren bemerkenswert, von denen er auch seine Freunde profitierten ließ.


Freitag, Joachim, Dr. med.
* 16. März 1913, † 8. März 1994 zu Höhn/Oberwesterwald
Mitglied seit dem Sommersemester 1932


Freitag, Herbert "Bobby", Studienrat
* 10. Mai 1905, † 24. August 1974 zu München
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
Bundesbruder Herbert Freitag war der einzige Sohn eines Polizisten aus Lübeck. Er besuchte dort zusammen mit Bundesbruder Arthur Stockhusen das Johanneum. Schon während seiner Schulzeit trug er den Spitznamen "Bobby", der ihn zeitlebens begleiten sollte. Ihr Fachlehrer für Französisch am Johanneum war Bundesbruder Fritz Meyer, der genau wußte, die beiden und zwei weitere Klassenkameraden für Marburg als Hochschulort und für die Rheinfranken zu begeistern. Sie wurden von der Ortsgruppe Lübeck als Rheinfrankenfüxe in Marburg avisiert. Bundesbruder Freitag begann ein Studium der Mathematik und Naturwissenschaften. Seine Aktivenzeit hatte er sehr genossen, so führte er die Faßpartie des 45. Stiftungsfestes mit Gehrock und Zylinder bekleidet auf einem Maulesel reitend an. Im Jahre 1928 legte er in Münster sein Staatsexamen für das Lehramt ab. Als Assessor heiratete er seine Jugendliebe aus Lübeck und zog mit ihr nach Altena. Doch dort hatte das junge Ehepaar den ersten Schicksalsschlag zu verkraften, denn der dreijährige Sohn starb an einer Infektionskrankheit. Wegen seiner politischen Überzeugung zum Nationalsozialismus trat Bundesbruder Freitag in die SS ein. In den ersten Dienstjahren wurde er im Jahre 1938 mit der Aufgabe einer Schulleitung in Braunschweig beauftragt. Im Jahre 1940 trat er in die Wehrmacht ein und nach einer Verwundung in Rußland wurde er ab dem Jahre 1943 an der Wehrmachtsingenieurschule in Wien eingesetzt. Lange nach dem Kriegsende kehrte er im Jahre 1948 er aus US-amerikanischer Gefangenschaft zu seiner nach Greene bei Kreiensen evakuierten Familie zurück. Dort erwartete ihn ein weiterer Schicksalsschlag, denn sein politischer Einsatz während des Dritten Reiches brachte ihm die dunkelste Phase seines Lebensweges ein, da er aus dem öffentlichen Dienst entlassen wurde. Mit der später wieder zurückgeforderten Arbeitslosenunterstützung und dem Entgeld für Nachhilfestunden mußte er seine Familie über Wasser halten. Erst im Jahre 1953 durfte er an der Schule in Kreiensen wieder als Lehrer arbeiten, wo er sich bis zum stellvertretenen Schulleiter hocharbeitete. Ein ruhiger Lebensabschnitt war der Familie nicht vergönnt, denn seine Ehefrau erkrankte im Alter von 42 Jahren schwer. Im Jahre 1968 ließ sich Bundesbruder Freitag vorzeitig pensionieren und zog zu seiner in Straubing bei München verheirateten Tochter, um sich dort ganz der Pflege seiner inzwischen erblindeten Ehefrau zu widmen. Nach dem Tod seiner Frau zog Bundesbruder Freitag für kurze Zeit nach Bad Tölz, bevor er im Jahre 1970 nach München in ein Seniorenheim übersiedelte. An den Treffen der Münchener Rheinfranken nahm er regelmäßig teil, doch nach einem Herzinfarkt starb er in einem Münchner Krankenhaus.


Freitag, Werner, Dr.
† 1940
Mitglied seit dem Sommersemester 1927


Frenck, Helmut
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1940


Fricke, Ferdinand
[KM, I.WK]


Fridrichs, Wilhelm, Studienrat
Mitglied seit dem Sommersemester 1905


Friderichs, Wilhelm
* 12. Februar 1885, † 30. November 1962
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Wilhelm Friderichs wurde in Eller an der Mosel geboren, wo sein Vater Weinbauer war. Vor seiner Marburger Zeit studierte er in Berlin. Dort lernte er unseren Bundesbruder Willibald Stöcker kennen. Als Bundesbruder Stöcker im nach Marburg zurückkehrte, folgte ihm Bundesbruder Friderichs und wurde in unserem Bund aktiv. Nach seinem Studium war er zunächst Studienrat am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Köln.


Friederich, Franz, Zahnarzt
† 24. Oktober 1912 zu Darmstadt
Mitglied seit dem Wintersemester 1909/1910
Bundesbruder Franz Friederich war der leibliche Bruder von Bundesbruder Richard Friederich und wurde zunächst als Verkehrgast und schließlich als Bundesbruder aufgenommen. Als Verkehrsgast wurde Bundesbruder Franz Friederich aufgenommen, da er in Marburg Zahnheilkunde studierte. Bereits nach sechs Semestern konnte er im Jahre 1909 sein Studium für Zahnheilkunde abschließen und hatte in jungen Jahren eine sichere Anstellung als Assistenzarzt in Frankfurt am Main, später in Darmstadt gefunden. Doch nur in geringem Maße konnte er die Früchte seines unermüdlichen Strebens genießen, denn mit nur 24 Jahren und kurzer Krankheit verstarb er viel zu jung in Darmstadt.


Friederich, Richard, Studienrat
* 7. Mai 1885, † 9. Juni 1966 zu Essen
Mitglied seit dem Sommersemester 1904


Friedrich, Gerhard, Diplom-Volkswirt
* 25. Dezember 1927, † 25. Januar 1996 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Wintersemester 1951/1952
Direktor der Binding-Brauerei in Frankfurt am Main.


Friedrichs, Jochen
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1940


Fries, Ludwig, Dr. phil., Realschuldirektor
* 1861, † 1916 zu Nauen
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Fries besuchte das Realgymnasium in Wiesbaden, studierte von 1882 bis 1885 in Berlin, London, Paris und schließlich in Marburg neuere Sprachen und Germanistik. Ebenso erhielt er in Marburg die philosophische Doktorwürde. Im Sommer 1886 bestand er das Examen, wurde zum Alten Herren ernannt und legte sein Probejahr am Realgymnasium in Wiesbaden ab. Zwischen 1887 und 1890 war er an der Handelsschule in Leipzig tätig, wurde zu Ostern 1890 als Hilfslehrer an das Realgymnasium in Wiesbaden berufen. Michaelis 1890 wurde er ordentlicher Lehrer und im Juli 1892 wurde er zum Oberlehrer ernannt.


Paul Fritz
Fritz, Paul
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1929


Frodermann, Wilhelm, Studienrat
* 17. November 1882, † 1944
Mitglied seit dem Sommersemester 1903


Froese, Gustav Friedrich Karl (Carl), Dr. phil., Studienrat
* 5. April 1862 in Memel, † 12. April 1925 zu Königsberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Froese wurde in Memel geboren. Er studierte zunächst an der Universtität Königsberg sowie Berlin und kam im Sommersemester 1888 nach Marburg. Er gehörte dem aktiven Bund in den Jahren 1888 bis 1891 als Aktiver an und blieb dem Bund auch als Alter Herr in Treue verbunden. Sein Probejahr leistete er am Königlichen Luisengymnasium in Memel ab. Er wechselte im April 1891 als kommissarischer Vertreter an die Königlichen Gymnasien in Allenstein, in Memel und in Insterburg. Zu Ostern 1894 wurde er an die Städtische Realschule zu Königsberg in Preußen berufen. Er verstarb nach langem, schwerem Leiden im 63. Lebensjahr in der Universitätsklinik zu Königsberg.


Frowein, Ernst Hermann, Dr.
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1936


Füchtner, Heinz, Steuerberater
* 14. Februar 1911, † 9. November 1984 zu Kiel
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Heinz Füchtner kam als Sohn eines Obst- und Gemüsegroßhändlers in Halberstadt zur Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Ballenstedt am Harz begann er in Jena sein Studium der Nationalökonomie und zugleich auch ein juristisches Studium. Schon ein Semester später wechselte er nach Marburg und wurde bei der Burschenschaft Hercynia, die wiederum später auf die Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde, aktiv. Nach dem Studium arbeitete er als Kaufmann in einem Betrieb der Salzdetfurth AG (später Mansfeld-Salzdetfurth-Konzern) in Salzwedel. Im Zweiten Weltkrieg war Bundesbruder Füchtner zunächst in einem Marinedepot für medizinische Geräte tätig, später als Soldat an der Front in Frankreich. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft ging er im Jahre 1946 nach Kiel, wohin seine Ehefrau im Krieg verzogen war. Bundesbruder Füchtner wurde Steuerberater und baute sich eine eigene Steuerberatungspraxis in Kiel auf. Seine erste Frau verstarb sehr früh, doch er hatte das Glück, seine spätere zweite Ehefrau Sigrid kennenzulernen, die eine begeisterte Bundesschwester wurde.


Funk, Johannes
† 1918 zu Marburg an der Lahn
Herr Funk war treuer Couleurdiener des Bundes.


Funke, Hans, Dr. med.
* 20. Februar 1916, † 1951 zu Arnsberg im Sauerland
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Furter, Fritz (Friedrich Wilhelm), Dr. phil.
† 12. März 1920 zu Davos
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Fritz Furter war zunächst Verkehrgast. Als er sein Doktorexamen am bestand, stiftete er der Hausbaukasse 100 Mark.



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Gäbel [Gaebel], Kurt
Mitglied seit dem Sommersemester 1892
Bundesbruder Gäbel war nur ein Jahr lang aktives Mitglied im Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg, da er im Sommersemester 1893 ausgetreten ist.


Galle, Gustav, Oberstudienrat
* 13. August 1881, † 13. Dezember 1954 zu Lippstadt
Mitglied seit dem Sommersemester 1901
Bundesbruder Gustav Galle studierte die Fächer Deutsch, Geschichte, Latein und Religion in Marburg und Halle an der Saale. Er war als Oberstudienrat an der Jungen-Oberschule in Lippstadt bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1946 tätig. Danach stellte er sich weiterhin für organisatorischen Arbeiten seiner Schule zur Verfügung und archivierte die in den Kriegswirren in Unordnung geratenen Bibliotheksbestände. Bundesbruder Galle war verheiratet mit Frau Luise Pfeffer aus Gotha; aus dieser Ehe entsprossen drei Töchter und ein Sohn. Die älteste Tochter war mit unserem Bundesbruder Paul Stockhusen in Eisenach verheiratet. Bundesbruder Galle verfaßte übrigens auch das Festlied für das 50. Stiftungsfest der Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Aus Gesundheitsgründen verlegte er schließlich seinen Wohnsitz nach Arolsen zur Familie seiner jüngsten Tochter. Selbst die Zonengrenze hinderte ihn nicht daran, wiederholt nach Eisenach zu fahren um seine Familie zu besuchen. Bundesbruder Galle war der Großvater von unserem Bundesbruder Günter Stockhusen gewesen.


Hans Garner
Garner, Hans
* 31. August 1889, † 19. September 1963
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Hans "Tasso" Garner wurde im Sommersemester 1909 aktiv. Er hatte große Freude an der Musik. Zu seiner Aktivenzeit sorgte er für volltönende Klavierbegleitung zu Kommersliedern oder brachte geeignete Werke von Beethoven und Brahms zu Gehör. Die Begeisterung für das Theater und für dichterische Betätigung behielt er sein ganzes Leben; so war er beispielsweise auch mit einer Gruppe von Bundesbrüdern für die Beiträge der damaligen "Bierzeitung" verantwortlich, damit auf den Sommerabend-Kneipen, die seinerseit jeden Samstag stattgefunden hatten, etwas Gediegenes oder Würziges zur Unterhaltung und Belustigung der Teilnehmer bieten könnten. Bundesbruder Garner war nach seiner Studienzeit Handelsoberlehrer an der städtischen Handelsschule in Harburg-Wilhelmsburg geworden. Bundesbruder Garner war Leutnant der Reserve und wurde im Ersten Weltkrieg am 1. November 1917 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.


Alfred Gaspary
Gaspary, Alfred, Dr. phil.
* 23. Dezember 1860 in Berlin, † 10. November 1908 zu Eberswalde
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Gaspary, der liebevoll "Kasper" von seinen Bundesbrüdern genannt wurde, war als Sohn des Fabrikanten Fr. R. Gaspary in Berlin geboren worden. Er besuchte dort das Wilhelmsgymnasium bis zur Unterprima. Da es sein Wunsch war, Künstler zu werden, trat er in die Akademie der Künste in Berlin ein; doch wurde er bald infolge einer schweren Erkrankung seines Vaters genötigt, für seinen eigenen Unterhalt zu sorgen - er mußte arbeiten und konnte nicht mehr als Schüler bzw. Student leben. Nachdem er zwei Jahre als Hauslehrer in London arbeitete, kehrte er im Jahre 1882 am Beerdigungstage seines Vaters zurück nach Deutschland. Er beschloß nun, neuere Philologie zu studieren und besuchte vom Jahre 1883 an die Oberprima des Gymnasiums in Salzwedel. Nach bestandenem Abiturientenexamen studierte er von Ostern 1884 bis Michaelis 1885 in Berlin und leistete hierauf sein einjährig-freiwilliges Militärdienstjahr beim dritten Garderegiment zu Fuß in Berlin ab. Er setzte seine Studien in Berlin noch ein halbes Jahr fort und begab sich zu Ostern 1887 nach Marburg, wo er am 21. Mai 1887 in den Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg als aktives Mitglied eintrat. Am 9. Juni 1888 wurde er im Kreise der Bundesbrüder inaktiviert. Im Jahre 1890 wurde er aufgrund seiner Dissertation mit dem Thema "Allgemeine Aussprüche in den Dramen Philip Massingers" zum Doktor promoviert. Zum Alten Herren wurde er am 3. Mai 1890 ernannt. Er war dann zunächst in Berlin literarisch tätig und begründete im Jahre 1893 sogar einen eigenen Verlag. Im Jahre 1900 siedelte er nach Markranstädt bei Leipzig über, wo er gemeinsam mit seinem Bruder die Maschinenfabrik Leipziger Zementindustrie gründete, die sich unter seiner Leitung in wenigen Jahren einen besonderen Ruf über die ganze Welt erworben hatte. Unter anderem hatte Bundesbruder Gaspary eine Zement-Dachziegel-Maschine ("Cement Roofing Tile Making Machine") erfunden, die am 21. November 1905 zum Patent eingereicht wurde. Doch als Fabrikant und Unternehmer stand er nur kurze Zeit an der Spitze der Leipziger Zementindustriefabrik, da er seit längerer Zeit nervenleidend war. Im Jahre 1908 trat völlige geistige Umnachtung ein, die seine Unterbringung in der Heilanstalt zu Eberswalde notwendig machte, wo er am 10. November 1908 schließlich von seinem schweren Leiden erlöst worden ist. Am Nachmittag des 13. November 1908 wurde Bundesbruder Gaspary auf dem Zentralfriedhof zu Friedrichsfelde bei Berlin neben dem Grab seiner Mutter zur letzten Ruhe beigesetzt. Chargierte in Wichs und mit der Fahne geleiteten ihn und legtem im Namen des Akademisch-Neuphilologischen Vereins zu Marburg einen Kranz an seinem Grabe nieder. Treu und anhänglich hat Bundesbruder Gaspary 20 Jahre dem Bunde angehört und besuchte regelmäßig die Stiftungsfeste. Wegen seines heiteren, lustigen und stets freundlichen Wesens wurde er liebevoll von seinen Consemestern mit dem Spitznamen "Kaspar" angesprochen. Er bemühte sich, das Band zwischen Aktiven und Alten Herren immer enger zu schließen.


Gebbing, Hermann Johann, Dr. Phil.
* 7. Februar 1951 in Veen im Kreis Mörs
Mitglied seit dem Sommersemester 1878
Bundesbruder Hermann Gebbing war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Gebbing promovierte im Jahre 1878 mit dem Thema "De C. Valerii Flacci tropis et figuris" zum Dr. phil. Bundesbruder Gebbing war Gründungsmitglied des Philologisch-Historischen Vereins.


Geise, Friedrich
Mitglied seit dem Wintersemester 1888/1889
Bundesbruder Geise bestand im Sommersemester 1897 sein Examen und arbeitete später als Magnetopath in Erfurt.


Geißler, Wolfgang
* 6. Dezember 1931, † August 2009 zu Bad Segeberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1953
Rechtsanwalt und Notar in Bad Segeberg


Geppert, Franz, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Bundesbruder Geppert war Studienrat am Wilhelmsgymnasium in Hamburg.


Gerbig, Wilhelm "Willi"
* 18. Juni 1916, † 18. Juli 1989
Mitglied seit dem Sommersemester 1936


Gericke, Paul Hermann, Dr. phil., Chemiker
* 17. November 1902 in Jakarta, † 15. Juni 1954 zu Erfurt
Mitglied seit dem Sommersemester 1920
Bundesbruder Gericke ist auf der Insel Java als Sohn eines deutschen Missionars geboren worden und verlebte dort seine Kindheit. Die höhere Schule besuchte er in Velbert, während seine Eltern auf Java blieben. Als junger Fux war er in besonderem Maße das, was man einen "sonnigen Jungen" nennt: Er gab sich dem Studentensein ganz hin, wie es nach dem Jahre 1918 überhaupt möglich war. Für den Bund trat er gegen einen überlegenen Säbelfechter an und bezog einen sehr bösen Armhieb, der sogar zu längerem Klinikaufenthalt zwang. Seine Druckschriften auf dem Gebiet der Chemie, u.a. über "Bulbocapnin", waren es wohl, die ihm zu einer Anstellung in den Leuna-Werken verhalfen. Bei drei chemischen Explosionen, bei denen er ohne Rücksicht auf sich selbst zugreifen musste, erlitt er schwere Brandwunden und eine Herzschädigung. Im Jahre 1947 wurde er von den Russen mit samt Familie, Möbeln, Belegschaft und technischer Einrichtung nach Dserschinsk bei Gorki (damals "Nischni-Nowgorod") verfrachtet. Als schwerkranker Mann durfte er nach 7 ½ Jahren nach Deutschland zurückreisen. Aus dem Zug wurde er sofort in ein Krankenhaus in Erfurt geschafft, wo er mühsam wieder auf die Höhe gebracht wurde. Doch plötzlich setzte das überanstrengte Herz wieder aus, so daß er ganz überraschend nachts starb, obwohl alle - Ärzte, Frau und er selbst - an gutes Befinden glaubten. Bundesbruder Gericke fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Wehrda, in der Nähe seines geliebten Marburg.


Fritz Gielsdorf
Gielsdorf, Friedrich "Fritz", Oberstudienrat
* 2. März 1891, † 19. April 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Friedrich "Fritz" Gielsdorf studierte Neuere Sprachen und Geschichte und legte im Jahre 1922 sein Staatsexamen ab. Von der Mitte der 1920'er Jahre war er als Studienrat und nach dem Zweiten Weltkrieg als Oberstudienrat an verschiedenen Mädchengymnasien der Stadt Wuppertal tätig. Er gehörte zu der Generation, die den Ersten Weltkrieg von Anfang an mitgemacht hatten. Als Schwerverletzter begann er im ersten Zwischensemester 1919 sein Studium in Marburg. Während des Zweiten Weltkrieges war er als ehemaliger Offizier als Ausbilder bei den Luftwaffenhelfern im Raum Dortmund tätig. Entsprechend mußte mußte Bundesbruder Gielsdorf nach dem Krieg drei Jahre lang warten, bis er wieder in den Schuldienst aufgenommen werden durfte. Obwohl er durch sein amputiertes Bein sehr behindert war, nahm er an Seniorentreffen in Marburg teil. Vom Jahre 1966 an lebte er mit seiner Ehefrau in Warburg in Westfalen im Ruhestand. Auch dort gab er noch Unterricht in den Fächern Englisch und Französisch bei seinen sogenannten "Nönneken", wie er die Schülerinnen des privaten katholischen Mädchengymnasiums scherzhaft nannte. Bundesbruder Gielsdorf verstarb an den Folgen einer Lungen- und Rippenfellentzündung.


Gieseking, Werner
* 3. Dezember 1915, † 20. August 1992
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939
Geschäftsführer der Bielefelder Firma Druck- und Medienhaus Gieseking, wo seit Jahrzehnten die "Burschenschaftlichen Blätter" gedruckt werden.


Richard Giere
Giere, Richard, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 26. September 1916
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Giere stammte aus Drüsedau bei Seehausen in der Altmark (heutiger Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt) und war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse, das er am 23. Mai 1916 erhielt, und starb durch einen Herzschuß als Vizefeldwebel im Infanterie-Regiment Nr. 165 bei Thiepval.


Wilhelm Glauner
Glauner, Wilhelm, Studienrat
* 29. Mai 1883 in Barmen, † 30. November 1921 zu Berlin
Mitglied seit dem Wintersemester 1902/1903
In Barmen (Rheinprovinz) geboren besuchte Bundesbruder Wilhelm Glauner das Realgymnasium und studierte an den Universitäten Marburg, Bonn und Berlin. Das Wintersemester 1903/1904 verbrachte er in Caen (Nordfrankreich), wo er am Lycée Malherbe als Lehrer für deutsche Konversation wirkte und gleichzeitig Vorlesungen an der dortigen Fakultät hörte. Im Januar 1908 kehrte er nach Marburg zurück und absolvierte sein Staatsexamen. Danach begann er seine Ausbildungszeit in Remscheid, Barmen und Elberfeld. Seit April 1910 arbeitete er als Studienrat am Realgymnasium in Berlin Tempelhof. In unserem lieben Marburg war der allzeit lustige Rheinländer ein fröhlicher Student im Kreise seiner Bundesbrüder. Seine Lehrerkollegen sahen in ihm den geborenen Lehrer und eine erfrischend humorvolle Persönlichkeit.


Gleim, Hermann, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 18. November 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Gleim war inaktiver Bursche und stammte aus Adelshausen bei Aschaffenburg. Er war Kriegsfreiwilliger und Gefreiter im Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 11 Marburg und fiel durch Erstickung in einem Unterstand nach Granatenaufschlag in den Kämpfen um Ypern. Bundesbruder Gleim war der Onkel von unserem lieben Bundesbruder Gert Siebert aus Marburg.


Goecke, Klaus, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 21. April 1922, † 19. April 1991 zu Escheburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1953
Bundesbruder Klaus Goecke entstammte einer angesehenen Potsdamer Familie. Entsprechend ging er in Potsdam zur Schule und machte dort sein Abitur am Realgymnasium. Zu Beginn des Krieges meldete er sich freiwillig zu den Gebirgsjägern und strebte die Offizierslaufbahn an. Er war an Ostfront und auf dem Balkan im Einsatz. Im Jahre 1945 kam er in jugoslawische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im Jahre 1951 entlassen wurde. Er kehrte jedoch nicht in die Heimat Potsdam zurück, sondern begann im Alter von 30 Jahren das Studium der Zahnmedizin in Marburg. Im Jahre 1958 bestand er sein Examen und im Jahre 1959 folgte die Promotion über das Thema "Über die Beeinflussung der Wirkung von Analgetica durch monoaminooxydasehemmende Substanzen". Nach einjähriger Assistentenzeit in Hamburg ging er nach Schweden, wo er bis ins Jahr 1968 in der staatlichen Gesundheitspflege tätig war. Er entschloß sich zur Rückkehr, als seine drei Söhne ins schulpflichtige Alter kamen und deutsche Schulen besuchen sollten. Die Familie zog nach Sprenge in Schleswig-Holstein. Bundesbruder Goecke arbeitete zunächst als Zahnarzt im Polizeidienst und wurde dann als Sanitätsoffizier in die Bundeswehr in Elmenhorst übernommen. Dort war er im Rang eines Oberstabsarztes bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1980 tätig. Danach übernahm er eine Zahnarztpraxis in Hamburg-Bergedorf, die er bis ins Jahr 1989 führte.


Georg Goyert
Goyert, Georg, Dr. phil., Studienrat
* 7. Juli 1884, † 11. Mai 1966
Mitglied seit dem Sommersemester 1902
Bundesbruder Goyert wurde in Witten geboren, besuchte dort das Realgymnasium und bestand am 15. März 1902 das Abitur. In Marburg studierte er Französisch, Englisch und Deutsch studierte. Im Anschluß daran war er ein halbes Jahr an einer französischen Schule als Lehrer des Deutschen tätig. Nach kurzem Besuch der Universität Münster kehrte er nach Marburg zurück und bestand dort am 2. März 1907 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Das Seminarjahr leistete er an der Oberrealschule in Bochum und sein Probejahr am Realgymnasium in Witten ab. Am Realgymnasium in Witten wurde er am 1. April 1090 zum Oberlehrer befördert. Bundesbruder Goyert ist nicht nur als Lehrer, sondern auch als Buchautor, Schriftsteller, Herausgeber und erster Übersetzer des Buches "Ulysses" von James Joyce bekannt geworden. Entsprechend sind von ihm 285 Publikationen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek verzeichnet.


Hans Grabbe
Grabbe, Hans, Dr. phil.
* 3. Dezember 1897, † 5. Oktober 1993
Mitglied seit dem Zwischensemester 1919
Bundesbruder Hans "Hänschen" Grabbe wurde noch bei der wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken aktiv. Er hatte sich wie die meisten Bundesbrüder der damaligen Zeit für ein zusätzliches Aktivensemester und zum Schlagen einer weiteren Partie verpflichtet. Für ihn war das eine Selbstverständlichkeit, da er mit ganzem Herzen Korporationsstudent und Rheinfranke war. Dies zeigte sich auch bei den feucht-fröhlichen Kneipabenden im Wirtshaus Missomelius in Weidenhausen, die Bundesbruder Grabbe niemals versäumte: Immer wenn die Polizeistunde gekommen war, gab Kneipwart und Bundesbruder Wilhelm Hemmer das Zeichen, im Flüsterton weiter zu feiern. Bundesbruder Grabbe blieb stets bis zuletzt, allerdings nicht, weil er ein notorischer Nachschwärmer war, sondern weil er den durch seine Kriegsverletzung behinderten Bundesbruder Hemmer nach Hause bringen mußte. Im Kreis der Bundesbrüder war er zudem wegen seiner hausgemachten Liköre, die er selbstlos für "Budenschläge" zur Verfügung stellte, hochgeschätzt. Nach seinem Studium war Bundesbruder Grabbe sehr erfolgreich als Chemiker in Mitteldeutschland tätig, wozu insbesondere die Entwicklung seines Patentes für ein Feinwaschmittel zählte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde seine Firma, deren Teilhaber er war, enteignet, so daß er sich im Westen eine neue Existenz aufbauen mußte, was ihm mit Hilfe seines Patents "Isolan" bestens gelang. Als die Rei-Werke später von der Firma Procter & Gamble aufgekauft wurden, ersetzte man sein patentiertes "Isolan" jedoch durch einen anderen Wirkstoff. Nach seiner Pensionierung hatte Bundesbruder Grabbe mit seiner Ehefrau häufig die Stammtische der Rheinfranken Ortsgruppe in Bonn besucht. Erst als er gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, seinen Platz im Altenheim zu verlassen, mußte er diese Besuche einstellen. In den ersten Tagen im Oktober 1993 ist Bundesbruder Hans Grabbe im hohen Alter von fast 96 Jahren gestorben.


Graebner, Fritz, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 4. März 1877, † 13. Juli 1934 zu Berlin
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Graebner wurde in Berlin geboren. Als Ethnologe entwickelte er die Theorie der Kulturkreise bzw. Kulturkomplexe. Seine Theorie verkörpert den Beginn der kulturgeschichtlichen Denkschule für Völkerkunde in Europa. Bundesbruder Graebner war im Jahre 1913 zunächst als Privatdozent tätig. Im Jahre 1921 wurde er Universitätsprofessor an der an der Universität Bonn; später wurde er im Jahre 1926 Honorarprofessor an der Universität Köln. Im Zeitraum von 1925 bis 1928 war zugleich Leiter des Rautenstrauch-Joest-Museums.


Graefen, Julius, Kandidat des höheren Lehramts
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 23. November 1915 bei Bersemünde (Riga)
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Julius Graefen absolvierte sein Seminarjahr in Berlin und starb den Heldentod fürs Vaterland bei einem Sturmangriff als Musketier im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 35.


Graefenhain, Rudolf, Dr. phil., Studiendirektor
* 19. Juni 1867, † 1940 zu Hannover
Mitglied seit dem Wintersemester 1889/1890
Bundesbruder Graefenhain wurde in Harburg geboren und machte sein Abitur zu Ostern 1887 Königlichen Kaiser-Wilhelms-Gymnasium in Hannover. Er studierte anschließend in München und Marburg klassische Philologie. In Marburg bestand die Prüfung für das höhere Lehramt am 11. Dezember 1891 und promovierte am 17. Dezember 1891. Sein Seminarjahr verbrachte er am Lyceum I in Hannover und das Probejahr am Königlichen Auguste-Viktoria-Gymnasium in Linden. Nach dreijährigem Wirken als Prinzenlehrer in Bückeburg ist er im Jahre 1897 nach Hannover zurückgekehrt und war dort als Hilfslehrer am Realgymnasium sowie an der Realschule II tätig. Zu Ostern 1900 wurde er als Oberlehrer an die Leibnizschule versetzt. Später wurde er zum Direktor des Ratsgymnasiums gewählt. Bundesbruder Graefenhain erhielt eine posthume Ehrung: In einem Neubaugebiet in Hannover wurde für eine Straße der Name Graefenhainweg mit dem Zusatz "Dr. R. Graefenhain, der langjährige Direktor des Ratsgymnasiums, soll mit diesem Straßennamen geehrt werden" festgesetzt.


Gräessner, Kurt, Dr. phil., Industriekaufmann
* 12. Dezember 1905, † 7. Dezember 1993 zu Zierenberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Kurt Grässner studierte nach seiner Lehre als Industriekaufmann Philologie in Marburg. Im Jahre 1931 promovierte er mit seiner Arbeit über das Thema "Komposition und Quellen von Jörg Stulers Historienbuch" zum Dr. phil. Ende der 1970'er Jahre zog Bundesbruder Grässners nach Burghasungen im Landkreis Kassel, um dort als Bezirksleiter der Bausparkasse Wüstenrot mit Dienstsitz in Kassel tätig zu werden. Entsprechend war er in der Rheinfranken-Ortsgruppe Kassel sehr aktiv geworden. Im Jahre 1987, als seine Frau gestorben war, zog Bundesbruder Grässner nach Kassel um.


Grahlmann, Helmuth
* 13. April 1909, † 5. Juni 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Helmuth Grahlmann war Jurist und als Sachbearbeiter sowie Geschäftsführer tätig.


Graner, Heinz
* 2. September 1904, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
Kaufmann aus Liebau in Schlesien.
[MGV. 1934]


Grebe, Heinrich, Studiendirektor
* 18. November 1905, † 12. Mai 1993 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1925
Bundesbruder Heinrich Grebe wurde im Jahre 1972 das Bundesverdienstkreuz verliehen.


Wilhelm Grebe
Grebe, Wilhelm, Pastor aus Korbach
* 7. Februar 1908, † 11. August 1973 zu Homberg/Efze
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
Eigentlich hätte Bundesbruder Wilhelm Grebe den Hof seines Vaters in Helmscheid bei Korbach übernehmen sollen, aber diesen überließ er seinem jüngeren Bruder. Er selbst machte sein Abitur in Korbach und begann nach dem Ersten Weltkrieg Altphilologie zu studieren; nach einigen Semestern wechselte er dann zur Theologie über. Als Pfarrer ging er zunächst nach Helmighausen und, als seine sechs Kinder heranwuchsen, nach Schmillinghausen bei Arolsen. Es war wohl der Höhepunkt in seinem Bundesleben, daß er im Jahre 1930 auf dem 50. Stiftungsfest in einem Gottesdienst in der Universitätskirche die neue Bundesfahne weihen durfte. Im Jahre 1970 war er zum letzten Mal in Marburg und nahm am Stiftungsfest und im September am Seniorentreffen teil. Schon im nächsten Jahr zog er sich ein schweres Herzleiden zu, wovon er sich nie wieder richtig erholte. Er wurde auf dem Friedhof in Arolsen beigesetzt, wo er seit seiner Pensionierung wohnte.



Greger, Helmut, Dr. med.
† 1952
Bundesbruder Greger war zunächst Mitglied der Burschenschaft Sigambria, die später in der Marburger Burschenschaft Hercynia aufging und wiederum im Jahre 1950 auf die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Wilhelm Greif
Greif, Wilhelm, Dr. phil.
* 5. November 1863, † 19. Februar 1936
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884
Bundesbruder Wilhelm Greif wurde in Marburg an der Lahn geboren, absolvierte sein Abitur aber auf dem Realgymnasium in Kassel. Seine Bundesbrüder schilderten ihn als fröhlich, wissenschaftlich tüchtigen Studenten und guten Sportler. Auf Grund einer Dissertation über Benoit de Sainte More, die einen Teil einer später in Buchform veröffentlichten Preisschrift mit dem Titel "Die mittelalterlichen Bearbeitungen der Trojanersage" bildet, wurde er am 27. Juli 1885 zum Dr. phil. promoviert. Im Wintersemester 1885/1886 wurde er zum Alten Herren ernannt. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt und einer vorübergehenden Tätigkeit im Privatschuldienst, trat er im Jahre 1888 sein Probejahr am Luisenstädtischen Realgymnasium in Berlin an, wechselte jedoch im Jahre 1889 an das Andreas-Realgymnasium. An dieser Schule hatte er Gelegenheit, sich mit den verschiedensten Zweigen des Schuldienstes vertraut zu machen, so daß er neben dem Schulunterricht als Spielleiter, Protektor der Ruderabteilung, Bibliotheksverwalter und Leiter des Seminars für die Ausbildung von Kandidaten des höheren Lehramts tätig war. In der Öffentlichkeit wurde er durch die Gründung der "Deutsche Gesellschaft für volkstümliche Naturkunde in Berlin" im Jahre 1894 bekannt, deren Gründer und ehrenamtlicher Geschäftsleiter er war. Neben seiner Tätigkeit als Schulleiter wirkte er im Wissenschaftlichen Prüfungsamt der Universität Berlin. Im Ersten Weltkrieg erhielt er das Verdienstkreuz für Krieghilfe. Bundesbruder Greif starb plötzlich und unerwartet an einem Herzschlag in der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin. Er hat dem Bund stets die Treue bewahrt.


Rudolf Greiff
Greiff, Rudolf
Mitglied seit dem Sommersemester 1902


Heinz Greve
Greve, Heinz [Heinrich] Theodor, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im November 1915 in Serbien
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Greve stammte aus Hannover und war inaktiver Bursche. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Vizefeldwebel im Reserve-Pionier-Bataillon Nr. 11 in einem österreichischen Lazarett bei Semendria, dem heutigen Smederevo, einer serbischen Gemeinde an der Mündung des Flusses Jezava in die Donau, nach einer bakteriellen Infektion (Bakterienruhr).


Grieger, Franz, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Grimm, Friedrich "Fritz", Dr. phil., Oberlehrer
† 25. Mai 1916 zu Essen
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Grimm erlangte im Jahre 1891 die philosophische Doktorwürde mit der Dissertation zum Thema "Der syntactische Gebrauch der Präpositionen bei John Wycliffe und John Purvey" und wurde im Sommersemester 1891 zum Alten Herren ernannt. Beruflich wirkte er als Oberlehrer an der Humboldt-Oberrealschule in Essen.


Grimm, Rudolf, Studienrat
Bundesbruder Grimm war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Groeger, Herbert, Dr. med.
* 23. Juli 1903, † 22. Mai 1981 zu Zella-Mehlis
Mitglied seit dem Wintersemester 1925/1926


Groh, Gustav, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Studienrat an der Guericke-Ober-Real-Schule in Magdeburg.
[MGV. 1929]


Gronemeyer, Hans, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 28. Oktober 1912, † 30. September 1974 zu Gelsenkirchen
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Hans Gronemeyer wurde in Burg im Kreis Herborn geboren. Er besuchte zusammen mit Bundesbruder Bruno Lorra das Realgymnasium in Gelsenkirchen und beide bestanden gemeinsam im Jahre 1932 das Abitur. Im Anschluß daran begann Bundesbruder Gronemeyer sofort sein Studium der Zahnmedizin in Marburg. Bundesbruder Gronemeyer war damals zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Ein Jahr später folgte ihm sein Freund und Bundesbruder Bruno Lorra. Beide bestanden zusammen im Jahre 1936 das Staatsexamen und promovierten ein Jahr später. Im Jahre 1940 wurde Bundesbruder Gronemeyer Soldat und machte den Krieg bis zum Ende mit. In dieser Zeit heiratete er seine Frau Gisela, mit der er drei Kinder hatte. Zu seiner großen Freude wurde sein ältester Sohn ebenfalls Zahnarzt. Seine Uneigennützigkeit, außergewöhnliche Hilfsbereitschaft und Treue zeichneten ihn aus. Die Bundesbrüder Gronemeyer udn Lorra hatten im Jahre 1949 ihre Zahnarztpraxen in Gelsenkirchen eröffnet. Als Bundesbruder Lorra erkrankte und einige Zeit im Krankenhaus bleiben mußte, praktizierte Bundesbruder Gronemeyer vormittags in der Praxis seines Bundesbruders und nachmittags kümmerte er sich um seine eigenen Patienten. Beide gingen bereits während ihrer Aktivenzeit ein festes und inniges Leibverhältnis ein. Bundesbruder Gronemeyer starb ganz plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt.


Groeneveld, Hinderk [Hendrik], Dr. phil., Oberlehrer
* 20. März 1861 in Buschfeld bei Weener, † 14. Januar 1892 zu Hörnhusen in Ostfriesland
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Hinderk Groeneveld wurde in Buschfeld bei Weener geboren, widmete sich, nachdem er das Realgymnasium in Leer absolviert hatte, in Heidelberg, in Berlin sowie schließlich in Marburg dem Studium der neueren Sprachen. In Marburg promovierte er zum Dr. phil. am 23. Februar 1886. Er absolvierte danach das Probejahr am Realgymnasium in Duisburg und wurde danach an das Progymnasium zu Geestemünde versetzt. Hier wird er im Jahre 1888 zum Oberlehrer ernannt.


Groh, Gustav, Dr. phil.
* 27. Februar 1893, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Studienrat an der Guericke-Ober-Real-Schule in Magdeburg.
[MGV. 1934]


Grünefeld, Alfred
* 11. April 1861, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1882
Studienrat in Wuppertal-Elberfeld.


Güngerich, Rudolf
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Studienrat in Eschwege.
[MGV. 1921] und [MGV. 1929]


Gültzow, Hermann, Versicherungskaufmann
* 21. Januar 1909, † 11. April 1974
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Hermann "Männe" Gültzow, wie er seit seiner Aktivenzeit genannt wurde, ist im Sommer 1928 aktiv geworden. Bundesbruder Gültzow kam aus Stralsund und begann nach seinem Studium seine berufliche Laufbahn als Versicherungsvertreter in seiner Mecklenburgischen Heimat. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Funker an der Ostfront und in Frankreich. Nach dem Krieg übernahm er zunächst die Leitung eines Mühlenbetriebes in Teterow in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone, wo seine Familie schon früher gelebt hatte. Er konnte den heruntergewirtschafteten Betrieb sanieren und führte ihn erfolgreich weiter. Als ihm im Jahre 1958 die politische Verhaftung drohte, floh er mit Frau und Kindern nach West-Berlin. Von dort aus entschied sich seine Familie, nach Hamburg zu ziehen, wo eine Schwester lebte. In der Wohnung von Bundesbruder Hans "Tasso" Garner und seiner Frau Erna Garner fand Bundesbruder Gültzow zunächst eine Bleibe. Jedoch folgten zwei Jahre Arbeitslosigkeit bis er bei der Norddeutschen Versicherung eine Anstellung fand. Hier stieg er in wenigen Jahren zum Leiter der allgemeinen Verwaltung auf. Sein großes privates Ziel war ein eigenes Haus, das er mit seinem "Nebenberuf" als Nachhilfelehrer im Fach Mathematik erreichte. Zehn Jahre lang war Bundesbruder Gültzow Schriftwart des Altherrenverbandes und hat in dieser Zeit ein neues Mitgliederverzeichnis herausgegeben. Als er im Jahre 1974 - kaum drei Monate vor seinem Tod - in Pension ging, konnte "Männe" die Bilanz eines arbeits- und entbehrungsreichen Lebens ziehen und stolz auf das Erreichte zurückblicken.


Günther, Karl [Carl], Oberlehrer
† 13. Oktober 1890 zu Hamburg-Altona
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Bundesbruder Carl Günther stammte aus Weilburg und war Lehrer an der städtischen höheren Töchterschule in Altona.


Gürge, Werner, Dr. med.
* 5. März 1949, † 21. November 2006 zu Marburg-Elnhausen
Mitglied seit dem Sommersemester 1977
Bundesbruder Gürge wurde in Kassel geboren, wuchs dort auch auf und bestand im Jahre 1967 das Abitur. Nach seiner Bundeswehrzeit begann er in Marburg zunächst ein Studium der Psychologie, entschloß sich dann aber, Medizin zu studieren. Mit dem Medizinstudium konnte er im Wintersemester 1975/1976 beginnen. Er wohnte zusammen mit seiner Ehefrau in Marburg auf dem Richtsberg in einem Studentenwohnheim für Ehepaare. Dort wohnten auch Bundesbruder Schnittker mit Ehefrau und Bundesbruder Steinheisser mit Ehefrau. Über diese beiden Bundesbrüder bekam Bundesbruder Gürge Kontakt zu den Rheinfranken und wurde im Sommersemester 1977 aktiv. Sein Leibbursch war Bundesbruder Rüdiger Schnittker gewesen und im Wintersemester 1979/1980 wohnte die unmittelbare Leibfamilie um Bundesbruder Gürge herum in Marburg, wodurch ein besonderer Zusammenhalt entstand. Das Rheinfrankenhaus ist zu dieser Zeit zu einem zentralen Punkt ihres Lebens geworden. Bundesbruder Gürge absolvierte später sein Praktisches Jahr in Bad Wildungen. Beruflich ließ er sich in Elnhausen bei Marburg nieder und eröffnete seine Praxis für Allgemeinmedizin. Viele Aktive wurden von ihm behandelt, sei es in seiner Praxis oder auf dem Paukboden nach einer Partie. Denn Bundesbruder Gürge stellte sich lange Jahre als Paukarzt in Marburg zur Verfügung. Bundesbruder Werner Gürge verstarb im 57. Lebensjahr. Obwohl selber Mediziner, blieb leider auch ihm seine Krankheit verborgen und erst wenige Wochen vor seinem Tod wurde der Lungenkrebs entdeckt, allerdings nicht mehr behandelbar. Bundesbruder Gürge wurde auf dem Friedhof in Elnhausen beerdigt, in dem Ort, in dem er lange Jahre seine Praxis als Allgemeinmediziner hatte. Bundesbruder Gürge engagierte sich über mehre Jahre in Elnhausen in der dortigen evangelischen Kirchengemeinde und war auch im Kirchenvorstand tätig.



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Haas, Friedrich Karl, Pfarrer
* 27. September 1907, † 5. September 1977
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Haas war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er wurde als Sohn des Pfarrers in Ziegenhain in Hessen geboren. Seine Schulausbildung setzte er mit 15 Jahren in Wilhelmshaven fort und war zunächst als Handlungsgehilfe im Exportgeschäft in Hamburg tätig. Aber bald zog es ihn wieder auf die Schule und anschließend zum Theologiestudium, welches er in Erlangen, Marburg und Göttingen absolvierte. Sein erstes theologisches Examen legte er im Jahre 1935 in Oldenburg ab. Im Jahre 1936 heiratete er und war danach in mehreren Kirchengemeinden als Hilfsprediger tätig, bis er im Jahre 1938 durch die bekennende Kirche ordiniert wurde. Er bestand sein zweites Examen bei der bekennenden Kirche. Von 1938 bis 1939 arbeitete er in der Kirchengemeinde Augustfehn, wo auch sein Sohn Martin geboren wurde, der später als Pastor im Schulpfarramt Vechta tätig war. Von 1939 bis 1941 übernahm Bundesbruder Haas die Vertretung in Schortens, wo seine Tochter geboren wurde, die wiederum einen Pastor aus Lehmke bei Uelzen heiratete. Bundesbruder Haas war 25 Jahre lang in der Gemeinde in Jade als Pfarrer tätig und trat im Jahre 1975 in den Ruhestand.


Haase, Martin
Aktiver Bursche in KM Febr. 1915


Gottfried Haage
Haage, Gottfried
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Studienrat am Reform-Realgymnasium und Real-Schule in Lennep.


Fritz Haase
Haase, Fritz, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 9. September 1917
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Haase war aktiver Bursche und stammte aus Recklinghausen. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und fiel an der Ostfront als Offizier-Stellvertreter im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 23.


Haberlah, Walther, Studienrat
* 8. August 1885, † 28. Dezember 1954
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Walther Haberlah kam aus Thüringen. Aus räumlichen Gründen - er war in das Münsterländische Lüdenhausen verschlagen worden - und wegen seiner körperlichen Behinderung konnte er nicht mehr oft an den Zusammenkünften der Rheinfranken teilnehmen. Bundesbruder Haberlah hatte als fast sechzigjähriger Hauptmann im Zweiten Weltkrieg den rechten Arm verloren. Weit über seine Pensionierung hinaus und bis vier Wochen vor seinem Tode hatte er Generationen von Schülern am Bismarck-Realgymnasium unterrichtet.


Hackebracht, Emil
* 21. Mai 1907, † 14. Juli 1973
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Emil Hackebracht kam aus Berleburg nach Marburg und studierte dort Mathematik, Physik und Geographie. Nach den aktiven Semestern ging er nach Rostock, wo er im Jahre 1932 sein Examen bestand. Er heiratete seine Jugendfreundin aus seiner Heimat und zog nach Bielefeld, wo er an der Cecilienschule unterrichtete. Im Jahre 1958 wurde er zum Oberstudienrat befördert, aber der wachsende Streß in der großen Schule und die Rücksicht auf seine Gesundheit veranlaßten ihn, mit bereits 62 Jahren in Pension zu gehen. Bundesbruder Hackebracht starb zusammen mit seiner Frau bei einem Verkehrsunfall nach einem Besuch eines Freundes in Salzuflen auf der Heimfahrt.


Hackmann, Siegfried, Dr. jur., Amtsgerichtsrat
* 24. September 1905, † 14. November 1986 zu Bremen
Mitglied seit dem Sommersemester 1925
Bundesbruder Siegfried Hackmann kam aus Bremen nach Marburg, um Jura zu studieren. Sein Studium beendete er im Jahre 1932 mit seiner Promotion über das Thema " Der Kauf in Bausch und Bogen". Ab dem Jahre 1939 war er Richter am Jugendgericht in Bremen. Im Jahre 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und in der Hauptsache an der Ostfront als Obergefreiter eingesetzt; auf diesen Tatbestand legte er stets großen Wert, denn er hat sich erfolgreich dagegen gewehrt, im Offiziersrang Kriegsrichter zu werden. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam er über Swinemünde mit dem einzigen Schiff, das nicht bombardiert wurde, nach Hamburg. Dort setzte er in einem überfüllten Boot über die Elbe, um dann zu Fuß in seine Heimatstadt Bremen zu gelangen. Dort wurde er von den Amerikanern aufgrund seiner Zugehörigkeit zum "Höheren Dienst" sogleich interniert. Er durchlief verschiedene Camps, so u.a. auch Butzbach und Darmstadt. Im Lager nahm Bundesbruder Hackmann am Mal- und Zeichenunterricht teil und pflegte damit sein geistiges Erbe, zählte er doch den Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) zu seinen Vorfahren. Entsprechend war die Malerei mehr als nur ein Steckenpferd in seinem Leben. Nachdem er im Jahre 1947 entlassen war, mußte er jede Arbeit annehmen, um seine Familie zu versorgen; so holte er Binsen vom Dümmer See und wurde als Designer für Schuhe und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs tätig. Erst im Jahre 1949 erfolgte die Wiedereinsetzung als Amtsrichter beim Jugendgericht. Im Jahre 1960 wurde er Amtsgerichtsdirektor und nahm Abschied von seinem geliebten Jungendgericht. In den Jahren 1982/1983 befiel ihn eine schwere Krankheit, während der ihm - Dank der Betreuung unseres Bundesbruders Hans Bauer - die Amputation seines Beines erspart blieb.


Häberle, Helmut, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt
* 31. Juli 1930, † 14. März 2000 zu Starnberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1951
Bundesbruder Helmut Häberle wurde in Cottbus geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte. Wegen den Folgen des Krieges mußtee er mit seinen Eltern und Geschwistern die Heimat verlassen. In Spangenberg fand er 1945 ein neues Zuhause. Von 1951 bis 1955 studierte er Volkswirtschaft in Marburg und am Hamilton College, Clinton, New York. Im Jahre 1955 legte er die Diplom Prüfung für Volkswirte ab. 1959 promovierte er zum Dr. rer. pol. mit seiner Arbeit zum Thema "Die Großhandelsorganisationen der Einzelhändler Kesko in Finnland und Edeka in Deutschland als genossenschaftliche Wirtschaftsgebilde". Er begann seine berufliche Tätigkeit als Mitarbeiter der Organisations- und Prüfungsabteilung des Edeka-Verbandes, anschließend war er Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Hadeka Handelszentrale. Er war Geschäftsführer der Koma-Gruppe und anschließend Leiter der Niederlassung für Norddeutschland der internationalen Unternehmensberatung PA Management Consultants, danach kaufmännischer Direktor der Tetra Werke Melle und zuletzt Regionsleiter im Bereich der Verwaltung der Region Süd der Firmengruppe Tengelmann, Kaiser's Kaffee, Plus und Grosso mit ca. 7.000 Mitarbeitern. Er war Mitglied der Geschäftsleitung. Im Jahre 1982 mußte er sich einen Rückenmarktumor in Zürich operativ entfernen lassen. Diese Krankheit hatte ihn in seiner beruflichen Entwicklung einen tiefen Einschnitt gebracht: Er schied daher im Jahre 1984 aus dem festen Vertragsverhältnis aus und machte sich als Unternehmensberater selbstständig. Eine erneute Erkrankung beendete schließlich auch diese berufliche Tätigkeit. Unterstützt von seiner Frau Gisela und seinen drei Kindern, sein Sohn Jörg-Henrik war ebenfalls Rheinfranke geworden, ertrug Bundesbruder Häberle mit Geduld, eisernem Willen und einem unerschütterlichen Gottvertrauen sein von starken Schmerzen begleitetes Schicksal, welches er jedoch nicht besiegen konnte.


Hagena, Hanfried
* 16. Mai 1908, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Kammergerichtsreferendar in Mahlow im Bezirk Potsdam.
[MGV. 1934] und [MGV. 1950]


Häpke, Gustav, Dr. phil.
* in Bremen, † 1949 zu Passau
Mitglied seit dem Wintersemester 1892/1893
Lehrer an der Gelehrtenschule des Johanneums Hamburg.


Alfred Hahn
Hahn, Alfred, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 26. Mai 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Alfred Hahn war aktiver Bursche und stammte aus Kassel. Er wurde bei Ypern als Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 233 durch Kopf- und Lungenschuß verwundet und starb an den Folgen im Lazarett. Bundesbruder Hahn wurde in seiner Heimatstadt Kassel beerdigt.


Halfmann, Robert
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882


Hanisch, Joachim F., Dr. med.
* 7. April 1911, † 16. Mai 1970
Mitglied seit dem Wintersemester 1929/1930
Bundesbruder Joachim Hanisch ist der Vater von unserem Bundesbruder Jörg Hanisch gewesen.


Happe, Ernst, Dr. phil.
* 22. Dezember 1896, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Zunächst Studienassessor und später Studienrat am Gymnasium und Realgymnasium in Bielefeld.
[MGV. 1929] und [MGV. 1934]


Harff, Carl
* 24. Dezember 1843 in Köppern
Mitglied seit dem Sommersemester 1878
Bundesbruder Carl Harff war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Harff stammte aus dem ehemaligen Landgraftum Hessen-Homburg. Er besuchte die französische Schule in Friedrichsdorf, danach die Realschule in Homburg vor der Höhe und absolvierte dann das evangelische Lehrerseminar in Friedberg. Im Jahre 1865 wurde er an die Realschule zu Homberg berufen. Seit 1877 studierte er auf den Universitäten in Marburg und in Paris neuere Sprachen, Religion, Geschichte und Geographie. In Paris besuchte er die Vorlesungen an der Ecole des Hautes-Etudes, der Ecole des Chartes und des Collège de France, worauf er wieder in Marburg das Examen pro facultate docendi bestand. Am 1. Januar 1881 wurde er an die städtische Realschule in Mülhausen im Elsaß berufen und mit dem Beginn des Winterschuljahres 1882 an der Liebig-Realschule in Frankfurt am Main als Hilfslehrer angestellt. Bereits ein Jahr später wechselte er an die Höhere Bürgerschule in Erfurt.


Wilhelm Harlock
Harlock, Walter Ernest
Mitglied seit dem Wintersemester 1890/1891
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Walter Ernest Harlock im Wintersemester 1890/1891 aufgenommen. Seinerzeit war er als Lektor der englischen Sprache an der Universität Marburg angestellt. Seit dem Sommersemester 1894 wurde er im Mitgliederverzeichnis als auswärtiges Mitglied mit Wohnsitz in Schweden geführt, da er dort als Lektor an der Universität Upsala tätig war. Bundesbruder Harlock war Autor und Mitherausgeber des "Svensk Engelsk Ordbok".


Ludwig Harms
Harms, Ludwig, Jurist
* 16. Mai 1946, † 23. Mai 2009 zu Nienburg/Weser
Mitglied seit dem Wintersemester 1968/1969
Bundesbruder Ludwig Harms wurde in Nienburg/Weser geboren und war der Sohn von unserem Bundesbruder Oskar Harms. Er bestand im Jahre 1966 das Abitur an der Albert-Schweitzer-Schule und diente die nächsten zwei Jahre in der Bundeswehr, die er als Fähnrich der Reserve verließ. Er ging nach Marburg, um Jura zu studieren, wechselte später an die Universität Würzburg. Im Jahre 1976 folgte sein Eintritt ins Berufsleben als Rechtsanwalt und Justitiar bei der RWE AG in Essen.


Harms, Oskar, Staatsanwalt und Oberkreisdirektor
* 20. Dezember 1911, † 2. Oktober 1979 zu Nienburg/Weser
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Oskar Harms wurde als einiges Kind eines Lehrers in Kassel geboren. Er besuchte dort die Bürger- und Oberrealschule, bestand im Jahre 1931 das Abitur, studierte vier Semester Jura in Marburg, anschließend ging er nach Göttingen und Kiel, wo er beide Staatsexamina ablegte. Oskar Harms und Georg Sens besuchten von der Volksschule bis zum Abitur immer dieselben Schulklassen. Ihr Lehrer war August Siebert genannt "Vetter Siebert" und so wurden beide in Marburg Mitglieder der Burschenschaft Rheinfranken. Nach seinem Staatsexamen wurde Bundesbruder Harms zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Neisse/Oberschlesien ernannt. Im Jahre 1940 wurde Bundesbruder Harms zur Wehrmacht einberufen. Er beendete diese Zeit mehrfach verwundet bei Kämpfen an der Ostfront als Oberleutnant, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse. Mir einem der letzten Lazarettschiffe gelangte er Anfang Mai 1945 von der Halbinsel Hela nach Heiligenhafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg mußte er sich als Dolmetscher, Rechtsberater und Anwaltsvertreter durchschlagen, bis er 1947 als Kreissyndikus vom Kreis Nienburg angestellt wurde. Im Jahre 1952 wurde er zum Oberkreisdirektor gewählt und nach Ablauf der zwölf Jahre auf weitere zwölf Jahre wiedergewählt. Fast 25 Jahre lang hatte Bundesbruder Harms zum Wohle der Menschen an der Mittelweser gewirkt und sich dadurch hohes Ansehen in der Landeshauptstadt sowie in Bonn und größte Wertschätzung in seinem Kreisparlament und in den Gemeinden erworben. Entsprechend wurde ihm, als eine hervorragende Persönlichkeit, die sich um Stadt und Land Nienburg verdient gemacht hatte, im Jahre 1972 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen. Oskar Harms war der Vater von unserem Bundesbruder Ludwig Harms.


Harms, Ph. [Philipp], Dr. phil., Journalist
Mitglied seit dem Wintersemester 1889/1890
Bundesbruder Harms wurde im Laufe des Wintersemesters 1889/1890 zum ordentlichen Verkehrsgast ernannt. Er stammte aus Frankfurt am Main und war Redakteur der Zeitung "Frankfurter Journal", die später in "Frankfurter Generalanzeiger" umbenannt wurde.


Harnisch, Albert, Dr. phil., Geheimrat, Oberstudiendirektor
* 13. Dezember 1862, † 13. Februar 1931 zu Kiel
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Harnisch wurde in Frankfurt/Oder geboren. Zunächst studierte er in Berlin neuere Sprachen, Geographie und Geschichte. Im Jahre 1883 wechselte er nach Marburg, wo er im Jahre 1885 auf Grund seiner Dissertation mit dem Titel "Die altprovenzalische Präsens- und Imperfektbildung" zum Dr. phil. promoviert wurde. Sein Probejahr als Lehrer hatte er am Königlichen Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt/Oder absolviert und ging im Jahre 1887 nach England, wo er an einer Privatschule in Bexhill on Sea, Lussex, als Foreign Master tätig war. Er kam jedoch im Jahre 1888 zurück und wechselte als ordentlicher Lehrer an die Gewerbeschule zu Hagen. Ein jahr später ging er an die Zweite Städtische Höhere Bürgerschule zu Berlin, wechselte dann an die Realschule zu Quedlinburg und wurde Direktor der Oberrealschule II zu Kassel. Seit dem Jahre 1907 war er Direktor des Realgymnasiums zu Kiel. Eine frische und gesellige Persönlichkeit und sonniger Humor bei allem entschlossenem Ernst, mit dem er das Studium und seine Aufgaben anging, wurde Bundesbruder Harnisch attestiert. Neben seinen geistigen Fähigkeiten zeichnete ihn eine hohe Begabung für die Kunst, namentlich die Musik - Geigenspiel, Gesang und Dichtkunst - aus. Mit ihm schied einer aus den frühesten Generationen unseres Bundes - einer der Besten und der Bewährtesten.



Hartmann, Karl Ludwig, Handelsvertreter
* 16. Juni 1913, † 8. Januar 1973
Mitglied seit dem Sommersemester 1934


Wilhelm Hartmann
Hartmann, Wilhelm, Dr. rer. pol., Syndikus der Handwerkskammer Kassel
* 30. März 1894, † 21. Oktober 1969 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Wilhelm Hartmann begann zwei Semester vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges sein Studium in Marburg. Als Leutnant und Träger des Eisernen Kreuzes kam er aus dem Ersten Weltkrieg zurück und ging gleich wieder nach Marburg, um weiter zu studieren. Im Jahre 1926 wurde er Mitglied des Hausbaufinanzausschusses und hatte dadurch lebhaften Anteil daran, daß der Bund sein prächtiges Rheinfrankenhaus an der Lutherstraße bewohnen kann. Im Februar 1929 nahm er an der "Carl-Schurz-Fahrt" der Burschenschaft in die USA teil. Sein einziger Sohn Fritz ist im Zweiten Weltkrieg gefallen. Als Sohn eines angesehenen Bäckermeisters aus der im Zweiten Weltkrieg restlos zerstörten Kasseler Altstadt, in welcher in der Bombennacht auch sein Bruder mit Familie umgekommen ist, trat Bundesbruder Hartmann nach Beendigung seines Studiums in den Dienst des Kurhessisch-Waldeck'schen Handwerksbundes. Im Jahre 1923 wurde er zweiter Geschäftsführer und im Jahre 1934 Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kassel. Diesen Posten hatte er bis zum 1945 bekleidet. Neben seiner Berufsarbeit widmete er sich dem öffentlichen Leben als Kommunalpolitiker. Er war jahrelang stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher und Mitglied verschiedener Gremien, in denen er die Interessen der Handwerkerorganisation vertrat.


Haupt, Julius
Mitglied seit dem Wintersemester 1906/1907
Studienrat an der Wahnschaff-Realschule in Hamburg-Langenhorn.
[MGV. 1921] und [MGV. 1929]


Oswald Hauser
Hauser, Oswald, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 8. November 1910, † 9. Dezember 1987 zu Kiel
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder Oswald Hauser stammte aus Hamburg-Altona und studierte zunächst in Marburg Deutsch, Geschichte, Englisch und Philosophie. Hier wurde er bei der Burschenschaft Hercynia aktiv, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Mit der Prüfung für das höhere Lehramt und mit seiner Promotion "Gustav Frenssen als niederdeutscher Dichter" schloß er das Studium in Kiel ab. Er war bis ins Jahr 1939 im Schuldienst beschäftigt, kam danach als Hauptmann der Reserve zum Fronteinsatz nach Frankreich und Rußland. Mit seiner Habilitationsschrift im Jahre 1950 über das Thema "Deutschland und der englisch-russische Gegensatz 1900-1914" war sein Schritt zur Geschichtswissenschaft vollzogen. Bis ins Jahr 1959 war er an der Kieler Gelehrtenschule tätig, war Leiter der deutsch-französischen Historiker- und Geschichtslehrerkommission sowie Vorstandsmitglied der Ranke-Gesellschaft und der Preußischen Historischen Kommission. Es folgte die Ernennung zum Wissenschaftlichen Rat und Professor am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Von 1964 bis 1979 wurde er als Ordinarius für neuere Geschichte nach Aachen berufen. Doch der Universität Kiel blieb er weiterhin eng verbunden, übte das Lehramt dort bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1979 aus. Zwischendurch kamen Einladungen als Gastprofessor an die Universität Halifax in Kanada und an das St. Anthony's College in Oxford hinzu. Bundesbruder Hauser war langjähriges Mitglied des erweiterten Vorstandes und des Ehrenrates der Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Hebeler, Friedrich Theodor, Dr. med.
* 24. März 1913, † 8. Februar 2007 zu Edertal
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Geboren wurde Bundesbruder Friedrich Hebeler in Wega, wo seine Familie einen Hof besaß. Hier besuchte er die Dorfschule und später dann bis zur Mittleren Reife die Schule in Wildungen. Über die Oberschule in Kassel kam er nach Grünberg, wo er im Jahre 1933 das Abitur machte. Im Anschluß studierte er Medizin in Marburg sowie in Göttingen. In Marburg nahm er das Rheinfrankenband auf, wozu ihn vor allem die Faszination, die vom akademischen Fechten ausgeht, bewogen hatte. Im Jahre 1939 wurde er als junger Arzt nach dem Examen zum Militärdienst eingezogen und arbeitete in mehreren Lazaretten in der Nähe von Marburg. Dadurch sammelte er erste Erfahrungen in der Chirurgie. Später wurde er Truppenarzt bei einem Grenadierregiment, das in der Normandie eingesetzt wurde. Auf dem Rückzug geriet er in US-amerikanische Gefangenschaft, wo er in einem Lazarett mit 1.600 Krankenbetten eingesetzt wurde, in dem er zweieinhalbe Jahre blieb. Danach kam Bundesbruder Hebeler in ein Entlassungslager, doch anstatt nach Hause zu kommen, wurde er an die Franzosen ausgeliefert. So arbeitete er bis in Jahr 1948 in einem französischen Lazarett sowie in einem Zivilkrankenhaus. Zurückgekehrt nach Wega arbeitete er im Wildunger Stadtkrankenhaus. Im Jahre 1950 wechselte er an das Burgfeld-Krankenhaus in Kassel und im Jahre 1965 als Chefarzt der Chirurgie an das Diakonissenkrankenhaus in Kassel. Dort führte er seine modernen Operationsmethoden ein. Für seine Leistungen als Arzt wurde Bundesbruder Hebeler mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, denn neben seinen chirurgischen Fähigkeiten habe er auch Verständnis für den Patienten als Menschen aufgebracht, betonte der damalige Stadtrat Walter Heilwagen, als er im Jahre 1978 das Bundesverdienstkreuz am Bande verlieh. Nach seinem 65. Geburtstag operierte Bundesbruder Hebeler nicht mehr und zog sich mit seiner Frau nach Edertal/Bringhausen zurück, wo er im Alter von 93 Jahren verstarb.

Heck, Casimir
Mitglied seit dem Sommersemester 1897


Hecker, Heinz-Eduard, Pastor
* 23. Februar 1927, † 21. November 1982
Mitglied seit dem Sommersemester 1948
Bundesbruder Heinz-Eduard "Teddy" Hecker kam 1948 aus Kirchweyhe, südlich von Bremen gelegen, nach Marburg, um Theologie zu studieren. Sein Lehrer war Bundesbruder Georg Fischer gewesen, so daß für ihn nichts anderes in Frage kam als Mitglied der Rheinfranken zu werden. Seine Schulzeit wurde im Jahre 1943 unterbrochen worden, da er als Luftwaffenhelfer und später als Marinesoldat eingezogen wurde. Nach dem Krieg begann er mit dem Studium in Marburg, wo Bundesbruder Hecker, gewählt von den Marburger Korporationen, in den Allgemeinen Studierendenausschuß (AStA) einzog. Sein Studium schloß er in Münster und Göttingen ab. Da er des Plattdeutschen von Hause aus mächtig war, setzte die Kirche den jungen Pfarrer in Ostfriesland ein, wo die Mundart noch Umgangssprache war. Im Oktober 1955 begann er seinen Dienst in Marienhafe, einem Ort zwischen Emden und Norden. Von hier aus betreute er seelsorgerisch auch die Dörfer Leybucht, Sigelsum und Rechtsupweg. In dieser Zeit zeigten sich erste Erscheinungen von Depressionen bei Bundesbruder Hecker. Die Kirchenleitung versetzte ihn auf seine Bitte hin im Jahre 1970 in das benachbarte, kleinere Loquard. Doch er litt weiterhin unter schweren Depressionen, die ärztliche Betreuung und Krankenhausaufenthalte notwendig machten. Am Totensonntag im Jahre 1982 beschloß er sein Leben.


Heddäus, Heinrich
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881


Heesen, Karl, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Heesen war inaktiver Bursche und Kriegsfreiwilliger. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Hehner, Emil
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884
Studienrat an der Klinger-Ober-Real-Schule in Frankfurt am Main.


Heinbach, Hermann Heinrich, Oberlehrer
* 19. Dezember 1859 in Siegen, † 15. Juli 1905 zu Unna
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Heinbach wurde in Siegen geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Siegen studierte er neuere Sprachen an den Universitäten Berlin und Marburg. Nach dem Staatsexamen war er Schulamtskandidat in Iserlohn. Seit dem Jahre 1894 gehörte er dem Lehrerkollegium der Realschule in Unna als Oberlehrer an. Er hat in musterhafter Treue und hingebender Liebe den Lehrberuf gelebt. Bundesbruder Heinbach gehörte dem Bunde seit seiner Gründung an und war vom Sommersemester 1900 bis zu seinem Tode im Jahre 1905 Vorsitzender des jungen Altherrenverbandes.


Heine, Manfred
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1940/1941


Alfred Heinrich
Heinrich, Alfred, Dr. phil., Studienrat
* 6. November 1882, † 13. Februar 1946 zu Berlin-Tempelhof
Mitglied seit dem Sommersemester 1902


Heinrich, Felix
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Heinrich war nur ein Semester lang Mitglied und trat im Wintersemester 1895/1896 wieder aus.


Heinrich, Fritz, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Studienrat an der Friedrich-Werderschen-Ober-Real-Schule in Berlin.


Heins, Otto, Dr. phil.
* 22. Mai 1887, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1906
Bundesbruder Otto Heins war Studienrat in Bremen. Er wurde während des Ersten Weltkrieges mit dem Eisernen Kreuz sowie mit dem Bremer Hanseatenkreuz ausgezeichnet.


Heisenberg, August, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 13. November 1869, † 22. November 1930 zu München
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Heisenberg wurde in Osnabrück geboren. Er studierte klassische Philologie in Leipzig und in München sowie in Marburg vom Sommersemester 1888 bis zum Wintersemester 1891/1892. In München promovierte er im Jahre 1894 und arbeitete zunächst als Lehrer. Im Jahr 1898/1899 absolvierte er eine Studienreise nach Italien und Griechenland. Im Jahre 1901 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die mittel- und neugriechische Philologie in Würzburg, wo er ab dem Jahre 1908 als Honorarprofessor tätig war. Im Jahre 1910 wurde er zum ordentlichen Universitätsprofessor für Byzantinistik an die Universität München berufen.


Ulrich Heitland
Heitland, Ulrich
* 20. August 1937, † 19. Januar 2007 zu Marl
Mitglied seit dem Sommersemester 1959
Bundesbruder Ulrich Heitland, der zu seiner Aktivenzeit "Ule" gerufen wurde, kam aus Marl, wo er mit seiner Mutter in der elterlichen Wohnung lebte. Sein Vater, ein Lehrer, war frühzeitig verstorben. Nach dem Abitur studierte er erfolgreich Jura, zunächst an der Marburger Universität und wechselte nach vier Semestern an die Universität Münster. Er bestand sein Referendarexamen mit Auszeichnung. In seiner Aktivenzeit in Marburg war Bundesbruder Heitland ein fröhlicher, geselliger und kameradschaftlicher Bundesbruder. Er war insgesamt sehr sportlich und ein sehr guter Fechter, weswegen er im Sommersemester 1960 zum Fechtwart berufen wurde. Nach seinem Examen arbeitete er als freier Mitarbeiter in einem Anwaltsbüro. Diesen Arbeitsplatz verlor er jedoch, als sich bei ihm Anzeichen einer seelischen und körperlichen Erkrankung zeigten. Bundesbruder Heitland litt an einer Krebserkrankung, dennoch hat er den Bund mehrfach in seinen letzten Jahren besucht und sich über den Umgang und die anregenden Gespräche mit den Bundesbrüdern sehr gefreut.


Willi Held
Held, Willi, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1916
Bundesbruder Willi Held wurde während des Ersten Weltkrieges aktiv und war derzeit Fahnenjunker im Infanterie-Regiment Nr. 68, wo er das Eiserne Kreuz erhielt. Später war er als Internatsleiter am Melsunger Schülerheim tätig.


Hellwig, Jacob [Jakob], Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1890
Bundesbruder Hellwig wurde im Ersten Weltkrieg zum Hauptmann der Landwehr befördert und erhielt im Jahre 1915 das Eiserne Kreuz. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Bundesbruder Hellwig Direktor der höheren Mädchenschule in Offenbach/Main, heutige Erich-Kästner-Schule. Er ist nicht verwandt mit unserem lieben Bundesbruder Fritz Hellwig aus Bad Godesberg.


Helmbold, Wilhelm, Studienrat
* 29. August 1882 in Mühlhausen, † 6. Juni 1943 zu Wuppertal-Oberbarmen
Mitglied seit dem Sommersemester 1901
Bundesbruder Wilhelm Helmbold stammte aus Thüringen und studierte nach seiner Reifeprüfung in Marburg Germanistik, Geschichte und alte Sprachen. Einer seiner Urahnen war der bekannte protestantische Kirchenliederdichter Superintendent Ludwig Helmbold aus Mühlhausen. Nach seiner Staatsprüfung im Jahre 1901 erhielt er seine praktische Ausbildung am Staatlichen Realgymnasium in Wiesbaden, das Probejahr leistete er in Rinteln ab; und mehrere Jahre lang war er in Oberhausen tätig. Zu Ostern 1912 siedelte er für immer an die damalige Oberrealschule in Barmen-Wupperfeld (Karl-Duisberg-Oberschule für Jungen) über, an der er bis in Jahr 1934 gewirkt hatte. Aufgrund eines schon früh auftretenden Zuckerleidens entschloß er sich, schon mit 52 Jahren in den Ruhestand zu treten. Doch im Ruhestand blieb er dem Bund in Marburg sowie der Rheinfranken-Ortsgruppe in Barmen treu. Bundesbruder Helmbold ist unvermählt geblieben. In der Nacht zum 30. Mai 1943 wurde Barmen durch einen Fliegerangriff im wesentlichen dem Erdboden gleichgemacht; zwar blieb Bundesbruder Helmbold dabei unversehrt, aber dem lähmenden Schrecken hat sein schwaches Herz nur noch wenige Tage standgehalten, so daß er am 6. Juni 1943 - ohne wieder recht zu Bewußtsein gekommen zu sein - sanft entschlafen ist.


Helmchen, Günther, Dr. phil.
* 30. April 1894, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Studienrat am Lyceum in Schweidnitz.
[MGV. 1929] und [MGV. 1934]


Hemeling, Hanke-Dietrich, Dr. jur., Amtsgerichtsdirektor
* 29. November 1912, † 26. Dezember 1983 zu Osterode am Harz
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Hemken, Sophus Melchior, Studienrat
* 29. Januar 1869, † 29. Juli 1952
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Bundesbruder Sophus Melchior Hemken galt seinen Bundesbrüdern als einer, der aufgeschlossen allen Fragen gegenüber stand, die den Bund und die Burschenschaft betreffen. Er war regelmäßig bei Zusammenkünften von Rheinfranken anwesend und war einer der - leider wenigen Bundesbrüder, welche die schwarz-silber-blauen Farben in seiner VAB immer wieder gezeigt haben. Bundesbruder Hemken war Oberlehrer an der höheren Privatknabenschule Hansa-Gildemeister in Hannover. Nach seiner Pensionierung ist die Zeit nicht immer sanft mit ihm umgegangen, aber sein fester zuversichtlicher Glaube und sein Vertrauen zum Leben - wobei ihn sein gesunder Humor unterstützte - ließen ihn die Widrigkeiten überwinden, denen er gegenüber stand. Wenn je ein Bundesbruder in dem schwarz-silber-blauen Band eine gern erfüllte Bindung fürs Leben sah, so gilt das für Sophus Hemken.


Hemmer, Wilhelm, Studienrat
* 25. April 1891, † 20. August 1951 zu Bielefeld
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Wilhelm Hemmer wurde bundesintern "Spund" genannt. Nach Meinung seiner damaligen Bundesbrüder gab und gibt es wohl nur wenige Bundesbrüder, die mit solch inniger Liebe und Tatbereitschaft an ihrer alten Alma Mater Philippina und an ihrem Bunde hingen, wie Bundesbruder Hemmer es bis zu seinem Tode getan hat. Er versäumte kaum eine Gelegenheit, nach Marburg zu fahren, wenn es galt, zu grundlegenden Bundesangelegenheiten Stellung zu nehmen. Und wie oft wurde seine längst beschlossene Heimfahrt immer wieder verschoben, weil der Abschied von den vertrauten Stätten der fröhlichen Studentenzeit so überaus schwer fiel. So wie er im Jahre 1919 nach dem Ersten Weltkrieg in seinen Examenssemestern noch einmal aktiv wurde, um die Tradition des Bundes neu aufleben zu lassen, so hatte er auch in den letzten Jahren immer wieder jede Gelegenheit ergriffen, um besonders den jüngeren Bundesbrüdern mit innerer Wärme und Begeisterung Wesen und Aufgabe unseres Bundes nahe zu bringen. Von seinen Schülern verehrt und von seinen Kollegen geschätzt, blieb er sein Leben lang ein richtiger Student.


Henkel, Wilhelm, Dr. phil. Studiendirektor
* 28. Juni 1859 in Bad Nauheim, † 29. Dezember 1925 zu Gotha
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Wilhelm Henkel stammte aus Bad Nauheim, wo seine Familie in eher bescheidenen Verhältnissen lebte. Er bestand als einer der besten Schüler im Jahre 1879 das Abitur und studierte danach in Gießen, Marburg, Berlin und Leipzig neuere Sprachen, Griechisch und Germanistik und erwarb im Jahre 1884 die Lehrbefähigung in vier philologischen Fächern. Im Jahre 1886 wurde er als Oberlehrer an die Höhere Töchterschule in Gotha berufen, wo er deren Leitung ab dem Jahre 1903 übernahm. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde er zum Schulrat ernannt. Im Jahre 1924 trat er nach 38jähriger Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Da seine Frau früh verstarb und so seine glücklicher Ehe nur zehn Jahre dauerte und kinderlos blieb, schenkte Bundesbruder Henkel seine ganze Aufmerksamkeit seinen Schülern und Schülerinnen, deren Werdegang und Lebenslauf er weit über die Schulzeit hinaus verfolgte. Als Bundesbruder Henkel starb, war er seinerzeit der älteste Bundesbruder und Alte Herr mit einer Zugehörigkeit von 46 Jahren zum Bunde, dem er stets die Treue gehalten hatte.


Hentze, Walter, Dr. jur.
* 30. Juli 1899, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Hentze war vor dem Zweiten Weltkrieg Fabrikdirektor der "Georg Engelhardt und C. Chasalla Schuhfabrik AG" in Kassel.


Heraeus, Wilhelm, Dr. phil.
* 4. Dezember 1862
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Heraus wurde in Hamm geboren und studierte vom Wintersemester 1881/1882 bis Sommersemester 1883 in Marburg bzw. bis 1886 in Berlin klassische Philologie und Geschichte. Er promovierte in Berlin mit einer Arbeit über das Thema "Quaestiones criticae et palaeographicae de vetustissimis codicibus Livianis“ zum Dr. phil. Im Jahre 1887 legte er in Berlin das Staatsexamen ab und war von Ostern 1888 bis Ostern 1889 Probandus, dann Hilfslehrer am Gymnasium in Hanau. Später wechselte er an das Gymnasium in Offenbach am Main.


Hermjakob, Heinz, Dr. rer. pol., Wirtschaftsprüfer
* 2. September 1895, † 16. Januar 1955 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1919


Wolfgang Hermsdorff
Hermsdorff, Wolfgang, Redakteur
* 26. Juni 1922 in Kassel, † 28. September 2012 zu Kassel
Mitglied seit dem Dritten Trimester 1940
Bundesbruder Hermsdorff wurde in Kassel geboren. Nach Abitur und einem halben Jahr vorzeitig freiwilligem Reichsarbeitsdienst begann er mit dem Dritten Trimester 1940 ein kurzes Medizinstudium in Marburg. Sein Vater, der ebenfall Burschenschafter in Gießen war, verlangte von seinen Söhnen, falls sie studierten, in einer Studentenverbindung ihrer Wahl aktiv zu werden. Da Bundesbruder Hermsdorffs Vater mit einigen Rheinfranken befreundet war und seine Mutter durch ihre Marburger Pensionatszeit ebenso Rheinfranken kennengelernt hatte, war es für ihn fast selbstverständlich, ein Rheinfranke zu werden. Seine jüngeren Brüder wurden auch aktiv: Bruder Werner beim ATV Darmstadt und sein Bruder Armin bei der ehemaligen Turnerschaft Philippina in Marburg. Nach zwei Trimestern und dem Sommersemester 1941 wurde Bundesbruder Hermsdorff von der Luftwaffe zum Kriegsdienst eingezogen. Im Mai 1943 kam er als Unteroffizier einer Kampfgruppe der Division "Hermann Göring" in Nordafrika erst in englische, später in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft (u.a. "Fort McClellan" und "Norfolk"). Nach dem Krieg begann er in Marburg im Wintersemester 1946/1947 ein Philologiestudium mit dem Schwerpunkt Germanistik. Damals war Bundesbruder Hermsdorff der erste Sprecher nach dem Krieg, danach Fuxmajor. Zudem spielte er semesterlang die Bierorgel. Nach seinem Examen begann er im Jahre 1951 bei der Tageszeitung "Kasseler Post" ein Redaktionsvolontariat, wurde Redakteur und wechselte im Jahre 1959 zu der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen (HNA). Dort entwickelte er sich zu einem Experten für hessische und Kasseler Geschichte, veröffentlichte zahllose Beiträge, u.a. sein sogenannter "Blick zurück" erschien 1.450 Male in der HNA. Ebenso brachte Bundesbruder Hermsdorff einige Bücher heraus, beispielsweise "Kassel 1900 bis heute", "Ein Blick zurück aufs alte Kassel" oder zuletzt "Kassel-Geschichten aus der Geschichte" erschienen im Jahre 2005 beim Wartberg Verlag. Durch seine journalistische Tätigkeit erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter die Stadtmedaille Kassel (1983), die Paul-Heidelbach-Medaille (1985), die Silber-Nadel des Deutschen Journalistenverbandes (1985), die Goldene Ehrennadel des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde (1987) und die Ehrennadel der Stadt Kassel (1994). Darüber hinaus wurde er im Jahre 1995 zum Ehrenmitglied des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde e.V. ernannt. Bundesbruder Hermsdorff war mit der Buchhändlerin Hiltgard Froeb von 1954 bis zum ihrem Tode im Jahre 1996 verheiratet gewesen. Aus der Ehe sind zwei Kinder, Tochter Ulrike sowie Sohn Klaus-Dieter hervorgegangen.


Günter Herold
Herold, Günter, Diplom-Physiker
* 11. Juli 1928, † 16. März 2003 zu Garching
Mitglied seit dem Wintersemester 1949/1950
Bundesbruder Günter Herold wurde in Recklinghausen geboren, besuchte die dortige Volksschule und vom Jahre 1938 an die Hittorf-Oberschule für Jungen. Wie die meisten seines Jahrganges wurde er im Jahre 1944 zu den Luftwaffenhelfern eingezogen. 1945 erhielt er die Entlassungspapiere und gelangte auf abenteuerlichen Wegen zurück nach Hause. Ab 1946 besuchte er wieder seine alte Schule, um an ihr 1948 sein Abitur abzulegen. Bundesbruder Herold ging nach Marburg und studierte sechs Semester Physik, Mathematik und Chemie und wurde ein überzeugter Rheinfranke. Danach wechselte er an die Universität Münster, um sich auf sein Examen vorzubereiten. Im Jahre 1956 trat er seine erste Stelle bei der Firma Grundig in Fürth an, im Jahre 1959 wechselte er als Physiker zur Firma AEG Telefunken nach Ulm. Hier kam er zum ersten Mal mit besonderen Geheimhaltungspflichten zusammen, die ihn sein weiteres Berufsleben begleiteten. Das galt für seine nächste Stelle bei der Firma Eltro in Heidelberg ebenso wie insbesondere für seine Position bei der Firma ESG in München. Lange Aufenthalte in England und in den USA, Versetzungen innerhalb der Firmen nach Bremen und nach Stuttgart waren Teil seines Berufslebens. Überall hin begleitete ihn seine Ehefrau Renate, die er im Jahre 1959 in Nürnberg geheiratet hatte. München, genauer gesagt die Universitätsstadt Garching vor den Toren der bayerischen Metropole gelegen, wurde schließlich die letzte Station seines Berufslebens. Hier liegt Bundesbruder Günter Herold auch begraben.


Herold, Heinz, Oberstudienrat
* 9. August 1913, † 14. Mai 1987
Mitglied seit dem Wintersemester 1934/1935


Hertel, Hugo
Mitglied seit dem Sommersemester 1897


Hertz, Heinrich
† 1946
Mitglied seit dem Sommersemester 1931


Hesterberg, Peter
Aktiver Bursche in KM Nov. 1915
Bundesbruder Peter Hesterberg diente im Ersten Weltkrieg als Unteroffizier und erhielt er das Eiserne Kreuz.


Heinrich Hestermann
Hestermann, Heinrich
* 8. Oktober 1892, † 2. Februar 1970 zu Oldenburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Heinrich Hestermann war in Hannover geboren, hatte in Leipzig Deutsch, Französisch und Religion studiert und kam im Jahre 1912 nach Marburg, wo er in unserem Bund aktiv wurde. Im Ersten Weltkrieg erhielt er am 11. März 1917 das Eiserne Kreuz. Im Jahre 1925 heiratete er eine junge Kollegin aus Berleburg und zog mit Frau und junger Tochter nach Oldenburg, wo er bis zu seinem Tode gelebt und an drei Schulen unterrichtet hatte, u.a. als Studienrat an der Helene-Lange-Schule in Oldenburg. Es kamen noch eine Tochter und zwei Söhne zu Welt. Er erkrankte an einer schweren Lungenkrankheit, die schließlich durch einen operativen Eingriff zum Stillstand gebracht wurde, aber trotzdem eine frühzeitige Pensionierung im Jahre 1950 bedingte. Im Jahre 1961 starb der jüngste Sohn, der in Heidelberg studierte. Seine Frau erkrankte an einer progressiven Arteriosklerose des Gehirns und verstarb. Bundesbruder Hestermann hatte ihren Tod nicht mehr erfahren, da er selber schwer erkrankt war und vier Tage später seiner Frau folgte. Begleitet von einer großen Trauergemeinde wurden sie gemeinsam beerdigt.


Heß [Hess], Peter, Dr. med.
* 1. März 1922, † 21. Oktober 1969
Mitglied seit dem Wintersemester 1940/1941
Bundesbruder Peter Hess wurde in Berlin geboren und bestand sein Abitur im Jahre 1940 in Essen. Nach Absolvierung des Reichsarbeitsdienstes kam er im Jahre 1940 nach Marburg, um Medizin zu studieren. Sogleich wurde er Mitglied unseres Bundes, der damals zunächst Kameradschaft Herold, später Kameradschaft "Ritter von Schönerer" hieß. Nach dem Kriege setzte er sein durch Kriegseinsätze und Gefangenschaft unterbrochenes Studium in Marburg fort. Nach Examen und Promotion im Jahre 1948 kehrte er nach Essen zurück, wo er im pathologischen Institut der Ruhrknappschaft als Fachmann und Oberarzt bis zu seiner Niederlassung als Knappschaftsarzt im Jahre 1959 tätig war. Nach seiner Niederlassung baute er zusammen mit seiner Frau Hannelore ein histologisch-pathologisches Labor auf, das seinen Einsenderkreis aus ganz Deutschland aufzuweisen hatte.


Heusinger, H.
[KM, I.WK]


Heynhold, Günter, Studienrat
* 4. Juli 1911, † 8. November 2002 zu Wennigsen
Bundesbruder Heynhold war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Hiller, Karl Heinz
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Hermann Himmelberg
Himmelberg, Hermann, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 11. September 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Himmelberg war inaktiver Bursche und stammte aus Duisburg-Meiderich. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Er fiel durch einen Brustschuß während eines Sturmangriffes bei Szawle im Osten als Vizefeldwebel im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 97.


Hinkfoth, Otto, Dr. phil.
Bundesbruder Otto Hinkfoth war Leutnant der Reserve. Im Ersten Weltkrieg wurde er durch durch Knie-, Lungen- und Halsschuß schwer verwundet und erhielt das Eiserne Kreuz. Er hatte nach dem Krieg an der Universität Rostock studiert und war später Oberlehrer in Wismar.


Hirsch, Friedrich
Mitglied seit dem Sommersemester 1896


Hoeck, F.
[KM, I.WK]


Friedrich Höfener
Höfener, Friedrich, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 26. November 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Höfener stammte aus Malchin in Mecklenburg und war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse sowie Träger des Mecklenburgisches-Verdienst-Kreuz II. Klasse. Bundesbruder Höfener als Leutnant im Feldartillerie-Regiment Nr. 108 im Lazarett in Charlottenburg an einer Kriegsverwundung. Er wurde in seiner Heimatstadt begraben.


Eugen Karl Emil Hoefinghoff
Hoefinghoff, Eugen Karl Emil, Dr. phil.
* 29. November 1859
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Eugen Hoefinghoff wurde auf dem auf dem Hoefinghofe bei Voerde in der Provinz Westfalen als Sohn des Gutsbesitzers Hoefinghoff geborgen und besuchte die Volks- und Rektoratschule zu Voerde. Im Anschluß daran wechselte er zu Ostern 1873 an das Realgymnasium zu Hagen, wo er zu Ostern 1878 das Abitur absolvierte. Nach seinem Schulabschluß fuhr er ein halbes Jahr zur See und begann im Herbst 1878 mit dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften zunächst an der Universität München und später in Marburg. In Marburg selbst war Bundesbruder Hoefinghoff seit dem Sommersemester 1881 Mitglied im Freundeskreis des Akademischen Verein für Studierende der neueren Philologie zu Marburg und wurde später ordentlicher Ehrengast. Am 3. November 1882 legte er das Examen pro facultate docendi in Marburg ab. Zwischen 1883 und 1884 leistete er seinen Militärdienst in Coburg und trat danach sein Probejahr als Lehrer am Realgymnasium in Frankfurt/Oder an. Am Gymnasium zu Königsberg in der Neumark wurde er zunächst kommissarisch als Hilfslehrer, dann als ordentlicher Hilfslehrer am Französischen Gymnasium in Berlin tätig. Im Herbst 1887 erhielt er eine Anstellung als ordentlicher Lehrer am Gymnasium zu Luckau in der Lausitz. Im Jahre 1889 wurde er in Halle zum Dr. phil. mit seiner Arbeit zum Thema "Krystallographisch-optische Untersuchungen einiger organischer Körper" promoviert. Im Jahre 1894 wird er an das Gymnasium zu Wittstock berufen.


Heinrich Hoeffler
Hoeffler, Heinrich, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1896/1897
Bibliothekar an der Bibliothek in Berlin.


Hoese, Hans, Dr. phil., Kandidat des höheren Lehramts
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Hoese stammte aus Berlin, war inaktiver Bursche und Vizefeldwebel. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Kurt Hofacker
Hofacker, Kurt, Studienrat
* 10. Dezember 1891, † 1974 zu Hanau
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Kurt Hofacker erhielt im Ersten Weltkrieg am 19. Juli 1917 das Eiserne Kreuz II. Klasse und am 15. September 1917 das Eiserne Kreuz I. Klasse. Er war Leutnant der Reserve und Kompanieführer.


Christian Hofmann
Hofmann, Christian, Studienrat
* 26. Oktober 1880, † 7. Juni 1954 zu Marburg an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1900
Bundesbruder Hofmann wurde in Stargard in Pommern geboren. Sein Bruder war Bundesbruder Georg Hofmann, der im Jahre 1914 während des Ersten Weltkrieges in Frankreich gefallen ist.


Hofmann, Georg
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 8. September 1914 bei La-Fère-Champenoise
Mitglied seit dem Sommersemester 1905
Bundesbruder Georg Hofmann war der Bruder von Bundesbruder Christian Hofmann; er war Oberlehrer am Friedrichs-Gymnasium in Kassel. Er war Mathematiker und Physiker, fiel im Ersten Weltkrieg La-Fère-Champenoise als Leutnant im Königin-Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3.


Hofmann, Otto, Dr. jur.
* 7. Juli 1914, † 28. August 1998 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Otto Hofmann trat im Jahre 1950 als Justitiar in den Dienst der Städtischen Werke in Kassel, wechselte im Jahre 1955 zur Schleswag nach Rendsburg, wo er als Syndikus tätig war. Später übernahm er ab dem Jahre 1958 die Leitung der Rechtsabteilung bei der Rhenag in Köln. Bereits ein Jahr danach erhielt er die Prokura und durfte ab dem Jahre 1970 den Titel des Abteilungsdirektors führen. Mit der im Jahre 1971 erfolgten Gründung der Rechtsrheinischen Gas- und Wasserversorgungs-AG, einer Tochtergesellschaft der Rhenag, übernahm er dort zugleich einen Sitz im Aufsichtsrat.


Hoffmann, Bruno, Dr. med. dent.
* 13. Januar 1912, † 20. November 1969
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Hoffmann war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er war Facharzt für Kieferchirurgie in Hannover-Linden.


Eduard Hoffmann
Hoffmann, Eduard, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Hoffmann war Realschullehrer in Wiesbaden und ordentlicher Ehrengast des Akademisch-Neuphilologischen Vereins zu Marburg.


Hoffmann, Fritz
Mitglied seit dem Sommersemester 1897
Bundesbruder Fritz Hoffmann war ordentlicher Verkehrsgast des Akademisch-Neuphilologischen Vereins zu Marburg und seinerzeit Gymnasiallehrer aus der Freistadt Christiania bei Kopenhagen in Dänemark.


Hoffmann, Heinrich, Studienrat
* 29. März 1899, † 24. März 1989 zu Bad Laasphe
Mitglied seit dem Wintersemester 1918/1919
Bundesbruder Heinrich Hoffmann wurde in Kassel geboren, wo er auch sein Abitur am Wilhelms-Gymnasium bestand. Er verließ vorzeitig mit dem Abiturzeugnis im Jahre 1917 die Schule, da er zum Wehrdienst einberufen wurde. Im Jahre 1918 kam er zum Fronteinsatz. Nach dem Ersten Weltkrieg studierte er in Marburg und Hamburg Deutsch, Geschichte, Religion und Sport für das höhere Lehramt. Nach Abschluß seines Studiums im Jahre 1923, folgte die Referendarszeit am Friedrichs-Gymnasium in Kassel. Auf Vermittlung von Bundesbruder Hermann Bredtmann, wurde er von einer höheren Schule in Dortmund als Assessor mit Aussicht auf baldige Anstellung als Studienrat an die Aufbauschule in Laaspe, dem heutigen Städtischen Gymnasium Bad Laasphe, versetzt. Hier trat er im Jahre 1964 in Pension. Lange Jahre war er Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Turnvereins Bad Laasphe und wurde mit dem Ehrenbrief und der Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes ausgezeichnet. Im Zeitraum von 1951 bis 1968 tat er Dienst als Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde. 60 Jahre lang war er Mitglied in der VAB Oberlahn. Bundesbruder Heinrich Hoffman ist der Vater von unserem Bundesbruder Walter Hoffmann gewesen.


Karl Hoffmann
Hoffmann, Karl, Studienrat
* 11. Januar 1877, † 30. August 1943 zu Ilmenau (Thüringen)
Mitglied seit dem Sommersemester 1897
Bundesbruder Karl Hoffmann stammte aus Thüringen und wurde im Sommer 1897 aktiv. Bis ins hohe Alter stand er mit großzügiger Hilfe den jüngeren Bundesbrüdern, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden, still und unbemerkt zur Seite. Er wurde im Ersten Weltkrieg am 23. April 1918 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg war er bis zum Jahre 1939 Studienrat an der Oberschule in Essen-Altenessen. In seinem Thüringer Heimatland - im schönen Ilmenau - hat er seine letzte Ruhe gefunden.


Hoffmann, Walter, Dr. phil., Studiendirektor
* 18. Februar 1929, † 21. November 2002 zu Palma de Mallorca
Mitglied seit dem Sommersemester 1949
Wie sein Vater wurde auch Bundesbruder Walter Hoffmann ein Rheinfranke. Im Sommersemester 1950 wurde er auf seinen Wunsch hin abgestellt, um damals Gründungsbursche der Aktivitas der Burschenschaft Teutonia Königsberg zu Marburg zu werden; so blieb er bis zu seinem Tode in beiden Studentenverbindungen Mitglied. Bundesbruder Hoffmann studierte Deutsch und Latein in Marburg und in Freiburg und wurde im Jahre 1955 mit seiner Arbeit über regionale Mundarten in Hessen promoviert. Sein Berufsweg führte ihn an das Bad Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasium, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1991 gewirkt hat. Sehr groß waren sein Engagement und seine Opferbereitschaft, mit seiner Familie im Jahre 1960 nach Afghanistan zu gehen. Dort unterrichtete er fünf Jahre lang an der deutschen Schule in Kabul, die er zugleich kommissarisch leitete. An seiner Bad Berleburger Schule leitete er viele Jahre als Oberstufenkoordinator die Verwaltung der Sekundarstufe II. Bundesbruder Walter Hoffmann starb nach kurzer Krankheit in seinem Ferienhaus auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca.


Hohrmann, Friedrich, Dr. phil., Studiendirektor
† 15. Juli 1925 zu Bremen
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884
Bundesbruder Friedrich Hohrmann wuchs in Bremen auf, wohin er nach Abschluß seines Studiums in Marburg zurückkehrte; dort wirkte er ohne Unterbrechung an der Realschule, deren Direktor er von 1913 bis zu seinem Tode war. Bundesbruder Hohrmann war beruflich und wissenschaftlich gleichermaßen interessiert. Ihn prägten unermüdliche Schaffenskraft, Bescheidenheit, hoher Idealismus, Herzensgüte und Treue. Diese Treue hielt er auch zu seinem Bund in Marburg, wenn auch seine rastlose Tätigkeit im Beruf und im Dienst in der Kirche, in der Berufsvertretung und in seinem weiten Freundeskreis ihm nicht immer genug Zeit ließ, sein altes, liebes Marburg aufzusuchen. Als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die Bundesbrüder zusammengerufen wurden, um den Bund wieder zu erwecken, war Bundesbruder Hohrmann einer der ersten, die ihre Bereitschaft dazu kundtaten. Als sein Sohn Hans Herrmann zum Studium nach Marburg ging, war es ganz selbstverständlich, daß er zu den Rheinfranken kam.


Hohrmann, Hans Hermann, Dr. jur., Oberregierungsrat
* 10. März 1905, † 15. März 1975
Mitglied seit dem Wintersemester 1923/1924
Bundesbruder Hans Hermann Hohrmann stammte aus Bremen und war der Sohn von Bundesbruder Friedrich Hohrmann. In seiner Aktivenzeit war er Sprecher und Fuxmajor und übernahm, obwohl bereits inaktiviert, noch einmal das Amt des Sprechers. Im Jahre 1927 beendete er sein juristisches Studium in Marburg mit Ablegung der ersten juristischen Staatsprüfung, promovierte während seiner Referendarzeit und bestand im Jahre 1931 sein Assessorexamen. Nach kurzer Zeit als Hilfsrichter trat er im Jahre 1932 in die Reichsfinanzverwaltung ein. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Soldat in Frankreich und zuletzt als Oberleutnant in Rußland. Im Jahre 1944 erwirkte das Reichsfinanzministerium seine Beurlaubung, um ihn - aufgrund seiner fachlichen Qualifikation - zum persönlichen Referenten des Staatssekretärs zu bestellen. In seiner Position als Oberregierungsrat folgte nach Kriegsende eine einjährige Internierung durch die US-amerikanische Besatzungmacht. Danach leitete Bundesbruder Hohrmann eine im Familienbesitz befindliche große Mühle im Bezirk Northeim als Prokurist. Im Jahre 1951 wurde er ins Bundesfinanzministerium übernommen und im Jahre 1959 zum Oberfinanzpräsidenten in Berlin ernannt. Diesen Posten hatte er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1970 inne. Der Marburger Burschenschaft Rheinfranken hat er stets die Treue gehalten. Auch in der VAB Zehlendorf war er während seiner gesamten Berliner Zeit aktiv und in den letzten Jahren deren Vorsitzender. Kurz nach seinem 70. Geburtstag verstarb Bundesbruder Hohrmann plötzlich und unerwartet.


Holtschmidt, Wilhelm, Dr. phil.
* 22. November 1889, †
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Studienrat am Friedrichs-Gymnasium in Herford.


Homann, Wilhelm, stud. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Homann ist dem Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg als ordentlicher Verkehrsgast beigetreten.


Hopf, Werner
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1926


Höper, Olaf, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1929


Hornig, Wolfgang, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 9. März 1912, † 30. Mai 1987 zu Marburg an der Lahn
Ehrenmitglied seit dem Sommersemester 1950
Bundesbruder Hornig war geistiger Mentor und Ehrenmitglied der Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er war seit dem Sommersemester 1931 Mitglied der Burschenschaft Saxonia zu Breslau. Da Bundesbruder Hornig in Marburg lebte, war er jahrzehntelang Paukarzt auf dem Rheinfrankenhaus.


Horváth, Lehramtskandidat
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Horváth war im Jahre 1913 Probekandidat an der Schule im ungarischen Kaschau (Kassa).
[MGV. 1913]


Hosch, Georg, Oberlehrer
* 14. August 1871 in Biedenkopf, † 25. Juni 1911 zu Bonn
Mitglied seit dem Sommersemester 1889
Bundesbruder Georg Hosch wurde in Biedenkopf geboren und besuchte dort zuerst die Volksschule, dann das Realprogymnasium in Biedenkopf und danach das Realgymnasium in Kassel. Nach bestandener Reifeprüfung studierte er dann in Marburg und kurzzeitig in München neuere Sprachen und beendete er seine Studien wiederum in Marburg, wo er im Juli 1895 die Prüfung bestand. Sein Probejahr leistete er in Wiesbaden ab und auch die Vorbereitungszeit für den Lehrberuf führte ihn nach Wiesbaden, wo er von 1896 bis 1897 das Seminarjahr ablegte. Ein Teil seiner Probezeit verbrachte er mit Erlaubnis der Schulbehörde in England, um sich im praktischen Gebrauch der englischen Sprache zu üben. Er verweilte vorzugsweise in Oxford, London und Dover und hielt sich auch einige Zeit in Genf zu Studienzwecken auf. Zurück in Deutschland trat er zu Ostern 1898 in das Lehramt als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Realprogymnasium in Geisenheim ein und wurde schließlich im Jahre 1899 als Oberlehrer an das Bonner Gymnasium berufen. Dort ist er als angesehenes Mitglied des Kollegiums überaus erfolgreich tätig gewesen. Unermüdlich war er bestrebt, seinen Schülern Kenntnisse auf den Lebensweg mitzugeben, verlangte aber peinliche und gewissenhafte Arbeit von ihnen. Sein Tod bedeutete einen schweren Verlust für die Anstalt, der er über zwölf Jahre angehörte. Aber auch die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verlor viel in ihm; seine Bundesbrüder betrauerten in ihm einen eifrigen Bundesbruder, der alle Angelegenheiten des Bundesmit großem Interesse verfolgte. Einen Bundesbruder, dessen Ratschläge gern gehört und befolgt wurden. Bundesbruder Hosch verließ damals als Alter Herr im Juli 1905 Marburg und fand bald darauf seine treue Lebensgefährtin, Frau Adele Hosch, geb. Zucealmaglio, mit der er still und zurückgezogen in glücklicher Ehe lebte. Mit inniger Liebe hing er an seinen beiden Kindern, einem Mädchen und einem Knaben. Aber sein Glück sollte nicht von allzu langer Dauer sein, denn nach längerer Krankheit starb Bundesbruder Georg Hosch am 25. Juni 1911 im noch nicht vollendeten 40. Lebensjahre.


Hout, Ernst, Dr. med.
* 14. Juli 1899, † 1964
Mitglied seit dem Wintersemester 1920/1921
Bundesbruder Hout war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Hübscher, Johannes, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Hübscher war Lehrer an der L'ècole industrielle cantonale et au gymn. scient. in Lausanne.


Hünerhoff, August, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 2. Mai 1870, † 7. Januar 1939 zu Bielefeld
Mitglied seit dem Sommersemester 1890
Bundesbruder Hünerhoff kam damals vom Neuphilologischen Verein aus Leipzig zum Studium nach Marburg. Er absolvierte im Wintersemester 1892/1893 sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt.


Hüther, Fritz, stud. phil.
† 2. Oktober 1917 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1917
Bundesbruder Fritz Hüther stammte aus Eschwege und war aktiver Bursche. Er war Jäger im Ersatz-Jäger-Bataillon Nr. 11 in Marburg und starb nach einer Diphtherieinfektion im Lazarett zu Marburg. Bundesbruder Hüther wurde in seiner Heimatstadt Eschwege beerdigt.


Hummeltenberg, Max, Dr. phil., Diplom-Psychologe
* 8. Oktober 1913, † 2004 zu Nassenheide
Mitglied seit dem Sommersemester 1934
Bundesbruder Hummeltenberg kam nach dem Zweiten Weltkrieg in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ), die spätere DDR. Dort war er ein bedeutender Übersetzer russischer Literatur sowie von Kinderbüchern. Vor dem Krieg ist er im Jahre 1939 in Marburg zum Dr. phil. promoviert worden. Er schrieb über das Thema "Vorstellungstypus, Gedächtnis und Gesamtpersönlichkeit".


Hundt, Wolfram, Pharamareferent
* 28. April 1921, † 22. Dezember 1997 zu Marburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Hunsicker, Walter, Dr. med.
* 24. März 1921, † 30. April 1988
Mitglied seit dem Wintersemester 1943/1944
Bundesbruder Walter Hunsicker wurde nach seiner Heimkehr aus den USA Oberarzt am Knappschaftskrankenhaus.


Huppelsberg, Paul, Dr. jur., Rechtsanwalt
* 14. März 1907, † 24. Dezember 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Paul Huppelsberg wurde in Wuppertal-Barmen geboren und war als Student der Rechtswissenschaft im Sommer 1926 in der (damals jungen) Burschenschaft Rheinfranken aktiv geworden. Er gehörte zu den Aktiven, die damals unserer noch probenden Burschenschaft Rheinfranken rasch zu Ansehen im Kreise der Marburger Korporationen - vor allem im Kreise der örtlichen Burschenschaften - verhalfen; nicht zuletzt Dank der persönlichen Haltung, die von der burschenschaftlichen Arbeit bis hin zum Einsatz im Fechtbetrieb reichte. Nach Staatsexamen und Promotion wurde Bundesbruder Huppelsberg Rechtsbeigeordneter in Remscheid. Eine erfolgreiche Laufbahn im öffentlichen Dienst schien vorgezeichnet zu sein, aber Krieg und Nachkriegswirren machten ihr vorerst ein Ende. Nach Rückkehr aus englischer Gefangenschaft im Winter 1947/1948 ließ er sich in Düsseldorf nieder, um einen neuen Anfang zu machen. Zunächst wurde Bundesbruder Huppelsberg Assistent bei einem Wirtschaftsprüfer, bevor er sich als Rechtsanwalt niederließ. Nach Jahren harter Arbeit stellte sich schließlich der Erfolg ein: Der Rat des wirtschaftlich erfahrenen Rechtsanwaltes war zusehends gefragt - zuletzt auch als Verbandsjustitiar. Bundesbruder Huppelsberg liebte seine Rheinfranken: Unvergessen sind die Semestertänze an den Stiftungsfesten, wenn er das Kommando übernahm und durch immer neue Varianten und Einfälle einen fröhlichen Wirbel hervorrief. Auch war Bundesbruder Huppelsberg Vorsitzender des Altherrenverbandes im Jahre 1951. Seine große Sorge galt dem Zusammenhalt der Deutschen Burschenschaft; er vertrat mit Bundesbruder Georg Fischer und Bundesbruder Fritz Hellwig bereits im Jahre 1950 den Bund bei der Wiedererrichtung der Vereinigung Alter Burschenschafter auf dem Burschen- und Altherrentag in Bingen-Rüderheim. Auch vor Ort hatte er mit großem persönlichen Einsatz sehr viel für den bundesbrüderlichen Zusammenhalt getan. So schuf er mit der Tradition des Martinsgans-Essens eine stehende Einrichtung, die jahraus und jahrein um den Martinstag herum eine wachsende Zahl von Bundesschwestern und Bundesbrüdern vereinigte.


Udo Huppers
Huppers, Udo, Rechtsanwalt und Justitiar
* 11. September 1912; † 9. Januar 2009 zu Bad Nauheim
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Udo Huppers ist in Oberhausen aufgewachsen. Unmittelbar nach dem Abitur zog die Familie nach Weidenau bei Siegen. Im Jahre 1931 wurde er bei den Rheinfranken aktiv, geworben bzw. gekeilt durch seinen Vetter, Bundesbruder Edgar Limper, der im Zweiten Weltkrieg als Stabsarzt gefallen ist. Edgar Limper war wiederum der Sohn von Paul Limper, dessen Firma im Jahre 1927 das Rheinfrankenhaus erbaut hatte. Als Leibbursch wählte sich Bundesbruder Huppers seinen Bundesbruder Heinz Tetenberg; seine Leibfüxe wurden die Bundesbrüder Ernst-Adolf König und Erich Blumtritt. Kurz nach dem juristischen Staatsexamen wurde Bundesbruder Huppers zur Wehrmacht eingezogen und nahm am Ostfeldzug bei der "Berittenen Artillerie" teil. Besonders die Panzerschlacht bei Orel hatte ihn bis ins hohe Alter intensiv beschäftigt: Der Kompaniechef war seinerzeit gefallen und die Verantwortung lag nun bei ihm. Die feindlichen Panzer waren nur noch 100 Meter entfernt, so daß er sich entschloß, den Rückzug zu befehlen. Ein Kriegsgerichtverfahren hätte die Folge sein können. Die Kriegsgefangenschaft blieb ihm erspart, so daß er im Jahre 1947 seine Tätigkeit in Duisburg als Justitiar aufnahm. Im Jahre 1949 kam er in die Rechtsabteilung der Firma Klöckner-Bergbau Victor-Ickern AG in Castrop-Rauxel; zur gleichen Zeit erfolgte auch seine Zulassung als Rechtsanwalt. Zeitgleich war Bundesbruder Albrecht Schöner als Oberstudiendirektor am Adalbert-Stifter-Gymnasium in Castrop tätig, so daß sich beide zusammen damals sehr um Rheinfranken-Nachwuchs bemühten. Es wird erzählt, daß ganze Schulklassen in das geräumige Haus von Bundesbruder Huppers eingeladen wurden, um sie vom schönsten aller Studienorte, nämlich Marburg, zu überzeugen. Nach einem häuslichen Unfall zog Bundesbruder Huppers in das Seniorenheim Äskulap in Bad Nauheim. Bundesbruder Huppers hat von 1948 bis 1998 an jedem Stiftungsfest teilgenommen, war lange Jahre Mitglied des Beirates und ein eifriger Artikelschreiber für die Rheinfranken-Zeitung und Bundesgeschichte. Bundesbruder Huppers ist der Vater von unserem Bundesbruder Reinhard Huppers.



I

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Iber, Ferdinand August Ludwig, Dr. phil., Studienrat
* 24. Februar 1891 in Welferode; † 1970 zu Bückeburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1909/1910
Bundesbruder Ferdinand Iber wurde in Welferode geboren, besuchte das Gymnasium in Rinteln und studierte zunächst in Marburg und später in München. In Marburg promovierte er und erhielt im Jahre 1914 die Doktorwürde verliehen. Als Studienreferendar war er anfangs in Fulda, als Assessor an einer Privatschule in Bublitz (Pommern) und später als Rektor der Ernst-Moritz-Arndt-Mittelschule in Bublitz (Pommern) tätig. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg siedelte Bundesbruder Iber mit seiner Familie zunächst nach Köslin und schließlich nach Bückeburg über, wo er bis zum Jahre 1956 als Studienrat tätig war.


Heinrich Iber
Iber, Heinrich, Dr. phil., Studienrat
* 17. März 1857 in Wasenberg; † 19. Juli 1941 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1878
Bundesbruder Heinrich Iber wurde in Wasenberg im Kreis Ziegenhain geboren, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld im Zeitraum von 1871 bis 1876 und studierte nach dem Abitur in Marburg klassische Philologie und Geschichte. Während seiner Marburger Studienzeit wurde er zum Gründungsmitglied des Philologisch-Historischen Vereins. Am 30. Januar 1880 bestand er die Prüfung pro facultate docendi und trat im Frühjahr 1881 sein Probejahr am Königlichen Gymnasium zu Fulda an. Nach Ablauf der Probezeit wurde er zum wissenschaftlichen Hildslehrer ernannt und wechselte im Herbst 1882 als ordentlicher Lehrer an das Realprogymnasium in Schmalkalden. Erst im Jahre 1887 erlangte er auf Grund seiner Dissertation über das Thema "De dativi usu Tibulliano" die philosophische Doktorwürde. Ab dem Jahre 1889 wird er an das Wilhelms-Gymnasium zu Kassel berufen.


Ispert, Rudolf
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Bundesbruder Ispert wurde im Wintersemester 1881/1882 zum Alten Herren ernannt und lebte in Waldbroel bei Köln.


Isselbächer, Karl
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Isselbächer wurde im Wintersemester 1884/1885 zum Alten Herren ernannt und war Studienrat an der Ober-Real-Schule in Gummersbach.



J

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Jacobs, Johannes, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Bundesbruder Jacobs war im Jahre 1913 als Kustos bzw. damals verbeamteter Wissenschaftler (Kurator) der anthropologisch-prähistorische Sammlung an der Königlich Bayerischen Ludwig-Maximilians-Universität zun München angestellt.
[MGV. 1913]


Jäde, Ernst Friedrich "Erich", Studienrat
* 15. Oktober 1864 in Bremen, † 18. Februar 1921 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Erich Jäde studierte zunächst in Leipzig, dann in Marburg. Im Sommer 1887 bestand er seine Staatsprüfung und lebte nach Ablegung des Probejahres mehrere Jahre als Erzieher in Rußland und in Finnland. Im Anschluß daran war er 13 Jahre lang an der Realschule der Stadt Köln tätig. Häufige Reisen, u.a. Frankreich, England und Italien, ergänzten seine Studien. Seit Ostern 1904 wirkte er an der Klinger-Oberrealschule in Frankfurt am Main. Das Familienglück blieb ihm versagt, so daß seine ganze Kraft und Hingabe als Lehrer dem Dienste an der Jugend und an der Gemeinschaft gehörte. Aus voller Tätigkeit riß ihn am 18. Februar 1921 nach nur fünftägiger Krankheit eine tückische Lungenentzündung dahin. Alle Liebe und Anerkennung, die sich Bundesbruder Jäde erworben hatte, fand bei der Trauerfeier auf dem Frankfurter Hauptfriedhof ergreifenden Ausdruck. Von Marburg aus waren drei Chargierte gekommen und während der Sarg langsam hinabgelassen wurde, senkte sich zum letzten Gruße die schwarz-silber-blaue Rheinfrankenglagge über ihm.


Jaeschke, Max, Dr. phil., Lehrer
* 1861
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886
Bundesbruder Jaeschke wurde in Niesky (Kreis Rothenburg) geboren und absolvierte sein Abitur auf dem Gymnasium in Ratibor. Er studierte an den Universitäten Halle, München, Berlin und Marburg Geschichte, Erdkunde, alte Sprachen sowie Deutsch. Von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg wurde er am 21. Dezember 1887 auf Grund seiner Arbeit über das Thema "Physiographie des Meissnerlandes“ zum Dr. phil. promoviert und bestand die Prüfung für das höhere Lehramt am 16. Januar 1891, nachdem er zuvor ein Jahr lang in Paris eine Privatanstellung als Lehrer bekleidete. Sein Seminarjahr legte er von Ostern 1891 bis Ostern 1892 an der Königlichen Ritterakademie zu Liegnitz ab. Das Probejahr trat er am evangelischen Gymnasium in Groß-Glogau an. Später arbeite er in Steglitz.


Erich Jessel
Jessel, Erich, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 17. September 1916
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Jessel stammte aus Ludwigslust und war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Vizefeldwebel im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 214 bei Vermandovillers in Frankreich.


Jokisch, Hans
* 9. Februar 1897, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Studienrat am Reform-Realgymnasium in Goldberg (Schlesien).
[MGV. 1929] und [MGV. 1934]


Johann, Reimer Wilhelm, Apotheker
* 19. Juli 1908, † 7. Juni 1955 zu Flensburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Reimer Wilhelm Johann war mit Leib und Seele Burschenschafter. Im Berufsleben setzte er sich selbst das Ziel, als Apotheker auch noch Lebensmittelchemiker zu werden. Doch es traten schon ab dem Jahre 1942 erste Krankheitssymptome auf, die auf eine unheilbare Erkrankung hindeuteten. Ein unbeschreiblicher Leidensweg begann bis er im Alter von nur 47 Jahren erlöst wurde.


Carl-Friedrich Juhnke
Juhnke, Carl-Friedrich
* 25. August 1935, † 9. September 2012 zu Steinbach im Taunus
Mitglied seit dem Sommersemester 1956
Bundesbruder Carl-Friedrich Juhnke wurde in Berlin geboren und lebte dort bis zum Jahre 1943. Danach folgte der Umzug nach Hattenbach im Kreis Hersfeld sowie später nach Frankfurt am Main, wo Bundesbruder Juhnke im Jahre 1956 das Abitur absolvierte. Im dem Sommersemester 1956 begann er sein Studium der Rechtswissenschaften in Marburg, Frankfurt am Main und München, wo er im Jahre 1960 sein Examen machte. Als Bankkaufmann folgten Tätigkeiten bei verschiedenen Kreditinstituten, insbesondere in den Bereichen Kredit, Factoring, Derivate, Investment-Banking und Immobilienfinanzierung bzw. Immobilienverkauf. Zuletzt war Bundesbruder Juhnke über 20 Jahre lang im Bankhaus Salomon Oppenheim in Frankfurt am Main in leitender Funktion tätig bis er im Jahre 1996 in den Ruhestand trat. Bekannt war und bleibt Bundesbruder Carl-Friedrich Juhnke, da er über viele Jahre hinweg das Ebbelwoi-Treffen der Rheinfranken-Ortsgruppe organisierte, das er einst von Bundesbruder Altendorf übernommen hatte.


Juhnke, Walter
* 22. Juli 1902, † April 1979
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Walter Juhnke war nach seiner Studienzeit zunächst Referendar bei der Deutschen Siedlungsbank in Berlin, verließ aber die Burschenschaft Rheinfranken zum Ende des Jahres 1960, da er Mitglied bei der Alten Czernowitzer Burschenschaft Arminia zu Salzburg wurde.


Junge, Arthur
* 24. Mai 1884 in Zittau (Sachsen)
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Arthur Junge absolvierte sein Abitur am Realgymnasium in Zittau und studierte im ersten Semester in Marburg die Fächer Französisch und Englisch. Ab dem Wintersemester 1904/1905 studierte er in Leipzig weiter, so daß er als auswärtiges Mitglied geführt. Der Bund erhielt im Wintersemester 1909/1910 die Mitteilung, daß er verstorben ist.


Junghans, Friedrich
Mitglied seit dem Sommersemester 1897


Jürgscheit [Jürkscheit], Fritz
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Junker, Herbert, Amtsgerichtsdirektor
* 18. September 1921, † 8. November 1996 zu Marburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Wilhelm Junker
Junker, Wilhelm, stud. phil.
† 14. Juni 1898 zu Marburg an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1897
Bundesbruder Wilhelm Junker stammte aus Stettin und starb als aktives Mitglied in Marburg. An seiner Beerdigung nahmen die vier in Marburg anwesenden Ehrenmitglieder Bundesbruder Prof. Dr. Eduard Koschwitz, Bundesbruder Prof. Dr. Edward Schröder, Bundesbruder Prof. Dr. Wilhelm Vietor sowie Bundesbruder PD Dr. Wilhelm Wrede teil. In Folge der Trauerzeit fielen sämtliche, geplanten Festlichkeiten, u.a. das Stiftungsfest, die entsprechende Faßpartie sowie die Abschlußkneipe des Sommersemesters 1898 aus.



K

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Kadner, Siegfried, Dr. phil., Studienrat
* 29. Mai 1887, † 19. April 1970
Mitglied seit dem Wintersemester 1906/1907
Bundesbruder Siegfried Kadner erhielt am 24. Dezember 1916 das Eiserne Kreuz.


Kähler [Kaehler], Johannes, Dr. phil., Oberlehrer
† 1886
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Johannes Kähler stammte aus Klein Siems bei Schönberg in Mecklenburg. Er ist in den Sommerferien 1886 verstorben.


Kämpfinger, Paul, Studienrat
* 5. März 1891, † 4. April 1955 zu Varel
Mitglied seit dem Sommersemester 1910


Paul Kaiser
Kaiser, Paul, stud. phil.
† 11. Mai 1905 zu Berlin
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Kaiser stammte aus Ohligs (Rheinland) und hatte als aktives Mitglied in Marburg mit dem Studium begonnen, wechselte danach den Hochschulort für ein Gastsemester in Berlin, wo er im Sommer verstarb.


Kahnt, Paul, Dr. phil., Studienrat
* 1862, † 1922 zu Weimar
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Kahnt wurde in Dorna bei Gera geboren und besuchte von 1871 bis 1881 das Realgymnasium in Gera. Er studierte von 1881 bis 1885 neuere Sprachen in Leipzig und später in Marburg. Im Sommer 1885 wurde er mit seiner Arbeit über "Gedankenkreis der Sentenzen in Jodelle's und Garnier's Tragödien und Seneca's Einfluß auf denselben" zum Dr. phil. promoviert und bestand dort, nachdem er den Winter 1885/1886 in England verbracht hatte, im Sommer 1887 die Staatsprüfung. Von Herbst 1887 an war er Probekandidat am Realgymnasium in Barmen. Von Herbst 1892 bis Herbst 1894 war er als Hilfslehrer am Gymnasium in Wetzlar beschäftigt, wurde jedoch später an das Realgymnasium in Duisburg versetzt.


Kalbfleisch, Karl, Dr. phil., Universitätsprofessor
* 22. März 1852, † 28. Januar 1933
Mitglied seit dem Wintersemester 1911/1912 über den P.h.V.
Bundesbruder Kalbfleisch gehörte dem altphilologischen Zweig des Philologisch-Historischen Vereins an, der später über die wissenschaftlichen Verbindung Hercynia wiederum auf die Marburger Burschenschaft verschmolzen wurde. Seit dem Wintersemester 1911/1912 war er geistiger Mentor und Ehrenmitglied.
[MGV. 1913]


Werner Kaliebe
Kaliebe, Werner, Kandidat des höheren Lehramts
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 29. Dezember 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Kaliebe stammte aus Treptow an der Rega (Westpommern) und war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Einjährig-Freiwilliger im Grenadier-Regiment Nr. 2, als er auf Patrouille bei Mlawa war.


Richard Kalischer
Kalischer, Richard
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Studienrat am Andreas-Realgymnasium, Karlshorst/Berlin.


Kalthoff, Wilhelm, Dr. phil.
* 24. März 1901, † 1949 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Studienrat an der Ober-Real-Schule in Hagen.


Kappus, Carl [Karl], Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 6. März 1879 in Frankfurt am Main, † 1951 zu Berlin Dahlem
Mitglied seit dem Wintersemester 1898/1899
Bundesbruder Kappus wurde in Frankfurt am Main geboren. Im Winter 1898 begann er mit dem Studium alter Sprachen und Französisch in Marburg. Im Jahre 1904 absolvierte er sein Staatsexamen und war bis zum Jahre 1906 im Probe- und Seminarjahr angestellt. Im Jahre 1906 wurde er Studienrat am Königlichen Gymnasium in Wiesbaden, wechselte jedoch dann als Studienrat an das Prinz-Heinrich-Gymnasium in Berlin Schöneberg. Im Jahre 1925 wurde er Oberstudiendirektor am Gymnasium in Templin und im Jahre 1930 Oberstudiendirektor am Arndt-Gymnasium in Berlin Dahlem, wo er bis zum Jahre 1951 blieb. Diese normal erscheinende Laufbahn vom Kandidaten des Höheren Schulamts bis zum Oberstudiendirektor überhöhte sich indessen durch Sonderaufträge und Sonderberufungen, die Bundesbruder Kappus seiner außergewöhnlichen Sprachbegabung zu danken hatte. Im Schulunterricht lernte er bereits heimlich unter der Bank Portugiesisch - Neugriechisch war für ihn übrigens eine Selbstverständlichkeit. Er sprach auch Russisch und Türkisch. Die Krone seiner Sprachstudien war das Sanskrit und dem indogermanischen Ablativ galt seine Promotionsschrift. All diese Kenntnisse vermittelten ihm zunächst eine frühzeitige Professur am Orientalischen Seminar in Berlin und im Jahre 1949 dann eine Professur an der Freien Universität Berlin. Dank seines pädagogischen Geschicks wurde ihm zeitweise die Stelle eines Prinzenerziehers am Hofe eines Hohenzollernprinzen in Potsdam übertragen. Manche Schrift hat er im Laufe seines Lebens veröffentlicht. Vor allem ist ihm die Mitherausgabe der nach neuen Gesichtspunkten orientierten Griechischen Grammatik von Kaegi zu danken. Und trotz seiner umfangreichen Aufgaben als Erzieher und Fachgelehrter fand Bundesbruder Kappus immer noch die Zeit, zu unseren Rheinfrankenabenden zu kommen; dann strahlte er in der Erinnerung an die Marburger Zeit, an die Wanderungen zu den kleinen Städten des Hessenlandes. Bundesbruder Kappus starb an den Folgen eines Schlaganfalles.


Kaschner, Otto, Studienrat
* 14. Mai 1909, † 19. Oktober 1988 zu Bremen
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Otto "Ottjen" Kaschner hatte als jüngster seiner Klasse an der Oberrealschule seiner Heimatstadt Bremen das Abitur bestanden. Danach entschloß er sich, in Marburg Philologie zu studieren und kam auf Empfehlung von Bundesbruder Georg Fischer zu den Rheinfranken. Da er musikalisch äußerst begabt und zugleich einer sehr guter Pianist war, musizierte er mit unserem später im Krieg gefallenen Bundesbruder Werner Hopf, meist sonntagnachmittags auf dem Rheinfrankenhaus. Ihre meisterlichen Darbietungen als Einlagen bei Tanzveranstaltungen wurden stets mit großem Applaus belohnt. Mit ordnender Hand betreute Bundesbruder Kaschner die damals bereits recht umfangreiche, philologisch ausgerichtete Hausbibliothek. Auf eine kleine schmissähnliche Narbe an seiner Oberlippe angesprochen, erfuhr man, daß diese nicht von einer Mensur stammte, sondern von einem kleinen Unfall, der im Rahmen seiner Statistentätigkeit am Bremer Stadttheater herrührte. Als Bundesbruder Hans Becker in Köln für seine in den 1920'er Jahren gegründete "German-English-Fellowship" (Schüleraustauschprogramm) wegen eigener Überlastung einen geeigneten Assistenten suchte, fand er in Bundesbruder Kaschner den geeigneten Kandidaten. Und so unternahm Bundesbruder Kaschner nach intensiver Vorbereitung während der Semesterferien mit Gruppen englischer Studenten als gewandter Fremdenführer kulturhistorische Exkursionen nach Süddeutschland. Anläßlich einer Einladung nach Stockholm durch unseren dort tätigen Bundesbruder Karl Engelhardt lernte er bei einer Gesellschaft den schwedischen Bildhauer Eric Grate kennen. Dieser arbeitete zu jener Zeit mit einem Staatsstipendium in Paris und er lud Bundesbruder Kaschner ein, ihn dort zu besuchen. Wiederum mit Bundesbruder Egon Bünger, dessen Leibbursch er war, machten sie sich gemeinsam auf den Weg und erkundeten neben dem Bohèmeleben auf dem Montmatre das facettenreiche Leben der Weltstadt Paris. Kurze Zeit später wurde er durch Vermittlung von Bundesbruder Hermann Bredtmann für eine Weile Prinzenerzieher auf Schloß Varlar bei Coesfeld. Es war eine Tätigkeit, welche ihm eine freundschaftliche Beziehung zu seinem Schützling bis zu dessen Tod im Rußlandfeldzug einbrachte. Nach abgeschlossenen Studium verließ Bundesbruder Kaschner im Jahre 1934 Marburg und begann eine Lehrtätigkeit am Bremer Barkhoff-Gymnasium. Während des Zweiten Weltkrieges war er bei den zunehmenden Luftangriffen mit der Schülerlandverschickung beauftragt. Nach kurzem Fronteinsatz mit anschließender Gefangenschaft war er in einer kurzen Übergangsphase bis zur Wiedereinstellung in den Schuldienst im Holzhandel tätig. Seine hierbei gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse faßte er in einer Abhandlung mit dem Titel "Rohstoff Holz" zusammen, welche dann im Jahre 1951 als Arbeitbuch für die Oberstufe von der Arbeitsgemeinschaft "Bremer Schule" übernommen wurde. Zahlreiche schulische Aktivitäten, eine von ihm redigierte Schülerzeitung sowie ein Schüleraustauschprogramm zwischen englischen, französischen und deutschen Schülern führten dazu, daß man Bundesbruder Kaschner eine Teildozentur an der pädagogischen Hochschule übertrug. Nach der Gründung der Bremer Universität wurde er sogar als Professor auf den Lehrstuhl für französische Literatur- und Sprachwissenschaften berufen; dieses Amt leitete er bis zu seiner Emeritierung. Bundesbruder Otto Kaschner ist der Vater von unserem Bundesbruder Lutz Kaschner sowie der Großvater von unserem Bundesbruder Jens Kaschner gewesen.


Kasten, Paul, Dr. med.
* 30. November 1908, † 29. Januar 1998 zu Meckenheim
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Kasper, Adolf, Dr. jur.
* 1. Mai 1909, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Sohn von Bundesbruder Karl Kasper aus Bad Homburg v. d. H.


Karl Kasper
Kasper, Karl, Studienrat
* 23. Dezember 1875, † 28. Januar 1949 zu Bad Homburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Studienrat am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg v. d. H. und Vater von Bundesbruder Adolf Kasper. Bundesbruder Kasper starb im Alter von 74 Jahren nach einem Schlaganfall verbunden mit einer Grippeerkrankung.


Keller, Gerhard, Dr. jur., Amtsgerichtsrat
* 16. Januar 1897, † 29. Januar 1966 zu Koblenz
Mitglied seit dem Wintersemester 1914/1915
Bundesbruder Gerhard Keller stammte kam aus Stolberg bei Aachen. Er begann im Wintersemester 1914/1915 sein Studium in Marburg und wurde gleich am ersten Abend in unserem Bund aktiv. Im nächsten Semester meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und kam im Jahre 1916 an die Westfront. Seit 1918 war er Leutnant und war im Jahre 1920 als Zeitfreiwilliger im Einsatz mit einem Marburger Studentenkorps in Thüringen. Nach Wiederaufnahme seines Studiums bestand er im Jahre 1922 sein Examen. Bundesbruder Keller wurde 1927 Assessor und war später als Richter in Seelow, Köln, Bonn und Koblenz tätig. Ab dem Jahre 1937 war er als Amtsgerichtsrat in Euskirchen tätig. Am Zweiten Weltkrieg nahm Bundesbruder Keller als Hauptmann und Batteriechef in Frankreich und Russland teil. Nach dem Krieg teilte er das Schicksal vieler Deutscher, denn er wurde von 1946 bis 1951 als Elektro-Hilfsarbeiter bei den Reichswerken Salzgitter eingesetzt, zuletzt 1952 als juristischer Sacharbeiter. Erst viele Jahre später wurde er wieder zum Amtsgerichtsrat in Koblenz ernannt. Als er im Jahre 1962 pensioniert wurde, ist er Justiziar bei einer Koblenzer Bank geworden. An einem Nachmittag wurde er beim Überqueren einer Straße von einem Auto angefahren, durch die Luft gegen die Windschutzscheibe geschleudert und so schwer verletzt, daß er zwei Stunden später im Krankenhaus starb.


Karl Kemper
Kemper, Karl
* 20. August 1895
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Studienrat am Realgymnasium in Ohligs-Wald (Stadtteil von Solingen).


Georg Kern
Kern, Georg "Schorsch"
† 1926 zu Marburg an der Lahn
Georg Kern war jahrelang treuer Couleurdiener des Bundes. Mit seinem Rufnamen "Schorsch" bedeutete er für den Bund ein Stück Geschichte. Für drei lange Jahrzehnte war Schorsch dem Bund ein treuer, zuverlässiger Fax, ohne den das Bundesleben den Bundesbrüdern damals nur schwer vorstellbar war. Er hatte zu jedem Bundesbruder eine enge und sehr persönliche Beziehung, ohne aber jemals die ihm durch seine zur Natur gewordene ruhige und vornehme Bescheidenheit gezogenen Grenzen zu überschreiten. Viele der ehemalig aktiven Bundesbrüder haben sich zu den verschiedensten Anlässen in seinem kleinen Schusterstübchen in der Marburger Kugelgasse gegenüber dem "Kugelhäuschen" getroffen, um dort wiederum andere Bundesbrüder zu treffen, Erlebnisse auszutauschen, Schuhe zur Reparatur zu bringen oder schlicht, um nur auf eine Tasse Kaffee vorbeizuschauen. Wenn auf Kneipen oder Kommersen die Liedzeile "Geblieben ist uns doch der Kern und den laßt fest uns halten" erklang, so hat - so wird berichtet - mancher der Sänger wohl an den Schorsch gedacht, wie dieser lachenden Auges den singenden Kneipanten fröhlich zugenickt hat. Auch feierte "Schorsch" am 11. März 1910 unter lebhafter Beteiligung der anwesenden Bundesbrüder seine silberne Hochzeit.


Kern, Oskar, Dr. phil., Oberlehrer
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 22. März 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1903
Bundesbruder Oskar Kern stammte aus Erfurt und nachdem er zu Ostern 1902 am Erfurter Realgymnasiums gemeinsam mit Bundesbruder Albin Franz sein Abitur bestanden hatte, gingen beide zum Studium zunächst nach Leipzig, im Sommer 1903 kurz nach München und schließlich im Herbst nach Marburg, wo sie beim damaligen neuphilologischen Verein, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken, aktiv wurden. Nach seinem Studium war Bundesbruder Kern Oberlehrer am Realgymnasium in Berlin-Oranienburg. Er war Träger des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse sowie Träger des österreichischen Militär-Verdienst-Kreuzes ("Signum Laudis"). Er starb als Leutnant und Kompanie-Führer im Infanterie-Regiment Nr. 150.


Keutel, Gottfried
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Keutel war Mitglied Nr. 8 des Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er wurde im Sommersemester 1881 zum Alten Herren ernannt und war Lehrer an der Realschule in Hannover.


Kießling, Hans-Joachim, Dr. phil., Chemiker
* 9. April 1923, † 14. Oktober 1998 zu Hamburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1948/1949


Kißner, Alphons, Prof. Dr., Geheimer Regierungsrat
Ehrenmitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder Kißner aus Halle war geistiger Mentor und Ehrenmitglied der Wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Kittel, Heinz [Heinrich], Pastor/Pfarrer
* 20. April 1902, † 26. Dezember 1986
Mitglied seit dem Sommersemester 1922
Bundesbruder Heinz Kittel, geboren in Moordorf im Kreis Aurich, besuchte das damals noch Königliche Gymnasium Ulricianum zu Aurich. Nach dem Abitur studierte er in Marburg zunächst Theologie, danach einige Semester Jura, kehrte aber zur Theologie zurück und vollendete sein Studium in Kiel und Rostock. Bis zum Zweiten Weltkrieg stand er in Mecklenburg im geistlichen Amt. Erst im Jahre 1942 wurde er Kriegsteilnehmer und kehrte im Jahre 1947 aus der Gefangenschaft zurück. Nach seiner Übersiedlung in den Westen wird er für einige Zeit als Lehrer für Latein, Deutsch und Erdkunde am Gymnasium in Norden in Ostfriesland angestellt und betreute dann vom Jahre 1963 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1973 als Pastor die Gemeinde von Cleverns-Sandel bei Jever.


Kitze, Adolf, Dr. phil., Studienrat
* 4. Juli 1861, † 23. Februar 1922 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Bundesbruder Kitze kam in Ragwitz bei Lützen zu Welt. Sein Abitur absolvierte er am Realgymnasium der Francke'schen Stiftungen in Halle an der Saale. Er promovierte in Marburg über das Thema "Das Ross in den altfranzösischen Artus- und Abenteuer-Romanen" und erhielt am 21. Februar 1886 die philosophische Doktorwürde. Nachdem er von Ostern 1888 bis Ostern 1889 an der Städtischen Realschule in Wiesbaden das pädagogische Probejahr abgeleistet hatte, wurde er dort zum wissenschaftlichen Hilfslehrer ernannt. Schließlich wird er an die Oberrealschule, später das das Reform-Realgymnasium in Wiesbaden berufen.


Klaes, Walter
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1930


Klamp, Wilhelm, cand. phil.
† 14. März 1895 zu Niederneisen bei Diez an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1891
Bundesbruder Klamp ist als inaktives Mitglied (inaktiver Bursche) verstorben. Er stammte aus Niedereisen bei Diez an der Lahn.


Kleeberg, Ludwig, Studienrat
* 5. November 1885, † 13. März 1972
Mitglied seit dem Wintersemester 1908/1909
Bundesbruder Ludwig Kleeberg besuchte das traditionsreiche Friedrich-Gymnasium in Kassel, wo er im Jahre 1904 die Reifeprüfung bestanden hatte. Er studierte alte Sprachen und Geschichte zunächst in München und ab dem Jahre 1908 in Marburg, wo er zugleich in unseren Bund eintrat. Im Ersten Weltkrieg nahm er in einem Stuttgarter Infanterieregiment am Krieg gegen Rußland, Serbien und Frankreich teil. Kurz zuvor war er in einem Frankfurter Gymnasium in den Schuldienst eingetreten. Kleeberg schrieb, unterstützt von den Bundesbrüdern Büsch und Kothe, die Geschichte der Rheinfranken zum 50. Stiftungsfest. Seine negative Einstellung zum Nationalsozialismus brachte ihm dauernde Verfolgung und sehr häufiges Versetzen von einer Schule zur anderen ein. Am letzten Ort seiner Tätigkeit, in Korbach, hat ihn das Schicksal der Entlassung aus dem Dienst getroffen. Zu seiner großen Genugtuung konnte er nach 1945 bis zu seiner Pensionierung 1951 wieder unterrichten. Im Jahre 1955 siedelte er mit seiner Familie nach Arolsen über. Bundesbruder Kleeberg zeichnete sich durch seine große Treue gegenüber seinen Bundesbrüdern aus, die sich auch darin zeigte, daß er alle großen Veranstaltungen des Bundes in Marburg besuchte. Darüber hinaus qualifizierten ihn seine großen Kenntnisse in den alten Sprachen und ihrer Literatur; hinzu kam sein Wissen im Sanskrit, seine umfassende Kenntnis der Geschichte und seine große musikalische Begabung. So haben viele noch in Erinnerung, wie Bundesbruder Kleeberg auf dem Rheinfrankenhaus die Kneipen und Veranstaltungen mit Liedern begleitete. Bundesbruder Kleeberg ist nach kurzer Krankheit sanft eingeschlafen. Er war der Vater von Bundesbruder Rudolf Kleeberg und der Großvater von unserem Bundesbruder Matthias Kleeberg gewesen.


Kleeberg, Rudolf, Dr. med.
* 10. April 1926, † 3. November 1988
Mitglied seit dem Sommersemester 1948
Bundesbruder Rudolf Kleeberg ist der Sohn von Bundesbruder Ludwig Kleeberg gewesen.


Ernst Klein
Klein, Ernst, Dr. phil.
* 16. Januar 1888, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 17. Mai 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1906
Bundesbruder Klein wurde in Insterburg geboren und erwarb sein Abitur im Jahre 1906 auf dem Gymnasium in Neuwied. Er studierte bis 1910 in Marburg und Königsberg deutsche und altklassische Philologie. In Marburg bestand er im Januar 1911 die Staatsprüfung und wurde dort auf Grund seiner Dissertation über "Christian Friedrich Scherenbergs Epen" zum Dr. phil. promoviert. Vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges absolvierte er sein Probejahr am Andreas-Realgymnasium in Hildesheim. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und starb als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 79, bei einem Sturmangriff beim Übergang über den San in Galizien durch einen Brustschuß. Begraben wurde er in Jaroslau, dem heutigen Jaroslaw in Polen.


Klein, Otto, Dr. phil., Oberlehrer
* 11. Dezember 1857 in Katzenelnbogen, † 29. Oktober 1906 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Otto Klein war Gründungsmitglied des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er besuchte besuchte von 1873 bis 1878 das Realgymnasium in Wiesbaden und studierte danach in Straßburg sowie in Marburg Germanistik und neuere Sprachen. Im Jahre 1882 promovierte er mit seiner Arbeit über das Thema "Die Dichtungen des Mönchs von Montaudon" und wurde im Wintersemester 1881/1882 zum Alten Herren ernannt. Als Probekandidat für den Lehrberuf war zu zunächst am Gymnasium in Weilburg angestellt, wurde dann mit der Vertretung einer wissenschaftlichen Hilfslehrerstelle an der Realschule in Frankfurter Stadtteil Bockenheim (Liebigschule) beauftragt. Am 1. Oktober 1884 wechselte er als Oberlehrer an die Oberrealschule in Wiesbaden, an der er bis Ostern 1905 wirkte. Trotz Krankheit wechselte er noch in seinem letzten Lebensjahr an die Städtische Realschule am Zietenring. Bundesbruder Otto Klein verließ auf eigenen Wunsch im Sommersemester 1897 den Lebensbund.


Klein, Werner, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Kleinefeld, Heinrich
Mitglied seit dem Sommersemester 1881


Kley, Friedrich "Fritz"
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Kley war Mitglied Nr. 9 des Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er wurde im Wintersemester 1882/1883 zum Alten Herren ernannt.


Klimke, Herbert
Bundesbruder Klimke war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Klöß, Alfred, Pfarrer
* 1. August 1877, † 1952
Mitglied seit dem Wintersemester 1897/1898
Bundesbruder Klöß lebte und arbeitete Mitte der 1920'er Jahre als Pfarrer in Waltersdorf in Siebenbürgen (heutiges Dumitritza in Rumänien), später war er als evangelischer Stadtpfarrer in Lugosch tätig (heutiges Lugoj in Rumänien).


Kloß, Rudolf, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg am 2. März 1944
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Rudolf Kloß war während des Zweiten Weltkrieges Hauptmann und Bataillons-Kommandeur sowie Träger des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse.


Klose, Friedrich "Fritz", Oberstudiendirektor
Mitglied seit dem Sommersemester 1893
Direktor der Wilhelm-Ober-Real-Schule in Liegnitz.


Klüpfel, Nicolaus, Dipl.-Ing.
* 23. Mai 1878, † 1962
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Klüpfel war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Klüsener, Fritz, Dr. phil., Studienrat
* 18. April 1897, † 3. Oktober 1979
Mitglied seit dem Wintersemester 1917/1918
Bundesbruder Fritz Klüsener war nach seinem Examen zunächst Lehrer am Staatlichen Gymnasium in Bochum, wo er sich in der Endphase des Zweiten Weltkrieges um die nach Pommern evakuierten Schüler sorgte und sie in den Wochen des Zusammenbruchs wieder nach Hause führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bundesbruder Klüsener im Jahre 1951 mit dem Wiederaufbau und mit der Leitung des Staatlichen Studienseminars beauftragt. Dank seines tatkräftigen Durchsetzungsvermögens bekam das Bochumer Seminar ein eigenes Gebäude.


Kluth, Otto
* 18. Oktober 1892, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Otto Kluth war im Ersten Weltkrieg Vizefeldwebel und als Leutnant der Reserve Kompagnie-Führer. Er wurde im Jahre 1916 mit dem Eisernen Kreuz und am 28. Juli 1917 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse sowie mit dem Mecklenburger Verdienstkreuz und dem Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern ausgezeichnet.


Franz Knaupp
Knaupp, Franz, stud. phil.
† 8. Mai 1914 zu Sigmaringen
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Franz Knaupp kam im Sommer 1912 nach Marburg, verstarb jedoch sehr früh noch als inaktiver Bursche.


Knecht, Werner, Dr. med.
* 9. Februar 1913, † 12. Dezember 1995 zu Nassau/Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1931


Knetsch, Heinrich
Mitglied seit dem Wintersemester 1891/1892
Bundesbruder Knetsch ist im Sommersemester 1892 ausgetreten.


Kneuper, Friedrich (Fritz)
* 24. Februar 1881, †
Mitglied seit dem Wintersemester 1901/1902
Bundesbruder Friedrich Kneuper war während des Ersten Weltkrieges Vizefeldwebel der Reserve. Nach dem Krieg war er Studienrat am Gymnasium in Rinteln.


Kneuper, Otto
* 5. Mai 1876, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Oberstudiendirektor am Gymnasium Andreanum in Hildesheim.


Knigge, Friedrich, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Knigge wurde am Sommersemester 1886 zum Alten Herren ernannt und war später Studienrat am Marien-Gymnasium in Jever.


Hermann Knöll
Knöll, Hermann, Studienrat
* 6. Oktober 1892, † 22. Oktober 1972
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Herrmann Knöll erhielt im Ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz und kam mit einem schweren Beinschaden zurück, der ihn hinderte, an größeren Veranstaltungen teilzunehmen. Sehr aktiv nahm er jedoch an Veranstaltungen mit seinen benachbarten Bundesbrüdern in Hanau und Frankfurt am Main teil. Er arbeitete als Lehrer am Hanauer Gymnasium.


Knöppler, Friedrich "Fritz", Dr. med. vet.
* 11. Juli 1892, † 15. März 1970
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Vor dem Zweiten Weltkrieg Schlachthausdirektor und Tierzarzt in Limburg an der Lahn.


Knörich, Gerhard, Studienrat
* 8. Juli 1885, † 23. Oktober 1969
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Gerhard Knörich wurde in Wollin in Pommern geboren, kam aber schon in frühester Jugend nach Dortmund, wo sein Vater Direktor der höheren Mädchenschule war. Im Jahre 1904 begann er mit dem Studium in Marburg, später in Neuchatel/Schweiz sowie in Berlin und abschließend Bonn. Im Jahre 1910 schloß er sein Studium mit einem sehr guten Examen in Griechisch, Lateinisch und Französisch ab. Danach folgte in den Jahren 1911/1912 der einjährig freiwillige Dienst bei der Infanterie in Minden und schließlich der Kriegsdienst von 1914 bis 1919. Bundesbruder Knörich erlebte die schweren Kämpfe als Infanterieoffizier und Kompanieführer an der Westfront zwischen Verdun und der Somme. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse sowie am 10. November 1917 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet und erhielt zugleich das Ritterkreuz, den Hausorden von Hohenzollern. Im Jahre 1918 wurde Bundesbruder Knörich an der rechten Hand schwer verwundet, als Folge davon büßte er den Arm ein. Das hielt ihn aber nicht davon ab, mit seinen Schülern einarmig um die Wette zu rudern. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Studienrat am Dortmunder Bismarckrealgymnasium. Im Jahre 1945 wechselte er an das humanistische Stadtgymnasium, dessen Schüler er selber bis zum Abitur gewesen war. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1950 war er Leiter dieser Schule.


Kuno Knorsch
Knorsch, Kuno, Studienrat
* 11. Januar 1892, † 28. Juli 1949 zu Bielefeld
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Knorsch verunglückte durch einen Fahrradunfall tötlich.


Koch, Arnold, Dr. jur., Oberbundesbahnrat
* 27. April 1912, † 22. September 1988 zu Wuppertal
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Arnold Koch stammte aus Küngdorf im Kreis Melle bei Hannover. In Bünde besuchte er das Realgymnasium, wo gleich zwei Rheinfranken lehrten, nämlich Schuldirektor Bundesbruder Alfred Wagner und die junge Studienrat Bundesbruder Ludwig Benning. Über diesen Kontakt erhielt Bundesbruder Koch erste Informationen über den Hochschulort Marburg. Zunächst studierte Bundesbruder Koch Zahnmedizin, wechselte dann zu Jura und legte beide Staatsexamen mit Erfolg ab. Nach seiner Promotion über das Thema "Die mittelbare Täterschaft: Bemerkungen zur Täterschafts-Teilnahme-Regelung in dem Entwurf der amtlichen Strafrechtskommission" im Jahre 1938 wechselte er zur Reichsbahn, der späteren Deutschen Bundesbahn. Als Oberbundesbahnrat trat er in den Ruhestand. Nach dem frühen Tod seiner Frau wurde es für ihn immer schwieriger, mit dem Leben fertig zu werden und so zog er sich immer mehr zurück.


Koch, Julius, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Koch, Max, Prof. Dr. phil., Geheimer Regierungsrat
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Max Koch war Literaturhistoriker, geistiger Mentor und Ehrenmitglied des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er lebte und lehrte zunächst an der Universität Marburg, erhielt im Wintersemester 1889/1890 einen Ruf an die Universität in Breslau. Doch auch während seiner Zeit in Breslau besuchte er häufig seinen Bund in Marburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte Bundesbruder Koch an der rumänischen Front und wurde dort im Oktober 1916 verwundet. Nach seiner Genesung kam er wieder in militärischen Einsatz und erhielt im Jahre 1917 das österreichische Militär-Verdienstkreuz mit Kriegsdekoration.


Koch, Paul, Dr. phil., Oberlehrer
† 10. Dezember 1902 zu Essen
Mitglied seit dem Sommersemester 1891 Bundesbruder Paul Koch stammte aus Erfurt. Er war Oberlehrer an der Oberrealschule in Essen.


Koch, Walter, Dr. phil., Hon.-Prof.
* 16. August 1909, † zu Düsseldorf
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Koch, Walther, Studienrat
* 19. April 1888 in Goslar, † 12. Februar 1959 zu Potsdam
Mitglied seit dem Wintersemester 1907/1908
Mit 17 Jahren bestand Bundesbruder Koch das Abitur und studierte in Heidelberg, in München und in Marburg. Schon zu Anfang seiner pädagogischen Laufbahn wurde er als Erzieher der Söhne des Kronprinzen nach Potsdam berufen. Nach dem Zusammenbruch des Reiches wurde er Mitarbeiter der Deutschen Akademie der Wissenschaften. Als er sein 65. Lebensjahr vollendet hatte, wurde er Lateinlehrer an einer Oberschule in Potsdam und später Lehrer an der dortigen Hochschule der Arbeiter- und Bauernfakultät. Bundesbruder Koch war in den Jahren 1935 bis 1940 Leiter der Rheinfranken-Ortsgruppe Berlin.


Koch, Walter
Mitglied seit dem Wintersemester 1911/1912
Studienrat am Realgymnasium in Potsdam-Sonnenland.
[MGV. 1929]


Kock, Robert, Kaufmann
* 11. Februar 1906, † 9. Januar 1994 zu Lübeck
Mitglied seit dem Sommersemester 1925


Wilhelm Koeder
Koeder, Wilhelm, Oberstudienrat
* 9. Dezember 1874 in Wetzlar, † 9. Oktober 1959 zu Schwelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Bundesbruder Koeder wurde in Wetzlar geboren und besuchte dort das Gymnasium bis zum Abitur. Im Sommersemester 1894 begann er sein Studium der neueren Sprachen in Marburg. Er setzte das Studium in Berlin fort und machte wiederum das Staatsexamen in Marburg. Anschließend übte er seine Lehrtätigkeit an der Goethe-Schule in Bochum aus. Zunächst war er als Oberlehrer, dann als Studienrat und schließlich als Oberstudienrat tätig. Nach seiner Pensionierung verbrachte er seinen Lebensabend in Schwelm.


Köhler, Heinrich
* 25. Februar 1891
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Studienrat an der Ober-Real-Schule in Freiburg (Schlesien).


Köhler, Johannes, Dr. phil.
† Sommer 1896
Bundesbruder Köhler stammte aus Klein Siems bei Schönberg bei Mecklenburg-Strelitz.


Köhler, Paul, Dr. phil.
* 25. Oktober 1872, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1893
Studienrat am Realgymnasium in Bernburg.
[MGV. 1913] und [MGV. 1929] und [MGV. 1934]


Koelsch, Heinz, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 29. Juni 1905, † 15. Juni 1983
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
Bundesbruder Heinz Koelsch war ein sehr musischer Mensch und wollte ursprünglich Musik studieren. So fiel es ihm auch sehr schwer, das angefangene Musikstudium aufzugeben und sich dem Existenz sicherndem Studium der Zahnmedizin zu widmen. Doch mit viel Erfolg bestand er alle Prüfungen und eröffnete in seiner Heimatstadt Lübeck eine eigene Zahnarztpraxis. Am Zweiten Weltkrieg nahm er bis Ende 1945 als Leiter der Marine-Zahnklinik in Stavanger teil.


König, Ernst-Adolf, Dr. med.
* 30. März 1911, † 8. April 1988 zu Göttingen
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Ernst Adolf "Addi" König war der Sohn eines Offiziers des Manteuffelschen Dragonerregiments aus Hofgeismar an der Esse. Aus beruflichen Gründen wurde der Vater nach Herborn versetzt und so besuchte Bundesbruder König bis zum Abitur im Jahre 1932 das Humanistische Gymnasium in Dillenburg. Er studierte danach Medizin in Marburg, wo er bis zum Staatsexamen und bis zur Promotion über das Thema "Über die Beeinflussung der Blutbakterizidie durch natürlichen und künstlichen Friedrich-Karl-Sprudel mit und ohne Vitamin C-Zusatz im Tierversuch" blieb. Schon nach dem Abitur hatte er in Erwägung gezogen, Sanitätsoffizier zu werden. So durchlief er die üblichen Stationen und kam im Jahre 1942 als Stabsarzt nach Rußland und geriet 1945 in Lettland in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im Jahre 1953 aus einem Lager in Sibirien zurückkehrte. Zwei Jahre brauchte er zur Rekonvaleszenz und Wiedereinlebung, bevor er als Vertrauensarzt beim Landesversorgungsamt in Frankfurt am Main seinen Beruf wieder ausüben konnte. Im Jahre 1958 trat er als Stabsarzt in die Bundeswehr ein und wurde auf seinen Wunsch hin nach Marburg versetzt. Im Jahre 1962 folgte die Beförderung zum Oberfeldarzt und die Versetzung nach Göttingen. Er besuchte mit seiner Frau Irmgard die Rheinfrankenveranstaltungen in ganz Deutschland und war stets bei den Veranstaltungen in Marburg auf dem Rheinfrankenhaus dabei.


König, Günther, cand. iur.
* 5. Februar 1911, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder König stammte aus Nordhausen am Harz.
[MGV. 1934]


König-Berger, Günther
* 5. Februar 1911, † 3. Dezember 1995 zu Göttingen
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Rechtsanwalt


Körl, Wilhelm Peter, Dr. rer. nat., Handelschemiker
* 15. März 1910, † 9. September 1991
Mitglied seit dem Sommersemester 1933


Koeppen [Köppen], Wilhelm, Dr. phil., Oberlehrer
† 14. August 1892 zu Sonderburg (Dänemark)
Mitglied seit dem Wintersemester 1887/1888
Bundesbruder Wilhelm Koeppen begann mit dem Studium in Marburg, wechselte im Wintersemester 1888/1889 für ein Gastsemester nach Berlin und kehrte im Sommersemester 1889 aus Berlin nach Marburg zurück. Im Wintersemester 1891/1892 besteht er sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Bundesbruder Koeppen war nach seinem Probe- und Seminarjahr als wissenschaftlicher Hilfslehrer in Blankenese bei Altona angestellt, wechselte später als wissenschaftlicher Hilfslehrer nach Sonderburg in Schleswig, das heute zu Dänemark gehört.


Horst Kolpatzik
Kolpatzik, Horst, Dr. med., Facharzt für Innere Medizin
* 24. August 1934, † 2008 zu Arnsberg
Mitglied seit dem Wintersemester 1955/1956
Die Familie von Bundesbruder Horst Kolpatzik stammte aus Elbing in Ostpreußen. Sein Medizinstudium schloß er mit seiner Promotion über das Thema "Beitrag zur Klinik und Therapie der Zylindrome" im Jahre 1962 ab. Schon sehr bald nach seinem Examen ließ er sich als Arzt und Internist in Arnsberg nieder und führte dort seine Praxis. Bundesbruder Kolpatzik war ein stark wissenschaftlich orientierter Mensch und hat auch während der Semesterkneipen häufig und gern über Fachfragen gesprochen.


Koopmann, Georg "Gerd"
† 11. November 1953
Mitglied seit dem Wintersemester 1923/1924
Nach besonders guter Reifeprüfung und erfolgreicher Tätigkeit in einer Bank kam Bundesbruder Georg "Gerd" Koopmann aus Altenhundorf in Oldenburg im Winter 1923 nach Marburg, um Rechtswissenschaften zu studieren. In seinem dritten Semester war er Fechtwart und damit Chargierter gewesen, so daß sein Name unter dem Aufnahmegesuch der Verbindung Rheinfranken in die Deutsche Burschenschaft steht. Im Sommer 1925 war er Sprecher und zur gleichen Zeit Vorsitzender der Marburger Studentenschaft. Im sechsten Semester kehrte er - nach einem Semester in München - nach Marburg zurück und betreute drei Leibfüxe. Doch es zeigte sich, daß er nicht die Kraft besaß, sein Studium zu beenden. Darunter litt er so sehr, daß er sich immer mehr vom Bund zurückzog. Lange Zeit dauerte es bis er sich aufraffte und in der Bankenbranche wieder eine Anstellung fand. Nach dem Zweiten Weltkrieg hinderte ihn eine unbegreifliche Scheu, die Verbindung als Nicht-Akademiker mit den Bundesbrüdern wieder aufzunehmen. Im November 1953 schied Bundesbruder Koopmann im Alter von nur 51 Jahren aus dem Leben.


Hans Wener Korell
Korell, Hans Werner, Diplom-Volkswirt, Oberstudienrat
* 5. Juni 1927, † 3. September 2001 zu Albstadt
Mitglied seit dem Wintersemester 1949/1950
Bundesbruder Hans Werner Korell war der jüngere Bruder von Bundesbruder Otto Korell. Er besuchte die Volksschule in Treysa, die Mittelschule in Kirchheim und die August-Vilmar-Schule in Homberg/Efze. Im Jahre 1943 - gerade 16 Jahre alt - wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen. Es folgte der Reichsarbeitsdienst in Allendorf/Eder und ab dem Jahre 1944 der Dienst in der Wehrmacht als Panzergrenadier. Im Jahre 1945 geriet er in Gefangenschaft, wurde aber wegen seines jugendlichen Alters wieder entlassen. Nach einem gewaltigen Fußmarsch von mehr als 400 Kilometern Länge quer durch Deutschland kam er wohlbehalten wieder zu Hause an. Sein nächstes Ziel war das Abitur, welches er im Jahre 1947 am wiedereröffneten Gymnasium ablegte. Bundesbruder Korell nahm danach das Studium der Volkswirtschaftslehre zunächst in Bamberg, dann schließlich in Marburg auf. Im Jahre 1952 bestand er sein Examen und begann seinen beruflichen Werdegang als Diplom-Volkswirt bei der Allianz Versicherungs-AG. Er heiratete im Jahre 1957 seine Frau Erika, die nach schwerer Krankheit 1996 verstarb. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Im Jahre 1965 wechselte Bundesbruder Korell jedoch in den Baden-Württembergischen Schuldienst: Seine Referendarszeit verbrachte er in Ebingen und wurde im Jahre 1966 Assessor, so daß wenige Jahre später der Umzug nach Albstadt folgte. Im Jahre 1989 schied er als Oberstudienrat auf eigenen Wunsch mit 62 Jahren aus dem aktiven Schuldienst aus. Bundesbruder Korell blieb aber weiterhin aktiv und engagierte sich bei der Firma Bizerba und der Handelskammer Reutligen, um jungen Leuten bei ihrem beruflichen Aufstieg zu helfen. Im Jahre 1998 heiratete Bundesbruder Korell in zweiter Ehe seine Frau Gertrud, die er in seinem Feriendomizil Oberstaufen kennengelernt hatte. Durch seine Krankheit bedingt durften beide nur wenige glückliche Jahre verbringen.


Korell, Otto, Dr. med.
* 14. Juli 1924, † 30. Juli 1983 zu Bremen
Mitglied seit dem Sommersemester 1948
Die Bundesbrüder Otto und Hans Werner Korell waren Brüder. Sie wuchsen in Treysa und Homberg/Efze auf. Der Zweite Weltkrieg trennte die beiden Brüder sehr früh, denn Bundesbruder Otto Korell wurde im Jahre 1942 zum Arbeitsdienst eingezogen und kam bereits im gleichen Jahr als Soldat an die Ostfront. Viermal wurde er verwundet, beim letzten Mal so schwer (Kopfschuß mit Verlust des linken Auges), daß er nicht mehr fronttauglich war. Nach langen Monaten der Genesung begann er gegen Kriegsende sein Studium der Medizin an der Universität in Marburg, das er innerhalb kürzester Zeit beendete. In dieser Zeit wurde er Mitglied in der Burschenschaft Rheinfranken. Nach seiner Promotion im Jahre 1950 über das Thema "Untersuchungen über die Gewichtsveränderungen der Neugeborenen in den Jahren 1900 bis 1948" arbeitete er als Assistenzarzt an den Krankenhäusern in Treysa, in Neumünster, wo er seine Ehefrau Ingrid kennenlernte, und in Hagen-Haspe. Danach war er wissenschaftlicher Assistent, später Abteilungsleiter am Hygiene-Institut in Gelsenkirchen. Bundesbruder Korell nahm an zahlreichen Fort- und Weiterbildungskursen auf den Gebieten der allgemeinen Hygiene, insbesondere der Seuchen-, Bergbau-, Wasser-, Boden- und Lufthygiene sowie einschließlich Radioaktivität, Bakteriologie, etc. teil. Im jahre 1961 folgte eine Ausbildung am Bernhard-Nocht-Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten in Hamburg, die Bundesbruder Korell mit dem Diplom für Tropenmedizin und medizinische Parasitologie abschloß. Im Jahre 1967 zog die Familie nach Bremen, wo Bundesbruder Korell eine Facharztpraxis für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie aufbaute, die seinerzeit die größte und modernste dieser Art in Norddeutschland war.


Koschwitz, Eduard, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 7. Oktober 1851 in Breslau, † 14. Mai 1904 zu Königsberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Eduard Koschwitz wurde in Breslau geboren und besuchte dort das Köngliche Matthiasgymnasium. Nachdem er sein Abitur bestanden hatte, leistete er als Freiwilliger im preußischen Heer seinen Militärdienst und studierte sogleich an der Universität Breslau klassische, romanische, englische und deutsche Philologie. Im Sommer 1873 war er bereits als wissenschaftlicher Hilfslehrer an der katholischen höheren Bürgerschule in Breslau tätig. Am 7. April 1875 promovierte er mit der Note "rite" über das Thema "Alter und Heimat der Chason du voyage de Charlemagne à Jérusalem et à Constantinople". Am 7. Juli 1876 legte er die Prüfung pro facultate docendi ab und war - nach mehrmonatiger Tätigkeit an der Königlichen Universitätsbibliothek zu Breslau - zunächst im Winter 1876/1877 am Königlichen Matthiasgymnasium seiner Heimatstadt und später ab Sommer 1877 an der Realschule zu Görlitz als Probekandidat und wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt. Unter Ablehnung der ihm übertragenen ordentlichen Lehrerstelle an der Realschule zu Grünberg in Schlesien habilitierte er sich am 9. Juni 1877 als Privatdozent für romanische Philologie an der Universität Straßburg und erhielt bald darauf die Ernennung zum Adjuncten des Direktors am Straßburger Romanischen Seminar. Parallel zu seiner Funktion an der Universität wurde er ab April 1879 als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Lyceum und an der Realschule zu Straßburg beschäftigt und gab gemeinsam mit Gustav Körting die "Zeitschrift für neufranzösische Sprache und Literatur" heraus. Im Jahre 1880 wurde er als ordentlicher Professor für Romanische Philologie nach Greifswald berufen, wo er sechs Jahre lang blieb, bis er im Jahre 1896 als Nachfolger von Bundesbruder Edmund Stengel, der wiederum in Greifswald sein Nachfolger wurde, als Universitätsprofessor nach Marburg ging. Bundesbruder Koschwitz nahm somit die Stellung von Bundesbruder Stengel ein, als er am 18. Dezember 1896 anläßlich der Weihnachtskneipe zum Ehrenmitglied und damit zum Bundesbruder des Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken, ernannt worden ist. In Marburg begründete Bundesbruder Koschwitz die sogenannten "Marburger Ferienkurse", die als Fortbildungseminare für Lehrer der neuphilologischen Schulfächer berühmt wurden. Mit den von Bundesbruder Koschwitz angebotenen Seminaren stand die Universität Marburg seitdem in Konkurrenz zu den Ferienkursen der Universitäten von Paris, Edinburgh und Grenoble. Bis ins Jahr 1901, als Bundesbruder Koschwitz an die Universität Königsberg ging, war er geister Mentor unseres Bundes. Wenige Jahre später erlitt Bundesbruder Koschwitz einen Schlaganfall und starb.


Erich Koss
Koß, Erich
* 5. September 1905, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Gerichtsreferendar in Burschewen im Kreis Sensburg (Ostpreußen).


Kothe, Hans, Berufsschullehrer
* 8. April 1895, † 22. Juni 1970
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Hans Kothe hatte nach Abschluß seiner theoretischen und praktischen Ausbildung für den Beruf des Gymnasiallehrers in Hannover in ein Geschäftsunternehmen eingeheiratet und auf diesem Weg später als Beauftragter der Handelskammer Hannover für die Lehrlingsausbildung und als Lehrer an Berufsschulen nebenamtlich und auf anderer Ebene den Zugang zum ursprünglich gewählten Lehrberuf gefunden. Nach dem Tode von Bundesbruder Rudolf Graefenhein setzte Bundesbruder Kothe die Tradition der Feuerzangenbowle in seinem Haus in Hannover fort. Auch die Nachfolge von Grafenain als Altherrenschriftwart trat Bundesbruder Kothe an und hatte dieses Amt in den Jahren von 1940 bis 1944 sowie von 1954 bis 1958 inne.


Krabbes, Theodor, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Theodor Krabbes war zunächst Kanzler des kaiserlichen, deutschen Generalkonsulats in Odessa (Südrußland). Später war er Legationsrat (Dienstbezeichnung im Auswärtigen Dienst) in Berlin.


Kraemer, August, Dr. phil., Studienrat
* 2. Juni 1866, † 1952 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Wintersemester 1886/1887
Bundesbruder Kraemer wurde in Weilburg an der Lahn geboren und besuchte dort zunächst die Volksschule, später auf die Landwirtschaftsschule und absolvierte sein Abitur zu Ostern 1885 am Königlichen Gymnasium in Weilburg. Bundesbruder Kraemer studierte anfangs Botanik und Mathematik in Straßburg, danach aber in Marburg und Berlin klassische und deutsche Philologie, Geschichte und Erdkunde. Im Sommer 1889 erwarb er in diesen Fächern die Lehrberechtigung an der Universität Marburg. Zum Dr. phil. wurde er von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg promoviert. Das pädagogische Probejahr leistete er am Königlichen Gymnasium zu Marburg ab. Gleichzeitig war er an der Vorschule dieser Anstalt tätig. Seit 1891 war er wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium zu Marburg und Hospitant des pädagogischen Seminars. Danach wirkte er drei Jahre an der Handelsschule zu Auerbach in Sachsen und vier Jahre lang als Oberlehrer am Realgymnasium in Fulda. Im Jahre 1899 wird er an das Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main versetzt, wo er u.a. sein Werk "Ort und Zeit der Abfassung der Astronomica des Manilius" (1904) verfaßt.


Hermann Kraft
Kraft, Hermann, Notar und Rechtsanwalt
* 30. April 1931, † 19. Januar 2013 zu Melsungen
Mitglied seit dem Sommersemester 1952
Bundesbruder Hermann Kraft wurde als ältester von vier Söhnen in Oppenheim am Rhein geboren. Beruflich bedingte Umzüge des Vaters führten dazu, daß Hermann zunächst die Grundschule in Gau-Algesheim und später im hessischen Groß-Gerau besuchte. Weitere Stationen waren nach der Grundschulzeit die Oberrealschule Groß-Gerau sowie das Liebig-Gymnasium in Darmstadt, an dem er im Jahre 1952 die Reifeprüfung ablegte. Bundesbruder Kraft war ein stets ein lebhafter und politisch engagierter Mensch, der sich aber nie einer politischen Partei angeschlossen hatte. Geprägt durch den Vater, der Mitglied der Burschenschaft Germania Gießen war, ist für Bundesbruder Kraft klar gewesen, daß er ebenfalls in einer Studentenverbindung aktiv werden würde. Durch einen eher zufälligen Kontakt mit einem Rheinfranken kam er schließlich im Sommersemester 1952 auf das Rheinfrankenhaus und wurde sehr bald aktiv. Nach seinem Jura-Studium in Marburg, das er 1958 mit dem ersten und 1962 mit dem zweiten Staatsexamen abschloß, arbeitete Bundesbruder Kraft als Rechtsanwalt in der Kanzlei des Vaters, Notar Dr. Heinrich Kraft, in Groß-Gerau. Zwei Jahre später erfolgte auch seine Zulassung zum Notar. Bereits am Stiftungsfest im Jahre 1954 hatte sich Hermann mit seiner Jugendfreundin Helgard auf dem Rheinfrankenhaus verlobt. Helgard hatte es nach der Vertreibung aus ihrer Heimat nach Groß-Gerau verschlagen, wo sich die beiden kennenlernten. Im Jahre 1959 schlossen sie den Bund fürs Leben, woraus Tochter Dagmar und Sohn Tilmann hervorgingen. Bundesbruder Kraft blieb unserem Bund ein Leben lang treu, auch in Zeiten, in denen er mit der burschenschaftlichen Ausrichtung der Aktivitas nicht zufrieden war. Gern war er auch Couleurgast bei der Burschenschaft Germania Halle zu Mainz, wo sein Sohn Tilmann aktiv wurde. Im Jahre 1985 wurde ihm auch in Mainz das Band der Germania verliehen. Nach langer Krankheit (Lungenkrebs) entschlief Bundesbruder Kraft im Januar 2013. Er wurde er von seiner Familie, vielen Freunden, zahlreichen Bundesbrüdern und drei Chargierenden der Aktivitas verabschiedet.


Kraft, Konrad, Dr. med. vet., Tierarzt
* 19. Januar 1903, † 30. Mai 1961
Mitglied seit dem Sommersemester 1922
Bundesbruder Konrad Kraft war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Sigambria, die wiederum von der Marburger Burschenschaft Hercynia übernommen wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Kraft begann im Sommersemester 1922 sein Studium an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover und trat in die ADB-Burschenschaft Borussia ein. Nach dem Physikum setzte er sein Studium in Gießen fort; von dort nahm er über seine älteren Brüder Moritz und Martin - beide Mitglied der damaligen Burschesnchaft Sigambria - den Kontakt zur Sigambria auf und wurde aktiv. Bei der Verschmelzung trat er mit zur Hercynia über. Nach Beendigung seines Studiums und seiner Promotion in Hannover ließ er sich im Jahre 1932 als praktischer Tierarzt in Rauschenberg bei Marburg nieder. Von Rauschenberg siedelte er jedoch bald nach Mengeringhausen im Kreis Waldeck und wenige Jahre später nach Arolsen.


Kraft, Martin
Bundesbruder Martin Kraft war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Sigambria, die wiederum von der Marburger Burschenschaft Hercynia übernommen wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Kraft, Moritz, Oberstudienrat
* 27. September 1890, † 2. September 1976 zu Eschwege
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Moritz Kraft wurde in Niederelsungen bei Wolfhagen geboren. Er legte seine Reifeprüfung an der Oberrealschule in Kassel ab und studierte in München und Marburg Mathematik und Physik. Bundesbruder Kraft war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Sigambria, die wiederum von der Marburger Burschenschaft Hercynia übernommen wurde und später auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bei Kriegsanbruch unterbrach Bundesbruder Kraft sein Studium und stand als Kriegsfreiwilliger an der Westfront, bis eine schwere Verwundung ihn dienstuntauglich machte. Nach seiner Staatsprüfung und Vorbereitungszeit wurde er im Jahre 1920 an die Friedrich-Wilhelm-Schule versetzt, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1955 blieb. Dort übernahm er im Jahre 1941 die Geschäfte der Schulleitung und wurde im Jahre 1943 zum Oberstudienrat ernannt. Der Zweite Weltkrieg, der Verlust einer ganzen Klasse, deren Angehörige als Flakhelfer umkamen, sowie der Tod des eigenen Sohnes bedeuteten für Bundesbruder Kraft eine einzige Stunde der Bewährung. Das steigerte sich noch im Moment des Zusammenbruchs, denn US-amerikanische Truppen beschlagnahmten die Schule als Unterkunft. In persönlichem Einsatz rettete Bundesbruder Kraft die wertvolle naturwissenschaftliche Sammlung und große Teile der Bibliothek vor der Zerstörung und Zerstreuung. Die alte Traditionsfahne aus dem Jahre 1848 seiner Schule schmuggelte er - um seinen Leib gewickelt - aus dem Schulhaus. Die stellvertretene Stellung als Schulleiter brachte ihm eine fast zweijährige Internierung, aber er wurde im Jahre 1947 wieder völlig rehabilitiert in die Stelle des ständigen Vertreters des Direktors eingesetzt. Eine schwere Augenkrankheit führte zu völliger Erblindung. Wenige Wochen vor der Vollendung seines 86. Lebensjahres verstarb Bundesbruder Kraft.


Kraft, Philipp, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Lehrer an der Hansaschule in Bergedorf bei Hamburg.


Kralemann, Siegfried
* 5. April 1922, † 12. Mai 1968
Mitglied seit dem Wintersemester 1940/1941


Kramer, Ottfried
* 25. Juni 1932, † 28. März 2001 zu Saarburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1953


Friedrich Kraus
Kraus, Friedrich, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Oberlehrer an der Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg.


Albrecht Krause
Krause, Albrecht, Dr. med.
* 15. Oktober 1919, † 26. März 2010 zu Viersen
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Krause, Willi E.
* 1. November 1928, † 2. März 1988
Mitglied seit dem Sommersemester 1952
Als Bundesbruder Willi E. Krause im Jahre 1952 in Marburg auf Zimmersuche war, traf er Bundesbruder Hermann Kraft, der ebenfalls ein Zimmer suchte. Da man ihnen auf dem Studentischen Wohnungsamt sagte, es gebe nur noch zwei oder drei Doppelzimmer, machten sie sich gemeinsam auf die Suche. Bei einem abendlichen Bummel durch die Stadt hörten sie zwischen dem "Cafe Vetter" und "Bopps Bierterrasse" Jazzmusik erklingen. Sie stiegen einfach in dem Haus die Treppen hinauf und fanden auf dem Dachboden eine Gruppe junger Musiker, die dort probte. Der Trompeter war Bundesbruder Gert Steinweg, der "Flotti" genannt wurde. Er erzählte, daß er der Burschenschaft Rheinfranken angehörte und lud beide auf das Rheinfrankenhaus in der Lutherstraße ein. So wurden beide Mitglieder bei den Rheinfranken. Im Jahre 1957 lernte Bundesbruder Krause seine spätere Frau Annegret kennen, ging im Winter 1958 nach Rotenburg und besuchte ab 1959 die Universität in Hamburg. Im Jahre 1962 bekam er ein Angebot von der Oberfinanzdirektion, beim Bundesvermögensamt in Bremen zu arbeiten. Die Familie blieb aber in Rotenburg wohnen. Hier war er auch in der VAB sehr aktiv. Eine seltene Lungenkrankheit ließ ihm keine Chance und er verstarb bereits mit 59 Jahren.


Krebs, Arthur, stud. phil.
* 18. November 1888
Mitglied seit dem Wintersemester 1908/1909
Bundesbruder Arthur Krebs wurde in Marburg geboren und besuchte dort die Oberrealschule, an der er im Herbst 1908 die Reifeprüfung bestand. In der Deutschhausstraße 22 wohnend wurde er, als er mit dem Studium der Neueren Sprachen begann, in unserem Bund aktiv. Doch als Ferienvertreter im Sommersemester 1909, ließ sich Bundesbruder Krebs Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung der ihm anvertrauten Bibliotheks- und Tenniskasse zu Schulden kommen. Entsprechend wurde er auf dem Burschenkonvent vom 19. Juni 1909 i. p. dimittiert; zugleich wurde ihm die Satisfaktionsfähigkeit abgesprochen.


Kropp, Heinrich, Studienrat
* 30. Oktober 1875, † 1945
Mitglied seit dem Sommersemester 1894


Krüger, Karl Heinrich, Dr. phil., Oberstudienrat
* 7. April 1907, † 25. Februar 1997 zu Detmold
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Karl Krüger, stets "Ohm Krüger" genannt, kam aus Neubrandenburg, wo er das altsprachliche Gymnasium besucht hatte. Nach seinem Abitur wurde er im Sommersemester 1926 bei den Rheinfranken aktiv. Bis ins Jahr 1933 studierte er Altphilologie (Latein), Geschichte und evangelische Theologie an den Universitäten Marburg und Rostock. In Rostock promovierte er im Jahre 1933 mit seiner Arbeit über "Die Verfassungsgeschichte der Stadt Güstrow bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts". Am 17. August 1935 heiratete Bundesbruder Krüger seine liebe Frau Hilde (Dr. Hilde Kruse). Aus dieser Ehe stammen drei Kinder, die allesamt Mitglied der Rheinfranken-Familie geworden sind, nämlich Sohn Karl-Heinrich Krüger (Bundesbruder seit dem Sommersemester 1958), Tochter Hilde verheiratet mit Bundesbruder Ernst Schulze (Bundesbruder seit dem Sommersemester 1955) sowie Sohn Ekkehart Krüger (Bundesbruder seit dem Sommersemester 1963). Den Zweiten Weltkrieg erlebte Ohm Krüger gänzlich als Soldat. Er wurde am 1. September 1940 eingezogen, erhielt eine Spezialausbildung zum Funker und war als solcher dann im Kriegseinsatz bei der Fliegerabwehr in Berlin und auf Kreta stationiert. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wurde Bundesbruder Kürger im Oktober 1945 wieder am staatlichen alt- und neusprachlichen Gymnasium Leopoldinum in Detmold für die Fächer Geschichte, Latein und evangelische Religionslehre eingestellt. Lange Jahre war er Fachleiter für Geschichte. Im Jahre 1949 wurde er zum Mitbegründer des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. und war im Zeitraum von 1949 bis 1972 dessen Schriftführer. Auf dem Historikertag 1988 wurde er schließlich zum Ehrenmitglied ernannt. Seit dem Jahre 1949 befaßte sich Bundesbruder Krüger mit der Umarbeitung des Mittelalter-Bandes des Pinnow'schen Unterrichtswerkes für Geschichte, einem grundlegenden Werk für den Unterricht. Seiner Arbeit sind die zweite bzw. dritte Auflage dieses Werkes im Jahre 1955 bzw. 1966 zu verdanken, die im Ernst-Klett-Verlag unter der Reihe "Geschichtliches Unterrichtswerk für Mittelstufen" erschienen sind. Ebenso arbeitete Bundesbruder Krüger im Deutschen Philologenverband e.V., war zehn Jahre lang Vorsitzender des Lippischen Verbandes und vier Jahre stellvertretender Landesvorsitzender für Westfalen. Bundesbruder Karl Krüger war eine der großen Stützen der Rheinfranken. Er war Vorbild für viele. Er war kompetenter Berater des Vorstandes, schließlich selbst Vorsitzender des Altherrenverbandes von 1958 bis 1963. Seine liebe Frau Hilde, die alle seine Aktivitäten mit trug, starb nur wenige Wochen später am 7. April 1997. Ohm Krüger war einer, der dem Bund etwas zu sagen hatte, der sich lebenslang für unsere Gemeinschaft einsetzte und vorbildlich die burschenschaftliche Idee vertrat.


Werner Krumbhaar
Krumbhaar, Werner
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Oberlehrer an der Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg.


Detlev Kühl
Kühl, Detlev, Oberstudienrat
* 14. Dezember 1909, † 26. Oktober 1983 zu Hemer
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder Detlev Kühl wurde in Granzin im Kreis Hagenow in Mecklenburg als Sohn eines Lehrers geboren. Nach der im Jahre 1920 erfolgten Umsiedlung ins nahegelegene Zarrentin am Schaalsee besuchte er das Humanistische Gymnasium in Ratzeburg. Nach bestandener Reifeprüfung ging er nach Marburg, um Deutsch, Geschichte und evangelische Religion zu studieren. Hier wurde er bei der Burschenschaft Sigambria aktiv, die später auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Es folgten Stationen in Kiel und Rostock, wo er im Jahre 1935 die wissenschaftliche Staatsprüfung bestand. Seine Referendarzeit absolvierte er am Realgymnasium in Ludwigslust und am Gymnasium in Schwerin. Die pädagogische Prüfung bestand er im Jahre 1938 in Rostock. Nach einem Kommissorium wurde Bundesbruder Kühl im Jahre 1939 an das Gymnasium in Wismar berufen, ohne jedoch seinen Lehrerberuf ausüben zu können, weil er Soldat geworden war. Bereits am ersten Mobilmachungstag zur Flakartillerie der Luftwaffe eingezogen, tat er Dienst in Deutschland, Finnland und Norwegen sowie zuletzt als Leutnant und Batterieführer und schließlich als Lehrer und Ausbilder an verschiedenen Flakartillerieschulen. Als er sich im Jahre 1932 zur Marine meldete, um Seeoffizier zu werden, wurde er wegen eines Augenfehlers abgelehnt. Diese Ablehnung rettete ihm das Leben, denn das Schnellschiff "Niobe", zu dem er sich einst gemeldet hatte, wurde vor Fehmarn in die Tiefe gerissen. Auch gegen Ende des Krieges hatte Bundesbruder Kühl Glück, als er als Flakoffizier mit weiteren 300 Offizieren nach Hela kommandiert wurde. Dort wiederum erreichte ihn ein Marschbefehl nach München, wo er in US-amerikanische Gefangenschaft geriet, während die Truppe in Hela in den Wirren der letzten Kriegstage im Kampf gegen die rußische Armee unterging. Nach Ende des Krieges kam Bundesbruder Lühl über Celle, über Quakenbrück und Stade nach Hemer, wo er eine Stellung am Gymnasium fand. Nach zwei schweren Magenoperationen, die zu einem bleibenden Stimmbandschaden führten, konnte er nur noch mit verminderter Stundenzahl unterrichten, so daß er im Jahre 1967 vorzeitig als Oberstudienrat in den Ruhestand versetzt wurde.


Kühling, Siegfried Joachim, Dr. med.
* 9. August 1920, † 3. April 1995 zu Kassel
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Kühling, Rolf Helmut, Dr. jur.
* 24. Februar 1916, † 26. Juli 1996 zu Kassel
Mitglied seit dem Wintersemester 1935/1936
Bundesbruder Rolf Kühling wurde in Kassel geboren. Nach dem Abitur am Friedrichsgymnasium studierte er ab dem Jahre 1935 Rechtswissenschaften in Marburg sowie in Göttingen. Sein Studium beendete er im Jahre 1940 mit der Dissertation über das Thema "Die rechtstheoretische Erfassung der Ehre und die Folgerungen für § 823, I BGB (zugleich ein Beitrag zur Lehre von den Persönlichkeitsrechten). Nach dem Zweiten Weltkrieg bzw. nach Rückkehr aus der US-amerikanischen Gefangenenschaft trat Bundesbruder Kühling in die Firma J. Karl & Co. ein. Nur drei Jahre später wurde er Mitinhaber der Aktiengesellschaft und im Jahre 1955 deren Vorstandsvorsitzender. Von 1960 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1980 war er geschäftsführender Gesellschafter der umgewandelten Karl & Co. GmbH. Die Liste der ehrenamtlichen Tätigkeiten von Bundesbruder Kühling in den Selbstverwaltungsorganen der Wirtschaft ist außergewöhnlich umfangreich gewesen. So war er u.a. Mitglied des Prüfungsausschusses der Industrie- und Handelskammer Kassel, Mitglied der IHK-Vollversammlung, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des Bundesverbandes des Sanitär- und Heizungsgroßhandels und sogar Vizepräsident der internationalen Vereinigung des Sanitär- und Heizungsgroßhandels mit Sitz in London. Ferner war er von 1957 bis 1969 Handelsrichter am Landgericht Kassel. Trotz alledem fand Bundesbruder Kühling noch Zeit, in ferne Länder zu reisen, hohe Berge zu besteigen, Tennis zu spielen und das goldene Sportabzeichen zu machen. Am Dienstag, dem 12. Dezember 1989, wurde unserem Bundesbruder Kühling für seine ehrenamtlichen Verdienste um Staat und Gesellschaft von Bundespräsident Richard von Weizäcker das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.


Kühnemann, Eugen, Prof. Dr.
Ehrenmitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder Kühnemann aus Breslau war geistiger Mentor und Ehrenmitglied der Wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Fritz Küll
Küll, Fritz, Dr. phil. Dr. rer. pol.
* 16. Mai 1892, † 1. Dezember 1972
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Fritz Küll kam im Jahre 1911 aus Velbert nach Marburg, um Philologie zu studieren. In den Jahren von 1913 bis 1914 setzte er sein Studium in Münster fort. Bei Kriegausbruch wurde er Soldat, wurde im Jahre 1916 schwer verwundet und erhielt das Eiserne Kreuz. Nach langem Lazarettaufenthalt war er nicht mehr felddienstfähig. Nach Ende des Ersten Weltkrieges erschien es ihm nicht ratsam, das alte Studium wieder aufzunehmen. Zunächst war er Journalist, dann eine zeitlang als Parteisekretär der Deutschen Volkspartei tätig. Bis zum Jahre 1937 war er Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Velbert und danach in gleicher Stellung beim Einzelhandelverband Wuppertal bis in Jahr 1956 beschäftigt. Während seiner beruflichen Tätigkeit hatte er im Jahre 1925 in Frankfurt am Main unter Anrechnung seiner früheren, historischen Semester ein Studium an der Staatswissenschaftlichen Fakultät aufgenommen und dort zugleich promoviert und konnte sich "Volkswirt RDV" nennen. Als im Jahre 1963 die Seniorentreffen der Marburger Burschenschaft Rheinfranken in Leben gerufen wurden, war es Bundesbruder Fritz Küll, der die Rundschreiben erstellte und verschickte. Am letzten Treffen konnte er selbst nicht mehr teilnehmen, da er sich aus Alters- und Gesundheitsgründen den Aufstieg zum Rheinfrankenhaus nicht mehr zumutete.


Küpper, Eugen, Studienrat
* 10. Februar 1883, † 1950
Mitglied seit dem Sommersemester 1903


Emil Küppersbusch
Küppersbusch, Emil, Dr. phil., Studienrat
* 20. Juni 1893, † 11. September 1966
Mitglied seit dem Sommersemester 1912


Küsters, Alfred, Dr. jur., Rechtsanwalt
* 3. Juli 1907, † 2. Juli 1973
Mitglied seit dem Wintersemester 1926/1927
Bundesbruder Küsters war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Kuhn, Fritz
* 16. Januar 1890, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Studienassessor in Germersheim in der Rheinpfalz.
[MGV. 1929] und [MGV. 1934] und [MGV. 1950]


Kuhring, Otto, Dr. phil., Finanzbeamter
* 24. Dezember 1888, † 7. Februar 1984
Mitglied seit dem Wintersemester 1908/1909
Bundesbruder Otto Kuhring ist in Kassel aufgewachsen, wo er auch sein Abitur bestanden hatte. Zum Philologiestudium ging er nach Marburg, wo er in unserem Bund aktiv wurde. Zum Abschluß seines Studiums und zur Promotion über das Thema "Das Schicksal der westfälischen Domanenkäufer in Kurhessen" wechselte er an die Universität Münster, wo er Verkehrsgast bei der Akademischen Verbindung Guestphalia war. Dazwischen lag der Erste Weltkrieg, in dem er Soldat war und zum Leutnant befördert wurde. Die Aussichten nach dem Krieg waren für Philologen im allgemeinen trostlos und so wechselte Bundesbruder Kuhring in die Finanzverwaltung nach Marburg. Als später im Saarland eine deutsche Finanzverwaltung aufgebaut wurde, nahm ihn sein damaliger Chef dorthin mit. Im Laufe der Jahre rückte er zum Leiter des Finanzamtes von Blieskastel auf.


Walter Kuhring
Kuhring, Walter, Dr. phil., Obelehrer
* 16. September 1880 in Grevenbroich, † 27. Juni 1911 zu Bonn
Mitglied seit dem Sommersemester 1900
Bundesbruder Walter Kuhring wurde in Grevenbroich geboren und besuchte das Städtische Gymnasium in Düsseldorf. Er studierte in Marburg, Berlin und Bonn klassische Philologie und Germanistik. Im August 1905 bestand er die philosophische Doktorprüfung und im Mai 1906 die Staatsprüfung. Das Seminar leistete er anfangs am Gymnasium in Kreuznach und später am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium in Trier ab. Später wurde er an das Gymnasium in Moers versetzt. Seinen Schülern war er ein gern verehrter Lehrer und Berater, seinen Kollegen ein treuer Genosse bei der Arbeit und in den Stunden der Muße, uns Rheinfranken war er ein immer jugendfroher und begeisternder Freund und Bundesbruder. Seine späteren Bundesbrüder berichteten, daß sie mit zusammen so manches Mal zum Kolleg und vom Kolleg gingen, wie sie zusammen beim Glase Bier saßen und den gelbroten Mond hinter dem Spiegelslustberg aufgehen sahen, wie sie durch die Berge und Täler Hessens jugendfroh und doch oft so ernst wanderten.


Kuntze, Friedrich Hellmut
* 2. September 1909, † 30. Dezember 1981
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder Friedrich Hellmut Kuntze, Sohn eines Lehrers aus Kassel, kam durch die Kasseler Ortsgruppe empfohlen zu den Rheinfranken. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb er zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und war Biologe und Leiter eines Instituts für angewandte Mykologie in Weimar. Doch eingeschränkt und bedrängt von der SED, gelang es ihm gerade noch vor dem Mauerbau in den Westen zu kommen. Zunächst ging er zurück nach Kassel. Doch das schwer zerstörte Kassel konnte nur eine Durchgangsstation sein, so daß er ins Ruhrgebiet zog. Dort war er eifriger Besucher der Rheinfrankentreffen in Bochum, Essen, Düsseldorf, Dortmund und Hagen.


Kuntze-Braack, Erich, Dr. phil.
* 3. März 1904, † 29. Mai 1995 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
Bundesbruder Kuntze-Braack war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er war Oberstudienrat und langjähriger Vorsitzender der Rheinfranken-Ortsgruppe in Hamburg.


Kuppler, Werner, Dr. med.
* 8. Dezember 1909, † 5. August 1982
Mitglied seit dem Sommersemester 1929



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Lamm, Gunther, Dr. rer. nat., Diplom-Chemiker
* 28. März 1940, † 9. August 2004 zu Haßloch
Mitglied seit dem Sommersemester 1961
Bundesbruder Gunther Lamm begann zunächst mit dem Studium der Physik, erkannte jedoch bald, daß ihm das Chemie-Studium mehr zusagte, das er im Jahre 1966 mit der Diplomprüfung abschloß. Im Jahre 1967 wechselte er mit seinem Doktorvater Dr. Balli nach Basel zum Farbeninstitut der Universität, wo er im Jahre 1969 mit seiner Arbeit über das Thema "Synthese, Konstitution und Komplexbildungsvermögen von 0,0-Dihydroxyazo-Isoxazol-Farbstoffen" promovierte. Es folgten viele Tätigkeiten in der Forschungsabteilung der BASF (deren Name sich aus dem ursprünglichen Firmenname "Badische Anilin- und Soda-Fabrik" ableitet), später bei der Firma DyStar, einem damaligen Zusammenschluß der Farbwerke von BASF, Farbwerke Hoechst und Bayer Leverkusen. Die beruflich Krönung für ihn selbst war die Betreuung eines Projekts der BASF in Brasilien; viele Fahrten dorthin, bei denen er auch einmal seine Ehefrau mitnehmen konnte, haben ihn fasziniert. Er berichtete oft und begeistert, einmal auch in der Rheinfranken-Zeitung. Daneben war die Vorsorge um seine Familie und deren wirtschaftliche Absicherung ein großes Anliegen für ihn. Seit 1969 war Bundesbruder Kamm mit Frau Heidemarie verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Für sie baute er in der Gemeinde Haßloch/Pfalz auf einem großen Anwesen ein wunderschönes Haus. Doch mitten in seinem erfolgreichen Wirken für die BASF in Brasilien trat im Jahre 2002 eine Tumorerkrankung auf. Noch im Krankenbett arbeitete er an Vorschlägen, wie das Projekt in Brasilien verbessert werden könne. Bundesbruder Lamm hatte am Süddeutschentreffen 2003 in Markelsheim mit seiner lieben Ehefrau teilgenommen - es war in Kenntnis seiner hoffnungslosen Lage wohl ein bewußtes Abschiednehmen vom Bund.


Langthimm, Karl Otto Ferdinand, Oberlehrer
* 1870
Mitglied seit dem Sommersemester 1890
Bundesbruder Langthimm wurd in Hamburg geboren und besuchte dort die Gelehrtenschule des Johanneums. Er studierte an den Universitäten München und Marburg klassische und deutsche Philologie. Nach bestandener Staatsprüfung legte er an der Gelehrtenschule des Johanneums das Seminarjahr und einen Teil des Probejahres ab und wurde zu Ostern 1900 zur Vertretung eines erkrankten Oberlehrers der Hansaschule in Bergedorf überwiesen. Von Ostern 1901 bis Ostern 1910 war er als Oberlehrer an der Oberrealschule auf der Uhlenhorst tätig bis er an die Realschule Bismarckstraße in Hamburg berufen wird.


Lasch, Werner, Dr. jur., Regierungsdirektor
* 9. August 1909, † 10. Juli 1969 zu Bad Godesberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Lassel, Eugenius [Eugen], Dr. phil.
* 1868
Mitglied seit dem Wintersemester 1886/1887
Bundesbruder Lassel promovierte am 14. August 1891 mit seiner Arbeit "De Fortunae in Plutarchi operibus notione: Antecedit fortunae notionis brevis historia" zum Dr. phil. an der Universität Marburg. Im Jahre 1913 war er Stadtprediger in Kronstadt (Siebenbürgen).
[MGV. 1913]


Lautenschlager, Heinrich
Bundesbruder Heinrich Lautenschlager war Träger des Eisernen Kreuzes, das er im Winter 1915/1916 verliehen bekam.


Hans Leetz
Leetz, Hans, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 1. Januar 1890, † 13. Mai 1967
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Leetz wurde in Grevesmühlen in Mecklenburg geboren. Er besuchte das renommierte Katharineum in Lübeck. Nach seiner aktiven Militärdienstzeit, die er in Freiburg absolvierte, begann er in Marburg das Studium der Philologie als Neusprachler mit dem Hauptfach Französisch. Bei Kriegsbeginn im Jahre 1914 rückte Bundesbruder Leetz sofort als Soldat an die Ostfront, wo ihn im Jahre 1915 eine schwere Verwundung kriegsdienstverwendungsunfähig machte. Trotzdem tat er als Soldat bei der Marine weiterhin seine Pflicht und erlebte im Jahre 1918 in Kiel als Leutnant die Revolution, die seinem Militärdienst ein Ende setzte. Philologie erschien damals wenig aussichtsvoll und so setzte Bundesbruder Leetz als Kriegsheimkehrer sein Studium als Zahnmediziner fort. Seit dem Jahre 1923 arbeitete er in seiner eigenen Zahnarztpraxis in Neumünster, wo er auch seine liebe Ehefrau kennenlernte. Bundesbruder Leetz mußte nicht nur den frühen Tod seines Sohnes verkraften, sondern seine letzten Jahre waren zudem von schwerer Krankheit überschattet.


Leibfried, Karl, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Herbert Leidholdt
Leidholdt, Herbert, Dolmetscher
* 27. Februar 1909, † 5. August 1990 zu Erlangen
Mitglied seit dem Wintersemester 1929/1930
Bundesbruder Herbert Leidholdt wurde in Hermsdorf in Thüringen geboren. Im Wintersemester 1929/1930 wurde er aktiver Rheinfranke. Im Zeitraum von 1974 bis 1980 war er als Schriftwart des Altherrenverbandes sowie zahlreiche Jahrzehnte als Regionalkassenwart der Rheinfranken tätig. Bundesbruder Leidholdt gehörte zu den Gründungsmitglierdern der VAB Erlangen.


Leiding, Hermann, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1887


Leidolf, Julius
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882


Leiner, Ernst, Dr. jur., Regierungsdirektor
* 5. Dezember 1906, † 3. Februar 1999 zu Neunkirchen/Saar
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Leiner war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Karl-Heinz Leise
Leise, Karl-Heinz, Dr. rer. nat., Vizepräsident des Bundespatentgerichtes
* 3. Januar 1919, † 27. Oktober 2004 zu München
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939
Vizepräsident des Deutschen Patent- und Markenamtes in München
Bundesbruder Karl-Heinz Leise wurde in Kassel geboren und besuchte nach der Grundschule bis zum Jahre 1938 die Oberrealschule ebenfalls in Kassel. Hier wurde er von seinem damaligen Lehrer August Siebert für die Rheinfranken vorgekeilt, so daß er nach Ableistung des Reichsarbeitsdienstes im Wintersemester 1938/1939 an der Philipps-Universität Marburg das Studium in den Fächern Physik, Mathematik und Chemie begann und gleichzeitig das Rheinfrankenband aufnahm. Sein Studium setzte er an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena fort. Dort lernte er im Jahre 1941 seine Frau Ilse kennen, die er im Jahre 1943 heiratete. Der Ehe entsprossen mit Waltraut (1947) und Astrid (1954) zwei Töchter. Nach seiner Promotion zum Dr. rer. nat. im Jahre 1943 blieb er bis zum Frühjahr 1947 als Assistent an der Universität Jena, um danach wiederum nach Kassel zurückzukehren. Dort wurde Bundesbruder Leise zunächst Lehrer für Physik, Chemie und Mathematik an der Bildungsanstalt für Frauenberufe. Im Jahre 1953 wechselte er zum Deutschen Patentamt nach München. Nach seinem Übertritt zum Bundespatentgericht im Jahre 1976 wurde er dort im Mai 1978 zum Vizepräsidenten ernannt und bekleidete dieses Amt bis zu seiner Pensionierung im Januar 1984. Bundesbruder Leise war jahrzehntelang "Präsident" der Münchner Ortsgruppe der Rheinfranken. In dieser Eigenschaft erwartete er selbstverständlich, daß jeder Bundesbruder, insbesondere bei einem Wechsel an die Universität München oder beruflich, ihm ihre Aufwartung machten. Die Münchner Ortsgruppe hatte sich jederzeit um Neuankömmlinge gekümmert. Darüber hinaus war er auch jahrelang Kassenwart der VAB München. In dieser Eigenschaft hatte er dafür gesorgt, daß wir Rheinfranken auf dem Münchner Burschenschafter-Ball im faschingsmäßig dekorierten Deutschen Theater ausgezeichnete Tische erhielten. Er war jedes Mal stolz darauf, wenn unser Bund die stärkste auswärtige Burschenschaft auf diesem Ball stellte. Solange es die Gesundheit zuließ, gehörte er zu denjenigen Bundesbrüdern, die standhaft bis zum Kehraus bei den Bällen oder Treffen ausharrten. Bundesbruder Leise war, so es sein Gesundheitszustand zuließ, zu jedem Stiftungsfest auf dem Rheinfrankenhaus.


Johannes Leisge
Leisge, Johannes
Studienassessor am Progymnasium in Hofgeismar.
[KM, I.WK]


Lemwigh, Heinrich, Dr. med. vet.
Bundesbruder Lemwigh war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er war Tierarzt in Drochtersen bei Stade.


Lemmermann, Karl, Dr. phil., Studienrat
* 20. Dezember 1892, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1912


Erich Lenz
Lenz, Erich, Dr. phil., Studienrat
* 22. März 1906, † 30. Mai 1977 zu Auel bei St. Goarhausen
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Erich Lenz wurde in Sontra geboren, lebte aber schon seit seiner frühesten Kindheit in Kassel. Nach dem Besuch des dortigen Realgymnasiums I wurde er im Jahre 1926 in unserem Bund aktiv und studierte in Marburg und Innsbruck Mathematik sowie Naturwissenschaften. Nach seiner Promotion und der anschließenden pädagogischen Ausbildung in Kassel ging er nach St. Goarshausen, um an der dortigen Oberschule tätig zu sein. Im Jahre 1953 kehrte er nach Kassel zurück, wo er an der Albert-Schweitzer-Schule nach einigen Jahren die Stellung des stellvertretenden Direktors übernahm und bis zu seiner Pensionierung innehatte. Auch noch im Ruhestand leitete er fünf Jahre lang ein Privatgymnasium. Er verstarb in seinem Wochenendhaus in Auel bei St. Goarhausen, welches ihm zur zweiten Heimat geworden war. Sein sehnlichster Wunsch, einmal in dieser schönen Landschaft zu ruhen, ging in Erfüllung.


Lenz, Max Albert Wilhelm, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 13. Juni 1850, † 6. April 1932
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Lenz gehörte dem altphilologischen Zweig des Philologisch-Historischen Vereins an, der später über die wissenschaftlichen Verbindung Hercynia wiederum auf die Marburger Burschenschaft verschmolzen wurde. Bundesbruder Lenz kam in Greifswald zur Welt und studierte nach dem Abitur an der Universität in Bonn, später in Greifswald und Berlin Geschichte und klassische Philologie. Er promovierte im Jahre 1874 mit seiner Arbeit über "Das Bündnis von Canterbury und seine Bedeutung für den englisch-französischen Krieg und das Conzil von Constanz". Er habilitierte sich im Jahre 1876 mit seiner Arbeit "Drei Tractate aus dem Schriftencyclus des Constanzer Concils für Mittlere und Neuere Geschichte". In Marburg arbeitete Bundesbruder Lenz zunächst im Staatsarchiv Marburg und erforschte die Briefwechsel Landgraf Philipps des Großmütigen. Später lehrte er als Privatdozent, seit dem Jahre 1881 als außerordentlicher bzw. seit dem Jahre 1885 als ordentlicher Professor an der Universität Marburg. In dieser Zeit (Sommersemester 1887) wurde Bundesbruder Lenz zum geistigen Mentor und Ehrenmitglied der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Im Jahre 1890 wurde er als Professor für neuere Geschichte nach Berlin berufen, wo er später im Jahre 1911 zum Direktor des Historischen Seminars berufen wurde. Im Wintersemester 1911/1912 wurde er zum Rektor der Berliner Universität gewählt.


Leonhardt, W., Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1890
Bundesbruder Leonhardt war im Jahre 1913 Superintendent, d.h. leitender Geistlicher des Kirchenkreises in Mogilno in Schlesien.
[MGV. 1913]


Leutschaft, Roderich, Prof. Dr. med.
* 26. Oktober 1922 in Rätsch (Siebenbürgen), † 10. August 2006 zu Erlangen
Mitglied seit dem Wintersemester 1929/1930
Nach längerer Krankheit verstarb Bundesbruder Roderich Leutschaft, der bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1987 Professor an der Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen war. Er gehörte zu den weltweit ersten Herzchirurgen. Bereits im November 1974 hielt er auf dem Rheinfrankenhaus einen Vortrag über die Entwicklung der Herzchirurgie. Nach Krieg und Gefangenschaft kam er nach Marburg und begann dort mit dem Medizinstudium. Bundesbruder Leutschaft war begeisterter Rheinfranke und Burschenschafter. Bei der VAB Erlangen war er ebenso ständiger Gast wie bei der Erlanger Burschenschaft Germania, wo er zugleich Ehrenmitglied war. Seine Beisetzung fand am 16. August 2006 auf dem Friedhof in Erlangen-Altstadt statt. Es war eine würdige und große Trauerfeier mit Dutzenden von Burschenschaftern. Sowohl unser Bund als auch die Erlanger Germanen haben chargiert. Dem Verstorbenen wurden Band und Mütze, die er über 110 Semester in Ehren getragen hatte, mit ins Grab gegeben. Vertreter der VAB Erlangen und der Erlanger Burschenschaften haben ihm herzliche Nachrufe gewidmet, die gezeigt haben, wie beliebt er war. Zeitlebens hat sich Bundesbruder Leutschaft zu den Idealen Vaterland, Freundschaft, Ehre und zu den Idealen der Deutschen Burschenschaft bekannt. Das ist Angesichts der Anfeindungen gegen das Korporationsstudententum keineswegs selbstverständlich für einen Mann, der wie Roderich Leutschaft als leitender Arzt und Universitätsprofessor im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden hat.


Levy, Walter, Studienrat
* 17. Juni 1888, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Studienrat in Sterkrade im Rheinland, nahe Oberhausen, später am Reform-Realgymnasium in Remscheid.
[KM, I.WK]


Lichtenstein, Gustav, Oberlehrer
* 24. Juli 1865 in Leba in Pommern, † 6. Juni 1896 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Lichtenstein stammte ursprünglich aus Leba in Pommern, besuchte das Gymnasium zu Neustadt in Westpreußen und studierte von 1885 an in Greifswald und Berlin sowie ab 1887 in Marburg. Von Herbst 1890 bis 1891 war er als Mitglied des pädagogischen Seminars in Kassel zu seiner praktischen Ausbildung dem Realgymnasium überwiesen. Er ging dann zur Ableistung des Probejahres nach Wiesbaden. Später war er Oberlehrer an der Wöhlerschule in Frankfurt am Main.


Liebrich, Carl
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Bundesbruder Liebrich wurde zu Beginn des Wintersemesters 1880/1881 aktiv, trat aber zum Ende des Semesters wieder aus.


Limper, Edgar, Dr. med., Stabsarzt
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Limper war der Sohn von Bauunternehmer Paul Limper, der mit seiner Firma Limper aus Weidenau im Jahre 1927 das Rheinfrankenhaus errichtete. Friedrich Limper war der Großvater, der das Baugeschäft an seine beiden Söhne Paul und Walter Limper vererbt hatte. Bundesbruder Edgar Limper ist im Jahre 1941 beim Vormarsch durch das Baltikum als Stabsarzt der Reserve von rußischen Partisanen auf grausame Weise umgebracht.


Lindekugel, Walter, Dr. med., Augenarzt
* 13. August 1910, † 3. Februar 1956 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Walter Lindekugel war gebürtiger Hamburger. Er studierte in Marburg und Innsbruck. In den Bombennächten in Hamburg verlor er, nachdem ein Kind schon früher gestorben war, seine Frau und das eben geborene Kind. Er kam erst im Jahre 1948 aus der Gefangenschaft zurück, versuchte mit den primitiven Mitteln und Möglichkeiten der damaligen Zeit eine Arztpraxis aufzubauen. Langsam kam er in den folgenden Jahren seinem Ziel näher: Er hatte wieder geheiratet, stolz zeigte er auf dem Eisbeinessen der Rheinfranken-Ortsgruppe Hamburg die Fotos seines jüngsten, zweiten Kindes. Die klinische Behandlung einer erneuten Herzschwäche war so gut wie abgeschlossen, als der plötzliche Herztod ihn traf. Bundesbruder Lindekugel wurde auf dem Friedhof in Ohlsdorf beigesetzt. Er war der Leibfux von Bundesbruder Hans von Oesen und der Leibbursch von Bundesbruder Julius von Freeden gewesen.


Lindemann, Richard, Studienrat
* 26. November 1870, † 25. Februar 1935 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1889
Nachdem Bundesbruder Richard Lindemann am Altonaer Realgymnasium das Reifezeugnis erhielt, studierte er an der Universität Marburg und erwarb seine Lehrbefähigung für die Fächer Englisch, Französisch, Latein und Deutsch. Er war am Realgymnasium Johanneum zu Hamburg tätig. Dieselbe Pflichterfüllung, Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit, die ihm zu eigen waren, verlangte er auch von seinen Schülern, was diese ihm später dankten. Im Ersten Weltkrieg wurde er mit dem Hamburgischen Hanseatenkreuz ausgezeichnet. Eine ihn während des Ersten Weltkrieges packende Krankheit hinderte ihn danach oft an der der Ausübung seines Berufes, so daß er im Jahre 1934 in den Ruhestand trat. Als Student in Marburg konnte er bei allem Ernst des Strebens doch auch froh unter den Fröhlichen sein und gern erinnerte er sich der Zeit, als er als flotter Bursch durch Marburgs Gassen zog. Die Treue, die er dem Bunde einst gelobte, hat er ihm bis zum Tode gehalten.


Lindenberg, Henry, stud. iur.
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Lindenberg trat dem Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg als ordentlicher Verkehrsgast bei, da er Rechtswissenschaften studierte. Im Wintersemester 1909/1910 ist er in Marburg verstorben.


Werner Lindenberg
Lindenberg, Werner Franz
* 26. Juli 1890, † 13. November 1967
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Bundesbruder Werner Franz Lindenberg kam aus Nenndorf bei Harburg. Nach dem Abitur am Gymnasium Harburg kam er im Jahre 1908 nach Marburg, um Neuere Sprachen zu studieren; später studierte er an den Universitäten in Berlin und München. Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg, an dem er vom ersten Tag an teilgenommen hatte und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, mußte er seine wissenschaftliche Laufbahn aufgeben, um die Leitung des väterlichen Gutshofes zu übernehmen. Der als Hoferbe vorgesehene Bruder war nicht aus dem Krieg heimgekehrt, so daß Bundesbruder Lindenberg zusammen mit seiner Schwester das väterliche Erbe - "Gut Nenndorf" im Kreis Hamburg-Harburg - bis zu seinem Tode verwaltet hatte.


Lindner, Otto
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 23. September 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Lindner stammte aus Elberfeld und war Oberlehrer an der Eppendorfer Oberregionalschule in Hamburg. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und fiel als Hauptmann und Kompanie-Führer im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 85 in den westlichen Argonnen im Unterstand nach einem Granatenaufschlag.


Linkmann, Ernst, Dr.
† 1952


Lochmann, Eduard, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1891


Löther, Franz
Mitglied seit dem Sommersemester 1883


Loew, Otto, Dr. phil., Oberlehrer
* 3. Juli 1885, † gefallen im Ersten Weltkrieg im November 1915
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Loew wurde in Camberg (Nassau) geboren und machte zu Ostern 1904 sein Abitur am Königlichen Gymnasium in Dillenburg. Danach studierte er ab dem Wintersemester 1910/1911 an der Universität Marburg die Fächer Latein, Griechisch und Geschichte. Sein Seminar- und Probejahr legte er am Königlichen Gymnasium in Duisburg ab und war danach Hilfslehrer am Könighlichen Gymnasium in Mülheim an der Ruhr. Im Jahre 1911 wird er wieder an das Gymnasium Duisburg berufen, später wird er nach Templin beordert, wo er sich zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Kriegsfreiwilliger meldete.
[MGV. 1913]


Karl Lohfink
Lohfink, Karl, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 1. November 1916
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Lohfink war inaktiver Bursche und stammte aus Bruchköbel bei Hanau. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Er fiel als Leutnant im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 88 bei Fort Baux, nahe der Stadt Verdun, nachdem er durch einen Bauchschuß auf Patrouille am 31. Oktober 1916 schwer verwundet wurde.


Lohmann, August
Mitglied seit dem Wintersemester 1887/1888


Loos, Theodor
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882


Lorenzen, Helmut
* 28. Oktober 1907, † 22. Februar 1985
Mitglied seit dem Sommersemester 1927


Lorey, August, Oberlehrer
* 5. März 1880 in Frankfurt am Main
Bundesbruder August Lorey absolvierte im Herbst 1898 am Goethegymnasium in Frankfurt am Main sein Abitur. Danach studierte er an den Universitäten in Marburg und in Berlin neuere Philologie und war während der Jahre 1904 und 1905 an der Grammar School in Manchester tätig. Nachdem er das Staatsexamen im Februar 1907 in Marburg bestanden hatte, leistete er das Seminarjahr an der Klinger-Oberrealschule und das Probejahr am Realgymnasium Musterschule in Frankfurt am Main ab. Am 1. April 1909 wurde er als Oberlehrer an den höheren Schulen Frankfurts angestellt und war bis zu seinem Eintritt in die Klinger-Oberrealschule an der Musterschule beschäftigt.
[KM, I.WK]


Fritz Lorey
Lorey, Friedrich Wilhelm "Fritz", Dr. phil., Oberlehrer
* 14. September 1885 in Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Friedrich Wilhelm Lorey wurde in Frankfurt am Main geboren und besuchte im Zeitraum von 1892 bis 1895 die Souchaymittelschule und danach das Goethegymnasium. Nachdem er im Jahre 1904 das Abitur bestanden hatte, studierte er zunächst auf der Akademie zu Frankfurt am Main und später in Marburg neueren Sprachen. Dort bestand er am 3. März 1909 mit seiner Arbeit über "Der eingliedrige Nominalsatz im Französischen: Ein Beitrag zur französischen Syntax und Stilistik" das Doktorexamen; am 23. April 1910 folgte die Prüfung für das Staatsexamen. Das Seminarjahr legte er am Wöhler-Realgymnasium ab; die erste Hälfte des Probejahres verbrachte er zudem in Frankreich und England, während er in der zweiten Hälfte an der Sachsenhäuser Oberrealschule mit der Vertretung eines Oberlehrers beauftragt war. Am 1. Oktober 1912 wurde er an der Sachsenhäuser Realschule zum Oberlehrer ernannt.


Lorra, Bruno, Dr. med. dent.
* 25. Dezember 1910 in Gelsenkirchen, † 31. Mai 2010 zu Gelsenkirchen
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Bruno Lorra ist in Gelsenkirchen geboren und zur Schule gegangen. Bevor er studierte, war er Mitglied im sogenannten "Stahlhelm" gewesen. Sein Studium der Zahnmedizin absolvierte er im schönen Marburg, wo er sich von Beginn an bei der Burschenschaft Hercynia, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken, aktiv meldete. Er hat eine zweistellige Zahl von Partien gefochten, wobei seine letzte Partie zugleich auch die letzte Mensur war, die im damaligen Marburger Waffenring ohne Nasenblech gestellt wurde. Mit erfolgreichem Staatsexamen und Anfertigung seiner Dissertation zum Thema "Über einen Fall von Lichen Pilaris und Ichthyosis Linearis" im Jahre 1937 beendete er sein Studium und wurde zur Wehrmacht einberufen. Als Zahnarzt war er Offizier und wurde zunächst in Frankreich eingesetzt und später nach Rußland beordert. Dort geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er jedoch fliehen konnte. Nach dem Krieg hatte er sich in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen als Zahnarzt niedergelassen. Eine Anekdote muß erwähnt bleiben: Bundesbruder Lorra fuhr bis ins hohe Alter kleinere Strecken mit seinem Auto. Dabei wurde er einst von der Polizei angehalten, welche ihm eine Fahrtauglichkeitsprüfung nahelegte. Unter anderem wurde er im Rahmen der Prüfung gefragt, auf welchen Autobahnen und auf welchen Wegstrecken er denn nach Berlin fahren würde. Er antwortete, er sei jahrelang nach Berlin gefahren, um seinen Sohn zu besuchen, aber die Fahrt wäre ihm mittlerweile zu lang und außerdem seien die ICE-Züge heute ja so komfortabel und schnell, daß er keinen Grund sehe, mit dem Auto dorthin zu fahren. Die Prüfung absolvierte er ohne Beanstandungen! Bundesbruder Lorra war bis ins Jahr 2010 mit 99 Lebensjahren der älteste Rheinfranke!


Lotze, Emil, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1903
Lehrer an der städtischen Handelsschule in Breslau.
[MGV. 1921]


Lucae, Karl, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 7. August 1833 in Berlin, † 30. November 1888 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Karl Lucae wurde in Berlin als Sohn eines Apothekers geboren und ging zunächst auf das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Berlin sowie später auf die lateinische Hauptschule in Halle. Er studierte ab dem Wintersemester 1854 bis zum Sommersemester 1859 Philologie und Geschichte abwechselnd an den Universitäten in Berlin, Bonn und Halle. Im Jahre 1859 promovierte er mit seiner Arbeit über das Thema "De Parzivalis poematis Wolframi Eschenbacensis locis aliquot difficilioribus" und habilitierte sich im Jahre 1862 mit seiner Schrift über "De nonnullis locis Wolframianis" als Dozent an der Universität Halle für deutsche Sprache und Literatur. Im Jahre 1868 wurde er nach Marburg berufen, wo er seine Universitätskollegen, u.a. Bundesbruder Stengel kennenlernte. Entsprechend wurde er zum Ehrenmitglied, geistigem Mentor und damit zum Bundesbruder des damals "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken, ernannt. Als Universitätsprofessor der Germanistik hat Bundesbruder Lucae in Marburg über zwanzig Jahre lang gelehrt, bis er an einem Nervenleiden am 30. November 1888 starb.


Lüdemann, Johannes [Hans], Schuldirektor
* 9. Februar 1880 in Treptow
Bundesbruder Johannes Lüdemann wurde als Sohn des evangelischen Lehrers Ferdinand Lüdemann in Treptow geboren. Zuerst besuchte er die Oberschule in Treptow und von Ostern 1893 an das Friedrich-Wilhelms-Realgymnasium in Stettin, wo er im Jahre 1898 sein Abitur bestand. Er studierte zunächst in Greifswald und dann in Marburg neuere Sprachen und Deutsch. Nach einem längerem Aufenthalt in Frankreich als "Assistant Allemand" am Collège in Cambrai bestand er am 6. Mai 1905 das Staatsexamen in Greifswald. Sein Seminar- und Probejahr leistete er von 1905 bis 1907 am Königlichen Marienstifsgymnasium in Stettin. Am 1. April 1907 trat er seinen einjährigen Militärdienst in Bromberg an. Am 1. April 1908 wurde er an der Bismarck-Realschule in Stettin als Oberlehrer angestellt. Im Ersten Weltkrieg wurde er im Jahre 1914 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.


Lühr, Wilhelm, Dr. phil., Studienrat
* 8. November 1875, † 11. Februar 1958 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1897
Bundesbruder Lühr war nach dem Studium der neuen Sprachen in Marburg und in Oxford zunächst Oberlehrer, später Studienrat an der Oberrealschule in Hamburg-Eppendorf, bis er am 30. Juni 1938 nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand trat. Im Ersten Weltkrieg wurde er unter anderem mit dem Eisernen Kreuz I. ausgezeichnet. Im Verlag Tauchnitz gab er verschiedene Schulausgaben heraus und arbeitete außerdem als Gutachter für das Verlagshaus. Seine Schulbehörde wußte sein dienstliches Wirken zu schätzen und die Einführung englischer Schulsendungen im Hamburger Rundfunk war ihm zu verdanken. Jahrelang war er an führender Stelle in akademischen Fachverbänden tätig und weit bekannt. Er war Vorstandsmitglied der Neuphilologischen Gesellschaft und des Allgemeinen Deutschen Neuphilologenverbandes. Als Vorsitzender des Hamburger Neuphilologenverbandes leitete er im Jahre 1928 den 21. Neuphilologentag in Hamburg. Nach der Neugründung des Verbandes wurde er im Jahre 1954 und anläßlich seines 80. Geburtstages geehrt.


Lück, Hans Eberhard, Dr.
† 1944 gefallen im Zweiten Weltkrieg an der Normandie
Mitglied seit dem Sommersemester 1930


Lüsebrink, Eugen, Rechtsanwalt
* 17. Februar 1895, † 16. April 1967 zu Schwelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Lüsebrink war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Lüsebrink verstarb an Lungenkrebs.


Otto Lützenberger
Lützenberger, Otto, Oberstudiendirektor
* 13. Dezember 1887 in Gevelsberg, † 29. November 1961 zu Gevelsberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Lützenberger wurde in Gevelsberg geboren, wo sein Vater Hauptlehrer war. Dort besuchte er die Realschule und danach bis zum Abitur 1907 die Oberrealschule in Barmen. Als Philologiestudent (Deutsch, Englisch, Französisch) ging er nach Marburg und trat dort in unseren Bund ein. Nach einigen Semestern wechselte er erst nach Bonn und dann nach Münster, wo er im Juli 1912 sein Staatsexamen bestand. Nach der Referendarzeit in Hagen kam er bald an seine inzwischen zum Realgymnasium ausgebaute Heimatschule in Gevelsberg zurück, wo er am 1. April 1919 als Studienrat angestellt wurde. Zuvor war er Soldat im Ersten Weltkrieg. Für seine Verdienste als Kompanieführer einer Maschinen-Gewehr-Kompanie bei der Erstürmung und langen Verteidigung von Fort Vaux bei Verdun wurde er mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Am 17. November 1938 übernimmt Bundesbruder Lützenberger als Studienrat die Leitung der Ostendorfschule (heutiges Ostendorf-Gymnasium in Lippstadt) als kommissarischer Oberstudiendirektor. Trotz seines hohen Alters wurde er als Offizier mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 bei der kämpfenden Truppe eingesetzt und geriet bei Stalingrad in Gefangenschaft. Nach drei schweren Jahren war er einer der wenigen, die in die Heimat zurückkehren konnten. Nach einer kurzen Bronchitis, die fast überwunden schien, erlitt er plötzlich einen Schlaganfall und verstarb am 29. November 1961. Eine Abordnung der Ostendorfschule nahm auch im Auftrag der Stadt Lippstadt und des Vereins der ehemaligen Ostendorfschüler an seiner Beerdigung teil.


Luitjens, Helmut, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt
* 28. Juli 1924, † 6. Mai 2013 zu Weyhe
Mitglied seit dem Wintersemester 1951/1952



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Maaß, Ernst [Maass], Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 12. April 1856, † 11. November 1929
Mitglied seit dem Sommersemester 1912 über den P.h.V.
Bundesbruder Maaß gehörte dem altphilologischen Zweig des Philologisch-Historischen Vereins an, der später über die wissenschaftlichen Verbindung Hercynia wiederum auf die Marburger Burschenschaft verschmolzen wurde. Bundesbruder Maaß wurde in Kolberg geboren und besuchte dort das Gymnasium. Ab dem Jahre 1875 studierte er klassische Philologie in Tübingen und Greifswald. Im Jahre 1886 erhielt er den Ruf zum ordentlichen Professor an die Universität Greifswald. In Greifswald verfaßte er sein bedeutendes Werk mit dem Titel "Edition der Phainomena des Arat von Soloi". Im Jahre 1895 folgte er dem Ruf an die Philipps-Universität Marburg, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1924 Direktor des Seminars für Klassische Philologie war. Bundesbruder Maaß war seit dem Sommersemester 1912 geistiger Mentor und Ehrenmitglied.


Lorenz Mack
Mack, Lorenz, Dr. phil.
* 20. Juli 1877, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 30. April 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Mack wurde in Frankfurt am Main geboren und besuchte zunächst die Adlerflychtschule (Realschule) und später die Musterschule (Realgymnasium). Die Prüfung für das höhere Lehramt bestand er in Marburg im Mai 1901, legte das Seminarjahr am Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main und das Probejahr - unterbrochen durch das Militärjahr - am Gymnasium mit Realschule in Homburg vor der Höhe (heutiges Bad Homburg) ab. Am 1. April 1904 wurde er Oberlehrer an der Oberrealschule in Schmalkalden. Seit dem Jahre 1906 war er als Oberlehrer am Reform-Realgymnasium in Düsseldorf tätig. Bereits im Herbst 1896 hatte er die Schriftleitung der "Neuphilologischen Blätter" noch als junger Student im Alter von 19 Jahren übernommen. Bundesbruder Mack war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse sowie Träger des Oldenburger Verdienst-Kreuzes. Er starb als Oberleutnant und Kompanie-Führer im Infanterie-Regiment Nr. 70, nachdem er am 6. Oktober 1914 verwundet wurde und im Lazarett Braunsberg/Ostpreußen an Influenza starb. Bundesbruder Mack wurde in Frankfurt am Main bestattet.


August Madert
Madert, August, Dr. phil., Studienrat
* 14. Juni 1876, † 6. April 1949 zu Lüdinghausen
Mitglied seit dem Sommersemester 1895


Mandelt, Oswin, Oberstudienrat
† 1931
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884
Bundesbruder Oswin Mandelt absolvierte im Jahre 1887 sein Examen. Nachdem er für einige Zeit in Davos ein Vollgymnasium für Knaben leitete, kam er im Jahre 1894 an die Oberrealschule nach Remscheid zurück. Dort wurde er im Jahre 1921 zum Oberstudienrat ernannt.


Mankel, Hermann, Kandidat des höheren Lehramtes
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 27. September 1914
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Mankel stammte aus Weilburg und war Einjähriger-Freiweilliger-Unteroffizier. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Mansfeld, Kurt, Studienrat
* 22. April 1888, † 29. Oktober 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1910


Wilhelm Marggraf
Marggraf, Wilhelm
Studienrat am Realgymnasium in Oberhausen.


Martini, Karl (Nachname vorher: David), Dr. phil.
Studienrat an der Ober-Real-Schule in Düsseldorf.
[MGV. 1921]


Marzolf, Werner, Kaufmann
* 16. Juni 1906, † 6. April 1986 zu Köln
Mitglied seit dem Sommersemester 1925


Wilhelm Maus
Maus, Wilhelm, Dr. phil., Studienrat
* 18. Oktober 1858, † 1941
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Maus war Mitglied Nr. 10 des Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. er wurde im Wintersemester 1881/1882 zum Alten Herren ernannt.


Mc Pherson
Mc Pherson, W. Hay
Mitglied seit dem Wintersemester 1891/1892
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder W. Hay Mc Pherson im Wintersemester 1891/1892 aufgenommen. Im Sommersemester 1894 wurde er im Mitgliederverzeichnis als auswärtiges Mitglied mit Wohnsitz in der Clifford Road, Appleby Westmoreland in England geführt.


Meier, Dietrich [Diedrich], Dr. phil., Oberlehrer
* 31. August 1863 in Hemelingen bei Bremen, † 1. Januar 1917 zu Krefeld
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Dietrich Meier besuchte die damaligen Handelsschule, das heutige Realgymnasium, in Bremen und studierte nach dem Abitur an den Universitäten Leipzig und Marburg neuere Sprache, Geschichte und Erdkunde. Er promovierte an der Universität Marburg und bestand dort am 30. Juli 1886 die Staatsprüfung. Er legte sein Probejahr am Realgymnasium in Duisburg ab und wurde danach Ostern 1888 als wissenschaftlicher Hilfslehrer an die Realschule, später Oberrealschule, in Krefeld berufen und dort am 1. April 1890 als Oberlehrer fest angestellt. Nach seinem Tode wurde Bundesbruder Meier in Bremen begraben.


Paul Meinert
Meinert, Paul, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 21. März 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Paul Meinert stammte aus Hamburg und war inaktiver Bursche. Er war seit dem 13. September 1917 Träger des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse sowie Träger des Hamburger Hanseaten-Kreuzes, der höchsten Kriegsauszeichnung der Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck im Ersten Weltkrieg. Bundesbruder Meinert fiel als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 440 (Maschinen-Gewehr-Kompanie).


Meinhoff, Karl, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Studienrat an der Ober-Real-Schule I. in Kassel.


Meißner, Felix
* 9. März 1906, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
Vor dem Zweiten Weltkrieg und Studienbeginn Versicherungskaufmann in Magdeburg.


Meller, Walter, Dr. jur., Kirchenoberrat, Regierungsrat
* 18. September 1905, † 21. Dezember 1993 zu Heidelberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1923


Memmert, Hans, Dr. med., Kinderarzt
* 30. April 1908, † 18. Mai 1996 zu Waldbröl
Mitglied seit dem Sommersemester 1926


Wolf Dietrich Memmert
Memmert, Wolf-Dietrich "Dieter", Dr. med.
* 30. März 1912, † 31. August 1988 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Wolf-Dietrich Memmert, der als Vorname die Kurzform "Dieter" bevorzugte, kam nach Marburg, um Medizin zu studieren. Nach bestandenem Examen blieb er in Marburg. Nach seinen Studium und nach seiner Promotion über das Thema "Ursachen und Prognose der Trommelfellrupturen" im Jahre 1937 arbeitete er als Arzt in Stettin und Hamburg. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er dienstverpflichtet und an der Klinik in Hamburg-Epperndorf angestellt, bis diese beim Bombenangriff auf Hamburg zerstört wurde. Danach wurde Bundesbruder Memmert in den Osten nach Preußisch Stargard, Königsberg und Danzig versetzt. Von Pillau aus entkam er mit einem der letzten Schiffe nach Dänemark; über Husum ging es zurück in die Heimat. Unter den primitivsten Umständen praktizierte er in den ersten Nachkriegsjahren in Darzun und Rosenow in Mecklenburg; schließlich bekam er in der DDR eine Stelle am Krankenhaus in Schwedt. Im Mai 1960 floh die Familie jedoch über Berlin in den Westen, zunächst zum Bruder nach Leverkusen. In Hoya fand Bundesbruder Memmert eine neue Stelle am dortigen Krankenhaus. Seine nächste berufliche Station Wetzlar, wo er als Schularzt praktizierte, kam dann aber später als Amtsarzt ins Gesundheitsamt in Kassel.


Adolf Menk
Menk, Adolf, Dr. phil., Studiendirektor
* 2. April 1859, † 1931 zu Arolsen
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Bundesbruder Adolf Menk war bereits vom Sommersemester 1878 bis zum Sommersemester 1879 im Philologisch-Historischen Verein, der späteren Verbindung Hercynia, aktiv, den er mitbegründet hatte. Er wurde mit dem Wintersemester 1880/1881 Mitglied des Bundes und hat die Entwicklung der Rheinfranken von der wissenschaftlichen Verbindung zur farbendtragenden und schließlich zur Burschenschaft mit lebhaftem Interesse verfolgt. Bundesbruder Menk wurde in Stein-Neukirch im Westerwald geboren und besuchte dort das Gymnasium zu Dillenburg. Anschließend studierte er Philologie in Marburg und wurde am 5. Dezember 1884 zum Dr. phil. promoviert. Von Ostern 1885 bis Ostern 1886 war er als Probandus am Gymnasium zu Wiesbaden beschäftigt. Seit April 1887 war er als ordentlicher Lehrer am Realprogymnasium zu Arolsen tätig und wurde im Juli 1892 dort zum Oberlehrer ernannt. Bundesbruder Menk war ein Mensch von ernster Lebensauffassung, erfüllt von großer Liebe zu seinem Beruf als Pädagoge und ein Mann von glühender Vaterlandsliebe, die ihn als Fünfundfünzigjährigen gleich in den ersten Tagen des Ersten Weltkrieges ins Felde ziehen ließ. Für seine Tapferkeit wurde er unter anderen Verdienstkreuzen mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.


Siegfried Mennenöh
Mennenöh, Siegfried, Dr. phil., Diplom-Chemiker
* 20. Januar 1916, † 9. Dezember 1994 zu Dortmund
Mitglied seit dem Sommersemester 1935


Ment, Adolf, Studiendirektor
* 1859, † 28. April 1931
Mitglied seit dem Sommersemester 1878
Bundesbruder Adolf Ment war Mitbegründer des damaligen Philologischen Vereins und zugleich der einzige, der dem Bunde im Wandel der Zeiten bis zuletzt treu geblieben ist. Gerade der Entwicklung der wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken zur farbentragenden Verbindung und schließlich zur Burschenschaft hat Bundesbruder Ment mit großem Interesse verfolgt. Er arbeitete als Lehrer und wurde im Herbst 1902 zum Direktor eines Realgymnasiums gewählt.


Mentz, Richard, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 16. Dezember 1865, † 1940
Mitglied seit dem Sommersemester 1884


Merhof, Germut, Dr. med.
* 8. Dezember 1932, † 10. Dezember 1994 zu Castrop-Rauxel
Mitglied seit dem Sommersemester 1954


Merker, Hans Heinrich, Dr. med., Arzt
Bundesbruder Merker war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Wilhelm Merle
Merle, Wilhelm, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Steuersyndikus in Heidelberg.


Hermann Metzschke
Metzschke, Hermann, Studienrat
* 23. September 1886, † 24. April 1976 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Bundesbruder Hermann Metschke wurde in Altenburg in Thüringen geboren. Im Jahre 1906 ging er zum Studium der Neuphilologie nach Jena und schrieb sich in den Fächern Englisch, Französisch und Deutsch ein. In Jena wurde er zunächst bei der Burschenschaft Cheruscia Jena aktiv, die bis zum Jahre 1905 suspendiert war. Es ist ihm zu verdanken, daß sich in der Chreruscia Jena wieder ein normales Korporationsleben nach der Suspension entwickeln konnte. Unserem Bundesbruder Metzschke blieb in Jena doch kaum Zeit für sein Studium, so daß er im Sommer 1908 nach Marburg wechselte, wo er wiederum Mitbegründer der vertagten Burschenschaft Sigambria Marburg wurde. Die Burschenschaft Sigambria ging später in der Marburger Burschenschaft Hercynia auf, welche wiederum im Jahre 1950 auf die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Metzschke bestand im Jahre 1914 schließlich sein Staatsexamen, doch mit seiner Doktorarbeit hatte er Pech, denn einige Tage vor seiner Abgabe wurde von anderer Seite eine Arbeit mit dem gleichen Thema abgegeben, so daß seine Arbeit nicht angenommen wurde. Bei Kriegsanfang im Jahre 1914 meldete er sich freiwillig, wurde jedoch nicht eingezogen, da er aufgrund seines Studiums keinen Militärdienst abgeleistet hatte. Daher war er zunächst als Studienreferendar in Weilburg tätig, bis er doch im November 1914 von seinem Heimatregiment in Altenburg eingezogen wurde. Er kam an die Westfront, wo er verwundet wurde. Nach seiner Genesung wurde er an die Ostfront versetzt. Dort erhielt er einen Durchschuß an der rechten Hand, der nicht ohne Folgen blieb: Denn die große Tragik dabei war, daß sich Gasbrand (Wundinfektion) einstellte und zunächst die Hand und später der ganze Arm amputiert werden mußten. Im Lazarett lag er im Koma, war von Bakterienruhr gequält und wog schließlich nur noch 88 Pfund, so daß ihn die Ärzte schon aufgegeben hatten. Doch Bundesbruder Metzschke schaffte es und wurde, nachdem er wieder transportfähig war, in ein Lazarett nach Wiesbaden verlegt, wo er nach seiner Genesung seine restliche Referendarausbildung absolvierte. Im Jahre 1920 ging er als Studienrat an die Klingerschule nach Frankfurt am Main. Im Jahre 1923 heiratete er seine Frau Else. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterrichtete er am Goethegymnasium in Frankfurt am Main. In der VAB Frankfurt am Main war Bundesbruder Metschke sehr aktiv. Bewundernswert ist zudem, wie Bundesbruder Metzschke den Verlust seines rechten Armes meisterte, denn er lernte nicht nur mit links zu schreiben, sondern auch mit links zu stenographieren.


Meybrinck, Ernst, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Studienrat am Lyzeum in Kiel.


Friedrich Meyer
Meyer, Friedrich "Fritz", Dr. phil., Oberstudienrat
* 16. Oktober 1864, † 29. September 1931 zu Lübeck
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886 [Meyer I]
Bundesbruder Fritz Meyer kam in Neustrelitz zu Welt, erwarb das Reifezeugnis auf dem Realgymnasium zu Rostock und studierte zunächst in Rostock und später in Marburg neue Sprachen. Zu Ostern 1885 wurde er beim damaligen Neuphilologischen Verein aktiv und er legte im August 1889 in Marburg sein Staatsexamen ab; zuvor wurde er im Jahre 1888 in Marburg zum Dr. phil. promoviert. Während dieser neun Studiensemester hatte er - vor allem unter Leitung seines Lehrers Max Stengel - durch sein ehrgeiziges Streben die Grundlage für seine spätere fruchtbare pädagogische und wissenschaftliche Tätigkeit gelegt. Aber stets fand er Zeit, sich an dem damals sehr regen Vereinsleben zu beteiligen - dies sowohl bei den wissenschaftlichen Sitzungen und Conventen als auch bei den geselligen Zusammenkünften im Turnergarten. Er verstand es, wissenschaftlichen Ernst mit studentischer Fröhlichkeit zu verbinden, so daß er im Verein eine führende Stellung einnahm. Nicht gerade wenig hat Bundesbruder Meyer zur korporativen Entwicklung des jungen Bundes beigetragen: So war er ein tüchtiger Fechter, der recht oft auf der Mensur gestanden hat. Auch Ansehen und Ehre nach außen hin und in der Studentenschaft wußte er geschickt zu vertreten. Als Mitglied der VAB Lübeck hatte er sich auch rege am burschenschaftlichen Leben beteiligt. Nach seinem Examen wirkte er zunächst am Realgymnasium zu Duisburg, später als wissenschaftlicher Hilfslehrer in Solingen und ab 1897 als Oberlehrer an der Realschule in Rostock. Am 20. Dezember 1899 wurde zum Oberlehrer in Lübeck ernannt. Neben seiner Arbeit am Realgymnasium verschaffte er sich durch seine zahlreichen Veröffentlichungen auf dem Gebiet der französischen und englischen Literatur einen geachteten Namen als Wissenschaftler.


Fritz Meyer
Meyer, Fritz, Dr. phil., Kandidat des höheren Lehramts
† 26. Mai 1924 zu Lübeck
Mitglied seit dem Sommersemester 1920 [Meyer II]
Bundesbruder Fritz Meyer war der älteste Sohn von Bundesbruder Friedrich "Fritz" Meyer (Meyer I); er verstarb mehrere Jahre vor dem Tod seines Vaters nach langem Leiden in Lübeck. Der Bund hatte mit ihm einen sehr geschätzten und viel zu jungen Alten Herren verloren, der wie sein Vater mit ganzer Seele an dem Bund der Rheinfranken hing.


Hermann Meyer
Meyer, Hermann, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 28. Juni 1896, † 21. September 1975
Mitglied seit dem Wintersemester 1916/1917
Bundesbruder Hermann Meyer kam aus Gummersbach. Nach seiner Promotion im Jahre 1920 bestand er ein Jahr später das Staatsexamen in den Fächern Englisch, Französisch und Religion. Im Schuldienst war er in Godesberg, in Freienwalde an der Oder, in Berlin und von 1926 bis 1948 in Dortmund tätig. In Dortmund selbst war er lange Zeit Obmann und Trainer der ersten erfolgreichen Ruderriege seiner Schule. Im Zweiten Weltkrieg hatte Bundesbruder Meyer großen Anteil am Aufbau des zivilen Luftschutzes in Dortmund und war Hauptmann bei der Flak. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er im Jahre 1948 Oberstudiendirektor seines heimatlichen Gymnasiums in Gummersbach. Schwer hatte ihn der frühe Tod seiner Frau getroffen, so daß er seine kleine Tochter in die Obhut von Verwandten geben mußte. Auch nach seiner Pensionierung hatte Bundesbruder Meyer weiterhin in seinem Beruf gearbeitet. Als er im Jahre 1970 endgültig ausschied, war er fast 50 Jahre lang im höheren Schuldienst tätig gewesen.


Meyer, Heinrich
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Heinricht Meyer war zugleich beim Cartellverein Straßburg aktiv, wo er auch Alter Herr war. Daher erhielt er auf seine Bitte hin am 19. Januar 1900 den ehrenvollen Austritt.


Meyer, Heinrich, Steueroberinspektor
† 29. August 1966
Mitglied seit dem Sommersemester 1939


Ludwig Meyn
Meyn, Ludwig
Mitglied seit dem Wintersemester 1901/1902
Oberlehrer am Barmbecker Gymnasium in Hamburg.


Willi Michel
Michel, Wilhelm "Willi", Dr. med.
* 18. November 1892, † 19. Juli 1938
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Vor dem Zweiten Weltkrieg praktischer Arzt in Bruchköbel bei Hanau.


Mies, Helmut
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1940/1941
Bundesbruder Helmut Mies wurde als Jungbursche an die Front versetzt, wo er nach einer schweren Kopfverwundung gefallen ist.


Möller, Johannes, Dr. phil., Gymnasialdirektor
* 15. Februar 1878
Mitglied seit dem Wintersemester 1897/1898
Bundesbruder Möller wurde in Offenbach am Main geboren und studierte an den Universitäten Göttingen, Berlin und Marburg klassische und deutsche Philologie, Geschichte und Pädagogik. Er promovierte im Februar 1901 mit seiner Arbeit über das Thema "Studia Maniliana" an der philosophischen Fakultät der Universität Marburg zum Dr. phil. und bestand dort ein Jahr später im Februar 1902 auch das Staatsexamen. Das Seminarjahr legte er am Goethe-Reformgymnasium in Frankfurt am Main ab. Sein Probejahr absolvierte er am Städtischen Gymnasium und Realgymnasium in Limburg an der Lahn. Seit dem 1. April 1905 war er Oberlehrer an der Lateinischen Hauptschule und Erzieher am Alumnat des Köngilichen Pädagogiums in den Francke'schen Stiftungen zu Halle an der Saale. Im Winterhalbjahr 1911/1912 war er zu einer Studienreise nach Italien und Sizilien beurlaubt. Am 8. Juni 1912 wurde er zum Königlichen Gymnasialdirektor ernannt, als ihm mit Wirkung vom 18. Juni 1912 die Leitung des Königlichen Gymnasiums in Demmin (Preußen) übertragen wurde. Zu seinen pädagogischen Werken zählen u.a. "Über den Bildungswert der altsprachlichen Lektüre. Ein Beitrag zur Gymnasialpädagogik - 1. Hälfte", Halle 1908; "Über den Bildungswert der altsprachlichen Lektüre. Ein Beitrag zur Gymnasialpädagogik - 2. Hälfte", Halle 1911; "Materialien für die Betrachtung und Besprechung der im Besitz der Lateinischen Hauptschule zu Halle an der Saale befindlichen Nachbildungen antiker Skulpturen", Halle 1909; "Die Benutzung antiker Münzen als Anschauungsmaterial im Unterricht", Halle 1910; "Kleine Beiträge zur Kritik der literarhistorischen Forschung", Demmin 1913; "Betrachtungen über Conrad Ferdinand Meyer als Menschen und Dichter auf Grund seiner Briefe und Werke", Demmin 1914 sowie "Die Hilfe des Hauses bei der Erziehung der Jugend durch die Schule", Demmin 1915.


Möller, Karl
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Herr Möller wurde im Wintersemester 1889/1890 zum Alten Herren ernannt, jedoch im Sommersemester 1893 aus der Mitgliederliste des Altherrenverbandes gestrichen.


Mörbel, Werner, Dr. med.
* 14. März 1911, † 5. Oktober 1989
Mitglied seit dem Sommersemester 1929


Mörke, Ernst
† gefallen im Zweiten Weltkrieg am 26. Juli 1941 bei Marlin (Kiew) in der Ukraine
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Ernst Mörke wuchs bei seinen Pflegeeltern in Rehwinkel im Kreis Saalzig (Pommern) auf. Zunächst studierte er Theologie in Marburg, wechselte aber dann zur Philologie und absolvierte das Lehrerexamen. Als Familienvater wirkte er als Dorfschulmeister, bis er in den Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde. Als Feldwebel hatte Bundesbruder Mörke zunächst junge Rekruten ausgebildet, wurde danach an die russische Front geschickt. Seit dem 1. April 1941 war Bundesbruder Mörke Leutnant. In einem seiner letzten Frontbriefe schrieb er, daß er bei einer Offizierspatrouille 15 Russen gefangengenommen hatte, wofür er zwei Stunden vor seinem Tode das Eiserne Kreuz II. Klasse erhalten hatte.


Moderow, F.
[KM, I.WK]


Mody, Georg, Kriminalrat
* 17. Mai 1906, † 10. August 1986
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Georg "Schorsch" Mody war der Sohn eines Kaufmannes und Mühlenbesitzers in Oldenburg/Holstein. Nach dem Abitur an der Oberrealschule zum Dom in Lübeck kam er nach Marburg und wurde bei den Rheinfranken aktiv, wo er als begeisterter Fechter - unter anderem auch mit Säbelpartien - hervortrat. Nach der Fortsetzung des Jurastudiums in Göttingen legte er im Jahre 1933 die erste Staatsprüfung am Oberlandesgericht in Celle ab und wurde im gleichen Jahr zum Gerichtsreferendar im Bezirk des heimatlichen Oberlandesgerichtes Kiel ernannt. Im Jahre 1936 folgte er einem Angebot, in den leitenden Dienst der Sicherheitspolizei überzugehen und bestand in Berlin am Kriminaltechnischen Institut die Eignungsprüfung. Daran schloß sich eine längere Ausbildungs- und Probezeit in Kiel und Berlin an, bis er im Jahre 1938 als Kriminalkommissar und stellvertretender Leiter der Staatlichen Kriminalpolizei nach Rostock versetzt wurde. Mitte 1943 wurde er zur Wehrmacht abgestellt und kam an die Ostfront, wo er ein Jahr später zum Kriminalrat befördert wurde. Im Jahre 1945 kam er in russische Gefangenschaft, wurde aber, als er krank und arbeitsunfähig wurde, in die Heimat entlassen. Die nächsten 18 Monate verbrachte er in britischen Internierungslagern, zuerst in Neumünster, dann in Eselheide bei Paderborn, wo er auch auf einige Bundesbrüder, u.a. auf Bundesbruder Oswald Hauser, traf. Nach seiner Entlassung im Jahre 1947 war er für zehn Jahre zusammen mit seiner Frau Ida als Geschäftsführer in dem seiner Mutter gehörenden Hotel "Stadt Frankfurt" in Oldenburg/Holstein tätig. Erst im Jahre 1957 trat er wieder in den Kriminaldienst ein und tat drei Jahre im Notaufnahmelager Zirndorf bei Nürnberg Dienst. Im Jahre 1960 wurde er als Regierungskriminalrat zur Sicherungsgruppe nach Bonn versetzt und von 1962 an für vier Jahre als verantwortliches Aufsichtsorgan für geheime Bauvorhaben der Bundesregierung im Ahrtal verwandt. Erst im Jahre 1966 kehrte Bundesbruder Mody im Rahmen seiner Pensionierung nach Oldenburg zurück und verbrachte dort in seiner Heimatstadt die letzten Jahre seines Lebens.


Mollwo, Ludwig, Prof. Dr. phil.
* 18. Mai 1869, † 30. August 1936 zu Heilbrunn bei Tölz
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Ludwig Mollwo war zunächst als Studienrat im Lehramt tätig, wechselte später als Honorarprofessor an die Universität Hannover. Er verstarb während eines Kuraufenthaltes in Heilbrunn bei Tölz durch einen plötzlichen Herzschlag.


Molzow, Carl-Heinz [Karl-Heinz], Dr. jur., Staatsanwalt
* 13. März 1909, † 8. Juni 1972 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Carl-Heinz Molzow wurde als Sohn eines Kaufmanns in Schönberg in Mecklenburg geboren und besuchte das Gymnasium in Lübeck. Vom Jahre 1927 an verlebte er vier Aktivensemester in Marburg, wo er Jura studierte. Dann kehrte er nach Rostock zurück, bestand dort sein Examen und promovierte zum Doktor der Rechtswissenschaften. Nach der Referendarszeit in Mecklenburg bestand er im Jahre 1935 das Staatsexamen in Berlin und ging als Assessor nach Wismar. Dort heiratete er seine Liselotte (Lilo), die er in Marburg als Tischdame vom Pensionat Becker auf dem Rheinfrankenhaus kennen gelernt hatte. Im Jahre 1938 wurde Bundesbruder Molzow mit der Leitung eines kleinen Amtsgerichtes in Rehna betraut, doch im Jahre 1939 zog er als Leutnant der Reserve ins Feld. Im Jahre 1941 wurde er vor Kiew durch einen Lungensteckschuß schwer verwundet, womit sein langes Asthmaleiden begann. Nach langen Lazarettaufenthalten ging er trotz allem im Jahre 1943 als Oberleutnant in den Osten. Eine kurze US-amerikanische Gefangenschaft beendete im Jahre 1945 schließlich seine Soldatenzeit. Man entließ ihn nach Hersfeld, wo er als städtischer Hilfsarbeiter angestellt wurde. Im Jahre 1947 kam er als Staatsanwalt nach Wiesbaden, wo er 15 Jahre lang Leiter der Wiesbadener Amtsanwaltschaft mit dem Rang eines ersten Staatsanwaltes und zuletzt Abteilungsleiter der Staatsanwaltschaft Wiesbaden war. Noch im Mai 1972 stand er auf der Terrasse des Rheinfrankenhauses und freute sich am Blick ins Lahntal; doch er wußte bereits, daß er schwer krank war. Er erlag innerhalb weniger Stunden einem schweren Herzinfarkt. Bundesbruder Carl-Heinz Molzow war der Vater von Bundesbruder Hans Dieter Molzow gewesen.


Molzow, Hans-Dieter
* 31. Oktober 1939, † 8. August 2003 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Sommersemester 1959
Oberstleutnant der Deutschen Bundeswehr.


Morin, Theodor, Studienrat
* 30. September 1863, † 1952
Mitglied seit dem Wintersemester 1884/1885


Mostert, Wilhelm, Dr. phil.
† 27. Januar 1898 zu Oberlahnstein
Mitglied seit dem Wintersemester 1890/1891
Bundesbruder Mostert stammte aus Koblenz.


Müller, Albin
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Herr Müller stammte aus Obergebra und wurde im Sommersemester 1886 ausgeschlossen.


Müller, Erich Günther, Dr. phil., Studienrat
* 21. August 1899, † 12. Februar 1954 zu Unna
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Erich Günther Müller war im Jahre 1929 Studienassessor an der Deutschen Schule in Rio de Janeiro, Brasilien. Nach seiner Rückkehr aus Brasilien arbeitete er in Unna als Lehrer. Schwere Kriegsleiden zwangen ihn jedoch, vorzeitig in den Ruhestand zu treten.


Müller, Julius, Dr. phil., Gymnasialdirektor
* 7. September 1872
Bundesbruder Müller kam in Darmstadt zu Welt. Er besuchte das Kaiser Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt am Main (heutiges Heinrich-von-Gagern-Gymnasium). Im Anschluß daran studierte er an der Universität Marburg klassischen Philologie und Geschichte. Am 21. Januar 1898 bestand er die Staatsprüfung in Marburg und promovierte dort am 1. März 1898 zum Dr. phil. Das Seminarjahr legte er am Gymnasium Wiesbaden von April 1898 bis April 1899 ab. Sein Probejahr absolvierte er am Realgymnasium Wiesbaden sowie am Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main, wo er zugleich bis 1901 als Hilfslehrer angestellt war. Darauf erhielt er einen einjährigen Urlaub, den er während des Sommersemesters in Berlin und in den letzten sieben Monaten in Grenoble und Paris auf das Studium der französischen Sprache verwandte. Im Jahre 1902 kehrte er nach Deutschland zurück und wird als wissenschaftlicher Hilfslehrer an das Gymnasium in Montabaur berufen. Dort wird er später als Oberlehrer angestellt. Vom 1. April 1904 an war er als Oberlehrer am Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen tätig, bis er am 17. März 1910 zum Direktor des Progymnasiums zu Eupen berufen wurde.


Karl Müller
Müller, Karl, Dr. phil., Studienrat
* 28. August 1894, † 28. Februar 1973 zu Bad Laasphe
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Karl Müller wurde in Weidenau/Sieg (heute Hüttental) geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Siegen. Im Jahre 1914 bestand er sein Abitur am Realgymnasium in Siegen und ging zum Studium zunächst nach Bonn. In den Jahren 1914 bsi 1918 hatte er am Ersten Weltkrieg teilgenommen, wurde jedoch bei Poelkapelle in der Nähe von Langemark schwer verwundet. Nach dem Krieg setzte er sein Studium in Marburg fort. Im Jahre 1921 promovierte er bei Professor Dr. Deutschbein und bestand ein Jahr später sein Examen in Englisch, Französisch und Geschichte. Es folgte die Zeit als Studienassessor in Siegen, Wissen und Altena bis er im Jahre 1926 als Studienrat am Aufbaugymnasium in Laasphe angestellt wurde, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb.


Müller, Ludwig, Dr. phil., Studienrat
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
† 1925 zu Hanau


Müller, Otto "Theo" Theodor, Oberstudienrat
* 15. Mai 1886, † 1968
Mitglied seit dem Wintersemester 1906/1907


Müller, Walter, Pfarrer mit Berufsverbot, Latein- und Religionslehrer
* 28. November 1909, † 5. Juli 1980
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Walter Müller kam mit seinem Mitschüler und Freund Fritz Witte aus Neubrandenburg nach Marburg, wo beide bei der Burschenschaft Rheinfranken aktiv wurden. Er ergriff das Studium der Evangelischen Theologie, das er nach seiner Marburger Zeit in Leipzig und Rostock fortsetzte. Daß er auch trotz seiner geringen Körpergröße auf dem Fechtboden seinen Mann stand, trug ihm den Namen "Säbelmüller" ein. Als Mitglied der Bekennenden Kirche, einer Kampf- und die Widerstandsbewegung der evangelische Kirche gegen die nationalsozialistische Weltanschauung, wurde er vom deutsch-christlichen Kirchenregiment während des Kirchenkampfes vom Examen zurückgestellt. In den Jahren 1935/1936 war er deshalb zunächst als Hauslehrer tätig. Im Jahre 1937 bestand er vor der Prüfungskommission der Bekennenden Kirche seine erste theologische Prüfung. Im gleichen und im darauf folgenden Jahr war er Vikar der Bekennenden Kirche in Neuburg bei Wismar. Im Jahre 1939 wurde er Hilfsprediger an der Schloßkirche in Schwerin und am 18. März 1939 wurde er ordiniert. Im selben Jahr übernahm er die Pfarrei Walkendorf bei Tessin und wurde 1940 zur Kriegsvertretung nach Teterow versetzt. In dieser Zeit bestand er die zweite theologische Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der Evangelischen Landeskirche Mecklenburgs. Im Zeitraum von 1941 bis 1953 war er Pastor der Gemeinde Elmenhorst bei Klütz. Im Jahre 1953 übernahm Bundesbruder Müller die Pfarrei in Mölln, eine Bahnstation westlich von Neubrandenburg. Danach wurde er 1958 Hauptpastor an der Stadtkirche in Grabow. Während eines Sommerurlaubs 1961 in Westberlin wurde die Familie vom Mauerbau überrascht. Die beiden Söhne waren am Internat im oberhessischen Laubach und so blieb die Familie nach langem Abwägen im Westen. Infolge der Vereinbarungen zwischen den ost- und westdeutschen Landeskirchen wurde Bundesbruder Müller nicht wieder in den Kirchendienst übernommen. Die Odyssee, die nun begann, dauerte über ein Jahr: Berlin, Marburg, wo die Familie eine Zeitlang auf dem Rheinfrankenhaus wohnte, Haina, Köln, Hannover und Wilhelmshaven sind nur einige Wegstationen. In Wilhelmshaven unterrichtete Bundesbruder Müller bis zum Jahre 1976 Latein und Religion am Mädchen Gymnasium. Doch daß ihm der Dienst als Pfarrer verwehrt wurde, traf ihn schwer. Die Rheinfranken spürten seine Trauer insbesondere dann, wenn er zu Pfingsten nach Marburg kam und die Totenrede am Ehrenmal anläßlich des Stiftungsfestes hielt.


Walther Müller
Müller, Walther
Mitglied seit dem Sommersemester 1907


Paul Münch Paul Münch
Münch, Paul
* 27. November 1879, †
Mitglied seit dem Wintersemester 1901/1902
Studienrat am Bismarck-Realgymnasium in Dortmund.


Mundhenke, Herbert, Dr. phil.
* 29. April 1915, † 9. Juni 1997 zu Hannover
Mitglied seit dem Wintersemester 1934/1935
Deutscher Historiker und Herausgeber zahlreicher Geschichtswerke sowie Leiter des Stadtarchivs Hannover.
Literatur: http://d-nb.info/gnd/101156944



N

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Ernst Neubauer
Neubauer, Ernst
Mitglied seit dem Sommersemester 1903


Neubauer, Hans
Studienrat am königlichen Lyzeum mit Oberlyzeum und Studienanstalt in Trier.
[MGV. 1921]


Neuenfeldt, Günther, Kaufmann
* 6. Juni 1909, † 31. August 1988 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Günther Neuenfeldt war der Sohn einer Kaufmannsfamilie in Bad Freienwalde in der Mark Brandenburg. Zusammen mit Bundesbruder Erwin Rehse besuchte er dort das humanistische Gymnasium. Zusammen gingen sie nach Marburg. Dort studierte Bundesbruder Neuenfeldt Rechtswissenschaften. Gemeinsam wurden sie zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Im Jahre 1930 zog Bundesbruder Neuenfeldt nach Halle, wo er neben Jura auch Volkswirtschaft studierte. Diese lag ihm, da sie praxisbezogen war, mehr als die formal-rational betonte Rechtswissenschaft. Doch schließlich gab er sein Studium auf und begab sich in eine Kaufmannslehre. In Neuruppin verbrachte er einen Teil seiner Ausbildung, bevor er im Jahre 1933 bei der Einkaufgenossenschaft Edeka in Hamburg seine erste Anstellung erhielt. Sehr bald machte er sich selbstständig auf dem Konservenmarkt, indem er ein Versandhaus für Krabben gründete, die er aus Büsum bezog. im Jahre 1941 wurde er zur Flak eingezogen, verblieb zunächst im Flensburger Raum und wurde dann nach Frankreich versetzt. Bei der Kapitulation im Jahre 1945 geriet seine Einheit in der Tschechei in Gefangenschaft. Abgemagert mit nur 53 kg Gewicht kam er im Jahre 1949 nach Hamburg zurück. Im Jahre 1950 trat er in die bekannte Hamburger Früchteimport-Firma Max Kiene ein und stieg dort bald zum Prokuristen auf. Im Jahre 1971 heiratete er die Witwe des Firmeninhabers, Erika Kiene, und leitete mit ihr als Alleininhaber die Firma bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1984. Bundesbruder Neuenfeldt war ein treuer Besucher des traditionellen Hamburger Eisbeinessens der Hamburger Rheinfranken-Ortsgruppe; und auch auf dem Rheinfrankenhaus in Marburg war er ein häufiger Gast.


Naumann, Werner, Studienrat
* 15. Juli 1907, † 17. September 1985 zu Schwelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Werner Naumann wurde in Leipzig geboren, kam aber schon im Jahre 1908 nach Bochum, wo er ab 1926 am Engelbert-Gymnasium die Reifeprüfung ablegte. Er studierte in Dresden, Marburg, München und Bonn Mathematik, Physik, Chemie und Pädagogik für das höhere Lehramt. Nach seiner Referendarzeit in Bochum und Dortmund arbeitete er von 1935 bis 1937 als Mathematiker am Reichsamt für Landesaufnahme (RfL) in Berlin und danach als Studienassessor in Bad Oeynhausen und Gronau, wo er seine erste Planstelle erhielt. Im Zweiten Weltkrieg war er in Rußland und in Frankreich eingesetzt. Er heiratete im Jahre 1944 und aus der Ehe gingen drei Söhne hervor. Im Jahre 1947 ließ er sich an das Märkische Gymnasium in Schwelm versetzten. Als ständiger Vertreter des Schulleiters wurde er im Jahre 1960 Oberstudienrat und im Jahre 1968 Studiendirektor. Im Jahre 1972 trat er in den Ruhestand.


Naumann, Wilhelm, Oberstleutnant
* 24. September 1899, † 9. November 1973
Mitglied seit dem Sommersemester 1920
Bundesbruder Wilhelm Naumann gehörte er zu jener Altersgruppe, die vor Beginn des Studiums in den letzten Jahren des Ersten Weltkriegs zum Militärdienst herangezogen wurde. Erst nach Beendigung des Krieges, an dem er aktiv - zuletzt als Leutnant - teilgenommen hatte, konnte er das beabsichtigte Studium an der heimatlichen Universität Marburg beginnen. Im Frühjahr 1920 trat er in unseren Bund ein, dessen Geschicke er dann im Sommersemester 1921 als Sprecher leitete. Für Bundesbruder Naumann war diese bewegte Zeit, an die er sich immer gern erinnerte, nur eine Episode, denn nach seiner Veranlagung war er kein Mann der Wissenschaft, sondern er war mit Leib und Seele Soldat. So vertauschte er nach Ablauf seiner aktiven Semester das Studium mit dem Dienst in der Reichswehr, der ihn für viele Jahre nach Ostpreußen verschlug. Im Jahre 1935 war er anläßlich des 55. Stiftungsfestes in Marburg gewesen: Das Burschenband über der Hauptmannsuniform, stattlich und strotzend vor Gesundheit - wie es schien. Doch wahrscheinlich trug er schon damals den Keim der schweren Krankheit in sich, die sein Schicksal werden sollte. Nicht mehr frontdienstfähig war er während des Zweiten Weltkrieges noch als Stabsoffizier mit einer organisatorischen Führungsaufgabe betraut und in Kärnten eingesetzt. Nach dem Krieg sah er sich in die hoffnungslose Lage versetzt, nicht nur den Beruf verloren zu haben, sondern auch infolge der sich verschärfenden Auswirkungen seiner Krankheit nicht mehr erwerbsfähig sein zu können. Der Zufall brachte Bundesbruder Naumann Anfang der 1950'er Jahre in Göttingen, wo er mit seiner Familie seit dem Kriegsende wohnte, mit den anderen dort ansässigen Bundesbrüdern zusammen. Sie wählten ihn zum Vorsitzenden der dortigen Rheinfranken-Ortsgruppe. Bundesbruder Naumann hatte über zehn Jahre lang an allen Zusammenkünften teilgenommen. Im Jahre 1968 siedelte er mit seiner Frau Mia nach Stuttgart-Sonnenberg über, um in der Nähe seiner Söhne zu sein, die beide in Süddeutschland tätig waren.


Negwer, Ernst
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Georg Neumann
Neumann, Georg, Dr. phil., Oberlehrer
† 2. Oktober 1917 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Georg Neumann promovierte im Sommer 1903 mit seiner Arbeit über das Thema "Die Orthographie der Paston Letters von 1422-1461. Ein Beitrag zur Geschichte der englischen Orthographie", danach absolvierte er sein Probe- und Seminarjahr. Bereits nach seiner Anstellung als Oberlehrer an der Oberrealschule I in Kassel mußte sich Bundesbruder Georg Neumann einer schweren Operation unterziehen. Zwar konnte er bald seine Tätigkeit wieder aufnehmen, aber nach einigen Jahren trat wieder eine Verschlimmerung seines Gesundheitszustandes ein, so daß er bereits im Alter von nur 37 Jahren nach langem, schwerem Leiden verstarb.


Neumann, Herbert
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
Bundesbruder Herbert Neumann wurd im Wintersemester 1919/1920 als Verkehrgast aufgenommen. Er lebte zu dieser Zeit in Riga.


Hans Neumeister
Neumeister, Hans
* 21. November 1888, † 6. Dezember 1969
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Hans Neumeister ging im Jahre 1928 als Schauspieler und Spielleiter an die Württembergische Volksbühne nach Stuttgart. Nach fünf Jahren führte ihn sein Weg nach Hamburg und wiederum zurück in den Süden. Danach gelang der Sprung als Intendant nach Breslau, wo er bis zum Jahre 1944 blieb. Als Volkssturmmann entkam er bei der Kapitulation den Russen und schlug sich zu Fuß bis nach Holstein durch. Dort arbeitete er mit einer neuen Truppe als Spielleiter und Regisseur. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er bis zu seinem Ruhestand am Südostbayerischen Städtetheater in Landshut tätig.


Neuenfeldt, Günther, Kaufmann
* 6. Juni 1909, † 31. August 1988 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1928


Niederdellmann, Heinz, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 20. Oktober 1901 in Essen-Katernberg, † 14. April 1959 zu Salzgitter-Gebhardshagen
Mitglied seit dem Sommersemester 1923
Bundesbruder Niederdellmann war zunächst Mitglied der Clausthaler Burschenschaft Alemania, die später mit der Marburger Burschenschaft Hercynia fusionierte und wiederum nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er besuchte das Realgymnasium in Essen-Katernberg bis zur Reifeprüfung im Jahre 1921. Von April 1919 bis Februar 1920 diente er beim Freiwilligen Landjäger-Korps in Thüringen. Nach seinem Abitur arbeitete er bis zum Jahre 1923 im Bergmannsfach in Clausthal, teils um seine Praktikantenzeit hinter sich zu bringen, teils um sein Studium finanzieren zu können. Im Sommersemester 1923 wurde er bei der Clausthaler Burschenschaft Alemania aktiv und blieb in Clausthal bis zum Jahre 1928. Danach arbeitete er in Essen wieder im Bergmannsfach und ging im Sommersemester 1929 nach Marburg mit dem Auftrag, die Clausthaler Burschenschaft Alemania von Clausthal nach Marburg zu verlegen, was ihm mir viel Mühe und Idealismus auch gelungen ist. Danach gab Bundesbruder Niederdellmann seine Bergmannslaufbahn auf und studierte in Marburg Zahnmedizin. Er bestand nach dem siebten Fachsemester im Jahre 1932 sein Staatsexamen. Als in Marburg - im Jahre 1931 - von der Deutschen Burschenschaft eine Segelfliegergruppe gegründet wurde ("Akaflieg"), war Bundebsruder Niederdellmann mit dabei: Er war so begeistert von der Fliegerei, daß er in den Semesterferien im Segelfliegerlager der Deutschen Burschenschaft auf dem Dörnberg bei Zierenberg seine A,B und C-Prüfung ablegte. Im Jahre 1933 ließ er sich in Braunlage als Zahnarzt nieder und betrieb dort seine Praxis bis ins Jahr 1946. Nachdem er seine Praxis in Braunlage aufgegeben hatte, ließ er sich noch im selben Jahr in Salzgitter-Gebhardshagen nieder. Neben seiner praktischen Tätigkeit promovierte er im Jahre 1951 zum Dr. med. dent. Bundesbruder Niederdellmann hatte schon viele Jahre ein Magenleiden, so daß er sich 1950 zu einer Magenresektion entschließen mußte. Im Jahre 1954 bekam er einen Herzinfarkt, von dem er sich gut erholte. Nach diesem Herzinfarkt faßte jedoch seine Frau den Entschluß, ihr Studium der Zahnmedizin in Marburg wieder aufzunehmen. Dieses hatte sie nach der Vermählung mit Bundesbruder Niederdellmann aufgegeben. Nach bestandenen Examen holte Bundesbruder Niederdellmann seine Frau mit einem Sportflugzeug aus Marburg ab und flog mit ihr eine Ehrenrunde über das Rheinfrankenhaus. Im Mai 1958 bekam Bundesbruder Niederdellmann einen zweiten Herzinfarkt. Er erholte sich soweit, daß er nach Hause entlassen werden konnte; doch von März 1959 an verschlechterte sich sein Zustand so sehr, daß er am 14. April 1959 verstorben ist.


Niemeyer, Ernst, Dr. med.
* 20. April 1902, † 17. Juli 1939 zu Magdeburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1922
Bundesbruder Ernst Niemeyer war vom Sommersemester 1922 bis zum Wintersemester 1925/26 aktiv; dies zu einer Zeit, als sich die Umwandlung des Bundes in eine farbentragende Verbindung und dann zur Burschenschaft vollzog. Bundesbruder Niemeyer hat sich mit Leib und Seele für das Werden und Wachsen unseres jungen akademischen Bundes eingesetzt und war mit reichen intellektuellen Gaben für sein Studium sowie mit gesellschaftlichen Talenten ausgestattet. So fand er stets den rechten Ausgleich zwischen dem Ernst des Studiums und den Freuden echten Verbindungsstudententums. Er war für den Beruf eines Mediziners wie geschaffen und stand kurz vor der Niederlassung als Facharzt für Lungenkrankheiten in Berlin, als er an einer schleichenden Krankheit verstarb.


Nitze, Friedrich Wilhelm, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Nöll, Hans, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Nowag, Max, Dr. rer. pol., Diplom-Kaufmann
* 29. November 1925, † 31. Dezember 1992 zu Witten
Mitglied seit dem Wintersemester 1952/1953
Bundesbruder Max Nowag stammte aus Schlesien. Die Wirren des Zweiten Weltkrieges hatten ihn nach Hessen verschlagen, so daß er in Nieder-Mörlen bei Bad Nauheim eine Bleibe fand. Von dort aus begann er mit dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Marburg, welches er sich selbst finanzieren musste. Zur Fortsetzung seines Studiums ging er im Jahre 1953 nach München.



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Oeser, Hermann, Apotheker
† 3. Mai 1899, † 18. Januar 1969 zu Hamburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1921/1922
Bundesbruder Hermann Oeser kam aus Eddelak in Holstein. Im Jahre 1917 zog er als Kriegsfreiwilliger an die Front. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten die Praktikantenzeit in Heide sowie das Pharmaziestudium in Marburg und Braunschweig, das er mit dem Staatsexamen im Jahre 1923 abschloß. Bundesbruder Oeser wurde Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Im Zeitraum von 1925 bis 1930 war er Provisor in der Loewen-Apotheke in Harburg, um anschließend seine eigene Apotheke zu betreiben, die ihm jedoch nach Kriegsende enteignet wurde. Nach 1945 war er über drei Jahre lang interniert. Nach Entlassung aus der Haft trat er als Mitarbeiter in die Strauß-Apotheke des Apothekers Wegner ein, um nach dessen Tod alleiniger Geschäftsführer und Mitbesitzer zu werden.


Oesten, Rudolf, Dr. phil., Studiendirektor
* 28. Juni 1858 in Rostock, † 14. September 1919 zu Duisburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1882
Bundesbruder Rudolf Oesten wurde in Rostock geboren und besuchte bis zum Jahre 1879 das Realgymnasium in Stralsund. Im Anschluß daran studierte er zunächst in Rostock, Heidelberg, Berlin und schließlich in Marburg neuere Philologie. Im Jahre 1884 promovierte er in Marburg über das Thema "Die Verfasser der altfranzösischen Chanson de Geste Aye d'Avignon". Sein Probejahr absolvierte er von Michaelis 1885 bis 1886 an der Wöhlerschule in Frankfurt am Main. Zu Ostern 1886 wurde er Hilfslehrer an der Elisabethenschule in Frankfurt am Main, wo er zehn Jahre lang an der Elisabethschule selbst sowie an dem mit ihr verbundenen Lehrerinnenseminar wirkte. Danach folgte er einem Ruf nach Duisburg, um dort die Leitung der höheren Mädchenschule (Städtischen Lyzeum) für weitere 16 Jahre als Direktor zu übernehmen.


Richard Ohnsorg
Ohnsorg, Richard, Dr. phil.
* 3. Mai 1876, † 11. Mai 1947 zu Hamburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1896/1897
Bundesbruder Richard Ohnsorg war ein echtes Hamburger Kind. Seine Wiege stand in einem Haus auf dem Steindamm, dem heutigen Hansa-Theater gegenüber. So ist es erklärlich, wenn er schon als Obersekundaner den Wunsch hatte Schauspieler zu werden. Er stand schon als Schüler dem von Primanern gegründeten "Hamburger Privattheater" als Leiter, Dramaturg und Schauspieler vor. Nur auf Wunsch seiner Eltern machte er im Jahre 1896 sein Abitur und ging nach Marburg, um Germanistik und neuere Philologie zu studieren. In Marburg wurde er sogleich in unserem Bund aktiv und wurde im Wintersemester 1897/1898 zum Sprecher gewählt. Von Marburg aus ging er später nach Berlin und nach Rostock, wo er in Anglistik seine Doktorarbeit über ein theatergeschichtliches Thema schrieb. Nach seinem Studienabschluß trat Bundesbruder Ohnsorg im Jahre 1900 als Bibliothekar der Öffentlichen Bücherhallen in hamburgischen Staatsdienst, doch die Sehnsucht zum Theater blieb. Er gründete die "Dramatische Gesellschaft", die spätere "Gesellschaft für dramatische Kunst", die zunächst als Lesebühne ihre Mitglieder mit zeitgenössischer Theaterliteratur vertraut machen wollte. Diese war die unmittelbare Vorläuferin der "Niederdeutschen Bühne", die heute "Ohnsorg-Theater" heißt. Zunächst spielten unter Bundesbruder Ohnsorgs Leitung Laienspieler und zwar vorwiegend die von den hochdeutschen Bühnen übergangenen plattdeutschen Bühnenwerke meist ernsten Inhaltes. Er ermunterte niederdeutsche Dramatiker wie Fritz Stavenhagen, Gorch Fock, Hermann Bossdorf, Paul Schurek, Hans Friedrich Blunck und August Hinrichs, deren Werke nun vielfach auch heiteren Inhaltes von Bundesbruder Ohnsorg und den Mitgliedern seiner Bühne aufgeführt wurden. Vor Beginn jeder Theatervorstellung pflegte Bundesbruder Ohnsorg durch das Guckloch im Vorhang zu sehen und darauf zu seinem Inspizienten Leo Hoger immer das gleiche zu sagen, nämlich daß der Besuch ja gut sei, aber es nicht ausverkauft sei. Bis zu seinem Tode hatte er insgesamt 254 Uraufführungen und 79 Erstaufführungen sowie 333 Stücke von etwa 120 Autoren in 7.000 Aufführungen herausgebracht. Seine Vaterstadt Hamburg ehrte Bundesbruder Richard Ohnsorg, indem er auf dem Ohlsdorfer Friedhof in der Nähe von alten Autoren und von Mitarbeitern beigesetzt wurde; zudem trägt heute eine Straße am Flottbeker Golfplatz seinen Namen.


Karl Oldenburg
Oldenburg, Karl, Dr. phil.
* 6. Dezember 1881 in Schönberg, † 17. April 1909 zu Rodenberg
Mitglied seit dem Sommersemester 1902
Nach Abschluß seiner Schulzeit am Realgymnasium in Bützow studierte Bundesbruder Oldenburg ab dem Sommersemester 1902 neuere Sprachen in Marburg, Bonn, Berlin und Rostock und beendete dort sein Studium mit Promotion. Im Jahre 1907 bestand er die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Nach einjähriger Militärzeit nahm er im Jahre 1908 einen kurzen Dienst an der Rostocker Universitäts-Bibliothek an. Bundesbruder Oldenburg wurden außerordentliche Kenntnisse und ernstes Streben nachgesagt, die eine glänzende Laufbahn versprachen. Leider litt er an Minderwertigkeitskomplexen und Selbstanzweiflungen, dennoch brachte er dem Bunde großes Interesse entgegen und pflegte innige Freundschaft mit seinen Bundesbrüdern.


Oldörp, Bernhard, Dr. phil., Studiendirektor
* 20. April 1878, † 4. April 1934
Mitglied seit dem Wintersemester 1896/1897
Bundesbruder Bernhard Oldörp wurde in Boitin-Resdorf bei Ratzeburg geboren und absolvierte sein Abitur am Realgymnasium in Schwerin. Danach begann er, zunächst in Berlin und später in Marburg neuere Sprachen zu studieren. Er war ein fröhlicher Student, der das Burschenleben in vollen Zügen genoß und einen großen Freundeskreis um sich herum sammelte. Nachdem er im Jahre 1901 seine Staatsprüfung ablegte, leistete er sein Seminarjahr und die erste Hälfte des Probejahres in Kassel am Königlichen Wilhelmsgymnasium ab; die letzte Hälfte seines Probejahres verbrachte er in Paris. Nach seiner Militärpflicht beim Infanterie-Regiment in Lübeck wurde er am 1. Oktober 1904 an das Johanneum zu Lübeck berufen. Seine Amtskollegen und auch Schüler schätzten seinen klaren Verstand, seine Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft. Im Jahre 1907 promovierte er an der Universität in Greifswald. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges kehrte er im Jahre 1920 zurück und übernahm die Leitung der Realschule in Schönberg, die er einst als Schüler besucht hatte. Der Tod seiner Ehefrau bei der Geburt seines vierten Kindes im Jahre 1922, hat ihn sehr geschwächt und bis zu seinem eigenen Tode konnte er diesen und weitere familiäre Schicksalsschläge nie richtig überwinden. Dennoch engagierte er sich in vielen politischen und gesellschaftlichen Bereichen. Im Ruhestand war Bundesbruder Oldörp als Autor von diversen Beiträgen in den Mecklenburgischen Monatsheften tätig.


Fritz Oles
Oles, Fritz, Kaufmann
* 3. Oktober 1892 in Wald bei Solingen, † 1962
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Oles stand im dritten Semester, als er im August 1914 zur Front einberufen wurde. Nach den harten Kriegsjahren und dem Zusammenbruch im Jahre 1918 war es ihm nicht vergönnt, nach Marburg zurück zu kehren. Er arbeitete zunächst als Kalkulator beim Siegen-Solinger Guß-Stahlwerk und später als Kaufmann in Köln und zum Schluß als Landwirt in Hunstig bei Dieringhausen.


Opitz, cand. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1889/1890
Bundesbruder Opitz wurde zum ordentlichen Verkehrsgast ernannt. Da er jedoch zum Sommersemester 1890 den Studienort gewechselt hat, verließ er den Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg.


Osmers, Friedemann, Dr. med.
* 29. Januar 1911 in Hagen in Westfalen, † 1. April 2010 zu Nordenham
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Friedemann Osmers hatte seine medizinische Ausbildung in Marburg absolviert, wo er im Jahre 1936 sein Staatsexamen absolvierte. Sein Doktorexamen absolvierte er mit der Arbeit "Experimentelle Untersuchungen über die Histogenese der Uterusmuskulatur der Maus unter dem Einfluß von Hypophysenvorderlappen- und Ovarialhormon" an der Universitäts-Frauenklinik in Marburg im Jahre 1937. Im Anschluß daran war er an den Kliniken in Hagen, Gevelsberg, Mainz sowie Hahn tätig. Im Jahre 1941 hatte Bundesbruder Osmers die Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin abgeschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er am 1. April 1949 die Stelle als Chefarzt der Inneren Abteilung im Nordenhamer Krankenhaus an, aus dem später die Wesermarsch-Klinik hervorgegangen ist. Im Jahre 1953 wurde er zum gesamtärztlichen Leiter gewählt. Am 30. September 1975 trat Bundesbruder Osmers, nachdem er über ein Vierteljahrhundert am Nordenhamer Krankenhaus als leitender Arzt tätig war, in den verdienten Ruhestand. Er verstarb als zweitältester Rheinfranke mit 99 Lebensjahren.


Osterberg, Ferdinand, Dr. med.
* 11. Februar 1924, † 21. Juli 2003 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1942
Bundesbruder Ferdinand Osterberg begann nach dem Abitur im Jahre 1942 in Göttingen mit dem Studium der Humanmedizin, wechselte im selben Jahr nach Marburg und wurde bei den Rheinfranken aktiv. Nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Abschluß seines Studiums und nach seiner Promotion über das Thema "Zur Wirkung der Glutaminsäure im hypoglykämischen Koma" im Jahre 1954 lebte er einige Jahre in Kassel und war in der Ortsgruppe der Rheinfranken sehr aktiv. Später ließ er sich als Arzt für Allgemeinmedizin und Badearzt in Bad Wildungen nieder. Dort führte er eine angesehene Praxis, die er bis ins hohe Alter betrieb. Durch seine Krankheit im Alter bedingt siedelte er Anfang des Jahres 2003 in sein Elternhaus nach Kassel über und wollte sich noch nach einer anstehenden Herzoperation wieder den Kasseler Rheinfranken anschließen, doch er verstarb im Sommer desselben Jahres.


Otto, Ernst Adolf, Dr. iur.
* 7. September 1913 in Kiel, † vermißt seit dem 12. Mai 1945 zu Prag
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Ernst Otto ging bis zu seinem Abitur auf die Oberrealschule in Altona und begann danach mit dem Studium der Rechtwissenschaften in Marburg, wo er zugleich bei der Marburger Burschenschaft Rheinfranken aktiv wurde. Nach einigen Semestern wechselte er nach Hamburg, wo er sein Studium mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen beendete. Am Oberlandesgericht Hamburg war er vom 1. September 1937 bis zum 6. Juni 1940 Referendar und das Zweite Juristische Staatsexamen bestand er am 7. Juni 1940. Seine Verbindung nach Marburg blieb fortan bestehen, zumal er am 27. Januar 1940 mit seiner Arbeit über das Thema "Die Vorbereitung des preussischen Rechtsstaates im Zeitalter des Absolutismus" zum Doktor der Rechtswissenschaften promovierte. Schon am 10. Juni 1940 wurde er als Soldat eingezogen und war die gesamte Zeit bis Kriegsende in Rußland stationiert; zu als Oberstabsintendant (Major) bei der 16. Panzerdivision. Noch im Sommer 1944 überstand er den sogenannten "Kessel von Bobruisk", gilt aber seit dem 12. Mai 1945 - seit dem Marsch der Gefangenen durch Prag - als vermißt.



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Gustav Paul
Paul, Gustav
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Gustav Paul erhielt am 10. September 1916 das Eiserne Kreuz. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Obersteuersekretär in Hannover.


Perdisch, Adolf, Dr. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Juni 1916
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Perdisch stammte aus Berlin und war Oberlehrer an der Liebig-Ober-Real-Schule in Frankfurt am Main. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und fiel als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 132 bei einem Sturmangriff.


Peter, Erwin, Dr. med.
* 13. Januar 1907, † April 1984
Mitglied seit dem Wintersemester 1926/1927
Bundesbruder Peter war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Peters, Arnold, Dr. phil., Staatsarchivrat
* 1875, † 1929 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Peters promovierte über das Thema "Die Reichspolitik des Erzbischofs Philipp von Köln (1167 - 1191)" im Jahre 1899 an der Universität Marburg. Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn war er zunächst als Archivhilfsarbeiter, später als Assistent am Könglichen Staatsarchiv zu Hannover tätig. Zum Schluß seiner Dienstzeit war der Staatsarchivrat.


Petersen, Theodor, Studienassessor
* 20. April 1903, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1924/1925


Petzold, Wilhelm, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Petzold war inaktiver Bursche und Vizefeldwebel. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Ernst Pfeiffer
Pfeiffer, Ernst, Dr. phil., Geheimer Kabinettsrat
* 1859, † 13. Juli 1924 zu Biebrich am Rhein
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Pfeiffer wurde in Wiesbaden geboren und studierte an den Universitäten Berlin und Marburg neuere Philologie. Im Sommersemester 1882 wurde er zum Alten Herren ernannt, als er am 26. Juli 1882 mit seiner Dissertation über das Thema Streifzüge auf dem Gebiete der Parthenopex-Frage" die philosophische Doktorwürde erlangte. Das Wintersemester 1882/1883 verbrachte er in Paris, legte im November 1883 sein Examen in Marburg ab. Von Ostern 1884 bis 1885 war er als Probekandidat am Realgymnasium in Wiesbaden angestellt und wirkte seit Herbst 1887 als wissenschaftlicher Hilfslehrer. Am 1. September 1887 wurde er Assessor der Herzoglich Nassauischen Finanzkammer und am 1. Januar 1892 zum Finanzrat im Großherzogtum Luxemburg ernannt. Bundesbruder Ernst Pfeiffer war Geheimer Kabinettsrat und gehörte als Alter Herr der älteren Generation an; dennoch blieb er dem Bund trotz aller Wandlungen stets treu.


Pfeiffer, Otto, stud. iur.
Mitglied seit dem Sommersemester 1892
Bundesbruder Pfeiffer wurde als ordentlicher Verkehrsgast im Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg aufgenommen und war später als Referendar in Melsungen wohnhaft.


Pfeiffer, Robert, cand. phil.
† 29. Januar 1894 zu Nassenerfurt bei Zimmersrode (Hessen)
Mitglied seit dem Wintersemester 1888/1889
Bundesbruder Robert Pfeiffer stammte aus Kassel und ist bereits als aktiver Student verstorben; der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg erwies ihm zu seiner Beerdigung in corpore mit Fahne und Chargenwichs die letzte Ehre.


Pfeil, Günther
* 17. Januar 1906, † 1952
Mitglied seit dem Sommersemester 1926


Pfeil, Karl, Dr. phil., Oberlehrer
† 30. Dezember 1899 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Pfeil stammte aus Mäckelsdorf und war Oberlehrer an der höheren Töchterschule in Hannover.


Pilz, Oskar, Dr. phil., Oberlehrer
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886
Bundesbruder Pilz ist im Sommersemester 1896 als Alter Herr aus Gesundheitsgründen aus dem Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg ausgetreten.


Pitschel, Ernst, Dr. phil., Studienrat
* 5. Juli 1866, † 16. November 1924 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1889
Bundesbruder Pitschel wurde in Gera geboren und bestand auf dem Gymnasium in Gera sein Abitur. Im Anschluß daran studierte er auf den Universitäten in Leipzig, in Berlin und in Marburg neuere Philologie und Germanistik. Vom 1. April 1886 bis 1. April 1887 erfüllt er seine militärische Dienstpflicht. In Marburg promovierte er im August 1890 über das Thema "Zur Syntax des mittelenglischen Gedichtes William of Palerne. Ein Beitrag zur mittelenglischen Syntax." und besteht seine Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Nach seinem Abschluß hält er sich einige Zeit in London auf, um sich in der lebenden Sprache zu vervollkommnen. Von Ostern 1892 bis Ostern 1894 leistet er den praktischen Vorbereitungsdienst am Realgymnasium in Gera ab und wurde gleichzeitig als besoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt. Im Jahre 1895 tritt er als wissenschaftlicher Hilfslehrer in die Realschule in Quedlinburg ein, wo er schließlich als Oberlehrer angestellt wird. Michaelis 1896 wird er an die Musterschule in Frankfurt am Main berufen.


Philippi, Heinrich
Studienrat an der Ober-Real-Schule in Düsseldorf.
Mitglied seit dem Sommersemester 1887


Platts, A.
Mitglied seit dem Wintersemester 1895/1896
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Platts, der aus Leeds in Yorkshire stammte, im Wintersemester 1895/1896 aufgenommen.


Robert Pleiß
Pleiß [Pleiss], Robert
* 14. Februar 1884, † 23. August 1934
Mitglied seit dem Sommersemester 1902
Bundesbruder Pleiß kam in Remscheid zur Welt und studierte in Berlin und später in Marburg Philologie und Geographie. Sein Staatsexamen absolvierte er im Juli 1908 in Marburg und wirkte zunächst als Lehrer am Realgymnasium in Neunkirchen, am Städtischen Gymnasium in Düsseldorf, am Realgymnasium in Düren sowie am Realgymnasium in Ohligs-Wald. Im Jahre 1911 wird er an das Realgymnasium in Duisburg versetzt. Im Ersten Weltkrieg war er Leutnant der Reserve und erhielt am 30. Mai 1916 das Eiserne Kreuz. Später war er Studiendirektor in Verlbert.


Pluquet, Hans-Peter, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt
* 4. Mai 1932, † 9. Juni 2007 zu Glücksburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1953
Bundesbruder Hans-Peter Pluquet kam nach Marburg, um Volkswirtschaft zu studieren und wurde Rheinfranke. Als Bursch war er ein gefürchteter Kneipen-Teilnehmer, der manchen Fux in die Kanne schickte, mitunter nur wegen "blöden Schauens". Trotz dieser Aktivitäten studierte er zügig, machte schnell sein Examen und promovierte im Jahre 1960 mit seiner Arbeit über das Thema "Die Preisbildung landwirtschaftlicher Produktionsmittel" zum Dr. rer. pol. Danach wechselte Bundesbruder Pluquet nach Hamburg in leitender Position zur damaligen Firma Esso Deutschland GmbH, die heute dem US-amerikanischen Konzern Exxon Mobil Corporation angehört. Er ließ sich vorzeitig pensionieren und zog nach Glücksburg, von wo aus er lange Jahre als Kassenwart und Kassenprüfer für die Bundeskasse der Rheinfranken tätig war.


Poeck, Wilhelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1888


Pohl, Moritz, Oberlehrer
* 27. Juni 1867 in Marburg, † 4. Februar 1913
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Moritz Pohl besuchte das Realgymnasium in Kassel und bestand zu Ostern 1887 sein Abitur. Nach dem Militärdienst studierte er in Marburg und Berlin neuere Sprachen und Religion. Er wurde am 4. Mai 1888 in unserem Bund aktiv. Im Wintersemester 1890/1891 wurde er "Erster Chargierter" und am 30. Juni 1893 nach bestandenem Staatsexamen zum Alten Herren ernannt. Nach Ableistung seines Probejahres in Kassel und Geisenheim wurde er am 1. November 1895 zum Oberlehrer am Realgymnasium in Marburg berufen, so daß kein größeres Stiftungsfest verging, an dem Bundesbruder Pohl nicht teilnahm. Zu Ostern 1902 erfüllte sich sein Wunsch, als Oberlehrer am Kadettenhaus in Karlsruhe lehren zu dürfen. Im Jahre 1907 erhielt er eine Anstellung an der Hauptkadettenanstalt zu Groß-Lichterfelde. Im Winter 1907/1908 wurde ihm aufgrund seiner erfolgreichen Berufstätigkeit der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. Bundesbruder Pohl nahm an der Entwicklung des Bundes stets lebhaften Anteil und besuchte viele Stiftungsfeste. Er vertrat stets energisch, aber nie verletzend seine Meinung - beispielsweise auf Konventen mit dem Einwand "Da muß ich doch einmal ums Wort bitten" (Zitat); dann wußte jeder, daß Bundesbruder Pohl einen kräftigen Männerton anschlagen würde. Man sagte Bundesbruder Pohl ein gerades und aufrichtiges Wesen nach, wodurch er viele Freunde gewann. Auf sein Wort und auf seinen Rat hörte man gern, denn seine rege Tätigkeit im Bund während seiner Aktivenzeit und sein beständiger Verkehr in studentischen Kreisen während seiner Zeit in Marburg hatten ihm eine reiche Erfahrung in allen wichtigen Fragen des studentischen Lebens gegeben.


Egmont Poppe Egmont Poppe
Poppe, Egmont, Dr. phil., Oberlehrer
* 1871, † 1953 zu Hamburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1890/1891
Bundesbruder Egmont Poppe war Lehrer und stellvertretender Schulleiter am Realgymnasium des Johanneums in Hamburg, der heutigen Gelehrtenschule des Johanneums, von 1898 bis 1932. Er betreute viele Posten in seinem Bundesleben: Er war im Sommersemester 1893 Vorsitzender der Aktivitas, mehrfach Kassenwart und später Schriftwart des Altherrenverbandes. Vom Jahre 1907 bis 1928 war er Vorsitzender des Altherrenverbandes und nach seiner Amtszeit als Vorsitzender wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Altherrenverbandes von 1928 bis 1953 ernannt. Allein die verschiedenen Stufen der Entwicklung des Bundes zwischen den Jahren 1905 und 1922 brachten erhebliche Arbeit und erforderten den ganzen persönlichen Einsatzes des Vorstandes, den Bundesbruder Poppe fast alleine vertrat. Für seine damaligen Bundesbrüder war Poppe der Vorsitzende, der unermüdliche Schriftwart und der Kassenwart, dem seit dem Jahre 1907 die Hausbau-Frage ganz besonders am Herzen lag. Auch nach dem Ende seiner Amtszeit als amtierender Vorsitzender im Jahre 1928 erlahmte sein Interesse am Bunde keineswegs. An keinem Stiftungsfest und an fast keiner der wichtigen Sitzungen des Altherrenverbandes bis in den Zweiten Weltkrieg hinein fehlte er. Bundesbruder Poppe trug stets durch klare Formulierungen zu den erfolgreichen Beschlüssen bei. Nach dem vorläufigen Aus des Bundes war es Bundesbruder Poppe, der in selbstloser Kleinarbeit in den Nachkriegsjahren dem Schicksal der Mitglieder des Bundes nachging und durch seine Anschriftensammlung eine Grundlage für den erneuten Aufbau des Bundes schaffte. Bis zum Frühjahr 1953 - in seinem 83. Lebensjahr - lag der Versand der Rheinfranken-Rundschreiben in seinen bewährten Händen. Zusätzlich zu zwei gesundheitlichen Gebrechen kam auch ein schwerer Unfall mit Verlust eines Unterbeines, was große körperliche Leiden zur Folge hatte. Seine Bundesbrüder bezeugten jedoch stets den Mut und die Energie, mit denen Bundesbruder Poppe seine Gebrechen zu meistern versuchte. Er blieb der einsatzbereite Bundesbruder, der zu Pfingsten im Jahre 1950 zum letzten Mal in seinem geliebten Marburg war. Sein Wunsch, auch den zweiten Einzug in das wieder gewonnene Rheinfrankenhaus im Jahre 1953 mitzuerleben, blieb jedoch unerfüllt. Egmont Poppe war ein treusorgender Familienvater, ein bis über sein 60. Lebensjahr hinaus tüchtiger und erfolgreicher Schulmann und Freund der Schuljugend sowie einer der treuesten Bundesbrüder.


Ludwig Popper
Popper, Ludwig, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im März 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Popper stammte aus Hamburg und war inaktiver Bursche. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und starb den Heldentod fürs Vaterland als Leutnant im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 84.


Posse, Ernst Moritz, Dr. h.c., Chefredakteur der Kölnischen Zeitung
* 1860 in Elberfeld, † 10. Februar 1943 zu Berlin
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Ernst Posse war Gründungsmitglied des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Posse studierte zunächst in Marburg Philologie, wechselte aber im Wintersemester 1880/1881 den Studienort. Da unser Bund im zweiten Semester noch nicht den Status des Verkehrsgastes oder des Alten Herren kannte, verließ er Marburg und wurde später Alter Herr des Straßburger Cartellverbandes. Als Probekanditat für den Lehrberuf entdeckte er seine Leidenschaft für den Journalismus und bewarb sich bei der Kölnischen Zeitung, wo er bis zum Jahre 1923 die Position des Chefredakteurs bekleidete.


Potthoff, Werner, Dr. phil., Privatlehrer
* 28. November 1868, † 1945
Mitglied seit dem Sommersemester 1890


Willy Prediger
Prediger, Willy, Dr. phil.
* 27. März 1892, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Studienrat an der Realschule in Berleburg im Westerwald.


Prollius, Max, Dr. phil.
* 30. Mai 1865, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Max Prollius wurde im Ersten Weltkrieg mit dem Preußischen Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet. Nach dem Krieg war er als Oberstudienrat an der Ober-Real-Schule in Köln tätig.


Purgold, Georg, Oberlehrer
* 19. August 1871, † 20. August 1911 zu Homburg v.d.H.
Mitglied seit dem Sommersemester 1890
Bundesbruder Georg Purgold war seit dem Sommersemester 1890 Mitglied. Er stammte aus Marburg. Nachdem er am 26. März 1890 am Realgymnasium in Kassel das Abitur bestanden hatte, studierte er in Marburg neuere Sprachen und bestand am 3. Mai 1895 das Staatsexamen. Seine beruflichen Stationen waren die Klinger Oberrealschule in Frankfurt am Main, die Realschule in Marburg, die Realschule in Elmshorn und ein Studienaufenthalt im Wintersemester 1896/97 in Paris. Seit dem 1. Oktober 1897 wirkte er als Oberlehrer in Homburg v.d.H. Am 2. Juli 1910 wurde er wegen seines erfolgreichen Wirkens als Pädagoge zum schulischen Professor ernannt. Seine Bundesbrüder, Schüler und Kollegen sahen in ihm einen hoch geachteten und beliebten Lehrer. Sein offenes und dabei bescheidenes Auftreten und seine nie versagende Hilfsbereitschaft, vor allem seine klare Weltanschauung und sein nie versagender, kerngesunder Humor wurden allseits geschätzt.


Puvogel, Helmut, Rechtsanwalt
* 3. August 1905, † 26. Februar 1975
Mitglied seit dem Sommersemester 1925
Bundesbruder Helmut Puvogel besuchte zusammen mit Bundesbruder Siegfried Hackmann die Oberrealschule in Bremen. Von Bundesbruder Georg Fischer, der seinerzeit Lehrer an dieser Schule war, wurden sie als Keilfüxe bei den Rheinfranken in Marburg avisiert und traten auf der Maikneipe auf dem Hansenhaus 1925 in unseren Bund ein. Bundesbruder Puvogel war musikalisch hochbegabt und hätte die Musik auch zu seinem Lebensberuf erkoren, fügte sich aber dem Wunsch seiner Eltern und studierte Rechtswissenschaften. Als Rechtsanwalt hatte er eine kleine Kanzlei in Bremen und stand bis zuletzt voll im Beruf. Abseits vom Beruf verlief sein Privatleben allein, ob er nun am Klavier saß und völlig entrückt spielte oder ob er bis tief in die Nacht die Schriften der alten Kassiker studierte (noch in späten Jahren hatte er Griechisch gelernt). Bundesbruder Puvogel war mit ganzem Herzen Rheinfranke und Burschenschafter.



Q

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Quedenfeldt, Gustav, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1893/1894
Bundesbruder Quedenfeldt kam über den C.V. Berlin nach Marburg und wurde im Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg aktiv. Bereits im Wintersemester 1894/1895 absolvierte er sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Er promovierte mit seiner Arbeit über das Thema "Die Mysterien des heiligen Sebastian, ihre Quelle und ihr Abhängigkeitsverhältnis".



R

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Radtke, Jürgen, Dr. med. Dr. med. dent., Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
* 2. Februar 1956, † 19. November 2011
Mitglied seit dem Sommersemester 1976
Bundesbruder Jürgen Radtke studierte in nur 14 Semestern Zahn- und Humanmedizin und beendete seine beiden Studiengänge jeweils mit zwei Dissertationen. Er veröffentlichte die Arbeiten "Hepatobiliäre Funktionsszintigrafie mit EHIDA und HIDA" im Jahre 1980 sowie "Echotomografische Verlaufsbeobachtungen des Leberbefundes von Patienten mit metastasiertem Malignom unter Chemotherapie" im Jahre 1981. Als Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie wirkte er jahrelang in Bochum sowie in Hamm.


Raithel, Johannes [Hans], Schriftsteller
* 31. März 1864, † 26. September 1939 zu Bayreuth
Mitglied seit dem Wintersemester 1884/1885
Bundesbruder Raithel wurde in Benk, einem Ortsteil der Gemeinde Bindlach im Landkreis Bayreuth geboren. Zu Ostern 1883 erlangte er das Abitur am Gymnasium in Bayreuth und begann mit dem Studium der neueren Sprachen zunächst an der Universität in München, in Berlin und später in Marburg. Im Jahre 1888 bestand er die Staatsprüfung pro facultate docendi für die Schulfächer Französisch, Englisch und Deutsch. Im Anschluß daran unternahm er Studienreisen nach Frankreich, England und sogar nach Nordamerika. Als Lehrer war er zunächst nicht tätig, wandte sich vielmehr der Literatur, Geschichte, Philosophie und der spanischen Sprache zu; er lebte bis zum Jahre 1899 als Privatgelehrter und Schriftsteller in München. Seit dem Jahre 1900 trat er jedoch als Oberlehrer (heute: Studienrat) eine Anstellung an einer privaten Lehranstalt in München an, wechselte später an die städtische Oberrealschule in Oldenburg. Zu Ostern 1902 wechselte er in das Königlich pädagogische Seminar am Realgymnasium in Iserlohn, ging aber im Herbst desselben Jahres an das Realgymnasium in Lüdenscheid, wo er bis zum Jahre 1924 tätig war. Den Ruhestand verbrachte Bundesbruder Raithel als Schriftsteller in seiner Heimatstadt Bayreuth.


Rasch, Otto
* 3. Dezember 1885 in Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Otto Rasch wurde in Frankfurt am Main geboren, wo er das Kaiser-Friedrichs-Gymnasium, das heutige Heinrich-von-Gagern-Gymnasium besucht. Er studierte Deutsch, Latein und Griechisch und war nach seinem Lehrerexamen Studienrat am Oberlyceum in Herne.


Rasch, Otto
* 26. November 1865
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Bundesbruder Rasch wurde in Vockerode im Kreis Eschwege geboren und bestand sein Abitur am Königlichen Gymnasium in Hersfeld zu Ostern 1885. Danach studierte er in Marburg, München und wieder in Marburg klassische Philologie und Theologie. Vom 1. Oktober 1885 bis zum 1. Oktober 1886 genügte er seiner Militärpflicht. Am 11. Juli 1890 bestand er die Staatsprüfung pro facultate docendi, worauf er direkt im Oktober dem Köngilichen Gymnasium in Marburg zur Ableistung des Seminarjahres zugewiesen wurde. Vom Herbst 1891 bis zum Herbst 1892 war er als Probekandidat am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium (heutiges Heinrich von Gagern Gymnasium) in Frankfurt am Main. Hier blieb er nach erlangter Anstellungsfähigkeit noch zwei weitere Jahre, bis ihm im Mai 1895 eine Lehrerstelle an der berechtigten Realschule in St. Goarshausen am Rhein übertragen wurde. Am 1. September 1901 trat er als Oberlehrer wiederum am Königlichen Gymnasium zu Marburg in den Staatsdienst. Am 1. April 1903 wurde er auf seinen Wunsch hin an das Königliche Realgymnasium in Wiesbaden versetzt. Im Jahre 1913 war er Oberlehrer in Berlin-Friedenau.
[MGV. 1913]


Wilhelm Rauschenberger
Rauschenberger, Wilhelm, Dr. phil. Oberschulrat
* 29. März 1871, † 1953
Mitglied seit dem Sommersemester 1892
Bundesbruder Wilhelm Rauschenberger wurde in Hirzenhain in Oberhessen geboren und bestand am 12. März 1891 auf dem Gymnasium in Koblenz die Reifeprüfung. Am 10. Mai 1891 ließ er sich auf der Universität in Marburg immatrikulieren, um neuere Sprachen, Deutsch und Latein zu studieren. Er trat auch sofort in den damaligen Neuphilologischen Verein, die spätere Burschenschaft Rheinfranken, ein. Der Neuphilologischen Verein hatte bis weit über die Mitte der 1890'er Jahre hinaus im Turnergarten sein Kneiplokal, wo Bundesbruder Rauschenberger viele schöne Stunden gemeinsam mit den anderen Bundesbrüdern verlebt hat. Vom 1. August 1914 an hatte Bundesbruder Rauschenberger am Ersten Weltkrieg teilgenommen. In seiner militärischen Laufbahn hat er den Rang des Oberleutnants der Reserve und des Majors erreicht und wurde mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Während der Kriegshandlungen wurde schwer verwundet und geriet im Jahre 1916 in Gefangenschaft in Sibirien, aus der er sich aber auf eigene Faust im Jahre 1920 befreien konnte. Er hat auf keiner größeren Veranstaltung des Bundes in Marburg selbst und außerhalb gefehlt und nahm auch an dem Bau des Rheinfrankenhauses und an der Entwicklung des Bundes in den 1920'er Jahren den innigsten Anteil. Seine Antrittsrede als Vorsitzender der Aktivitas auf der Festkneipe im Jahre 1893 wurde jubelnd begrüßt. Diese Rednergabe hatte ihn auch in seiner späteren Laufbahn als Oberlehrer, Direktor und Oberschulrat stets ausgezeichnet. Bundesbruder Rauschenberger war nach seinem Examen als Oberlehrer in Remscheid tätig, wo er seine liebe Frau Käthe Hatzfeld im Jahre 1900 heiratete. Im Jahre 1916 wurde er zum Direktor des Realgymnasiums in Lippstadt in Westfalen ernannt und zu Ostern 1929 zum Oberschulrat am Provisorischem Schulkollegium in Münster befördert. Am 1. April 1936 trat er in den wohlverdienten Ruhestand, den er im heimatlichen Hessenland, in Oberursel am Taunus im Kreise seiner großen Familie (drei Töchter und zwei Söhne, darunter auch Bundesbruder Ernst-Ludwig Rauschenberger) verbrachte. In Oberursel am Taunus hat er auf dem Friedhof seine letzte Ruhestätte gefunden.


Rauschenberger, Ernst-Ludwig, Dr. med.
* 9. Juni 1910, † 08. November 1998 zu Walkenried
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Ernst-Ludwig Rauschenberger ist der Sohn von Bundesbruder Wilhelm Rauschenberger gewesen.


Rehfeld, Emil
[KM, I.WK]


Rehse, Erwin, Oberstudienrat
* 31. August 1909, † 10. August 2005 zu Hameln
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Erwin Rehse wurde in Gersdorf bei Eberswalde geboren. In diesem Dorf der damaligen Provinz Brandenburg war sein Vater Lehrer. Nach dem Besuch der Grundschule wechselte er auf ein privates Realgymnasium in Falkenberg und später auf das Staatliche Humanistische Gymnasium in Bad Freienwalde, wo er sein Abitur bestand. Bundesbruder Rehse kam nach Marburg um Deutsch, Latein und Erdkunde zu studieren. Am Bahnhof wurde er von Rheinfranken in Empfang genommen, zumal er von seinem Englischlehrer, unserem Bundesbruder Hermann Meyer, vorgekeilt worden war. Schon am ersten Abend nahm er an einer Kneipe im Fronhof teil und wurde sofort aktiv. Was war doch 1927 für ein Jahr in Marburg: Die Universität feierte ihr 400jähriges Bestehen und die Rheinfranken genossen ihr einmaliges Stiftungsfest mit den eindrucksvollen Feierlichkeiten anläßlich der Hauseinweihung. Nach vier Semestern verließ Bundesbruder Rehse das wunderschöne Marburg, um zunächst in Berlin und dann in Greifwald weiter zu studieren. Hier bestand er im Jahre 1932 sein Examen. An der Hindenburg-Oberrealschule in Eberswalde absolvierte er sein erstes Referendarsjahr. Im Jahre 1933 erhielt er die Mitteilung, sich beim Kommandeur der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (NPEA bzw. NAPOLA) in Potsdam zu melden. Er wurde ausgewählt, sein zweites Referendarjahr an der NPEA abzuleisten und bestand dort im Jahre 1934 sein Assessor-Examen. Schon drei Wochen später wurde er an die NPEA Köslin in Ostpommern versetzt. Hier lernte er seine Frau Gisela kennen, die er 1937 heiratete. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, wobei die Tochter Ingrid wiederum als Ehefrau von Bundesbruder Fritz Schweizer eine liebe Bundesschwester der Rheinfranken wurde. Im Jahre 1940 wurde Bundesbruder Rehse zur Wehrmacht eingezogen und kam nach Rußland. Nach Abordnung zu einem Kompanieführerlehrgang konnte er nach einer Rückenoperation nicht an die Front zurückkehren. Im Jahre 1944 kehrte er an die NPEA Köslin zurück, doch noch im selben Jahr wurde er an die NPEA Raudnitz nördlich von Prag versetzt. Unter schwierigen Bedingungen holte er seine Familie im Jahre 1945 nach Raudnitz, doch nach der Kapitulation und Räumung der Schule mußten sie an ihr vorläufiges Ziel Neersen bei Bad Pyrmont fliehen. Bundesbruder Rehse konnte erst im Jahre 1948 wieder in den Schuldienst eintreten und erhielt einen Lehrauftrag am Gymnasium in Einbeck. Dort konnte er allerdings nicht bleiben, weil der Schulträger eine endgültige Anstellung wegen seiner Tätigkeit an der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt ablehnte. Dafür bewarb er sich im Jahre 1950 mit Erfolg auf eine Stelle beim Victoria-Luise-Gymnasium für Mädchen in Hameln. Nach seiner Pensionierung unterrichtete er noch fünf Jahre lang an einer Privatschule in Bad Sachsa und anschließend übernahm er bis ins Jahr 1978 einen Lehrauftrag mit zwölf Wochenstunden an seinem alten Gymnasium in Hameln. Bundesbruder Rehse war Mitglied der VAB Hameln und war häufig Gast auf den regionalen Treffen der Rheinfranken im Norddeutschen Raum. Im Alter von fast 93 Jahren ist er im eigenen Auto nach Eisenach gereist, um am Festkommers der Marburger Burschenschaft Rheinfranken als Vorsitzende Burschenschaft der Deutschen Burschenschaft im Jahre 2001 teilzunehmen.


Reiche, Günther, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Otto Reichmann
Reichmann, Otto, Studienrat
* 1. Oktober 1888, † 1965
Mitglied seit dem Sommersemester 1909


Reimann, Wilhelm, Dr. phil.
* 27. November 1856
Mitglied seit dem Wintersemester 1878/1879 über den P.h.V.
Bundesbruder Reimann wurde in Mülheim an der Ruhr geboren und studierte seit dem Jahre 1877 auf der Universität Marburg, verweilte dann aber längere Zeit zu Privatstudien über altfranzösische Ependichter und zum Hören von Vorlesungen an der Sorbonne im Ausland. Zu Weihnachten 1880 promovierte er zum Dr. phil. und bestand am 8. Juli 1881 die Prüfung pro facultate docendi. Vom 1. Oktober 1880 bis zum 1. Oktober 1881 war er Lektor für französische Sprache und Literatur an der Universiät Marburg. Nachdem er seiner Militärpflicht genügt hatte, begann er Michaelis 1882 sein Probejahr an der Oberrealschule zu Elberfeld und war hier bis Ostern 1884 als Hilfslehrer beschäftigt. Am 1. April 1884 wurde er am städtischen Lehrerinnen-Seminar in Danzig fest angestellt, ging aber am 1. Oktober 1898 an das Lehrerseminar in Bederkesa und am 15. Mai 1901 an das Lehrerinnen-Seminar in Posen. Vom 1. April 1903 an war er am Gymnasium in Gnesen und später vom 1. Oktober 1905 an am Gymnasium in Rogasen tätig. Von hier wurde er am 1. April 1908 an die Berger-Oberrealschule in Posen versetzt.


Reinert, Viktor, Regierungs- und Schulrat
* 17. Februar 1861, † 11. August 1928 zu Detmold
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Viktor Reinert war der Vater von Bundesbruder Willi Reinert gewesen. Viktor war ursprünglich Mitglied des Neuphilologischen Vereins zu Königsberg in Ostpreußen gewesen, der ihn im Jahre 1884 zum Alten Herren ernannte. Nach seiner Versetzung in den Westen hatte er versucht, die Verbindung mit dem Weimarer Kartell aufrecht zu erhalten, indem er Beziehungen zu unserem Marburger Bunde anknüpfte. So erschien Bundesbruder Reinert regelmäßig bei unseren Stiftungsfesten und war uns stets ein angenehmer und lieber Gast. Nach der Auflösung des Königsberger Vereins wurde sein Verhältnis zu uns immer enger, so daß er im Jahre 1910 auf dem 30-jährigen Stiftungsfest auch bei uns zum Alten Herren ernannt wurde und seitdem ein begeisterter Burschenschafter war. Bundesbruder Reinert hat den Bau des Rheinfrankenhauses tatkräftig unterstützt.


Willi Reinert
Reinert, Willi, Dr. phil., Studienrat
* 1. August 1889, † 27. Januar 1971
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Willi Reinert bestand sein Abitur im Jahre 1910 in Hagen und begann in gleichen Jahr sein Studium in Marburg. Nach einem Semester in Berlin ging er im Zeitraum von 1912 bis 1914 nach Münster. Bei Kriegsbeginn war er auf Grund eines Schadens an der Wirbelsäule nicht felddienstfähig. Er betätigte sich jedoch freiwillig als Krankenpfleger in einem Krankenhaus. Daneben konnte er seine Doktorarbeit abschließen und promovieren. Schließlich rückte er im Jahre 1917 doch noch als Sanitäter ins Feld. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte sein Staatsexamen und der Eintritt in den Schuldienst. Bundesbruder Reinert hat das Glück gehabt, an der Oberrealschule in Hagen, wo er zunächst als unbezahlter Referendar anfing, als Assessor zu bleiben, nach einigen Jahren Studienrat zu werden und bis zu seinem Ruhestand zu bleiben. Seine Großfamilie, die aus zwei Söhnen, drei Töchtern und insgesamt 13 Enkelkindern bestand, gab Bundesbruder Reinert als Großvater in seinem letzten Lebensabschnitt Inhalt und Glück. Im Jahre 1970 erlitt einen plötzlichen Schlaganfall und ist wenige Wochen später gestorben.


Reinius, Joseph [Josef]
Mitglied seit dem Sommersemester 1893
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Josef Reinius, der aus Stockholm in Schweden stammte, im Sommersemester 1893 aufgenommen. Er blieb jedoch nur den Sommer 1893 über in Marburg wurde aber Mitgliederverzeichnis als auswärtiges bzw. außerordentliches Mitglied weiter geführt.


Peter Reinshagen
Reinshagen, Peter, cand. phil.
* 31. August 1888 in Lennep, † 8. Mai 1908 zu Lennep
Mitglied seit dem Sommersemester 1906
Nach dem Abschluß an der Oberrealschule in Barmen studierte Bundesbruder Reinshagen Germanistik, Anglistik und Romanistik. Er ist bereits im Alter von nur 19 Jahren in Lennep als aktives bzw. aAuswärtiges Mitglied verstorben. Die ihn in der kurzen Zeit seines Lebens kannten, bezeugen seine stete, frisch-fröhliche Munterkeit, seine echte Freundschaft und willige Hilfsbereitschaft sowie seine Begeisterung für die Ideale des Bundes. Er war ein tüchtiger deutscher Student in seinen Zielen und Idealen.


Relling, Richard
Mitglied seit dem Sommersemester 1895


Reuter, Hermann, Kandidat des höheren Lehramtes
* 9. Januar 1885, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 16. Februar 1915
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Reuter wurde in Altona geboren und erwarb das Reifezeugnis im Jahre 1903 auf dem Gymnasium in Leer. Er studierte danach in Marburg und Göttingen alte Philologie und Geschichte. Nachdem er im Januar 1911 in Marburg die Staatsprüfung bestanden hatte, leistete er sein Seminarjahr am Realgymnasium in Einbeck und sein Probejahr am Gymnasium in Aurich. Dort blieb er auch nach erlangter Anstellungsfähigkeit bis er im Jahre 1914 an das Andreaneum in Hildesheim berufen wurde. Bundesbruder Reuter war Leutnant der Reserve und starb den Heldentod fürs Vaterland.


Georg Reutlinger
Reutlinger, Georg
* 29. März 1872, † März 1935 zu Diez an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1892
Bundesbruder Georg Reutlinger ist der Sohn des Fabrikanten Otto Reutlinger aus Frankfurt am Main gewesen. Sein Abitur machte er am Gymnasium in Bensheim und studierte an den Universitäten Berlin und Marburg. Sein Staatsexamen absolvierte er im Jahre 1902 und begann sein Probejahr zu Ostern 1903 am Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main. Später wirkte er an der Realschule zu Diez und wurde zu Ostern 1905 als Oberlehrer am Gymnasium in Limburg angestellt. Bundesbruder Reutlinger hat sich insbesondere in Liedern der Schönheit seiner Muttersprache Deutsch gewidmet; so stammt das Lied "Kommet zur Lahn" von ihm.


Stefan Richter
Richter, Stefan, Jurist
* 14. Oktober 1959, † 25. Februar 1998
Mitglied seit dem Wintersemester 1981/1982
Bundesbruder Stefan Richter wurde in Ewersbach im Dillkreis als ältestes Kind unseres Bundesbruders Hans-Joachim Richter und seiner Ehefrau Edith geboren. Danach verlebte er eine kurze Zeit in Bochum und dann eine längere Zeit in Göttingen, wo er die Volksschule besuchte. Der sich daran anschließende Wohnortwechsel führte später nach Hanau bzw. nach Maintal-Dörnigheim. Hier hatte Bundesbruder Richter seine Schulzeit im Jahre 1980 mit dem Abitur beendet. Am 15. Oktober 1981 begann Bundesbruder Richter das Studium der Rechtswissenschaften in Marburg und wurde noch im selben Semester bei den Rheinfranken aktiv. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Schadenssachbearbeiter und später als Versicherungsfachwirt bei der Concordia Versicherung in Hannover.


Richter, Wolfram
* 26. Oktober 1916, † 7. Oktober 1997 zu Bielefeld
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Ricken, Walter, Oberstudienrat
* 3. August 1899, † 18. August 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Walter Ricken stammte aus Ohligs, wo er jenes Realgymnasium besuchte, an welchem unser Bundesbruder Fritz Weyel Direktor war und ihn auf unseren Bund aufmerksam gemacht hatte. Der Weg zu den Rheinfranken war allerdings auch durch seinen Jugendfreund und Landsmann Bundesbruder Ernst Standtke vorgegeben, der zuvor aktiv geworden war. Bundesbruder Ricken studierte die Fächer Deutsch, Englisch sowie Französisch und wurde nach seinen Vorbereitungsjahren und verschiedenen Lehraufträgen in Wuppertal als Studienrat und später als Oberstudienrat angestellt. Er hatte erst im Jahre 1936 geheiratet und während seiner US-amerikanischen Gefangenschaft starb sein einjähriger Sohn. Nach dem Kriege zog er mit seiner Frau ins Elternhaus nach Remscheid in den Ortsteil Hasten, weil seine Wuppertaler Wohnung beschlagnahmt war. Als sich die Lage nach dem Krieg wieder normalisiert hatte, nahm er seinen Beruf als Lehrer wieder auf und stand bis ins 70. Lebensjahr im Dienst an seiner Schule.


Riedemann, Adolf, Dr. rer. nat., Chemiker
Bundesbruder Riedemann war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er ist im Jahre 1957 jedoch ausgetreten.


Riemer, Adolf
† 30. Mai 1915 zu Häslicht bei Groß Rosen Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Steinbruchbesitzer in Schlesien


Riemer, Eduard
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Herr Riemer wurd im Sommersemester 1890 als Alter Herr von der Mitgliederliste gestrichen.


Gerhard Ringeling
Ringeling, Gerhard, Dr. phil.
* 19. Juni 1887, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Studienrat am Gymnasium Friderico Francisceum in Doberan in Mecklenburg.


Rink, Wilhelm
Inaktiver Bursche in KM Febr. 1915


Rippel, Artur, Dr. jur.
* 17. Oktober 1907, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1927


Ritter, Heinz, Dr. med., Medizinal-Direktor
* 10. August 1906, † 8. September 1972
Mitglied seit dem Sommersemester 1925


Rix, Erich, Prof. Dr. med., Stadt-Medizinaldirektor
* 29. September 1900, † 10. August 1964
Mitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder Erich Rix kam aus Göttingen von der Burschenschaft Thuringia und wurde wiederum aktiv in der Burschenschaft Sigambria. Er promovierte in Marburg und wurde Assistent am Pathologischen Institut beim damals bekannten Pathologen Prof. Dr. Löhlein. Bei der Verschmelzung der Burschenschaft Sigambria mit der Alemannia zu Clausthal kam er als Alter Herr zur Burschenschaft Hercynia. Von Marburg aus ging Bundesbruder Rix über Berlin und Wien nach Nürnberg, wo er als Medizinaldirektor in die Dienste der Stadt trat. Hier war er außerdem Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft und Poliklinik sowie Privatdozent an der Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Titel eines "außerplanmäßigen" Professors. Bei den traditionellen Süddeutschentreffen der Marburger Burschenschaft Rheinfranken war Bundesbruder Rix immer ein begeisterter Fürsprecher; hierbei sei insbesondere an das Treffen in der Fränkischen Schweiz erinnert, als er in seinem Jagdrevier für die ganze Corona ein feudales Rehessen organisierte.


Roeder, Wilhelm "Willi"
* 19. Juli 1894 in Malchin
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Wilhelm Roeder wurde in Malchim in Mecklenburg geboren. Er besuchte das dortige Realgymnasium und bestand Ostern 1913 die Reifeprüfung. Er erhielt im Ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz und geriet am 1. November 1916 in französische Gefangenschaft.


Röhl, Heinz, Dr. phil.
* 10. Mai 1907, † 4. September 1973
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Röhl war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Heinz Röhl studierte Mathematik, Physik und Geografie zunächst in Marburg und später Göttingen.


Willy Röhm
Röhm, Willy, Dr.-Ing., Diplom-Ingenieur
* 17. Oktober 1906, † 15. Juli 1975
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Willi Röhm kam zunächst nach Marburg, um Chemie zu studieren, wechselte aber später an eine Technische Hochschule, wo er sein Examen als Diplom-Ingenieur bestand. Er fand nach seiner Promotion eine Anstellung bei der Bayer AG und war in der damaligen Cellit-Abteilung in Dormagen erfolgreich tätig. Bundesbruder Röhm beeinflußte vornehmlich die Entwicklung auf dem Cellidor- und Foliengebiet.


Röhrs, Wilhelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1890
Bundesbruder Röhrs trat im Wintersemester 1890/1891 aus.



Römer, Ludwig, Dr. phil., Oberlehrer
* 29. August 1859 in Wiesbaden, † 12. Juni 1915 zu Kassel
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Ludwig Römer war Gründungsmitglied des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er wurde in Wiesbaden geboren und besuchte bis zu seinem 14. Lebensjahr die dortige Realschule, wechselte dann an das Königliche Realgymnasium, wo er im Frühjahr 1878 das Abitur bestand. Er studierte danach zunächst in Straßburg, Berlin und Marburg neuere Sprachen, Deutsch und Geschichte. Als Cartellbruder des akademischen Vereins in Straßburg wird er auch beim akademischen Verein in Marburg aktives Mitglied, insbesondere gilt ihm unser Bundesbruder Edmund Stengel als geistiger Mentor, denn eine Dissertation über das Thema "Die volkstümlichen Dichtungsarten der altprovenzalischen Lyrik" erschienen in erweiterter Form als Heft Nr. 26 der "Ausgaben und Abhandlungen aus dem Gebiete der romanischen Philologie", die von unserem Ehrenmitglied und Bundesbruder Edmund Stengel herausgegeben wurden. Nach Promotion und Staatsexamen ging er zurück in seiner Heimat und war zunächst an der Realschule in Wiesbaden als Probekandidat angestellt. Darauf wirkte er als Lehrer am Hasselschen Knaben-Institut in Frankfurt am Main und wird am 1. Dezember 1886 als Hilfslehrer an die Humboldtschule und zu Ostern 1888 an die Musterschule berufen. Aus Alters- und Gesundheitsgründen bat er im Wintersemester 1911/1912 als Alter Herr um einfachen Austritt. Als er im Sommer 1915 verstorben war, erwiesen ihm im Kriegssemester 1915 die Bundebsrüder Boekholt, Meinhoff und Werner die letzte Ehre.


Rörig, Martin, Oberlehrer
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 6. Oktober 1917
Mitglied seit dem Sommersemester 1906
Bundesbruder Rörig stammte aus Wattenscheid, war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci, und Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Leutnant in Folge einer Lungenentzündung in Siegen.


Röse, Herbert
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1934/1935


Fritz Rösener Fritz Rösener
Rösener, Fritz, Dr. phil.
* 5. September 1885, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1903
Studienrat an der Krupp-Ober-Real-Schule in Essen.


Röttgers, Benno
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Röttgers war Mitglied Nr. 11 des Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Hans Rohlack
Rohlack, Hans Heinrich Max, Studienrat
* 1. November 1877, † 1941
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Bundesbruder Rohlack wurde als Sohn des Amtszimmermeisters Rohlack in Dobbertin geborenn, besuchte bis Ostern 1898 das Großherzogliche Gymnasium zu Güstrow und studierte danach Geschichte und klassische Philologie in Marburg, Berlin und Greifswald. Am 5. November 1904 unterzog er sich in Greifswald der Prüfung für das höhere Lehramt, wirkte vertretungsweise von Ostern 1905 bis Michaelis 1905 am Realgymnasium in Malchin, leistete von Michaelis 1905 bis Michaelis 1907 die zweijährige Seminar- und Probezeit am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz und blieb dort bis Michaelis 1908 als Hilfslehrer angestellt. Im Anschluß daran wurde er zum Oberlehrer in das Lehrerkollegium des städtischen Realgymnasiums in Stadthagen einberufen, dem er bis Michaelis 1909 angehörte. Danach wird er an das Gymnasium zu Gera berufen.


Rohs, Alfred, Dr. phil., Studienrat
† 1926 zu Krefeld
Mitglied seit dem Sommersemester 1887


Roloff, Werner
Studienrat am Peter-Gröningschen Gymnasium in Stargard.
[MGV. 1921]


Rosenfeld, Wilhelm
* 1881, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 24. Oktober 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1901
Bundesbruder Rosenfeld wurde in Braunschweig geboren und besuchte die Gymnasien in Marienwerder (Westpreußen) und Stolp in Pommern. Er studierte von 1901 an Deutsch, Geschichte und alte Sprachen in Marburg, München und Berlin. Er bestand im Jahre 1095 sein Staatsexamen in Marburg und leistete von Michaelis 1905 bis Michaelis 1906 in Frankfurt/Oder sein Seminarjahr ab. Sein Probejahr durchlief er am Luisengymnasium in Berlin. Vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird er an die Hohenzollernschule in Berlin-Schöneberg versetzt. Bundesbruder Rosenfeld war Träger des Eisernen Kreuzes. Er fiel als Offizier-Stellvertreter im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 8 beim Übergang des Yserkanal bei Nieuport.


Willy Rosenkaimer
Rosenkaimer, Willy
* 29. November 1897, † März 1981
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Rosenkaimer war vor dem Zweiten Weltkrieg Versicherungsoberinspektor der Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt in Köln.


Rosenkranz, Franz, Dr. jur., Oberlandesgerichtsrat
* 10. Mai 1898, † 25. November 1979
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Franz Rosenkranz besuchte das Königlich-Preußische Wilhelmsgymnasium in Kassel und begann im Jahre 1919 mit seinem juristischen Studium in Marburg. Nach seiner Promotion war er als Referendar und Assessor an verschiedenen Orten in Hessen tätig. Nach seiner Anstellung als Richter wurde er früh Oberlandesgerichtsrat. Diese Stellung füllte er auch nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit am Oberlandesgericht in Düsseldorf aus. Nach seiner Pensionierung arbeitete er noch sieben Jahre lang als juristischer Prüfer bei der Dresdner Bank.


Ross [Roß], Alfred, Dr. phil.
* 23. Oktober 1865 in Velbert, 23. März 1926 zu Krefeld
Mitglied seit dem Wintersemester 1887/1888
Bundesbruder Alfred Roß besuchte das Realgymnasium in Langenberg/Röhl bei Velbert, danach das Realgymnasium in Elberfeld bis zu seinem Abitur und studierte in Bonn, Berlin und Marburg Romanistik und Germanistik. Die philologische Doktorwürde erwarb er an der Universität Marburg mit seiner Arbeit über das Thema "Über Syntaktische Untersuchungen zu Bacons Essays". Im Jahre 1899 bestand er auch sein Staatsexamen in Marburg und legte so dann sein Seminarjahr am Königlichen Seminar in Koblenz und sein Probejahr am Realgymnasium in Elberfeld ab. Nach zweijähriger Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfslehrer in Barmen wurde er als Oberlehrer an das Gymnasium in Krefeld berufen, an dem er bis zu seinem Tode tätig war. Als neusprachlicher Pädagoge verband Bundesbruder Roß tiefes Wissen mit ausgezeichnetem praktischem Können - insbesondere als lebendiges Vorbild für die ihm anvertrauten jungen Seminaristen, wie diese immer wieder bezeugten. Dies hat er auch in zahlreichen Veröffentlichungen, die der Praxis des Unterrichts der neueren Sprachen dienten, bewiesen. So publizierte er u.a. in "Monatszeitschrift für höhere Schulen" sowie Aufsätze in der Kölnischen Zeitung. Als Persönlichkeit war er ein echter Sohn des Rheinlandes, mit aufgeschlossenem heiterem Herzen, unbeschwerter Lebenslust, stets fröhlich und mit einem alles bezwingendem Humor.


Roßmann [Rossmann], Erich, Studienrat
* 17. April 1897, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1919


Roßmann, Gustav, Studienrat
* 5. März 1861; † 12. August 1928 zu Burg bei Magdeburg
Mitglied seit dem Semestersemester 1884
Bundesbruder Gustav Roßmann war ein liebenswürdiger, hilfsbereiter Freund und Berater seiner Mitarbeiter, ein freundlich verstehender Lehrer und Führer seiner Schüler - so heißt es im Nachruf seiner Schule, dem Victoriagymnasium in Burg, aus dem er zu Ostern 1926 nach mehr als 30-jähriger Tätigkeit ausschied. Er galt auch im Bund als unbedingt zuverlässiger Kamerad, der, obwohl er auch von ernster und reifer Lebensauffassung war, nie ein Spielverderber oder frohem studentischen Treiben abgeneigt war. Er konnte schon mit lustigem, aber nie verletzendem Spott die Schwächen oder die Erlebnisse des einen oder anderen Bundesbruders beschreiben, jedoch in einer launigen Weise, die auch die Betroffenen zum Mitlachen brachte. Schlicht und einfach, von vornehmer Gesinnung, sich nie vordrängend, stets dem Frieden dienend und auf Versöhnung hinwirkend, erschien Bundesbruder Roßmann als ein wertvolles, nacheiferndes Vorbild.


Roth, Fritz, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 18. Oktober 1907, † 8. Dezember 1994 zu Rinteln
Mitglied seit dem Sommersemester 1926


Hermann Roth
Roth, Hermann
Mitglied seit dem Sommersemester 1919


Rothermel, Philipp, Realschullehrer
* 15. Februar 1858 Langen/Offenbach
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Philipp Rothermel war Gründungsmitglied des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er wurde in Langen im Kreis Offenbach als Sohn des Lehrers geboren. Im Zeitraum von 1871 bis 1877 besuchte er die Realschule I. Ordnung zu Darmstadt und absolvierte am 20. September 1877 sein Abitur. Bundesbruder Rothermel studierte danach neuere Sprachen an den Universitäten Gießen und Marburg. In Gießen wurde er zugleich Alter Herr des Gießener akademischen neuphilologischen Vereins. Am 16. Dezember 1881 legte er vor der Königlich Wissenschaftlichen Prüfungskommission für Kandidaten des höheren Lehramts in Marburg seine Prüfung pro facultate docendi im Französischen, Englischen, Deutschen und in der Geographie ab und wurde auch zum Alten Herren des Neuphilologischen Vereins zu Marburg ernannt. Am 10. Januar 1882 trat er sein Probejahr an der Realschule in Darmstadt an, wechselte am 1. Mai 1885 an die Realschule in Darmstadt. Im Sommersemester 1886 wurde er jedoch wegen Interessenlosigkeit von der Mitgliederliste des Altherrenverbandes gestrichen.


Rubien, Gustav, Kaufmann
* 21. August 1892, † 1. November 1963
Mitglied seit dem Wintersemester 1911/1912
Bundesbruder Gustav Rubien, der von seinen Bundesbrüdern liebevoll "Guschi" genannt wurde, kam im Jahre 1911 nach Marburg und wurde zunächst bei der Burschenschaft Sigambria aktiv, die später über die Burschenschaft Hercynia wiederum auf die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Nach nur drei Semestern brach Bundesbruder Rubien sein Studium ab, um die Bewirtschaftung einer Kaffeeplantage in Guatemala zu übernehmen. Durch den Ersten Weltkrieg stellten sich jedoch mancherlei wirtschaftliche Schwierigkeiten ein, so daß er im Jahre 1928 für ein Jahr heimkehrte. Kurzzeitig kehrte er nach Guatemala zurück, ließ sich aber im Jahre 1933 endgültig in Hamburg nieder, um von dort aus den Verkauf des Kaffees zu organisieren. Er hatte sich stets für seine jungen Bundesbrüder engagiert: So bezahlte er einst die Kosten für eine Faßpartie der Aktiven, dann einmal die Getränke für ein Stiftungsfest oder schickte sogar einen Scheck über 1.000 Mark für einen Bundesbruder, der sein Studium erfolgreich beendet hatte. Im Zweiten Weltkrieg verlor er alles und mußte sich mit einer schlecht bezahlten Stellung plagen, um seinen Lebensunterhalt für sich und für seine Familie zu bestreiten. Als Sprecher einer Interessengemeinschaft von 17 ehemaligen Plantagenbesitzern kämpfte er für die Entschädigung des beschlagnahmten Eigentums. Die Ansprüche der damaligen Auslandsdeutschen wurden sehr gekürzt, so daß das einstige Millionenvermögen von Bundesbruder Rubien auf damalige 200.000 RM bzw. 20.000 DM nach der Währungsreform festgesetzt wurde.


Rudolph, Karl, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 25. Januar 1868, † 1946
Mitglied seit dem Sommersemester 1886


Rühl, Karl, Dr. phil., Oberlehrer
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 20. September 1917
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Rühl stammte aus Trier. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.
[MGV. 1913]


Rulf, Gerhard, Dr. med., Medizinaldirektor und Schiffsarzt
* 12. März 1915, † 31. August 2000 zu Bochum
Mitglied seit dem Wintersemester 1934/1935
Bundesbruder Gerhard Rulf wurde am 12. März 1915 in Bochum als Sohn des Diplomhandelslehrers Wilhelm Rulf und seiner Ehefrau Else Rulf, geb. Conrad, geboren. Nach dem Besuch der evangelischen Volksschule von 1921 bis 1925 war er bis zum Jahre 1934 Schüler auf dem Staatlichen Gymnasium Bochum an der Bismarckstraße, dem heutigen Gymnasium am Ostring. Sein dortiger Klassenlehrer war Bundesbruder Fritz Klüsener, der ihn nach seinem Abitur bei der Marburger Burschenschaft Rheinfranken annoncierte. Die Bundesbrüder Siegfried Mennenöh und Paul Stockhusen waren seine ersten Consemester und Bundesbruder Hans Voigt wurde sein Leibbursch. Bundesbruder Rulf studierte sechs Semester Humanmedizin in Marburg, wechselte zum siebten Semestern nach München und später zum achten und neunten Semester in den Freistaat Danzig, wo sich eine kleine medizinische Fakultät etabliert hatte. Da seinerzeit das Staatsexamen nicht in Danzig absolviert werden konnte, wechselte er zum zehnten Semester wieder zurück nach Marburg. Im Zweiten Weltkrieg war Bundesbruder Rulf bei der San. Ers. Abt. 6 in Riesenburg/Westpreußen zuerst als Zugführer, ab November 1941 als Adjutant des Kommandeurs stationiert. Bedingt durch das Notexamen konnte er seine Prüfungen ablegen und wurde schließlich als Armeearzt in zahlreichen Feldlazaretten eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bundesbruder Rulf Dank der Vermittlung eines jüdischen Jugendfreundes von der Ruhrknappschaft als Assistenzarzt ab August 1945 eingestellt. Er und seine Familie lebten fortan in Bochum. Neben seinem Beruf galt sein Interesse dem Sport. Bereit seit 1945/1946 war er als Ringarzt beim Boxsportklub 19 in Bochum tätig, wozu auch die Betreuung der damaligen Sportler wie Max Schmeling und Heinz Neuhaus zählte. Ebenso engagierte sich Bundesbruder Rulf im Schwimmverein Blau-Weiß Bochum, ab 1954 als Wasserballwart des Westdeutschen Schwimmverbandes (WSV) sowie ab 1959 als Vizepräsident des WSV und Wasserballwart im Deutschen Schwimmverband (DSV) und schließlich als Teamchef der Deutschen Nationalmannschaft im Wasserball. Ab dem Jahre 1959 wurde er zugleich zum Medizinaldirektor und ärztlichen Leiter der Knappschaftsuntersuchungsstelle in Lünen berufen. Nach seiner Pensionierung war er als Schiffsarzt auf der "Regina Maris", später auf der "T.S. Hanseatic" und ab März 1969 auf der "T.S. Hamburg" (der jetzigen "Maxim Gorki") tätig. Danach war Bundesbruder Rulf als Musterungsarzt bei mehreren Kreiswehrersatzämtern in Nordrhein-Westfalen tätig und erwarb den Titel "Badearzt" und war bei einigen Sanatorien in Bad Kreuznach und in Vlotho an der Weser als Ober- bzw. Chefarzt tätig. Ab 1978 zog es ihn wieder zur See, so daß er abermals als Schiffsarzt auf der "M.S. Astor" und auf dem damaligen Fernsehkreuzfahrtschiff "M.S. Berlin" tätig war.


Rust, Wilhelm
* 19. Mai 1868, †
Mitglied seit dem Wintersemester 1888/1889
Oberstudienrat an der Ober-Real-Schule in Dortmund.


Ruths, Rudolf, Dr. phil., Studienrat
* 26. Februar 1875, † 2. Mai 1944 zu Hamburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1893/1894
Bundesbruder Rudolf Ruths stammte aus Hamburg und war ein Neffe des bekannten Malers Valentin Ruths. Nach seinem Abitur auf dem Realgymnasium des Johanneums zu Hamburg im Herbst 1893, studierte er in Marburg, Paris, Brüssel und Berlin neue Sprachen sowie Geographie. In Greifswald promovierte er und bestand sein Staatsexamen am 5. März 1898. Ab dem Jahre 1901 wurde er als Oberlehrer an der Oberrealschule auf der Uhlenhorst angestellt, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand verblieb. Im Ersten Weltkrieg wurde Bundesbruder Ruths als Oberleutnant der Landwehr mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach seinem Ruhestand war er noch fast täglich in seiner Schule zu sehen, wo er als ehrenamtlicher Mitarbeiter unterrichtete. Im Privaten war er eines der tätigsten Mitglieder der Uhlenhorster Turngesellschaft und fehlte an keinem Rheinfranken-Stammtisch seiner Ortsgruppe. Dazu kam die Arbeit in seinem Freizeitgarten am Eppendorfer Mühlenteich. Anläßlich seiner Beerdigung wurden ihm von der Hamburger Rheinfranken-Ortsgruppe Mütze und Band mit ins Grab gegeben.



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Wilhelm Schadt
Schadt, Wilhelm, Dr. jur., Regierungsdirektor
* 1. Januar 1903, † 29. Juni 1966
Mitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder Wilhelm Schadt war Oberfinanzpräsident in Hannover.


Schäfer, Ottomar, Studienrat
† 1922 zu Diez an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1905
Bundesbruder Ottomar Schäfer wurde mit dem Eisernen Kreuz und mit der Fürstlichen Hohenzollern'schen Verdienstmedaille ausgezeichnet.


Schäffer, Curt, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 5. August 1905, † 4. September 1976
Mitglied seit dem Wintersemester 1924/1925
Bundesbruder Curt Schäffer stammte aus Hamburg. Dort besuchte er die Lichtwark-Schule und machte am Matthias-Claudius-Gymnasium sein Abitur. Er studierte Zahnmedizin in Marburg, legte aber sein Staatsexamen und seine Promotion an der Universität Hamburg ab. Bundesbruder Schäffer war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Nach Tätigkeit in der väterlichen Arztpraxis, nach Heirat, nach Krieg, nach Ausbombung und nach Internierungslager folgte die Übersiedlung nach Quickborn in eine eigene Praxis. Bundesbruder Schäffer gehörte seinerzeit dem sogenannten "Geschäftsführenden Ausschuß der Vereinigung Alter Marburger Hercynen" an. In dieser Position sammelte er im norddeutschen Raum Bundesbrüder um sich, suchte Verschollene und entdeckte Anschriften längst Vergessener, so daß es ihm eine fast vollständige Erfassung der Hercynen gelang.


Scharf, Fritz, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1916
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Scharf war inaktiver Bursche und Vizefeldwebel. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Artur Scharowski
Scharowski, Artur [Arthur], Studienrat
* 20. Dezember 1881, † 9. Januar 1973
Mitglied seit dem Sommersemester 1900
Bundesbruder Scharowski wurde in Mühlhausen (Thüringen) geboren. Er studierte in Greifswald und in Marburg neuere Philologie und Geschichte. Nachdem er am 24. Oktober 1908 an der Universität Marburg die Staatsprüfung für das höhere Lehramt bestanden hatte, war er während des folgenden Winterhalbjahres an der städtischen Rektoratschule zu Kupferdreh im Rheinlande tätig. Von Ostern 1909 bis Ostern 1910 leistete er sein Seminarjahr am Königlichen Gymnasium Wiesbaden ab und wurde für das Probejahr an die Oberrealschule am Zietenring in Wiesbaden überwiesen. Später wechselte er an die Realschule nach Geisenheim, wo er bis Ostern 1911 als wissenschaftlicher Hilfslehrer angestellt war. Seit Ostern 1911 war er an der Realschule zu Cronenberg im Rheinland als Oberlehrer angestellt und wurde danach an die Realschule im Stadtteil Rödelheim in Frankfurt am Main versetzt.


Scheel, Hans, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im April 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Scheel war inaktiver Bursche und Kriegsfreiwilliger. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.
[MGV. 1913]


Scheele, Fritz, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Scheffler, Ludwig, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1887/1888
Studienrat am Reform-Realgymnasium in Braunschweig.
[MGV. 1929]


Scheiblich, Walter
† 1952


Scheid, Ernst
Inaktiver Bursche in KM Febr. 1915


Scheidt, Ernst, Oberstudiendirektor
* 12. Dezember 1874, † 13. April 1942 zu Bochum
Mitglied seit dem Wintersemester 1895/1896
Bundesbruder Ernst Scheidt wurde im Bergischen Land geboren. Nachdem er das Realgymnasium zu Elberfeld mit dem Reifezeugnis verlassen hatte, widmete er sich an den Universitäten zu Marburg und Berlin der Germanistik und dem Studium der englischen und französischen Sprache, das er später noch durch Auslandsreisen erweiterte. Seine Staatsprüfung bestand er an der Universität Bonn. Nach der schulischen Vorbereitung an den Gymnasien in Koblenz, in Trier und in Wesel wurde er am 1. April 1901 als Oberlehrer an die Goethe-Oberrealschule in Bochum berufen. Neun Jahre wirkte er an dieser Schule, dann betraute man ihn mit der Leitung der neuen Oberschule. Bundesbruder Scheidt wirkte mehr als 35 Jahre lang als Lehrer, geliebt von seinen Schülern und geschätzt von seinen Mitarbeitern; für sein Verhältnis zu den Schülern mag sprechen, daß er noch im Alter von 60 Jahren mit seiner Oberprima Klassenfahrten unternahm. Am 1. Oktober 1936 trat er als Oberstudiendirektor in den Ruhestand. Auf dem Hauptfriedhof in Altenbochum wurde er zur ewigen Ruhe beigesetzt. Bei der Trauerfeier liefen dem Sarg voran die Schulklassen der Bismarck-Oberschule; hinter dem Sarg schlossen sich die Angehörigen, das Lehrerkollegium, die Vertreter der städtischen Schulverwaltung sowie ehemalige Schüler und ein großer Kreis von Bundesbrüdern an. Bundesbruder Klüsener, der die Trauerworte für die Marburger Burschenschaft Rheinfranken sowie für die Vereinigung Alter Burschenschafter zu Bochum sprach, erfüllte die traurige Pflicht - dem altem, studentischen Brauch folgend, Bundesbruder Scheidt Mütze und Band mit auf den letzten Weg zu geben.


Schellenberg, Adolf Gustav
* 16. November 1857 in Steinfischbach
Mitglied seit dem Sommersemester 1878
Bundesbruder Adolf Gustav Schellenberg war Mitglied im Philologisch-Historischen Verein zu Marburg, der bereits am 8. Mai 1878 gegründet wurde. Der Philologisch-Historische Verein zu Marburg vertagte sich zwar am 1. Oktober 1898, hatte sich jedoch am 12. November 1910 wieder neugegründet. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges nannte sich der Verein fortan Wissenschaftliche Verbindung Hercynia und verschmolz im Jahre 1921 mit der damaligen Verbindung Rheinfranken, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Schellenberg wurde in Steinfischbach in Hessen-Nassau geboren. Er besuchte von Ostern 1871 bis Herbst 1876 die Gymnasien Hadamar und Dillenburg und widmete sich danach dem Studium der klassischen Philologie und Germanistik auf der Universität Marburg. Am 17. Juni 1881 bestand er das Examen pro facultate docendi. Daraufhin genügte er seiner Militärpflicht vom 1. Oktober 1881 bis 1. Oktober 1882 und wurde an das humanistische Gymnasium in Wiesbaden als Probandus überwiesen. Nach Ableistung des Probejahres war er noch ein halbes Jahr tätig gewesen, wechselte dann als Hilfslehrer an die Realschule zu Goslar, wo er zu Ostern 1892 angestellt und zum Oberlehrer ernannt worden ist. Bundesbruder Schellenberg war Gründungsmitglied des Philologisch-Historischen Vereins zu Marburg.


Schellenberg, Hermann, Dr. phil., Institutsleiter
† 1925 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Schellenberg war Gründungsmitglied des Philologisch-Historischen Vereins zu Marburg.


Schellenberg, Otto "Beppo", Studienrat
* 18. Mai 1890, † 1964 zu Verden
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Jeder, der unseren Bundesbruder Otto Schellenberg kannte, mußte sich wohl erst besinnen, wenn nach seinem wirklichen Vornamen gefragt wurde; aber als "Beppo" Schellenberg war er in ganz Marburg bekannt und als Draufgänger gefürchtet. So ergab es sich, daß bei einer Säbelpartie ohne Binden und Bandagen ihm ein Glas seines randlosen Kneifers zerschlagen wurde und ein Splitter tief ins Fleisch hinein drang, trotzdem wollte er die Mensur nicht aufgeben. Im Wintersemester 1910/1911 war Bundesbruder Schellenberg in unseren Bund, den damaligen Philologisch-Historischen Verein, eingetreten, den sein Vater mit begründet hatte.


Schemann, Fr., Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1884/1885
[MGV. 1913]


Scherer, Heinrich, Schulleiter
* 10. Mai 1909, † 20. Juni 1981
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Heinrich Scherer wurde zusammen mit Bundesbruder Oscar Wilson bei der damaligen Marburger Burschenschaft Sigambria aktiv, die später auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Er studierte Neuphilologie, der er sich mit großem Eifer widmete. Im Jahre 1930 ging er nach Bonn und machte ein Jahr später sein Mittelschul-Lehrerexamen, weil seinerzeit ein längeres Studium infolge der wirtschaftlichen Entwicklung für ihn nicht möglich war. Nach Tätigkeiten als Privatlehrer auf ostpreußischen Gütern übernahm er sein erstes Lehramt im Jahre 1935 an der Mittelschule in Neviges, wurde dort im Jahre 1953 stellvertretender Direktor und im Jahre 1967 Schulleiter. Im Jahre 1974 trat er in den Ruhestand.


Rudolf Scheuß
Scheuß, Rudolf, Studienrat
* 5. Mai 1889, † 1951
Mitglied seit dem Sommersemester 1912


Schickel, Günter
* 18. November 1927, † 6. Oktober 2007 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1949
Der Zweite Weltkrieg mit der Beschlagnahme des Elternhauses im Frankfurter Stadtteil Schwanheim durch die US-amerikanischen Besatzungsbehörden hatte Bundesbruder Günter Schickel in den Taunus nach Niederselters verschlagen. Von dort aus besuchte er den Unterricht am Gymnasium in Limburg bis zum Abitur im Jahre 1948. Hier begann die Freundschaft mit Bundesbruder Gerhard Schneider, der später auch der Leibfux von Bundesbruder Schickel wurde. Im Jahre 1949 ließ sich Bundesbruder Schickel bei der Juristischen Fakultät in Marburg einschreiben und studierte von da an Rechtswissenschaften. Bundesbruder Schickel war ein begnadeter Klavierspieler und wurde seinerzeit der bekannteste "Biermusiker" Marburgs. Seine Auftritte zusammen mit Bundesbruder Gert "Flotti" Steinweg ab 1950 waren wahrhaftige Stadtereignisse.


Schierenberg, Reinhard
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Gauhauptstellenleiter bei der Gauleitung Essen.


Schiering, Willi, Dr. jur., Verwaltungsdirektor
* 21. September 1907, † 24. Januar 1979
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Willi "Wischi" Schiering hat die Oberrealschule zum Dom in Lübeck besucht und hatte als Schulsprecher - eine für diese Zeit geradezu revolutionäre Einrichtung - Sitz und Stimme in der Lehrerkonferenz gehabt. Er zeigte schon damals Führungsqualitäten und so wurde er im Wintersemester 1928/1929 zum Sprecher der Marburger Burschenschaft Rheinfranken gewählt. Er studierte nicht nur mit Erfolg Rechtswissenschaften, sondern absolvierte nebenher noch ein Sportstudium mit Abschlußprüfung. Nach vier aktiven Semestern ging er nach Berlin und bestand dort sein Staatsexamen. Im Zweiten Weltkrieg geriet er in russische Gefangenschaft, wobei ihm die auf der sehr modernen Oberrealschule zum Dom erworbenen Russischkenntnisse einerseits bei seiner Tätigkeit als Dolmetscher zugute kamen und ihn andererseits verhängnisvoll belasteten, als er bei seinem Rücktransport nach Deutschland an der Oder deswegen wieder von den Russen zurückgerufen wurde und noch weitere Jahre in Kriegsgefangenschaft verbringen mußte. Erst im Jahre 1949 kehrte er zurück. Die Wohnung in Berlin war zerstört und das im Riesengebirge ausgelagerte Mobiliar war verloren, aber Frau und drei Kinder lebten in Lübeck. Im Jahre 1950 zog die Familie nach Bremen, wo Bundesbruder Schiering bei der Berufsgenossenschaft Holz eine Stellung als Verwaltungsdirektor gefunden hatte. Da er sich in der Gefangenschaft geschworen hatte, seine liebe Frau Olly keinen Tag alleine zu Hause zu lassen, wurden auf seine Initiative hin die Bremer Rheinfrankenstammtische als reine Männerabende gestrichen, so daß alle Bremer Bundesschwestern und Bundesbrüder allmählich in eine herzliche und wohltuende Freundschaft hineingewachsen sind.


Schippers, Klaus, Diplom-Biologe, Kriminaloberrat am LKA Koblenz
* 24. August 1939, † 15. April 1980
Mitglied seit dem Sommersemester 1956
Bundesbruder Klaus Schippers wuchs in Hoppecke bei Brilon im Sauerland auf. Nach dem Abitur in Brilon wurde er als Medizinstudent bei der Burschenschaft Rheinfranken aktiv. Sein rheinisches Temperament konnte er zu keiner Zeit verleugnen, so daß sein Vorrat an Witzen und Anekdoten, die er in allen Mundarten vorzutragen verstand, schier unerschöpflich schien. Sein Medizinstudium brach er im fünften Semester ab und betätigte sich kurzfristig als Vertreter einer pharmazeutischen Firma. Wenige Monate später begann er ein Biologiestudium in Gießen, das er im Jahre 1968 als Diplom-Biologe beendete. Während dieser Zeit pflegte er als überzeugter Burschenschafter enge Kontakte zu den Burschenschaften in Österreich, insbesondere zur Wiener Olympia und zu Dr. Norbert Burger, die zu dieser Zeit in Südtirol für Schlagzeilen sorgten. Nach Ende seines Studiums trat Bundesbruder Schippers eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Landeskriminalamt (LKA) Koblenz an, wo er rasch zum Kriminaloberrat und Abteilungsleiter der kriminaltechnischen Abteilung des LKA Koblenz befördert wurde. Sein Dienst brachte ihn, den einst optimistisch, positiv denkenden und dabei stets labilen Menschen mit den absoluten Schattenseiten des Lebens zusammen. Bundesbruder Schippers fiel sowohl im menschlichen als auch im beruflichen Bereich in eine immer tiefer werdende Isolation und schied innerlich wie äußerlich vereinsamt aus dem Leben.


Schlamann, Erich, Dr. med.
* 27. Oktober 1911, † 28. Dezember 1981
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Erich Schlamann wurde in Renzel, einem kleinen Ort bei Varell über Sulingen im Kreis Grafschaft Diepholz, geboren. Seine Eltern besaßen dort einen großen Bauernhof. Nach der Volksschule in Renzel besuchte er die weiterführenden Schulen in Bremen und Detmold. Nach dem Abitur studierte er Medizin. Durch Bundesbruder Helmut Puvogel aus Bremen kam er mit den Rheinfranken in Kontakt, wo er sofort aktiv wurde. Zu seinem Leibburschen wählte er Bundesbruder Jochen Hanisch; Bundesbruder Hans Walther wurde sein Leibfux. Bereits in Marburg lernte er seine spätere Ehefrau Katharina auf dem Präparierboden (heute: Präpkurs) kennen, zusammen setzten sie ihr Studium in München und Feiburg fort. Bundesbruder Schlamann bestand schließlich im Jahre 1936 sein Staatsexamen und nach den üblichen Stationen nahm er im Jahre 1940 seine Tätigkeit in der Inneren Medizinischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses Nordstadt in Hannover auf. Als Oberarzt wurde er zur Wehrmacht einberufen, war dann u.a. im Baltikum und geriet in US-amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Jahre 1946 zurückkehrte. Nach dem Kriege nahm er seine Tätigkeit am Krankenhaus in Nordstadt wieder auf, bis ihm im Jahre 1946 die Chefarztstelle der Inneren Abteilung in Schwarmstedt im Kreis Soltau-Fallingborstel übertragen wurde. Damit war Bundesbruder Schlamann mit 35 Jahren damals der jüngste Chefarzt in Niedersachsen. Mit seiner Familie kehrte Bundesbruder Schlamann im Jahre 1964 nach Hannover zurück und übernahm die Leitung des Städtischen Krankenhauses Siloah in Hannover, bis er 1975 in den Ruhestand trat.


Schlepper, Erich, Dr.
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1923


Schlögell, Rolf, Dr. med.
* 7. Januar 1921, † 8. Mai 1984
Mitglied seit dem Ersten Trimester 1940
Bundesbruder Rolf Schlögell wurde in Bremen geboren und war früh verwaist. Er hatte im Jahre 1939 nach dem Abitur und nach dem Arbeitsdienst zunächst bei der Kriegsmarine gedient, war aber aus Krankheitsgründen bald entlassen worden. So kam er nach Marburg, um Medizin zu studieren. Er wurde in der "Kameradschaft Ritter von Schönerer" aktiv, in den sich die Burschenschaft Rheinfranken im Rahmen der gesellschaftlichen und politischen Gleichschaltung des nationalsozialistischen Regimes umfirmieren mußte. Weitere Stationen seines Studiums waren Heidelberg und Straßburg, wo sein Studium im Jahre 1944 mit Staatsexamen und Promotion über das Thema "Wachstumsverdichtungen am kindlichen Handgelenk" abschloß. Danach stand zunächst die akademische Lehrtätigkeit als Ziel im Vordergrund, doch schon bald nahmen Bundesbruder Schlögell die Probleme der Jungärzte in Anspruch, die - wie er selbst auch - vor der Existenzfrage standen. So erfolgte im Jahre 1946 die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Jungärzte in Marburg, einem Vorläufer des späteren Marburger Bundes. Bundesbruder Schlögell trat danach im Jahre 1947 in die Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft der Westdeutschen Ärztekammern ein und folgte schließlich im Jahre der Bestellung als Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Kassenärztlichen Vereinigungen, der späteren Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Dieses Amt bekleidete er bis in Jahr 1977, womit zahlreiche Funktionen im nationalen sowie im internationalen Bereich verbunden waren, u.a. Mitglied des Bundesgesundheitsrates, der Vertreterversammlung der Bundesanstalt für Angestelltenversicherung, der Beiräte für die Neuordnung der Sozialversicherung und der Krankenversicherung. Seine diplomatische Gewandtheit und sein Verhandlungsgeschick führten ihn in die Gremien des Weltärztebundes, der fachlichen EG-Berufsverbände und der ärztlichen Organisation der deutschsprachigen Länder. Auf dem Gebiet der kassenärztlichen Interessenvertretung lernte Bundesbruder Schlögell wiederum Bundesbruder Karl Winter, seinen späteren Schwiegervater, kennen. Von im übernahm er im Jahre 1977 das Präsidium im Bundesverband der freien Berufe sowie im Jahre 1979 den Vorsitzt der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung. Für seine Verdienste als Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie als Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BfB) zum Wohle des deutschen Volkes wurde Bundesbruder Schlögell im Jahre 1974 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.


Hans Schlothauer
Schlothauer, Hans, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 15. Juli 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Schlothauer war aktiver Bursche und stammte aus Kassel und war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse, das er am 1. Oktober 1917 verliehen bekam. Er fiel als Vizefeldwebel im Infanterie-Regiment Nr. 83 in den Kämpfen bei Reims durch einen Schuß in den Hals.


Schmalohr, Friedhelm
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1940/1941


Schmerer, Otto, Dr. med., Augenarzt
* 5. April 1906, † 9. Dezember 1992 zu Backnang
Mitglied seit dem Sommersemester 1925


Schmid, Karl, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1894/1895
Oberstudiendirektor an der Ober-Real-Schule in Eßlingen am Neckar.
[MGV. 1929]


Schmidt, Heinrich, Dr. phil.
Studienrat am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main.
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Bundesbruder Heinrich Schmidt bestand im Sommersemester 1891 sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt.


Schmidt, Hermann, Dr. phil.
* 8. November 1861, † 1940
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886


Schmidt, Otto Ferdinand
* 18. Oktober 1866, † 21. August 1934 zu Köln-Bayenthal
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Otto Ferdinand Schmidt war nach seinem Examen als Studienrat und Universitäts-Lektor am Gynmasium und Realgymnasium in der Kreuzgasse in Köln tätig. Oft hat er durch seine musikalischen und gesanglichen Vorträge die Kneipen der Rheinfranken verschönt; ebenso wie er auch an den wissenschaftlichen und geselligen Veranstaltungen des Bundes stets den lebhaftesten Anteil nahm. Obgleich er in seinem späteren Leben durch Beruf und wissenschaftliche Tätigkeit ganz in Anspruch genommen war und daher äußerlich am Bundesleben nur geringen Anteil nehmen konnte, so hatte er doch die Entwicklungen unseres Bundes mit innerer Teilnahme verfolgt und dem Bunde stets die Treue bewahrt.


Schmidt, Richard, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 16. Januar 1892, † 27. September 1969
Mitglied seit dem Sommersemester 1911


Schmohl, Max
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1923


Hans Schneider
Schneider, Hans
* 25. April 1894, † gefallen im Zweiten Weltkrieg am 27. August 1942
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Hans Schneider war nach seinem Staatsexamen Studienrat an der Helmholtzschule in Frankfurt am Main. Als Hauptmann wurde er im Zweiten Weltkrieg an die Front kommandiert, wo er am 23. August 1942 schwer verwundet wurde und wenige Tage später starb. Aus dem Wehrmachtsbericht ging hervor, daß Bundesbruder Schneider am 23. August 1942 gegen 19.00 Uhr durch Granatsplitter im Oberschenkel, im rechtem Unterarm und durch schwerem Bauchschuß verwundet wurde. Ein Abtransport nach Deutschland vom Lazarett aus war nicht möglich, so daß er an Verblutung infolge der Bauchwunde gestorben ist. Die Beisetzung erfolgte auf dem Lazarettfriedhof an der Front.


Schneider, Karl, Studiendirektor
* 29. September 1893, † 9. November 1976 zu Bad Berleburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Karl Schneider, der in Marburg geboren und aufgewachsen ist, begann im Jahre 1911 sein Studium an der Philips-Universität. Er war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die später auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Im Jahre 1914 trat er als Freiwilliger beim Marburger Jägerbataillon ein und wurde in Flandern eingesetzt; bald wurde er zur weiteren Ausbildung als Ballonbeobachter abgestellt und zu einem Fesselballon-Zug versetzt und zum Leutnant befördert. Nach seinem Examen in den Fächern Mathematik, Physik und Erdkunde ging er nach Berleburg, wo er die Leitung einer gehobenen Knabenschule übernahm. Als diese Schule im Jahre 1925 nach erfolgreichem Ausbau die offizielle Anerkennung als Höhere Schule erhielt, wurde er gleichzeitig zum Studiendirektor befördert. Bundesbruder Schneider war damals der jüngste Direktor in Westfalen. Zwischenzeitlich hatte er seine Jugendliebe aus der Ketzerbacher Nachbarschaft geheiratet, doch die Wehrmacht zog Bundesbruder Schneider als ehemaligen Reserveoffizier zur Luftwaffe ein. Als Hauptmann verbrachte er die Jahre 1940 bis 1945 in Frankreich und zum Ende der Kampfhandlungen war er in Schwaben eingesetzt, wo er in Gefangenschaft geriet. Nach dem Zweiten Weltkrieg und einem Zwischeneinsatz am Gymnasium in Bad Laaspe, kehrte er als Direktor an seine alte Schule in Bad Berleburg zurück. Als Oberstudiendirektor trat er im Jahre 1959 schließlich in den Ruhestand, blieb jedoch noch einige Jahre unterrichtend mit seiner Schule verbunden, bis der Wohnsitz nach Obersdorf bei Siegen in das Haus der Tochter verlegt wurde. Bundesbruder Schneider verlebte glückliche Jahre im Kreise seiner großen Familie, als er plötzlich schwer krank und querschnittsgelähmt seiner Gehfähigkeit beraubt wurde. Eine aufkommende Lungenentzündung überstand er nicht. Bundesbruder Schneider wurde nach seinem Tode in Marburg beerdigt.


Schnell, Friedrich "Fritz"
* 24. Juni 1872, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1893
Bundesbruder Fritz Schnell wurde am 25. Februar 1918 mit dem Preußischen Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Oberstudiendirektor der Ober-Real-Schule in Berlin-Pankow.


Schnell, Hermann, Dr. phil., Oberlehrer
† 5. April 1901 zu Hamburg-Altona
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Bundesbruder Hermann Schnell stammte aus Bottrop und war Oberlehrer am Realgymnasium und an der Realschule in Altona. Er war Begründer und Förderer der Jugendspiele in Altona und hatte sich besonders durch seine schriftstellerische Tätigkeit auf dem Gebiet des Jugendsportes einen landesweiten Namen gemacht. Auf einem kleinen Exerzierplatz in Altona wurde ihm zu Ehren ein Gedenkstein gesetzt, der am 30. September 1903 feierlich eingeweiht wurde.


Heinrich Schnelle
Schnelle, Heinrich, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 30. November 1917
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Heinrich Schnelle war aktiver Bursche und stammte aus Heidelberg. Er war Träger des Eisernen Kreuzes sowie Träger des Hohenzollern'schen Ehrenkreuzes III. Klasse mit Schwertern (Kriegsauszeichnung des Fürstentums Hohenzollern in Schwaben). Bundesbruder Schnelle war zuerst Fähnrich-Offiziers-Stellvertreter und fiel als aktiver Leutnant (Berufsoffizier) im Füsilier-Regiment Nr. 40 (Maschinen-Gewehr-Kompanie).


Rüdiger Schnittker
Schnittker, Rüdiger "Schnibbel", Studiendirektor
* 28. Oktober 1950, † 27. Oktober 2008 zu Wardenburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1973/1974
Bundesbruder Rüdiger Schnittker kam auf Einladung seines Jugendfreundes Bundesbruder Herrmann Witte auf das Rheinfrankenhaus. An diesem Tag feierte Bundesbruder Gert Siebert seinen 50. Geburtstag, was den jungen Studenten Schnittker sehr beeindruckte. Ein Jahr später beendete er sein Lehramtsstudium für die Fächer Mathematik und Physik in Braunschweig mit der Zwischenprüfung und folgte seiner Verlobten Petra, die eine Stelle als Kinderkrankenschwester an der Universitätsklinik erhalten hatte, nach Marburg. Dort galt es gleich, kräftig anzupacken, denn starke Regenfälle hatten den Hang oberhalb des Rheinfrankenhauses aufgeweicht und Unmengen von Schlamm waren in den Kneipsaal, in das Erdgeschoß sowie in die Kellerräume eingedrungen. Durch die berufliche Tätigkeit seiner Frau war es möglich, in Marburg eine Familie zu gründen; und so wohnte Familie "Schnibbel" mit drei Kindern am Richtsberg. Nach dem Ersten Staatsexamen im Jahre 1979 erhielt Bundesbruder Schnittker eine Ausbildungsstelle im gemeinsamen Heimatort Oldenburg und wurde als Referendar an seiner alten Schule eingesetzt, wo er Jahre zuvor sein Abitur bestanden hatte. Die ehemalige Hindenburgschule, die im Jahre 1988 in Herbartgymnasium umbenannt wurde, war nun seine berufliche Wirkungsstätte. Im Jahre 1989 wurde er stellvertretender Schulleiter und als kommissarischer Schulleiter war Bundesbruder Schnittker zwei Jahre später "Vorgesetzter" seiner ehemaligen Lehrer. In den Jahren 1994 bis 2003 war Bundesbruder Schnittker Schriftleiter des Altherrenverbandes der Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er war zugleich Vorsitzender des Oldenburger Philologenvereins und wurde im Jahre 2007 als Oberleutnant der Reserve zum Leiter des neu geschaffenen Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr im Landkreis Oldenburg ernannt, das bei Katastrophen als Schnittstelle zwischen Militär und zivilen Behörden arbeiten soll. Im Verband der Reservisten, dem er seit dem Jahre 1982 angehörte, wirkte er viele Jahre als Bezirks- und Kreisvorsitzender. Bundesbruder Schnittker war Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold. Völlig unerwartet verstarb "Schnibbel" am Vorabend seines 58. Geburtstages.


Schönbohm, Johannes
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1935


Schöner, Albrecht [Schoener], Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 15. Juli 1889, † 15. Januar 1953 zu Castrop-Rauxel
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Albrecht Schöner wurde in Großfelda in Oberhessen als Sohn des Pfarrers Dr. Gustav Schöner, der Mitglied der Burschenschaft Germania Gießen war, geboren. Er besuchte das Gymnasium in Büdingen und studierte ab Ostern 1909 in Marburg, Berlin und Straßburg Philosophie, Germanistik, alte Sprachen, Archäologie und Kunstgeschichte. In Marburg, wohin seine Eltern nach der Pensionierung des Vaters ihren Wohnsitz verlegt hatten, wurde er im Sommer des Jahres 1909 in unserem Bund aktiv. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges trat er als Kriegsfreiwilliger beim Husarenregiment Nr. 9 in Straßburg ein, bei dem er im Jahre 1917 zum Leutnant befördert wunde. Er erhielt im Jahre 1917 das Eiserne Kreuz und am 19.Juli 19197 die Hessische Tapferkeitsmedaille. Die Folgen seiner Kriegsverwundungen hinderten ihn jedoch, sein Studium gleich wieder aufzunehmen. Ein Jahr lang mußte er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in der Schweiz verbringen. Doch im Sommer 1919 bestand er das Staatsexamen in Marburg in den Fächern Griechisch, Deutsch und Latein - später kam noch Religion als Hauptfach hinzu. Im Jahre 1921 promovierte er mit einer Arbeit "Goethe und die altdeutsche Kunst". Nach seiner Eheschließung im Jahre 1922 wohnte das junge Paar noch zwei weitere Jahre in Marburg, wodurch sich Bundesbruder Schöners Verhältnis zum Bund, an dem auch seine Frau wesentlichen Anteil nahm, besonders eng gestaltete. Wegen seiner gesundheitlichen Schädigungen konnte Bundesbruder Schöner erst im Oktober 1924 seinen Vorbereitungsdienst antreten; er war tätig am Realgymnasium in Siegen, am Oberlyzeum in Herne und an der realgymnasialen Studienanstalt in Dortmund ("Schilleroberschule"). Am 1. April 1927 wunde er zum Studienrat ernannt und am 1. September 1939 zum Oberstudien-Direktor der Oberschule für Jungen in Castrop-Rauxel befördert. Bundesbruder Albrecht Schöner war von Anfang seiner Mitgliedschaft mit ganzem Herzen beim Bund und hat seine Verbundenheit und Treue bis an sein allzu frühes Ende bewiesen. Wo es galt, bei den Zusammenkünften und Treffen im Ruhrgebiet die schwarz-silber-blauen Farben zu zeigen, war Bundesbruder Schöner, wenn es sein Gesundheitszustand erlaubte, dabei. Er war ein vornehmer, aber zurückhaltender Charakter. Wem er sich jedoch erschlossen hatte, der hatte seine Treue und Aufrichtigkeit erfahren dürfen. Im frohen Kreise war er aufgeschlossen und fröhlich, in ernster Beratung gab er seiner Meinung unverhohlen Ausdruck.


Scholz, Erich, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 18. September 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Scholz stammte aus Görlitz und war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er starb den Heldentod fürs Vaterland durch Brustschuß als Leutnant im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 257 bei einem Sturmangriff auf Nowo-Alexandrowsk.


Wilhelm Schönewolf
Schönewolf, Wilhelm "Willi", Dr. rer. pol.
* 18. März 1887, † 22. Februar 1956
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Das Elternhaus von Bundesbruder Wilhelm "Willi" Schönewolf stand in Hessen. Nach dem Ersten Weltkrieg zog er zusammen mit Bundesbruder Franz Rosenkranz als "alter Krieger" und "junger Student" nach Marburg. Während seiner Aktivenzeit von 1919 bis 1922 war Schriftwart, zweimal Fuxmajor und Sprecher. Bundesbruder Schönewolf hatte zu seiner Aktivenzeit den Bund sowohl im Allgemeinen Studierendenausschuß (AStA) als auch im Korporationsausschuß würdig vertreten. Ein Aufruf der Reichsregierung, gegen durch linke Gruppen geschaffene Unruhen zu beseitigen, bildeten in dem nur aus Marburger Studenten gebildeten Kampfverband mit vierzig weiteren Bundesbrüdern, die feldmarschmäßig eingekleidet waren, einen eigenen Zug, der Bundesbruder Schönewolf unterstellt wurde. Ihr Erscheinen auf dem Marktplatz von Eisenach genügte, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Auch hatte Bundesbruder Schönewolf zu seiner Aktivenzeit die Ehre des Bundes gegen den damals besten Säbelfechter Marburgs verteidigt.


Schoof, Wilhelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1896
Bundesbruder Schoof ist im Wintersemester 1896/1897 aus Gesundheitsgründen ausgetreten.


Schreck, Albert
Mitglied seit dem Wintersemester 1905
Studienrat an der Bismarckschule in Elmshorn.
[MGV. 1921] und [MGV. 1929]


Schroeder, Adalbert "Addi", Dr. med.
* 11. April 1934, † 3. Januar 1982 zu Glücksburg/Ostsee
Mitglied seit dem Sommersemester 1953
Bundesbruder Adalbert Schroeder wurde in Zwickau geboren. Sein Vater war Internist und praktischer Arzt in Reichenbach im Vogtland. Von dort mußte die Familie im Jahre 1945 die Flucht nach Hof in Bayern antreten. Im Jahre 1948 folgte die Familie dem Vater nach Flensburg. So kam es, daß Bundesbruder Adalbert Schroeder die Schulen in Teplitz-Schönau und in Hof sowie das Goethe-Gymnasium in Flensburg besuchte. Dort war Bundesbruder Oswald Hauser sein Lehrer gewesen. Zusammen mit seinen Klassenkameraden und seinen späteren Bundesbrüdern Knut Erichsen, Uwe Lendt und Hans-Peter Pluquet, kam er im Sommer 1953 nach Marburg und begann mit dem Medizinstudium. Nach sechs Semestern legte er das Physikum ab, wechselte für ein Semester an die Universität nach Erlangen und später an die Universität nach Kiel, wo er im Jahre 1959 sein Staatsexamen absolvierte. Im Anschluß daran war er zwölf Jahre lang als Chirurg an der Diakonissenanstalt in Flensburg tätig - zuletzt als Oberarzt. Danach eröffnete er mit zwei weiteren Kollegen eine Gemeinschaftspraxis in Glücksburg. Seine Freizeit widmete Bundesbruder Schroeder seiner Familie mit drei Kindern. Bundesbruder Schroeder war passionierter Burschenschafter, Jäger, Segler sowie Hausmusiker (Klavier und Klarinette). Leider kam er bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben, bei dem auch sein ältester Sohn schwer verletzt wurde.



Schroeder, Ernst
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1927/1928


Heinrich Schroeder
Schröder, Heinrich, cand. phil.
* 30. August 1892 in Kirchhain, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 11. Oktober 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Heinrich Schröder stammte aus Kirchhain bei Marburg, war inaktiver Bursche und Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse, das er am 7. August 1917 erhielt. Er fiel als Vizefeldwebel im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 71 und Offiziers-Aspirant in Kämpfen bei St. Quentin.


Schroeder, Walther
* 15. Dezember 1892 in Moutjoie bei Aachen
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Walther Schroeder war Leutnant der Reserve und erhielt im Ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen.


Schroeder, Werner, Studienrat
* 30. August 1897, † 26. November 1979
Mitglied seit dem Sommersemester 1916
Bundesbruder Werner Schroeder wurde in Stettin geboren, besuchte dort das humanistische Marienstift-Gymnasium und bestand im Jahre 1916 die Reifeprüfung. Er ging nach Marburg, um Deutsch, Geschichte und Französisch zu studieren. Zu Beginn des Wintersemesters 1916/1917 wurde er zum Heeresdienst einberufen und stand bis zum Ende des Ersten Weltkrieges an der Westfront. Nach dem Krieg nahm er sein Studium in Marburg wieder auf, siedelte 1919 für zwei Semester nach Berlin über, kehrte nach Marburg zurück und legte im Mai 1922 sein Staatsexamen ab. Nachdem er einige Jahre in den ostpommerschen Städten Belgard und Kolberg unterrichtet hatte, wurde er 1929 in Stettin angestellt. Im Jahre 1932 heiratete er seine frühere Belgarder Schülerin Johanna Spiegel. Im Zweiten Weltkrieg war Bundesbruder Schroeder anfangs als Kriegsverwaltungsoberinspektor in Stettin und Boulogne-Sur-Mer tätig, später als Dolmetscher am Kriegsgericht in Paris. Hier geriet er im Jahre 1944 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Als er 1946 aus der Gefangenschaft entlassen wurde, fand er nach langem Suchen seine aus Pommern vertriebene Familie, von der er zwei Jahre lang kein Lebenszeichen erhalten hatte, in einem Flüchtlingslager auf Sylt wieder. Bereits im Jahre 1947 trat er in Bielefeld wieder in den Schuldienst ein, in dem er bis zu seinem 72. Lebensjahr tätig geblieben war.


Schröder, Edward [Edwart], Prof. Dr., Geheimer Regierungsrat
Mitglied seit dem Wintersemester 1896/1897
Bundesbruder Schröder wurde am 18. Dezember 1896 anläßlich der Weihnachtskneipe des Akademisch-Neuphilologischen Vereins zu Marburg zum Ehrenmitglied ernannt. Er war Universitätsprofessor in Marburg und geistiger Mentor der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Schröder, Willy, Dr. med. dent.
* 24. August 1892, † 4. Oktober 1953 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Willy Schröder kam durch unseren Bundesbruder Friedrich Busch, mit dem er schon gemeinsam auf der Schule befreundet war und der in Marburg zugleich sein Leibbursch wurde, in unseren Bund. Er studierte Medizin und war später als Zahnarzt in Hannover tätig. Der Krieg und die Nachkriegszeit hatten ihm schlimm mitgespielt: Zerstörung von Haus und Praxis, schwere Sorgen in der Familie und der Verlust eines Kindes setzten seinem angeschlagenem Herzen zu. Sein Herzleiden zwang ihn schon während des Studiums zu einer Unterbrechung. Seit dem Jahre 1952 hatte sich in Hannover eine Rheinfrankenrunde zusammen gefunden, an der Bundesbruder Schröder bis zu seinem plötzlichen Herztod regelmäßig teilnahm.


Theodor Schröter
Schröter, Theodor
Studienrat aus Geestemünde.


Schünemann, Ernst / Erich, Dr.
Bundesbruder Schünemann lebte in Mannheim und war Leiter eines Syndikatsbüros in Ludwigshafen (Steuersyndikus).
Mitglied seit dem Sommersemester 1919


Schüren, Otto, Dr. med., Augenarzt
* 4. Juni 1899, † 9. Januar 1978
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
Bundesbruder Schüren war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Schürmeyer, Franz, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Studienrat am Realgymnasium in Krefeld.


Schüssler, Emil
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886


Schütte, Ernst, Dr. phil.
Oberlehrer an der Realschule in Bremen.
[MGV. 1921]


Schütz, Adolf, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 5. Mai 1899, † 30. April 1968
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
Bundesbruder Schütz war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Schütz, Harald, Studienrat
† 1. Februar 1965 zu Gütersloh
Mitglied seit dem Sommersemester 1949


Schütz, Paul
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Paul Schütz ist im Wintersemester 1880/1881 ausgetreten.


Schütze, Alfred
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1935


Schütze, Horst, Dr. jur., Oberamtsrichter
* 15. August 1912, † 14. Juli 1989
Mitglied seit dem Sommersemester 1931


Ernst Schulte
Schulte, Ernst, Dr. phil.
* 11. April 1879, †
Mitglied seit dem Wintersemester 1898
Studienrat an der Klinger Ober-Real-Schule in Frankfurt am Main. Bundesbruder Schulte ist nach dem Zweiten Weltkrieg ausgetreten.


Schulteis [Schultheis], Walter
* 11. September 1891, † 1947
Mitglied seit dem Wintersemester 1912/1913
[BSR. 1925/1926]


Schultze, Georg, Diplom-Ingenieur
* 18. September 1893, † September 1967
Mitglied seit dem Sommersemester 1912


Franz Schulz
Schulz, Franz, Dr. phil.
* 1. Februar 1895 in Marburg, † gefallen im Zweiten Weltkrieg am 26. November 1943
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Franz Schulz stammte aus Marburg. Bereits im Jahre 1914 tart er als Kriegsfreiwilliger beim Marburger Jägerbataillon ein. Sowohl im Jahre 1914 bei Langemark als auch 1918 bei Reims wurde er schwer verwundet und erhielt das Eiserne Kreuz. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Studienrat am Bismarck Realgymnasium in Dortmund. Sein Bruder, Bundesbruder Fritz Schulz, der bereits 1914 gefallen war, ist ebenso Bundesbruder gewesen. Im Zweiten Weltkrieg fiel er am 26. November 1943 einem Unfall zum Opfer. Er stand als Hauptmann bei einem Infanterie-Regiment im Westen. Schon morgens um 8.00 Uhr wurde er bewußtlos mit einer schweren Schädelfraktur ins Lazarett eingeliefert; ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, ist er gegen Mittag des gleichen Tages gestorben. Seine Kameraden haben ihn am 30. November auf einem Soldatenfriedhof zur letzten Ruhe gebracht. Seitdem ruhen beide leiblichen Brüder in belgischer Erde.


Schulz, Fritz, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 27. Oktober 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Fritz Schulz war aktiver Bursche und stammte aus Offenbach am Main. Er wurde am 20. Oktober 1914 schwer verwundet und starb den Heldentod fürs Vaterland als Kriegsfreiwilliger im Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 24 im Lazarett in Moorslede (Belgien).


Schulz, Paul, Dr. rer. pol., Syndikus
* 22. Februar 1876, † 7. Februar 1954
Mitglied seit dem Sommersemester 1897
Bundesbruder Schulz lebte im Jahre 1913 in Saarbrücken, wechselte später als Syndikus der Handwerkskammer im Regierungsbezirk Trier nach Trier; im Jahre 1934 lebte in Lübeck.


Erich Schulze
Schulze, Erich, Dr. phil.
Oberlehrer aus Gera.


Fritz Schulze
Schulze, Fritz, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 9. April 1916
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Schulze stammte aus Kassel und starb den Heldentod fürs Vaterland als Gefreiter im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 71.


Schulze-Müllingsen, Erik
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Schuricht, Wolfgang, Dr. jur.
* 13. November 1903, † vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1923
Bundesbruder Schuricht war vor dem Zweiten Weltkrieg Regierungsassessor am Finanzamt in Döbeln.


Schwalbe, Joachim, Dr. phil., Studienrat
Bundesbruder Schwalbe war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Schwambach, Kurt
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1933


Schwarz, Heinrich, Amtsgerichtsdirektor
* 4. November 1964, † 25. Januar 2003 zu Limburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1948/1949


Schwarzentraub, Christian, Dr. phil., Oberlehrer
* 12. Dezember 1863 in Bubenrod, † 10. Mai 1895 zu Elberfeld
Mitglied seit dem Wintersemester 1884/1885
Bundesbruder Schwarzentraub wurde in Hof-Strupbach bzw. Bubenrod im Kreis Biedenkopf geboren und besuchte bis 1883 das Realgymnasium in Gießen. Er studierte darauf in Marburg sowie kurzzeitig in München. Mit seiner Arbeit über das Thema "Die Pflanzenwelt in den altfranzösischen Karlsepen" erwarb er am 31. März 1890 den Doktortitel und bestand am 29. Mai 1891 die Staatsprüfung in Marburg. Am Friedrichs-Gymnasium in Kassel legte er sein Seminarjahr ab. Sein Probejahr absolvierte er an der Neuen Realschule ebenfalls in Kassel.


Schwerdtfeger, Gustav
Mitglied seit dem Wintersemester 1887/1888
Herr Schwerdtfeger wurde als Mitglied der Aktivitas im Sommersemester 1890 ausgeschlossen.


Schwerdtner, Ehrhardt, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg



S

Hinweis:
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Sälter, Fritz, Dr. phil.
* 1. Mai 1891, † 28. Juli 1972
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Fritz Sälter bestand sein Abitur im Jahre 1910 am Gymnasium in Hagen. Nach zweisemestriger Aktivenzeit in der Cartellverbindung Franconia Halle kam er 1911 nach Marburg. Als Inaktiver im 8. und 9. Semester wurde er Vorsitzender des Weimarer Cartellverbandes und promovierte während dieser Amtszeit im Jahre 1914. Bei Kriegsausbruch wurde er Soldat und im September 1915 als Gefreiter im Felde schwer verwundet. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und bestand nach Kriegsende in Marburg sein Examen in den Fächern Deutsch, Geschichte, Religion und Turnen. Danach folgte der Berufseintritt als Referendar an der Oberrealschule (Fichtegymnasium) in Hagen, wo Bundesbruder Sälter zunächst als Assessor und später als Studienrat bis zur Pensionierung im Jahre 1956 verblieb. Neben seiner schulischen Tätigkeit galt alle seine Freizeit dem Sport: Zunächst seinem Verein, dem SSV Hagen e.V., beginnend als Betreuer der Jugend und später als Vorsitzender und Ehrenvorsitzender. Daneben stand Bundesbruder Sälter dem Stadtverband aller Sportvereine vor und war Mitglied verschiedener Führungsgremien der großen Sportverbände und des Deutschen Fußballbundes.


Gregor Sarrazin
Sarrazin, Gregor, Prof. Dr. phil.
* 1857, † 1915 zu Breslau
Universitätsprofessor, geistiger Mentor und Ehrenmitglied.


Sauerland, Ernst
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Sauerland wurde im Wintersemester 1883/1884 zum Alten Herren ernannt.


Seebach, Walter, Dr. med., Frauenarzt
* 13. September 1913, † 13. Februar 1977
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Walter Seebach wurde in Kassel geboren, wo er auch die Reifeprüfung an der Oberrealschule I ablegte. Er wurde im Sommer 1933 in unserem Bund aktiv und begann sein medizinisches Studium. Nachdem er je ein Semester in Freiburg, München und Bonn belegt hatte, absolvierte er im Jahre 1938 sein Staatsexamen und promovierte im Dezember 1940. Während des Zweiten Weltkrieges war er als Sanitätsoffizier in Frankreich und Rußland eingesetzt. Im Jahre 1942 heiratete er Grete Siebert, die Tochter unseres Bundesbruders Hermann Siebert aus Diez an der Lahn. Von 1945 bis Ende 1950 war er als Assistent und Oberarzt an der Frauenklinik des Stadtkrankenhauses in Kassel tätig und ließ sich im Jahre 1951 als Facharzt für Gynäkologie mit stationärer Tätigkeit am Burgfeldkrankenhaus Kassel nieder. Er beteiligte sich rege am Geschehen der Kasseler Ortsgruppe, fuhr oft nach Marburg und war ständiger Gast bei der VAB Kassel. Sein Sohn Gerhard Seebach wurde ebenfalls Rheinfranke und seine Tochter Barbara ist mit unserem Bundesbruder Jörg Hanisch verheiratet.


Seefeldt, Alfred, Dr.
† 1952


Rudolf Seib Rudolf Seib
Seib, Rudolf "Sepp", Kandidat des höheren Lehramts
* 16. Februar 1889 in Frankfurt am Main, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 28. Oktober 1917 am Chemin des Dames
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Seib - liebevoll "Sepp" genannt - wurde in Frankfurt am Main geboren und bestand dort sein Abitur zu Ostern 1907 an der Musterschule. Er studierte ein Semester lang die Fächer Französisch, Englisch und Deutsch an der Universität München, wechselte dann im zweiten Studiensemester nach Marburg. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges absolvierte er sein Seminarjahr am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main. Er war Träger des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse sowie Träger des Württembergischen Friedrichsordens. Er fiel am Chemin des Dames als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 390. Bundesbruder Seib hat durch eine letztwillige Verfügung der Hauskasse 300 Mark und der Altherrenkasse 75 Mark vermacht. Seine Eltern haben in Erinnerung des Geburtstages ihres Sohnes zu Anfang des Jahres 1918 die Summe um weitere 125 Mark aufgestockt, so daß der damalige Altherrenvorstand beschloß, mit diesem Betrag von 500 Mark eine "Rudolf-Seib-Stiftung" zu gründen, deren Zinsen alljährlich kapitalisiert werden sollen. Dieser Betrag sollte für die Errichtung eines Verbindungshauses verwendet werden, ein Plan, den schon Bundesbruder Rudolf Seib lange Zeit verfolgte. Mit der Stiftung sollte auch das Andenken an Bundesbruder Seib für alle Zeit erhalten werden.


Walther Seib Walther Seib
Seib, Walther, Studienrat
* 11. Mai 1890 in Frankfurt am Main, † 5. Mai 1950
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Bundesbruder Walther Seib ist der Bruder von Rudolf Seib gewesen. Auch er kam in Frankfurt am Main zur Welt und bestand sein Abitur an der Musterschule zu Ostern 1908. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Bundesbruder Seib Studienrat an der Helmholtzschule in Frankfurt am Main. Seine Frau war Marie Seib - genannt "Mai" - gewesen; sie hatte keine Kinder und war in jüngeren Jahren in Frankfurt am Main eine Art "Rheinfrankenmutter", denn ihre Wohnung stand immer für Bundesbrüder offen. So lange sie konnte, nahm sie an den Veranstaltungen der Marburger Burschenschaft Rheinfranken teil. Walther Seib strahlte vor Freude und Glück - so berichten Bundesbrüder, als er an jenem Abend im Mai 1908 im Cafe Seebode in Marburg zum ersten Male im Kreise seiner künftigen Bundesbrüder erschien. Er war Keilfux, aber niemand behandelte ihn als solchen, denn es stand ja fest, daß er aktiv werden würde und der Tradition seines großen Bruders, Sepp (Rudolf) Seib, folgen würde. Es konnte ihn auch niemand als Fremden behandeln, denn wie im Sturme gewann er alle Herzen durch sein sicheres, korrektes Auftreten und die liebenswürdige Art, in der er sich unterhielt. Als die Stimmung des Abends den Höhepunkt erreicht hatte, meldete er sich aktiv. Jung, frisch und begeistert wie nie ein Fux zuvor! So wundert es nicht, daß sein Biername "Baby" vom ersten Tage an gegeben war und ihm blieb. So jung und froh wie damals ist er im Herzen und im Sinn all sein Leben lang geblieben. Die Treue hat er dem Bunde unwandelbar gehalten. Aber auch in jeder anderen Beziehung wahrte er die Treue: Er war gewissenhaft und fleißig in seinem Beruf als Studienrat, opferbereit und gläubig in der Liebe zu seiner Frau und als Soldat und Offizier in beiden Weltkriegen. So diente er im Esrten Weltkrieg als Leutnannt der Reserve bei einer Sturmkompagnie und erhielt im Jahre 1915 das Eiserne Kreuze I. Klasse. Daß man ihn nach dem Zweiten Weltkrieg jahrelang nicht in sein Amt zurückkehren ließ und ihn solcherart für seine Auffassung von Treue strafte, traf ihn bis ins Innerste und legte wohl den Keim zu der Krankheit, an der er später erliegen sollte. Wohl kein anderer Bundesbruder hatte mit größerer Sehnsucht dem Tage entgegen geharrt, als in Marburg das 70. Stiftungsfest gefeiert werden sollte. Doch seit mehr als einem Jahre litt er an einer unheilbaren Krankheit, von der er selbst und auch seine ihn hingebungsvoll umsorgende Frau lange Zeit nichts gewußt haben. Doch wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag und wenige Wochen vor dem 70. Stiftungsfest des Bundes erlosch sein Leben.


Selbach, Ludwig, Dr. phil.
* 20. Oktober 1859, † 19. März 1949 zu Hohenlimburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Selbach war Fabrikant aus Hohenlimburg im Westerwald.


Semrau, Karl Georg, Dr.
† gefallen im Zweiten Weltkrieg


Sens, Georg
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Georg Sens wurde nach Ablegung der beiden juristischen Staatsexamina zum Staatsanwalt in Kassel ernannt. Er gehörte damit zu der großen Rheinfranken-Ortsgruppe in Kassel, deren Veranstaltungen er regelmäßig besuchte. Genau wie einst Bundesbruder Oskar Harms seine Ehefrau Elsbeth, hat auch Bundesbruder Sens seine Ehefrau Lieselotte in der gleichen Tanzstunde kennengelernt. Bundesbruder Sens hatte am Frankreichfeldzug teilgenommen und war im Jahre 1941 nach Beginn des Rußlandfeldzuges am Oberschenkel schwer verwundet worden, dann zu Ende 1943 erneut an die Ostfront gekommen. Bedingt durch die Kriegswirren war das letzte Lebenszeichen von Bundesbruder Sens ein Treffen im Januar 1945 mit Bundesbruder Udo Huppers in Posen, danach wurde Bundesbruder Sens in die Gegend von Prag, wo er vermutlich im Kampf gegen Partisanen gefallen ist.


Seraphin, W.
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Seraphin war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci, und stammte aus Klausenburg in Siebenbürgen.
[MGV. 1913]


August Siebert
Siebert, August, Oberstudienrat
* 26. November 1887, † 21. Februar 1969
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder August Siebert, der liebevoll "Vetter" genannt wurde, kam im Jahre 1907 von Kassel nach Marburg. Nach dem Studium unterrichtete er an der Oberrealschule in Kassel, wo er im Jahre 1928 zum Oberstudienrat befördert wurde. Nach Zerstörung der Stadt wurde er im Jahre 1943 nach Fritzlar versetzt. Nach Kriegsende wurde er Oberstudiendirektor und zum Leiter der August-Vilmar-Schule (heute Theodor-Heuss-Schule) in Homberg ernannt. Hier blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1953. Bundesbruder Siebert hatte kurz nach dem Staatsexamen seine Jugendliebe Else geheiratet. Zwei Kinder aus diese Ehe starben jedoch kurz nach der Geburt und im Zweiten Weltkrieg fielen beide Söhne, darunter auch Bundesbruder Walther Siebert. Zu diesen Sorgen kam beruflicher Ärger mit seinem ersten Direktor hinzu, denn dieser war ein ehemaliger Prisonnier de guerre, der das Hitlerregime ablehnte, was deshalb zu andauernden Schwierigkeiten - in der damaligen Zeit - führte. In den Jahren von 1965 bis 1967 wurde seine Frau obwegen aller Sorgen sehr krank und war bettlägerig. Im Dezember 1967 wurde sie von ihrem Leiden erlöst und Bundesbruder Siebert folgte ihr nur zwei Jahre später.


Gustav Siebert
Siebert, Gustav, Dr. phil., Oberstudienrat
* 4. April 1860, † 1. Mai 1933 zu Offenbach am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Gustav Siebert wurde im Kreis Alsfeld in Oberhessen als Sohn des dortigen Pfarrers geboren. Nach seiner Reifeprüfung in Gießen studierte er neuere Sprachen, Geschichte, Geographie und Philosophie an den Universitäten in Heidelberg, in Straßburg und in Marburg. In Marburg gehörte er zu den Gründungsmitgliedern und tatkräftigen Förderern des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Nach seinem Examen und seiner Promotion am 10. Februar 1886 über das Thema "Sprachliche Untersuchung der Reime des provenzalischen Romans Flamenca" ging er zunächst als Oberlehrer nach Butzbach und später nach Offenbach am Main, wo er bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1924 am Realgymnasium unterrichtete.


Siebert, Hermann, stud. iur.
Mitglied seit dem Wintersemester 1895/1896
Bundesbruder Siebert wurde als ordentlicher Verkehrsgast im Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg aufgenommen. Da er als Student der Rechtswissenschaften den Hochschulort wechselte, trat er im Wintersemester 1896/1897 als Verkehrsgast aus.


Siebert, Hermann
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1941


Hermann Siebert
Siebert, Hermann
* 20. September 1887, † 1946
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Hermann Siebert war der Vater unseres lieben Bundesbruders Gert Siebert aus Marburg. Im Ersten Weltkrieg erhielt er im Jahre 1917 das Eiserne Kreuz verliehen und war danach Studienrat am Reformgymnasium in Diez an der Lahn.


Siebert, Walt[h]er
* 1918, † gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939
Sohn von Bundesbruder August Siebert.


Sieckmann, Walter, Dr. med.
* 1. August 1906, † 1. September 1967
Mitglied seit dem Sommersemester 1925


Siele, Carl, Dr. phil., Oberlehrer
* 14. August 1866, † 24. Mai 1899 zu Geisenheim
Mitglied seit dem Wintersemester 1888/1889
Bundesbruder Siele wurd in Crossen an der Elster geboren und machte im Jahre 1886 sein Abitur am Christian-Gymnasium in Eisenberg in Sachsen-Anhalt. Er studierte sodann in Leipzig, Marburg, Paris und London. Die philosophische Doktorwürde erhielt er mit seiner Arbeit zum Thema "Über die Chanson 'Guibert d'Andrenas' - Klassification der Handschriften, Analyse und Quellenuntersuchung". Zu Ostern 1895 wird er als Oberlehrer an die Realschule in Geisenheim berufen.


Siemon, Karl, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 24. Juni 1896, † 15. Februar 1968
Mitglied seit dem Wintersemester 1916/1917
Bundesbruder Karl Siemon stammte aus Langenselbold bei Hanau. Im Jahre 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, war später Leutnant der Reserve und erhielt im Jahre 1916 das Eiserne Kreuz. Doch bereits seit dem Jahre 1915 war er nach einer schweren Verwundung nicht mehr kriegsverwendungsfähig. Im Wintersemester 1917/1918 nahm er in Marburg das Studium der Philologie auf. Er promovierte bei Prof. Dr. Wrede mit einer Arbeit über die Mundart seiner Heimat und bestand im Jahre 1921 sein Staatsexamen. Als Referendar war er an Schulen in Hanau, Frankfurt am Main und Melsungen tätig; als Studienrat in Biedenkopf und Hersfeld. Im Jahre 1939 wurde er Direktor der Aufbauschule in Fulda. Obwohl er nicht mehr frontdiensttauglich war, wurde er bei Beginn des Zweiten Weltkrieges Soldat. Nach Gefangenschaft und Internierung konnte er im Jahre 1950 wieder im Schuldienst tätig werden und war vom Jahre 1952 an als Verwaltungsoberstudienrat am Rabanus-Maurus-Gymnasium in Fulda tätig. In seinem Beruf war er unermüdlich und das nicht nur im Bereich der höheren Schule, denn Bundesbruder Siemon übernahm zugleich den allgemeinbildenden Unterricht beim Bundesgrenzschutz, den er in Fulda maßgeblich mitaufgebaut hatte. Insgesamt unterrichtete er die Rekruten des Bundesgrenzschutes 15 Jahre lang. Bundesbruder Siemon verstarb nach einer schweren Operation.


Simon, Ernst, Diplom-Volkswirt, Zeitungsverleger und Herausgeber der Dill-Zeitung
* 6. Dezember 1921 in Dillenburg, † 12. Dezember 1998 zu Dillenburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1952/1953
Bundesbruder Ernst Simon wurde in der Gemeinde Manderbach bei Dillenburg geboren. Er besuchte in seiner Heimatgemeinde die Volksschule, später wechselte er zur Freiherr-vom-Stein-Aufbauschule in Wetzlar, wo er im Jahre 1940 die Reifeprüfung ablegte. Anschließend leistete er Kriegsdienst bei der Luftwaffe. Nach kurzer sowjetischer und US-amerikanischer Gefangenschaft kehrte er bereits 1945 zurück. Zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes arbeitete er zunächst drei Jahre bei den Amerikanern und danach zwei Jahre im Großhandel. Im Jahre 1951 begann Bundesbruder Simon mit dem Studium der Volkswirtschaft an der Philipps-Universität in Marburg. Im Wintersemester 1951/1952 wurde er Rheinfranke. Im Jahre 1954 heiratete er Hannelore Weidenbach, die Tochter des Verlegers der Dill-Zeitung. Aus diesem Anlaß traten die Rheinfranken erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg außerhalb des Rheinfrankenhauses wieder im Chargenwichs auf, so daß die Bundesbrüder Werner Haserodt, Ottfried Kramer, Willi Krause und Gerhard Schneider am 18. September 1954 sprichwörtlich mit gezückten Speeren Spalier vor der evangelischen Kirche in Dillenburg standen. Im Jahre 1955 schloß Bundesbruder Simon sein Studium als Diplom-Volkswirt ab und trat in die Geschäftsleitung der Firma seines Schwiegervaters Paul Weidenbach ein. Über die Stationen Prokurist, Kommanditist und Chefredakteur übernahm er nach dem Tod seines Schwiegervaters im Jahre 1972 die Führung des Verlages und machte aus der Dill-Zeitung einen modernen Druckerei- und Zeitungsbetrieb. Aus der glücklichen Ehe mit seiner lieben Frau Hannelore entstammten drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. Mit besonderem Stolz blickte er auf die Söhne Claus und Martin, die nicht nur die Leidenschaft zur Jagd mit ihrem Vater teilten, sondern auch beruflich in dessen Fußstapfen traten. Seit dem Jahre 1960 war Bundesbruder Simon zudem auf Gemeinde- und Kreisebene für die CDU tätig. Er wurde Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes in Dillenburg und führte seine Partei zu großen Wahlerfolgen. Ebenso wurde er Stadtverordneter und leitete von 1964 bis 1972 den Finanzausschuß der Stadtverordnetenversammlung. Im Jahre 1972 zog er als Stadtrat in den Magistrat ein. Daneben war er ab dem Jahre 1967 Kreistagsabgeordneter des Dill-Kreises sowie des Lahn-Dill-Kreises und leitete den Hauptausschuß sowie den Finanzausschuß des Kreistages. Zwischenzeitlich war er von 1968 bis 1972 Kreisbeigeordneter. Neben seiner kommunalpolitischen Tätigkeit nahm Bundesbruder Simon zahlreiche ehrenamtliche Funktionen wahr, beispielsweise als Vorstandsmitglied der AOK Dillenburg, als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkssparkasse, als Vorstandsmitglied der Wirtschaftlichen Genossenschaft der Presse in Frankfurt am Main und als ehrenamtlicher Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Zudem sind ihm zahlreiche Ehrungen zuteil geworden. Aufgrund seines Engagements wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande im Jahre 1976 sowie im Jahre 1980 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Von allen Auszeichnungen erfüllte ihn mit besonderer Freude und Genugtuung die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1990. Es war die verdiente Anerkennung für den jahrzehntelangen Einsatz im Dienste der Menschen und für sein journalistisches Wirken zur Festigung des demokratischen Gemeinwesens.


Johannes Snoek
Snoek, Johannes Albertus, Dr. phil.
* 12. März 1877
Mitglied seit dem Sommersemester 1899
Bundesbruder Johannes Snoek wurde in Zwischenahn im damaligen Großherzogtum Oldenburg geboren und besuchte das Gymnasium in Bremen sowie das Königliche Gymnasium in Leer in Ostfriesland. Michaelis 1897 bestand er sein Abitur in Leer und studierte daraufhin in Leipzig und Marburg neuere Sprachen. Nach einem viermonatigen Studienaufenthalt in Frankreich promovierte er im Januar 1902 in Marburg zum Dr. phil. und hielt sich dann zu Studienzwecken drei Monate in England auf. Nach seiner Rückkehr nach Marburg bestand er im Dezember 1902 die Prüfung für das höhere Lehramt. Bis Oktober 1903 war er in Bremen an der Realschule Doventor tätig, danach genügte er zunächst seiner Militärpflicht von Oktober 1903 bis Oktober 1904 in München und übernahm im Anschluß daran eine Vertretung im Schuldienst an der Realschule in Varel. Am 1. April 1905 trat er in den bremischen Schuldienst und wurde nach Ableistung eines Probejahres am Gymnasium und der Realschule in Bremerhaven zum 1. April 1906 zum Oberlehrer ernannt. Zu Ostern 1908 erfolgte seine Berufung an die Oberrealschule St. Georg zu Hamburg. Im Ersten Weltkrieg wurde Bundesbruder Snoek mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.


Soboll, Wolf-Dietmar
* 20. Juni 1943, † 2001 zu Lahntal
Mitglied und Ehrenbandträger seit dem Sommersemester 1975


Sopp, W., Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1892
Bundesbruder Sopp wurde als ordentlicher Verkehrgast im Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg aktiv. Er stammte aus Dortmund und wart dort Oberlehrer.


Richard Spahn
Spahn, Richard, Studienrat
* 20. Juni 1891 in Frankfurt am Main, † 28. April 1983 zu Limburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Richard Spahn besuchte in Frankfurt am Main die Volksschule und das Realgymnasium, wo er im Jahre 1910 sein Abitur bestand. Im gleichen Jahr begann er in Marburg sein Studium in den Fächern Französisch, Englisch, Deutsch und Sport; zugleich wurde er im Akademisch-Philologischen Verein, der heutigen Burschenschaft Rheinfranken, aktiv. Sein Studium setzte er in Lausanne und Frankfurt am Main fort und legte, nachdem er noch im Ersten Weltkrieg Soldat war, im Jahre 1919 an der Universität Frankfurt am Main sein erstes Staatsexamen ab. Nach seinem Assessorexamen kam er im Jahre 1923 an das Gymnasium in Limburg, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Am Limburger Gymnasium war wiederum Bundesbruder Heinrich Schwarz sein Schüler.


Spenz, Friedrich, Dr. phil. Studienrat
* 2. Februar 1862, † 10. April 1923 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Spenz wurde in Dömitz (Kreis Mecklenburg-Schwerin) geboren und besuchte zunächst die dortige Elementarschule. Von 1872 bis 1881 besuchte er das Großherzogliche Realgymnasium in Ludwigslust. Nach seinem Abitur studierte er je vier Semester auf den Universitäten in Berlin und in Marburg. Im Wintersemester 1884/1885 bestand er sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Im Jahre 1886 wurde er mit seiner Abhandlung zum Thema "Die syntaktische Behandlung des achtsilbigen Verses in der Passion Christi und im Leodegarliede mit besonderer Berücksichtigung der Cäsurfrage" in Marburg zum Dr. phil. promoviert. Als Studienrat wirkte er an der Klingerschule in Frankfurt am Main.


Spetling, Friedrich, Diplom-Ingenieur, Bergwerksdirektor
* 6. September 1901 in Wolfenbüttel, † 20. Mai 1955
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Friedrich Spetling war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Nach seiner Studienzeit verkehrte er häufig bei der Rheinfranken-Ortsgruppe in Hannover, an deren Veranstaltungen er teilnahm. Seinen Plan, die Ortsgruppe zur Besichtigung eines der Werke seines Konzerns einzuladen, hatte er jedoch leider nicht mehr verwirklichen können. Bei der Begrüßung eines Bekannten in Frankfurt am Main, dem er gerade die Frage nach seinem Befinden mit "gut" beantwortet hatte, sank er plötzlich zu Boden und verstarb völlig unerwartet.


Spies, Joseph
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882


Spohr, Ludwig, Dr. iur., Dr. phil., Studienrat
* 4. November 1888, † 1979 zu Bonn
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Ludwig Spohr wurde in Kassel geboren, studierte in Marburg, Berlin und Göttingen klassische Philologie und machte 1912 sein Doktorexamen an der Universität in Marburg. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Leutnant, Kompaniechef und Regimentsadjutant teil. Er wurde kurz vor Kriegsende schwer verwundet. Im Jahre 1919 begann er am späteren Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn mit der Ausübung seines Lehrberufs. Bundesbruder Spohr, der bereits im Alter von zwölf Jahren zu stenographieren lernte, war jahrzehntelang Vorsitzender eines Bonner Stenografen-Klubs und 14 Jahre lang Vorsitzender des Deutschen Stenografenbundes.


Sporleder, Carl, Dr. phil, Oberlehrer
† 14. Mai 1904 zu Düsseldorf
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Sporleder stammte aus Solingen und war Oberlehrer an der Oberrealschule in Düsseldorf.


Stache, Emil
Mitglied seit dem Wintersemester 1880/1881
Studienrat am Realgymnasium in Nordhausen.


Standke, Ernst, Dr. phil., Studienrat
* 15. Januar 1898, † 30. Oktober 1975
Mitglied seit dem Wintersemester 1918/1919
Bundesbruder Ernst Standke meldete sich nach seiner Reifeprüfung im Jahre 1916 zur leichten Feldartillerie in Wesel. An der mazedonischen Front wurde er verwundet, als ein Granatsplitter seinen rechten Unterarm zerschmetterte. Er erhielt Ende 1918 das Eiserene Kreuz verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg begann Bundesbruder Standke sein Studium der Germanistik und der neueren Sprachen. Daß er im damaligen Akademischen Philologischen Verein aktiv wurde, war eine Selbstverständlichkeit, zumal sein Bruder Waldemar Standke ebenfalls Bundesbruder war. Er beendete im Jahre 1922 erfolgreich sein Studium und promovierte bei Max Deutschbein, dem damaligen Dekan der philosophischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg.


Standke, Waldemar, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 9. Juli 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Waldemar Standke war aktiver Bursche und stammte aus Wald. Er war der Bruder von Bundesbruder Ernst Standke gewesen. Als Sprecher leitete Bundesbruder Waldemar Standke jenen Konvent, der im Jahre 1914 durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges abgebrochen wurde. Bundesbruder Standke starb als Gefreiter im Feldartillerie-Regiment Nr. 53 (Munitionskolonne) an Cholerainfektion im Feldlazarett in den Karpathen.


Stange, Wolf, Zeitungsredakteur
* 20. Juli 1933, † 27. Februar 1992
Mitglied seit dem Wintersemester 1955/1956
Bundesbruder Wolf Stange war ältester Sohn von sechs Kindern einer baltendeutschen Familie, die auf der zu Estland gehörenden Insel Oesel lebte. Bereits als Kind teilte Bundesbruder Stange im Jahre 1939 das Schicksal der Deutschen im Balikum, nämlich die Umsiedlung aus der Heimat. Die Familie fand eine neue Heimat in Schwetz bei Bromberg, allerdings nur für kurze Zeit. Anfang des Jahres 1945 folgte erneut die Flucht vor den Russen über Berlin und Neustadt am Rübenberge nach Castrop-Rauxel. Dort bestand Bundesbruder Stange im Jahre 1955 sein Abitur und ging im Wintersemester 1955/1956 zum Studium der Philologie und Evangelischen Theologie nach Marburg. Seine Entscheidung, Rheinfranke zu werden, stand dabei außer Frage, waren doch etliche seiner Klassenkameraden bereits aktiv geworden. Im Jahre 1958 wechselte er zum Studium nach Münster, brach jedoch 1965 sein Studium ab. Er begann danach als Volontär bei der Tageszeitung "RuhrNachrichten" in Dortmund. Seit dem Jahre 1967 bis zu seinem Tod war er dort als Redakteur tätig.


Stansfield
Mitglied seit dem Wintersemester 1890/1891
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Stansfield im Wintersemester 1890/1891 aufgenommen.


Stegen, Hermann, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 25. April 1893, † 9. Mai 1968
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Hermann Stegen kam aus Hannover, wo er am Kaiserin-Augusta-Viktoria-Gymnasium im Jahre 1914 die Reifeprüfung bestand. Im Anschluß daran ging er zum Militärdienst, aus dem er im Jahre 1919 entlassen wurde. Im Ersten Weltkrieg hatte er den größten Teil seiner Militärzeit an der französischen Front verbracht. Danach kam er nach Marburg, um Zahnmedizin zu studieren. Im Jahre 1921 legte er sein Staatsexamen und seine Promotion ab. Nach zwei Jahren als Assistenzarzt errichtete er im Jahre 1923 seine eigene Zahnarztpraxis in Hannover. Bundesbruder Hermann Stegen ist der Vater von unserem lieben Bundesbruder Wolfram Stegen gewesen.


Karl Quintin Steinbart
Steinbart, Karl Quintin
* 22. Juni 1912, † gefallen im Zweiten Weltkrieg am 11. Oktober 1942
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Karl Quintin Steinbart war der älteste Sohn unseres Bundesbruders Otto Steinbart. Er absolvierte im Jahre 1931 sein Abitur und begann mit dem Studium der alten Sprachen und des Französischen in Marburg, München, Berlin sowie Königsberg. Im Februar 1938 absolvierte er sein Staatsexamen und wurde zu Pfingsten im Jahre 1939 zum Alten Herren ernannt. Am 29. August 1939 wurde Bundesbruder Steinbart zur Front eingezogen, wo er am 1. Mai 1940 zum Gefreitern, am 1. August 1940 zum Unteroffizier, am 1. Juni 1942 zum Offizier-Anwärter und Feldwebel und schließlich mit Wirkung vom 1. Juni 1942 zum Leutnant befördert wurde. Noch am 1. September 1942 wurde im die Ostmedaille verliehen, bis er am 11. Oktober 1942 am Ladoga-See fiel.


Steinbart, Otto, Landgerichtspräsident
* 28. Dezember 1871, † 1946
Mitglied seit dem Sommersemester 1893


Steinberg, Fritz, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt
* 16. Februar 1910, † 24. Dezember 1992
Mitglied seit dem Sommersemester 1930


Steinberg, Hans, Dr. phil.
* 12. Oktober 1904, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1923
Studienassessor in Godesberg.
[MGV. 1934]


Fritz Steinhaus
Steinhaus, Fritz, Dr. phil., cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 19. Februar 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Steinhaus stammte aus Lüttringhausen (Stadtteil von Remscheid) und hatte vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Marburg die philosophische Doktorwürde erhalten. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse und wurde am 22. Februar 1914 bei Tarnow in Galizien schwer verwundet (Erblindung). Er starb den Heldentod fürs Vaterland ein Jahr später im Lazarett in Breslau an Typhus. Bundesbruder Steinhaus wurde in seinem Heimatort Lüttringhausen begraben.


Steinweg, Gert, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 11. März 1928, † 8. August 2009 zu Lüdenscheid
Mitglied seit dem Sommersemester 1950
Bundesbruder Gert Steinweg - eigentlich nur "Flotti" genannt - kam im Jahre 1950 nach Marburg, um Zahnmedizin zu studieren. Sein ständiger Begleiter war eine Trompete und so tingelte er mit Bundesbruder Gerhard Schneider mit Gitarre sowie mit Bundesbruder Günter Schickel mit Akkordeon oder Klavier bei Tanzveranstaltungen, Volksfesten und Faßpartien umher. Ihre nächtlichen Darbietungen insbesondere beim Mädchenpensionat Wittnack auf dem Marburger Schloßberg wurden jedoch häufig als "nächtliche Ruhestörung" empfunden, so daß jenes Rheinfranken-Terzett nicht nur stadtbekannt, sondern auch "polizeibekannt" wurde. Sein Medizinstudium schloß er im Jahre 1957 mit seiner Promotion über das Thema "Experimentelle und klinische Ergebnisse zur Frage des Einflusses der Schwangerschaft auf die Bakterien der Mundhöhle" an. Der Musik blieb "Flotti" stets treu, so war er Mitglied im Jazzclub Lüdenscheid, der unter dem Namen "Studio 19" im Dezember 1959 gegründet wurde und im Gewölbekeller unter der Turnhalle des Zeppelin-Gymnasiums angesiedelt war. In späteren Jahren kam Bundesbruder Steinweg mit seinem Flugzeug nach Marburg, lud die gesamte Aktivitas zu Rundflügen über Marburg ein und flog beim Abschied eine Ehrenrunde über das Rheinfrankenhaus.


Edmund Stengel
Stengel, Edmund Max, Prof. Dr. phil.
* 5. April 1845 in Halle an der Saale, † 3. November 1935 zu Marburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Edmund Max Stengel wurde in Halle geboren, erhielt seinen ersten Unterricht in der Privatschule des Herrn Gaudig und besuchte danach die lateinische Hauptschule der Franckeschen Stiftungen. Im Oktober 1865 schrieb er sich an der Universität Halle ein, um germanische und romanische Philologie zu studieren. Er hörte in Halle den Vorlesungen der Hochschullehrer Bernhardy, Böhmer, Ganze, Dümmler, Gosche, Heyne, Lucae, Pott und Steinhardt zu. Zu Ostern 1867 wechselte er an die Universität Bonn, wo er an den Vorlesungen der Hochschullehrer Delhis, Diez, Gildemeister, Knoodt, Treitz und Usener teilnahm, und schließlich als Schüler von Diez im Jahre 1868 mit seiner Arbeit über das Thema "Vocalismus des lateinischen elements in den wichtigsten romanischen dialecten von Graubünden und Tyrol" promovierte. Im Anschluß daran unternahm Bundesbruder Stengel Studienreisen durch Frankreich und England. Er besuchte die Universitäten in Paris und Oxford. In Oxford lernte er als Assistent von Professor Joseph Bosworth, Autor des "Anglo-Saxon Dictionary", den wissenschaftlichen Betrieb kennen. Entsprechend habilitierte sich Bundesbruder Stengel in Basel für romanische und englische Philologie. Im Zeitraum von Herbst 1871 bis Ostern 1873 hält er sich in Italien auf und sammelt dort in den Bibliotheken reiche Schätze an Handschriftenkopien, u.a. auch im Auftrag der Berliner Gesellschaft für das Studium der neueren Sprachen. Im August 1872 knüpft er enge Beziehungen zu den italienischen Gelehrten Ernesto Monaci und Luigi Manzoni, mit denen er gemeinsam im Jahre 1875 die "Rivista di filologia Romanza", eine Zeitschrift für Romanische Philologie, herausgibt. Im Oktober 1873 wird Bundesbruder Stengel als ordentlicher Professor der abendländischen Sprachen und Literaturen nach Marburg berufen, wo er im Jahre 1875 zugleich zum Direktor des romanisch-englischen Seminars ernannt wird. Neben seiner Lehrtätigkeit beginnt er mit einer sehr regen Publikationstätigkeit, so sind seit dem Jahre 1878 in rascher Folge die Früchte seines emsigen Schürfens und Sammeins in ausländischen Bibliotheken als Druckwerke erschienen. Entsprechend ist seine Sammlung "Ausgaben und Abhandlungen aus dem Gebiete der romanischen Philologie" mit dem ersten Band (1881) bis zum 100. Band (1909) erschienen. Auch hatte er zur Erörterung von Unterrichtsfragen das "Pädagogische Wochenblatt für den akademisch gebildeten Lehrerstand Deutschlands" begründet, dessen erste fünf Jahrgänge er von Oktober 1891 bis September 1895 herausgab. In Marburg war Bundesbruder Stengel als Geheimer Regierungsrat und Universitätsprofessor geistiger Mentor, Gründungsvater und Ehrenmitglied des damals "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Als Professor der abendländischen Sprachen und Literaturen stand er allen Bundesbrüdern sowie jungen Studenten seines Fachbereiches als Freund und Mentor immer mit Rat und Tat zur Seite. Als Bundesbruder Stengel den Ruf an die Universität Greifswald erhielt, wurde ihm zu Ehren am 18. Dezember 1895 eine Weihnachtskneipe sowie am 29. Februar 1896 eine Abschiedskneipe geschlagen. Trotz seines Wohnortes in Greifswald, wo er für den Kreis Stralsund-Franzburg-Rügen in der zwölften Wahlperiode (1907) zum Reichstagsabgeordneten der Freisinnigen Volkspartei gewählt wird, nahm er regelmäßig an der Veranstaltungen in Marburg teil. In Greifswald wurde Bundesbruder Stengel zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Im Ruhestand zog es Bundesbruder Stengel wieder zurück in sein geliebtes Marburg, wo er bis zu seinem 90. Lebensjahr in der Bismarckstraße 32 lebte. An der Trauerfeier in Marburg sowie an der Urnenbeisetzung auf dem Greifswalder Friedhof nahm der Bund unter Führung von Bundesbruder Leopold Bahlsen Abschied.


Stichel, Karl, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886
Studienrat an der Realschule mit Reform-Realgymnasium in Duisburg-Meiderich.


Stock, Heinrich
* 11. Januar 1898, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bankbeamter der Raiffeisenbank in Marburg an der Lahn.


Stockhusen, Arthur, Studiendirektor
* 4. Januar 1906, † 16. August 1996 zu Bochum
Mitglied seit dem Sommersemester 1924
Bundesbruder Arthur Stockhusen stammte aus Lübeck. Dort ging er zur Schule und machte im Jahre 1924 am Johanneum sein Abitur. Er studierte Physik, Chemie und Mathematik in Marburg. Gleich mit Beginn des Sommersemesters 1924 wurde er Rheinfranke. Im Jahre 1929 bestand er die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen und zwei Jahre später die pädagogische Prüfung. Als Assessor war er in verschiedenen Städten tätig, u.a. auch in Soest, wo er seine spätere Frau kennenlernte, die er im Jahre 1937 schließlich heiratete. Aus der Ehe gingen eine Tochter und Sohn Hinrich hervor, der ebenfalls Rheinfranke geworden ist. Bundesbruder Stockhusen wurde in Bochum zum Studienrat ernannt. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Angehöriger eines Artillerie-Regimentes. Nach mehreren Verwundungen geriet er in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Juli 1945 entlassen wurde. Von 1946 bis zu seiner Pensionierung 1971 unterrichtete er an der katholischen Hildegardis-Schule in Bochum. Im Jahre 1970 wurde er zum Studiendirektor ernannt. Zudem war Bundesbruder Stockhusen Vorsitzender bei mündlichen Prüfungen der Universität Bochum, Dozent an der höheren Wirtschaftsfachschule und neunzehn Jahre lang Fachleiter für Physik beim Studienseminar. Ebenso im Jahre 1970 wurde er noch hauptamtlicher Geschäftsführer eines Prüfungsamtes für das Lehramt an Gymnasien. Nach dem Tod seiner Frau 1994 lebte Bundesbruder Stockhusen in einem Altenheim in Cuxhaven. Bundesbruder Stockhusen war Vorsitzender des Altherrenverbandes von 1933 bis 1936 sowie von 1951 bis 1958. Sechs weitere Jahre war er stellvertretender Vorsitzender und betreute 34 Jahre die sogenannte "Hilfsgemeinschaft", eine Institution der Rheinfranken zur Hilfe und Unterstützung für Bundesbrüder in der DDR. In der VAB Bochum war Bundesbruder Stockhusen ebenfalls aktiv tätig, so daß er im Jahre 1982 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Sein Bruder Paul Stockhusen und sein Neffe Günter Stockhusen sind ebenfalls Rheinfranken geworden.


Stockhusen, Paul, Dr. med. habil.
* 24. Oktober 1911, † 19. Februar 1995 zu Waiblingen
Mitglied seit dem Sommersemester 1931


Stöcker, Ernst, Dr. phil., Studienrat
* 20. Mai 1866, † 21. Oktober 1962 zu Gießen
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Stöcker wurde in Arolsen (Waldeck) geboren. Sein Abitur bestand er am Gymnasium zu Marburg und studierte daraufhin auch in Marburg, später in Berlin alte Sprachen, Geschichte, Erdkunde und Deutsch. Nachdem er in Marburg mit seiner Arbeit über das Thema "De Claudiani veterum rerum Romanarum scientia quae sit et unde fluxerit" die Doktorwürde erworben hatte und die Staatsprüfung bestanden hatte, leistete er sein Seminarjahr in Marburg und sein Probejahr in Frankfurt am Main ab. In den Folgejahren war er in privater Stellung in Frankfurt am Main tätig und wurde dann ein Jahr lang als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium in Hanau und ein weiteres Vierteljahr am Gymnasium in Korbach angestellt. Im August 1900 wurde er als Oberlehrer an das Gymnasium zu Myslowitz in Schlesien berufen wurde, wo er bis Ostern 1903 blieb. Danach wurde er an das Gymnasium zu Wandsbeck bei Hamburg berufen.


Stoecker, Helmut
* 9. März 1909, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Gerichtsreferendar in Marburg an der Lahn.
[MGV. 1934]


Stöcker, Willibald, Dr. phil., Oberstudienrat
* 18. Mai 1885 in Wald bei Solingen, † 25. Januar 1963 zu Essen
Mitglied seit dem Sommersemester 1905
Bundesbruder Stöcker ging, nachdem er sein Abitur im Jahre 1905 in Elberfeld bestanden hatte, als Neusprachler nach Marburg und wurde sogleich aktiv. Für je ein Semester studierte er auch in Berlin und München. Auch verweilte er zwischenzeitlich in Bonn, wo er im Jahre 1908 sein Turnlehrerexamen ablegte. Im Jahre 1909 promovierte er in Marburg bei unserem Ehrenmitglied und Bundesbruder Prof. Dr. Vietor und schloß seine Studienzeit mit dem Staatsexamen im Jahre 1910 ab. Nach der Vorbereitungszeit in Mönchengladbach und Düren wurde er an der Krupp-Oberrealschule in Essen als Studienrat angestellt und dort später zum Oberstudienrat ernannt. Im Jahre 1948 trat er in den Ruhestand. Während des Ersten Weltkrieges zog er sich bei Ypern durch einen Gasangriff ein Augenleiden zu und erhielt am 1. März 1917 das Eiserne Kreuz. Während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 übernahm er die Leitung seiner Schule als stellvertretender Direktor. Nach der Pensionierung gab er seine Lehrtätigkeit jedoch nicht auf, sondern widmete sich an der Essener Volkshochschule und einer privaten höheren Abendschule der Erwachsenenbildung. Als Verfasser englischer und italienischer Lehrbücher war er über Essen hinaus weit bekannt geworden.


Störiko, Adolf, Dr. phil., Geheimer Schulrat und Direktor
* 9. April 1863 in Butzbach, † 7. Juni 1917 zu Königstein im Taunus
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Bundesbruder Adolf Störiko wurde im hessischen Butzbach geboren. Nachdem er die Schulen in Butzbach und in Friedberg besucht hatte und am Realgymnasium in Darmstadt im Herbst 1882 die Reifeprüfung bestanden hatte, widmete er sich zunächst in Gießen, später in München, Berlin und Marburg dem Studium der neueren Philologie. Im Frühjahr 1888 promovierte er mit seiner Arbeit über das Thema "Über das Verhältnis der beiden Romane Durmart und Garin de Monglane" und machte im Sommer sein Staatsexamen. Sein pädagogisches Probejahr absolvierte er am Königlichen Realgymnasium in Wiesbaden. Im Anschluß daran ging er zu Studienzwecken nach Frankreich und England und wurde im Frühjahr 1891 an das Realgymnasium nach Gießen berufen, wo er ordentlicher Lehrer wurde. Nachdem er ein Jahr an der Wöhlerschule in Frankfurt am Main tätig gewesen war, wurde er im jungen Alter von 32 Jahren zum Direktor der Höheren und Erweiterten Mädchenschule in Gießen berufen, wo er 22 Jahre lang tätig war. In Anerkennung seiner Verdienste um diese Schule wurde ihm im Jahre 1907 das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen sowie im November 1910 der Titel "Geheimer Schulrat" verliehen. Bereits in Gießen war er damals Mitglied des Neuphilologischen Vereins, wurde aber, als er im Sommer 1885 nach Marburg kam, eine der starken Säulen der Rheinfranken. Bei einem Kuraufenthalt in Königstein im Taunus traf ihn ein leichter Schlaganfall, dem bald ein zweiter folgte. Eine akute Lungenentzündung trat hinzu, so daß Bundesbruder Störiko vor Ort starb. Seine Beerdigung fand am 10. Juni 1917 in Butzbach statt.


Stössel, Christian
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Stössel wurde im Sommersemester 1884 zum Alten Herren ernannt.


Stolle, Karl (Carl), Dr. phil.
* 7. August 1897, † 25. Dezember 1971 zu Oldenburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Carl Stolle kam aus Oldenburg. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Oldenburg studierte ab dem Jahre 1919 in Marburg. Das damalige Bundesleben spielte sich in Weidenhausen, später im Fronhof ab, so daß er als genialer Klavierspieler die damaligen Kneipen mit seinem Spiel und Gesang belebte. Nach seinem Examen wurde er Studienrat und in späteren Jahren Oberstudienrat am Cäcilien-Lyceum und Oberlyceum in Oldenburg. Nachdem er viele Jahre unter einer schweren Kreislauf- und Augenkrankheit gelitten hatte, ist er am ersten Weihnachtstag sanft entschlafen.


Stolle, Rudolf, Dr. med.
* 28. März 1913, † 11. April 1983 zu Pößneck
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Lungenfacharzt, Medizinalrat und Kreisarzt.


Stolz, Walter, Dr. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 19. Oktober 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1901
Bundesbruder Walter Stolz stammte aus Ehrenbreitenstein und war Oberlehrer am Realgymnasium in Elberfeld. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Leutnant.


Stolzenfuß
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
[MGV. 1950]


Stosch, Johannes, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 11. Januar 1857, † 30. Dezember 1910 zu Kiel
Mitglied seit dem Wintersemester 1886/1887
Bundesbruder Johannes Stosch erlangte im Jahre 1883 mit seiner Habilitationsschrift über "Wolframs Selbstvertheidigung im Parzival" in Marburg Aufsehen und lernte als Privatdozent u.a. den Universitätsprofessor und unseren Bundesbruder Lucae kennen, der ihn öfters zu Veranstaltungen des Akademisch-Neuphilologischen Vereins eingeladen hatte. Entsprechend erhielt er zur Weihnachtskneipe am 17. Dezember 1886 die Ehrenmitgliedschaft verliehen und wurde zum Bundesbruder. Obgleich er im Wintersemester 1896/1897 einem Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Kiel folgte, war Bundesbruder Stosch fortan geistiger Mentor und blieb dem Verein weiterhin treu.


Engelbert Straßmann
Straßmann, Engelbert, Studienrat
* 17. Februar 1889, † 1954
Mitglied seit dem Sommersemester 1907
Bundesbruder Straßmann war Studienrat am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln.


Strieck, Erich, Dr. rer. pol., Wirtschaftsprüfer
* 12. November 1898, † 13. Dezember 1985
Mitglied seit dem Wintersemester 1918/1919


Suffert, Oskar, Studienrat und Museumsdirektor
* 23. Dezember 1892; † 13. Februar 1974 zu Detmold
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Oskar Suffern ist in Hannover aufgewachsen und besuchte dort das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, wo er in der Prima wegen seiner künstlerischen Begabung seinem Direktor auffiel. Es war unser Bundesbruder Rudolf Graefenhain, der ihn nach Marburg schickte. Er begann seinen Anlagen entsprechend ein vielfältiges Studium: Geschichte, Kunstgeschichte, Volkskunde, Germanistik, Romanistik und Naturwissenschaften. Nach seiner Rückkehr als Frontoffizier aus dem Ersten Weltkrieg, in welchem ihm das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen wurde, war Bundesbruder Suffert zur Beschränkung gezwungen und legte sein Staatsexamen in den Fächern Deutsch, Geschichte und Französisch ab. Mit seiner Frau gründete er zunächst eine Privatschule in der Lüneburger Heide (Höhere Privatschule zu Amelinghausen), wechselte jedoch von 1924 bis 1927 als Studienrat an das Reformgymnasium in Uelzen. Ab dem Jahre 1927 übernahm er eine Stelle am Städtischen Lyzeum Detmold. Sogleich wurde er vielfältig aktiv, namentlich in der Vorgeschichte und der Naturkunde des Lipperlandes. In dem Streit um die Externsteine, einer markanten Sandstein-Felsformation im Teutoburger Wald, und bei den ständigen Auseinandersetzungen um Ort und Bedeutung der Varusschlacht erwarb er Ansehen in sämtlichen historischen Vereinigungen. Die Berufung zum Direktor des Lippischen Landesmuseums brachte ihm schließlich die Möglichkeit, kostbare Bestände im neuen Licht zu zeigen. Die Schriftleitung der Zeitschrift "Germanien" (Monatshefte für Germanenkunde zur Erkenntnis deutschen Wesens) mußte er abgeben, als er wegen der Externsteine mit dem Reichsführer SS in Streit geriet. Im Jahre 1939 rückte Bundesbruder Suffert wieder zum Frontdienst ein. Als er im Jahre 1945 in Gefangenschaft saß, starb seine Frau und sein ältester Sohn war in Rußland gefallen. Trotz dieser Schicksalsschläge übernahm er nach dem Zweiten Weltkrieg wieder die Leitung des Landesmuseums und wirkte weiter - auch im Ruhestand - bis in seine letzten Tage.


Sulzbacher, Siegmund
* 28. April 1884 in Ottweiler
Mitglied seit dem Sommersemester 1903
Bundesbruder Siegmund Sulzbacher bestand am 14. März 1903 am Realgymnasium in Remscheid sein Abitur, studierte dann u.a. in Marburg, München und Münster. Sein Staatsexamen absolvierte er am 3. Februar 1908 in Münster.



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Tappert, Wilhelm, Dr. phil., Studienrat
* 21. Dezember 1860, † 1923 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1882
Bundesbruder Tappert wurde in Goslar als Sohn des Gymnasiallehrers Gottlieb Tappert geboren. Er studierte zunächst in Leipzig, Berlin und Marburg. Am 13. Dezember 1883 erhielt er mit seiner Abhandlung zum Thema "Bilder und Vergleiche aus dem Orlando Innamorato Bojardo's und dem Orlando Furioso Aristo's" die philosophische Doktorwürde. Am 19. Dezember 1884 legte er sein Examen pro Facultate Docendi ab. Zu Michaelis 1885 trat er am Realgymnasium in Goslar sein Probejahr an. Später war er an der höheren Mädchenschule in Quedlinburg angestellt, wo er im Jahre 1900 das Werk "Die beiden ersten Unterrichtsjahre im Französischen nach dem Lehrbuche von Rossmann-Schmidt. Ein Beitrag zum Anschauungsunterrichte." veröffentlichte.


Tegtmeier, Karl, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 16. November 1908, † 26. April 1984 zu Stadthagen
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder Karl Tegtmeier wurde in Wanne-Eickel geboren. Er kam nach Marburg, um Zahnmedizin zu studieren. Für ihn bestand kein Zweifel, daß er in eine Verbindung eintreten wollte. Es war jedoch im Jahre 1929 nicht so einfach, in den Bund seiner Wahl einzutreten; denn selbst mit zwei Empfehlungen bei der Burschenschaft Alemannia annonciert, wurde ihm entgegnet, daß der Bund mit 25 Füxen bereits voll ausgelastet sei. Man empfahl ihm, sich bei der Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde, zu bewerben, wo er schließlich aktiv wurde. Seine Lebenslust war in der Marburger Zeit manchmal so überschäumend, daß sie ihm einmal drei Tage Karzer einbrachte, wovon eine Verewigung an der Wand noch heute zeugt. Um zielstrebig sein Studium zu beenden, ging er nach Münster und hatte nach weiteren vier Semestern sein Examen und sein Doktordiplom über das Thema "Ein Beitrag zur Trigeminusneuralgie und zu den neuralgiformen Schmerzen in der Zahnheilkunde" bestanden. Er ließ sich in Stadthagen nieder und eröffnete eine eigene Zahnarztpraxis. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Marine-Zahnarzt am Mittelmeer und am Atlantik. Nach Kriegsende baute Bundesbruder Tegtmeier seine Praxis in Stadthagen weiter aus und beschäftigte mehrere Assistenten, erweiterte sie um eine technisch moderne Kinder- und Paradentose-Station, versuchte sich mit einigen orthopädischen Erfindungen und wurde zum Betriebszahnarzt der Melitta-Werke in Minden ernannt.


Tellering, Max, Studienrat
* 2. Oktober 1872, † 1945
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Bundesbruder Max Tellering war im Ersten Weltkrieg Hauptmann und Bataillions-Kommandeur und erhielt am 2. November 1917 das Eiserne Kreuz I. Klasse sowie am 16. Dezember 1917 das Anhaltinische Friedrich-Kreuz.


Temme, Karl, Oberlehrer
* 23. Oktober 1864
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Temme wurde in Grebenstein geboren, besuchte von Ostern 1876 bis Ostern 1884 das Gymnasium in Kassel und studierte danach in Marburg klassische Philologie und Geschichte. Im Juni 1890 bestand er die Prüfung pro facultate docendi. Sein Seminarjahr absolvierte er von Oktober 1890 bis Oktober 1891 am Königlichen Wilhelms-Gymnasium in Kassel ab, genügte zwischenzeitlich seiner Militärpflicht und absolvierte danach das Probejahr am Städtischen Gymnasium in Frankfurt am Main von 1892 bis 1893; dort war er bis Herbst 1896 auch als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt. Im Februar 1895 bestand er die Turnlehrerprüfung in Berlin. In den folgenden Jahren war er an verschiedenen höheren Schulen in Frankfurt am Main tätig, bis er am 1. Mai 1898 als wissenschaftlicher Hilfslehrer an das Progymnasium in Hofgeismar berufen wurde, von dort aus er wiederum am 1. Juli 1901 an das Königliche Gymnasium in Weilburg versetzt und zum Oberlehrer ernannt worden ist.


Tesche, Karl
Mitglied seit dem Sommersemester 1915
Bundesbruder Karl Tesche wurde im Frühjahr aktiv, wurde jedoch nach wenigen Studientagen in Marburg am 1. Mai 1915 wieder in seine bergische Heimat zurückgezogen, da er seinen Gestellungsbefehl erhalten hatte. Da er sein Studium in Marburg aufgrund der Ersten Weltkrieges nicht hat fortsetzen können, erhielt ar im Sommersemester 1920 den ehrenvollen Austritt.


Tetenberg, Heinz, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 11. Januar 1910, † 2005 zu Iserlohn
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Heinz Tetenberg war begeisterter Bergsteiger. Zu seinen höchsten Erfolgen gehörten u.a. das Matterhorn sowie der Mont Blanc.


Paul Theisen
Theisen, Paul, Dr. phil., Studienrat
* 1860, † 28. Dezember 1931 zu Kassel-Wilhelmshöhe
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Paul Theisen war Mitglied seit dem Gründungsjahr des damaligen Vereins für Studierende der neueren Philologie. Im Februar 1886 beendete er sein Studium der neueren Sprachen und der Germanistik. Nachdem er seine Militärpflicht beim Infanterieregiment in Wiesbaden abgeleistet hatte, ging er zur praktischen Ausbildung für zwei Jahre nach England. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Lehrer an der Oberrealschule Kassel II, wo er bis zu seiner Pensionierung erfolgreich und mit allseitiger Beliebtheit bei seinen Kollegen und zahlreichen Schülern gewirkt hat. Neben seiner Berufstätigkeit widmete er sich außerdem dem Deutschen Sprachverein, für den er in Wort und Schrift umfassend tätig war.


Theis, Hans, Dr. med.
* 19. Juni 1893, † Mai 1969
Mitglied seit dem Sommersemester 1932


Thiele, Walter, Oberstudienrat
* 19. Juni 1893, † 2. April 1974
Mitglied seit dem Wintersemester 1912/1913
Bundesbruder Thiele war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Thieme, E.
Mitglied seit dem Sommersemester 1882
[MGV. 1913]


Thieme, Herbert
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Wintersemester 1938/1939


Thiess, Rudolf
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886


Thompson, A.
Mitglied seit dem Wintersemester 1890/1891
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Thompson im Wintersemester 1890/1891 aufgenommen. Im Sommersemester 1895 wird der mit der Anschrift Glaisdale House, Kings Lynn in Norfolk (England) im Mitgliederverzeichnis geführt.


Thurnham, J. J.
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Thurnham im Sommersemester 1894 aufgenommen; er stammte aus Sitting Bourne in der Grafschaft Kent (England).


Timm, Ernst
* 16. Februar 1910, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1929/1930
Bundesbruder Timm hatte vor dem Zweiten Weltkrieg das erste theologische Examen bestanden und war Vikar in Essen.


Tjaden, Heinrich Peter, Dr. phil., Studienrat
* 17. Oktober 1858, † 1929 zu Emden
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Tjaden wurde in Holte im Kreis Leer geboren und machte sein Abitur auf dem Realgymnasium in Leer. Er studierte in Göttingen, Bonn, Genf und Marburg neuere Sprachen, Geschichte und Geographie. Am 17. Januar 1884 absolvierte er in Marburg das Rigorosum seiner Doktorarbeit zum Thema "Untersuchungen über die Poetik Rutebeufs" und am 17. Juli 1885 die Prüfung pro facultate docendi. Zu Michaelis 1885 wurde er dem Ulrichsgymnasium in Norden zur Ableistung seines Probejahres überwiesen. Das Schuljahr 1886/1887 verbrachte er am Georgianum in Lingen und wechselte dann erlehrer. 1888 wird er an die Kaiser-Friedrich-Schule, das heutige Johannes-Althusius-Gymnasium, berufen.


Tourneux, Henri
Mitglied seit dem Wintersemester 1895/1896
Der Akademisch-Neuphilologische Verein zu Marburg hatte sich mit Beginn des Sommersemesters 1891 dazu entschlossen, auch ausländische Gaststudenten als außerordentliche und/oder als auswärtige Mitglieder in den Kreis der Bundesbrüder aufzunehmen. So wurde Bundesbruder Tourneux im Wintersemester 1895/1896 aufgenommen; er stammte aus La Flèche in Frankreich.


Wilhelm Tretow
Tretow, Wilhelm, Studienrat am Katharineum in Lübeck
* 30. Juni 1882, † 3. Juni 1951
Mitglied seit dem Sommersemester 1901
Bundesbruder Wilhelm Tretow gehörte zu denen, die besonders eng mit Marburg und den Rheinfranken verbunden waren. Wenn die Hamburger, Lübecker und Bremer Bundesbrüder zum nordwestdeutschen Burschenschaftstreffen zusammenkamen, war er stets dabei und - wie alle anwesenden Bundesbrüder - überschäumend fröhlich bei den alljährlichen Eisbeinessen in Hamburg-Harburg. Immer waren es der herzliche Ton, das freundliche Lächeln und die gütigen Augen, die ihn den Bundesbrüdern näher brachten. Am 2. Dezember 1950 nahm er noch einmal nach einer langen krankheitsbedingten Pause am Eisbeinessen in Harburg teil: Er war wohl noch der alte Wilhelm Tretow, aber seinen Augen war anzusehen, daß die schweren Jahre nicht spurlos an ihm vorübergegangen waren. Mit seinem Ableben hatte der Bund wieder einen der wenigen noch lebenden Bundesbrüder der Jahrhundertwende verloren. Bundesbruder Tretow war im Ersten Weltkrieg Leutnant der Reserve im Großherzoglichen Füsilier Regiment Nr. 90 und im Infanterie-Regimenet Nr. 162 in Lübeck. Er erhielt bereits im Jahre 1914 das Eiserne Kreuz verliehen.


Treutel, Karl August, Dr. phil., Oberlehrer
* 6. Juli 1870, † 1914 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1889
Bundesbruder Treutel wurde in Frankfurt am Main geboren. Er besuchte die Adlerflychtschule bis Ostern 1896 und wechselte dann an die Musterschule, wo er zu Ostern 1889 die Reifeprüfung bestand. Danach studierte er neuere Sprachen an den Universitäten Marburg und Berlin. Im Jahre 1892 hielt er sich studienhalber in Paris auf. Im Februar 1895 bestand er in Marburg das Staatsexamen. Das Seminarjahr leistete er an der Klingerschule und an der Adlerflychtschule in Frankfurt am Main ab. An der Adlerflychtschule war er zunächst als wissenschaftlicher Hilfslehrer tätig, wurde im Jahre 1900 schließlich zum Oberlehrer benannt. Im Jahre 1901 wechselte er an die neu gegründete Sachsenhäuser Realschule. Erst im Juli 1902 promovierte an der philosophischen Fakultät der Universität Rostock über das Thema "Shakespeares Kaufmann von Venedig in französischer Bühnenbearbeitung".


Trilling, Hans, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 18. Januar 1915
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Trilling stammte aus Elberfeld und war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Unteroffizier im Infanterie-Regiment Nr. 77 im Argonner Wald.


Karl Turnau
Turnau, Karl
* 12. Oktober 1885, † 6. Mai 1957
Mitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Karl Turnau war nach seinem Examen ab dem Jahre 1910 als Lehrer in Gummersbach tätig. Später war er Studienrat an der Ober-Real-Schule in Gummersbach.



U

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Ullmann, Erhard, Dr. med.
* 30. April 1921, † 18. August 2000 zu Herne
Mitglied seit dem Ersten Trimester 1939
[RhZ 2000/3]


Ernst Ulm
Ulm, Ernst, Dr. jur.
* 6. November 1895, † 8. Dezember 1987 zu Maintal
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Georg Ernst Ulm wurde in Bischhausen geboren. Nach dem Besuch der Grundschule wurde er in das Königliche Gymnasium in Fulda aufgenommen, wo er im Jahre 1914 sein Abitur bestand. Im selben Jahr ging er nach Marburg, um Jura zu studieren und trat dem Philologischen Historischen Verein, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken, bei. Im Jahre 1916 mußte er sein Studium unterbrechen, da er den Gestellungsbefehl erhielt, nachdem er sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte. An der Westfront in Ypern erhielt er eine Schußverletzung am Kiefer und kam in ein Lazarett in Straßburg. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er sein Studium wieder auf, beendete dieses mit dem Staatsexamen im Jahre 1920 und promovierte mit seiner Arbeit "Zur Auslegung des § 378 HGB für den Fall, daß eine andere als die bedungene Menge von Waren geliefert ist". Am Amtsgericht in Kassel wurde er zunächst in den Justizdienst übernommen. Weitere Stationen waren die Gerichte in Eiterfeld, in Bergen, in Windecken, in Fulda sowie das Amtsgericht in Frankfurt am Main, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Die Zeit in Frankfurt wurde kurz unterbrochen, als man ihn im April 1945 noch zum Volkssturm einzog. Bundesbruder Ulm war ein begeisterter Rheinfranke, der regelmäßig die Veranstaltungen in Marburg, Frankfurt und im süddeutschen Raum besuchte.


Unverzagt, Franz
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Studienrat an der Ober-Real-Schule in Gummersbach.


Urbach, Richard
Mitglied seit dem Wintersemester 1881/1882
Bundesbruder Urbach wurde im Sommersemester 1883 zum Alten Herren ernannt.


Adolf Usener
Usener, Adolf, Kandidat des höheren Lehramts
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 25. Mai 1917
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Bundesbruder Usener leistete vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges sein Seminarjahr ab und stammte aus Hamburg. Als Unteroffizier wurde er im Ersten Weltkrieg am 20. April 1917 Feldartillerie-Regiment Nr. 70 schwer verwundet.


Utermann, Wilhelm, Kandidat des höheren Lehramts
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 21. März 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Bundesbruder Utermann stammte aus Wetter an der Ruhr, war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci, und Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Vor dem Ersten Weltkrieg absolvierte er sein Seminarjahr am Reformrealgymnasium in Schwelm im Westerwald. Bundesbruder Utermann starb den Heldentod fürs Vaterland als Vizefeldwebel im Garde-Reserve-Pionier-Bataillon.



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Vater, Friedrich "Fritz", Studienrat
* 27. Februar 1897, † 1963
Mitglied seit dem Sommersemester 1919
Bundesbruder Friedrich Vater war der älteste Sohn eines Pfarrers aus Wehren im Kreis Fritzlar. Unmittelbar nach dem Abitur in Hannoversch Münden folgte die Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Im Jahre 1922 schloß er sein Studium ab. Die Vorbereitung auf den Lehrberuf erfolgte in Dortmund und Witten. Bundesbruder Vater war anschließend als Studienassessor einige Jahre in Recklinghausen tätig, wechselte danach an das Dortmund-Hörder-Realgymnasium, dem heutigen Humboldt-Gymnasium. Bundesbruder Friedrich Vater, dessen Bruder Gerhard Vater gewesen ist, starb im Alter von nur 66 Jahren an einem Krebsleiden.


Vater, Gerhard, Dr. med. dent.
* 25. Dezember 1899 in Wehren (Kreis Fritzlar), † 27. September 1988 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
Bundesbruder Gerhard Vater wurde in einem evangelischen Pfarrhaus im nordhessischen Wehren geboren. Hier verlebte er seine Jungend mit drei Brüdern und einer Schwester. Bis zur Mittleren Reife besuchte er die Schule in Fritzlar. Die letzten drei Schuljahre verbrachte er im Internat der Klosterschule Hersfeld und bestand hier sein Abitur. Ab dem Jahre 1917 nahm er als Kriegsfreiwilliger am Frankreichfeldzug teil. Bundesbruder Gerhard Vater war der leibliche Bruder von Friedrich Vater. Anläßlich der Weihnachtskneipe im Wintersemester 1919 wurde er zunächst als Verkehrsgast aufgenommen, da er Zahnmedizin studierte. Am 3. August 1920 wurde er geburscht. Nach seinem Examen und nach seiner Promotion in Marburg über das Thema "Zur Kenntnis der Parotishämangiome" am 31. Januar 1923, folgte die Assistententätigkeit im Kasseler Raum. Danach konnte er in Köslin in Ostpommern in einer eigenen Praxis seine zahnärztliche Tätigkeit ausüben. Im Jahre 1927 heiratete er seine Frau Irmgard, aus der Ehe ging ein Sohn hervor. Im Jahre 1945, als die Ostfront näherrückte, flüchtete die Familie nach Lübeck, wo die Mutter von Ehefrau Irmgard wohnte. Das ganze Hab und Gut waren in Köslin geblieben und so galt es, noch einmal von vorn zu beginnen. In der hessischen Heimat war es Bundesbruder Vater möglich, noch einmal eine eigene Praxis aufzubauen. Einige Jahre später übersiedelte er nach Waldkappel, wo er weiterhin als Zahnarzt tätig war. Seinen Ruhestand verlebte er an der Seite seiner Ehefrau in Kassel, doch nach dem Tode seiner Frau war er ein gebrochener Mann und er willigte auf Drängen seines Sohnes ein, in ein Altenheim nach Wiesbaden umzuziehen. Nach mehreren verdeckten Schlaganfällen ist er in einem Wiesbadener Krankenhaus sanft entschlafen.


Velde, August, Dr. rer. nat.
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Velde stammte aus Diez an der Lahn und war das erste außerordentliche Mitglied, ein sogenannter Konkeipant. Er war Mathematiker und Naturwissenschaftler und promovierte im Jahre 1895 mit seiner Arbeit über das Thema "Über die Curven, deren Bogen der Tangente des Leitstrahlwinkels proportional ist, und die damit verwandten Curvenscharen" an der Vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg.


Vetter, Valentin
* 5. Januar 1903, † 5. Juni 1993 zu Mainz
Mitglied seit dem Sommersemester 1923
Leitender Ministerialrat im Landwirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz.


Viëtor [Vietor], Carl Adolf Theodor Wilhelm, Prof. Dr. phil.
* 25. Dezember 1850, † 22. September 1918 zu Marburg an der Lahn
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Bundesbruder Viëtor wurde in Cleeberg (Nassau) geboren. Er besuchte die Gymnasien in Wiesbaden und in Weilburg und studierte nach dem Abitur Philologie in Berlin und in Marburg. Im Jahre 1884 folgte er dem Ruf an die Universität Marburg, zunächst als außerordentlicher, später als ordentlicher Universitätsprofessor. Zum Bundesbruder und Ehrenmitglied des Akademisch-Neuphilologischen Vereins zu Marburg wurde er im Sommersemester 1884 am Tage der Feier des Stiftungsfestes ernannt. Er war Inhaber des Lehrstuhls für englische Sprache und Literatur. Er hatte den jungen, neuphilologischen Verein - die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken - durch zahlreiche Zuwendungen an die Rheinfranken-Bibliothek gefördert. Besonders herauszugeben ist u.a. die Schenkung der Fahne, die er zusammen mit unserem Bundesbruder und Ehrenmitglied Edmund Stengel spendete.


Viertel, Otto "Ottchen", Studienrat
* 5. April 1889, † 16. Dezember 1973
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Otto Viertel wurde in Gumbinnen geboren, wuchs jedoch ab dem ersten Lebensjahr in Göttingen auf. Dort war sein Vater Geheimrat und Professor sowie Leiter am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium. Im Herbst 1910 begann er ein Studium der alten Sprachen und Geschichte in Marburg. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Offizier teil; zunächst an der Westfront und später nach Verwundung und Lazarettaufenthalt in Frankreich, wo er während der Schlacht an der Somme in Gefangenschaft geriet. Nach seiner Entlassung nahm er im Jahre 1919 in Berlin an der Niederschlagung des Spartakusaufstandes teil. Nach dem Berufsbeginn als Studienassessor in Lüneburg ging er an das Athenäum in Stade, wo er über fünfzehn Jahre blieb. Hier fand er auch seine Lebensgefährtin und spätere Ehefrau. Im Jahre 1938 kehrte er nach Göttingen zurück, wo das Felix-Klein-Gymnasium die letzte - durch den Kriegsdienst unterbrochene Etappe - seiner beruflichen Laufbahn war. Als über Fünfzigjähriger wurde er im Zweiten Weltkrieg eingezogen und war zunächst als Ausbilder bei den Ersatzeinheiten des Göttinger Infanterieregiments sowie später bei den Landesschützen in Dessau stationiert. Nach Ende des Krieges konnte er seine berufliche Tätigkeit an seiner Schule fortsetzen. Im Jahre 1955 trat Bundesbruder Viertel in den Ruhestand. Er war fast immer dabei, wenn sich die Göttinger Rheinfranken rafen. Auch als seine Frau im Jahre 1970 gestorben war, fand er bei den Angehörigen der Ortsgruppe Trost; so hatten ihm alle Göttinger Bundesschwestern mit dem Kosenamen "Ottchen" bedacht, so daß er schließlich in der gesamten Göttinger Ortsgruppe als "Unser Ottchen" bekannt war.


Vogel, Adolf, Studienrat
* 4. November 1871, † 9. Mai 1958 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Sommersemester 1893
Bundesbruder Vogel studierte Französisch, Englisch, Geschichte und Latein an den Universitäten in Berlin, in Lausanne, in Genf und in Marburg. Im Sommersemester 1893 wurde er aktiv, sein Leibbursch war Karl Dreyer, sein Leibfux Wilhelm Koeder. Im Sommersemester 1894 wurde er zum Erstchargierten gewählt. Seine Lehrtätigkeit begann in Barmen und führte schließlich zu jahrzehntelanger Tätigkeit an der Oberrealschule am Zietenring in Wiesbaden. Im Jahre 1932 trat er in den Ruhestand.


Vogt, Friedrich, Prof. Dr., Geheimer Regierungsrat
Ehrenmitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder Vogt aus Marburg an der Lahn war geistiger Mentor und Ehrenmitglied der Wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Hans Vogt
Vogt, Hans, Dr. rer. pol.
* 13. April 1900, †
Mitglied seit dem Wintersemester 1919/1920
[MGV. 1934]


Vogt, Walter, Kaufmann
* 27. Oktober 1906, † 4. Juli 1989
Mitglied seit dem Sommersemester 1925


Voigt, Johannes "Hans", Dr. med.
* 23. März 1910, † 17. November 1978
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Bundesbruder Hans Voigt wurde in Buchar in Vorpommern als Sohn eines Lehrers geboren. Nach dem Abitur galt seine Neigung zunächst dem Sport. Der Wunsch, Pilot bei der Lufthansa zu werden, veranlaßte ihn zunächst zu einer Schloßerlehre. Doch im Jahre 1933 begann er mit dem Studium der Fächer Sport, Englisch und Geschichte, sattelte im Jahre 1937 dann aber auf Medizin um. Nach weiteren Studienjahren in Rostock und an der Medizinischen Akademie in Danzig - dorthin kam er auf Vermittlung von Bundesbruder Gerhard Rulf, da dort nur 55 Studenten zugelassen wurden - bestand er im Jahre 1938 sein Staatsexamen und wurde anschließend Assistent bei dem bekannten Chirurgen Prof. Dr. Klose. Die Kriegsjahre erlebte Bundesbruder Voigt als Stabsarzt bei der Panzerabwehr in Rußland. Nach Kriegsende glücklich heimgekehrt entschloß er sich zur Übernahme der Arztpraxis seines Schwiegervaters in Bremen-Blumenthal. Da seine Person von Kollegen sehr gewürdigt wurde, ist er als Delegierter in die Ärztekammer gewählt worden. Auch dem Zulassungsausschuß der Kassenärztlichen Vereinigung in Bremen gehörte er bis zu seinem Tode an. Seine ganze Liebe im privaten Bereich galt der Jagd und seiner Familie, bei der er Entspannung und den Ausgleich für sein großes Arbeitspensum suchte und fand.


Voigt, Oskar
Mitglied seit dem Sommersemester 1884
Herr Voigt wurde im Wintersemester 1887/1888 wegen Teilnahmslosigkeit von der Mitgliederliste gestrichen.


Völker, Walter
Mitglied seit dem Wintersemester 1885/1886
Bundesbruder Völker trat im Wintersemester 1887/1888 aus.


Volkmar, August, Dr. phil., Studienrat
* 15. November 1865, † 1937
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Bundesbruder Volkmar wurde in Osnabrück geboren und besuchte dort das Realgymnasium Ostern 1884. Im Anschluß daran studierte er klassische Philologie und Geschichte an der Universität in Marburg. Am 22. Oktober 1888 promovierte er in Marburg mit seiner Arbeit über "De annalibus Romanis quaestiones" zum Dr. phil. und bestand die Prüfung pro facultate docendi am 12. Juli 1889 ebenfalls in Marburg. Das Probejahr legte er am Gymnasium Blankenburg in der Zeit vom 1. April bis zum 1. Oktober 1889 ab. Zwischenzeitlich genügte er vom 1. Oktober 1890 bis zum 1. April 1891 seiner Militärpflicht. Er war später am Marien-Gymnasium als Hilfslehrer vom 1. April 1891 bis zum 1. Oktober 1895 in Jever tätig. Zu Ostern 1901 wurde er Oberlehrer am Schiller-Gymnasium in Groß-Lichterfelde.


Volkmar, Rudolf
† 26. April 1930 zu Goslar
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Bundesbruder Rudolf Volkmar war Studienrat am Realgynasium in Goslar. Still und bescheiden ist er als Student und später in seinem Beruf als Lehrer der Jugend durchs Leben gegangen. Aber was ihm schon in seinen Studienjahren die besondere Note gab, war seine treue und ehrliche Pflichterfüllung auch dem Bunde gegenüber.


Vollmer, Hermann, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1916
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Vollmer inaktiver Bursche und Unteroffizier. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


von Below, G., Prof. Dr., Geheimer Hofrat
Ehrenmitglied seit dem Sommersemester 1921
Bundesbruder von Below aus Freiburg im Breisgau war geistiger Mentor und Ehrenmitglied der Wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.


Ernst von Bergh
von Bergh, Ernst Hugo, Studienrat
* 3. Juni 1892 in Ohligs-Rheinland, † 9. Juli 1962 zu Bückeburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1912
Bundesbruder Ernst Hugo von Bergh wurde in Ohligs-Rheinland geboren. Im Jahre 1912 machte er sein Abitur und wurde noch im gleichen Jahr aktiv. Er wechselt später die Universität, ging nach Berlin und studierte dort bis zum Kriegsausbruch. Er erhielt im Ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz und wurde im Jahre 1918 zum Oberleutnant im Metzer Königs-Infanterie Regiment befördert. In den Jahren 1918 bis 1920 beteiligte er sich an den Kämpfen im Ruhrgebiet und in Bremen in einem Freikorps. Im Jahre 1930 nahm er sein Philologie-Studium in Marburg wieder auf und bestand im Jahre 1932 sein Examen. Nach dem Probejahr wird Bundesbruder von Bergh im Jahre 1933 als Studienrat in Bückeburg ansässig. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges wird er reaktiviert und zur Front eingezogen. Er geriet in Afrika in französische Gefangenschaft, aus der er erst im Jahre 1947 entlassen wurde. Erst im Jahre 1952 konnte er seine Tätigkeit am Privatgymnasium in Bad Nenndorf wieder aufnehmen. Im Jahre 1957 tritt er in den Ruhestand. Bundesbruder von Bergh erlag im Jahre 1962 während eines Urlaubes in Südtirol einem Herzschlag.


von der Hagen, Gerd
† gefallen als inaktiver Bursche im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Wintersemester 1940/1941


von Freeden, Julius, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 8. November 1894, † 26. August 1978 zu Hamburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1913
Bundesbruder Julius von Freeden - von allen nur liebevoll "Frettchen" genannt - stammte aus Bremen. Dort machte er im Jahre 1913 an der Oberrealschule sein Abitur; übrigens an derselben Schule, die auch Bundesbruder Rudolf Fenstermann besuchte und an der Bundesbruder Georg Fischer unterrichtete. Im Sommersemester des letzten Friedensjahres kam er nach Marburg, um Zahnmedizin zu studieren. In Marburg empfing man ihn mit einem gewichtigen Dokument folgenden Wortlauts: "Im Namen Seiner Majestät des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen, Wilhelm II." Nachdem Bundesbruder Julius von Freeden durch Handschlag feierlich gelobt hatte, den akademischen Gesetzen und Behörden Gehorsam zu leisten sowie den akademischen Lehrern die schuldige Achtung zu erweisen, einen seines Standes würdigen Lebenswandel zu führen und seinen Studien mit Eifer obzuliegen, ist er als Student der medizinischen Fakultät unter unsere akademischen Bürger aufgenommen worden. Am 7. Mai 1913 wurde dieses Dokument vom Rektor der Universität ausgestellt. Neben der Unterschrift seiner Magnifizenz prangte das Universitätssiegel mit der Aufschrift "SIGILLUM ACADEMIAE MARPURGENSIS A GUILIELMO SEXTO HASSIAE LANDGRAVIO ERECTAE ANNO 1653". Man mag diese Art des akademischen Einstieges heute belächeln, aber sie zeigt auf, daß schon dem jungen Studenten ein großes Maß an Disziplin und Würde abverlangt wurde. In seinem ersten Semester wurde "Frettchen" beim früheren Philologenverein Hercynia aktiv, gekeilt durch seinen Vetter und unseren Bundesbruder Oskar Suffert. Einer kurzen unbeschwerten Studentenzeit folgte der Militärdienst in den Jahren 1914 bis 1918. Ab dem Jahr 1916 war Bundesbruder Julius von Freeden im Lazarett Danzig tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er nach Marburg zurück, wo er im Jahre 1920 sein Staatsexamen ablegte. Ein halbes Jahr später promovierte er in Hamburg. Sein Doktorvater, Prof. Dr. Guido Fischer, berühmt durch die Einführung der Lokalanästhesie in der Zahnheilkunde, hatte ihn von Marburg nach Hamburg geholt, als er die Leitung des Zahnärztlichen Instituts an der gerade gegründeten Universität Hamburg übernahm. "Frettchen" wurde Assistent am dortigen Zahnärztlichen Institut und war zehn Jahre lang tätig. Er strebte eine Professur an und hatte bereits sein Habilitationsthema eingereicht, doch er konnte nie die letzten Zweifel überwinden, ob dieser Weg für ihn der richtige sei. Daher entschloß er sich im Jahre 1930 für einen anderen Weg und eröffnete eine eigene Zahnarztpraxis. Zu seinen besten Patienten zählte übrigens Bundesbruder Richard Ohnsorg. Es heißt, die zahnärztliche Betreuung habe sogar Lautübungen eingeschlossen. Denn als Richard Ohnsorg in zunehmenden Maße schwerhörig wurde und dennoch weiter auf der Bühne mitwirken wollte, half die beste Souffleuse nicht mehr, denn er konnte sie nicht verstehen und mußte ihr die Worte zwangsläufig vom Munde ablesen. Bundesbruder von Freedens Verdienst in dieser Angelegenheit war es, daß diese Methode selbst bei den schwierigen Zischlauten funktionierte. Bereits als Universitätsassistent heiratete er im Jahre 1921 seine Frau Irma, die als Helferin ebenfalls im Zahnärztlichen Institut Hamburg arbeitete und eine der ersten fachlich ausgebildeten Helferinnen überhaupt war. Fortan waren die beiden weit über Hamburg hinaus als "Irmchen und Frettchen" bekannt; als dann Tochter Eva auf die Welt kam, war das Familienglück vollkommen und alle Welt sprach jetzt nur noch von "Irmchen, Frettchen und Evchen". Im Zweiten Weltkrieg wurde die Familie in Hamburg ausgebombt und verbrachte dreieinhalb Jahre in Weiden in der Oberpfalz. Erst später zog die Familie zurück nach Hamburg, wo Bundesbruder von Freeden 32 Jahre lang - bis zu seinem Tod - als Zahnarzt tätig war. Bundesbruder von Freeden war ein begeisterter Rheinfranke, vollzog er die Umwandlung der Hercynia in eine Korporation aus Überzeugung mit, hatte teil an dem Beitritt der Rheinfranken zur Deutschen Burschenschaft und erlebte das Werden des Rheinfrankenhauses in der Lutherstraße 5 in Marburg. Er fehlte in diesen Jahren bei keiner einzigen Veranstaltung; später verlagerte sich seine Aktivität mehr auf die Hamburger Ortsgruppe, der er als Schrift- und Kassenwart diente. Seine Frau Irma erinnerte sich, daß zeitweilig die Arbeit für die Ortsgruppe Hamburg sogar zur "Familienveranstaltung" wurde.


von Napolski, Stanislaus
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Stanislaus von Napolski wurde im Sommersemester 1880 als Verkehrsgast aufgenommen und im Mitgliederverzeichnis unter der Rubrik "Freundeskreis" geführt. Im Wintersemester 1881/1882 ist er zum ordentlichen Mitglied ernannt worden und wurde im Wintersemester 1882/1883 zum Alten Herren ernannt.


von Oesen, Hans, Dr. med.
* 7. November 1909 in Oldenburg, † 16. Dezember 1993
Mitglied seit dem Sommersemester 1929
Bundesbruder von Oesen war im Sommersemester 1930 Sprecher der Aktivitas; es war das Semester, in dem die Marburger Burschenschaft Rheinfranken seinerzeit das große Stiftungsfest zum 50. Bestehen feierte. Am 4. Januar 1935 bestand er sein medizinisches Staatsexamen und promovierte ein Jahr später zum Doktor der Medizin. Am 15. Februar 1936 erhielt er seine Approbation als Arzt. In den Kriegsjahren von 1939 bis 1945 war er zunächst als Truppenarzt und später als Stabarzt tätig. Im November 1989 feierte Bundesbruder von Oesen seinen 80. Geburtstag. Einige Tage zuvor hatte seitens der Ärztekammer Niedersachsen ebenfalls eine Feier stattgefunden, wobei die Verdienste seines Wirkens für Kollegen und Patienten gebührend herausgestellt wurden. Bundesbruder von Oesen wurde dabei die Ehrenplakette der Ärztekammer Niedersachsen überreicht. Noch mit 80 Jahren war er voll berufstätig und führte seine Arztpraxis in Blexen.


von Staa, Friedhelm [Friedrich Wilhelm], Oberlehrer
† 2. Januar 1911 zu Uerdingen
Mitglied seit dem Sommersemester 1881
Bundesbruder Friedhelm von Staa wurde zunächst als Verkehrsgast Mitglied. Im Sommersemester 1883 wurde er zum Ehrengast und schließlich zum Bundesbruder ernannt. Nach seinem Examen war er als Oberlehrer an der Realschule in Uerdingen angestellt.


von Staa, Richard, Schuldirektor
* 3. April 1859 in Ruhrort
Bundesbruder Richard von Staa wurde in Ruhrort - dem (heute) historischen Hafenstadtteil Duisburgs - geboren. Er besuchte dort das Realgymnasium und studierte in Bonn, in Berlin und in Marburg sowohl Mathematik und Physik als auch neuere Sprachen. Aus Bonn kommend wurde er zunächst als Verkehrsgast Mitglied, bis er im Sommersemester 1883 zum Ehrengast und Bundesbruder ernannt wurde. Nach seinem Examen wurde Bundesbruder Richard von Staa im Jahre 1885 vom Könglichen Provinzial-Schulkollegium an die Oberrealschule in Elberfeld zur Ableistung seines Probejahres überwiesen. Nach Beendigung des Probejahres wurde er dort fest angestellt und zum Oberlehrer befördert. Im Herbst 1897 wird er als Direktor an das Realgymnasium in Remscheid berufen.


Vordieck, August
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Vordieck war Mitglied Nr. 12 des Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Er wurde im Wintersemester 1881/1882 zum Alten Herren ernannt und war später Studienrat am Gymnasium in Dortmund gewesen.


Voß [Voss], Ernst Karl Johann Heinrich, Prof. Dr. phil., Ph.D.
* 1861, † 23. July 1937
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Voß wurde im Wintersemester 1889/1890 zum Alten Herren ernannt. Er wanderte in die Vereinigten Staaten von Amerika aus, wo er Universitätsprofessor bzw. "Professor of German Philosophy", heutiger Ph.D., an der Universität von Wisconsin in Madison (USA) wurde. Im Wintersemester 1904/1905 wird berichtet, daß er Miss Anrie Vail Hedrick in Columbia Missouri heiratete.


Ernst Voss
Voß [Vohs], Wilhelm "Willy"
* 17. Januar 1908, † 21. Juni 1962
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Voß war Oberstudienrat am Max-Planck-Realgymnasium in Duisburg-Meiderich und leitete dort den neusprachlichen Zweig. Er verunglückte tödlich auf der Rückfahrt einer Dienstreise seiner Lehranstalt mit nur 54 Jahren.



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Wächter, Albrecht
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Wächter trat bereits wieder im Wintersemester 1887/1888 aus Gesundheitsgründen aus.


Waege, Klaus, Dr. med.
* 7. Mai 1921, † 19. Februar 2003 zu Viersen
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Wagner, Alfred, Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 7. Mai 1881, † 20. November 1952
Mitglied seit dem Wintersemester 1904/1905
Bundesbruder Alfred Wagner kam im Winter nach Marburg und war ein eifriger und beliebter Bundesbruder. Manche frohe und ernste Stunden haben seine damaligen Bundesbrüder nach ihrer Aussage mit ihm verlebt. Treu blieb er dem Bunde, auch als er die Universität gewechselt hatte. Diese Treue hat er uns bis an sein Lebensende bewahrt. Er starb in Bünde, wo er vor seiner Pensionierung lange Jahre als Oberstudiendirektor tätig gewesen war.


Wagner, Karl [Carl] Theodor, Dr. med.
* 26. Juni 1905, † 10. Dezember 1966
Mitglied seit dem Sommersemester 1929


Walkenhorst, Alfred, Dr. med., Oberarzt
* 15. September 1921, † 31. März 1992
Mitglied seit dem Wintersemester 1942/1943
Bundesbruder Alfred Walkenhorst wurde in Gelsenkirchen geboren, wuchs dort auf und wurde nach dem Abitur am Realgymnasium im Jahre 1940 zur Wehrmacht einberufen. Vom Einsatz an der Ostfront wurde er zum Studium abkommandiert, zunächst nach Bonn und im Jahre 1942 nach Marburg. Hier schloß er sich gleich unserem Bund an, der damals als Kameradschaft "Ritter von Schönerer" ein reges Verbindungsleben unterhielt. Als Vorstand des Bochumer Freundeskreises organisierte er in zehn Jahren zahlreiche Veranstaltungen. Bundesbruder Walkenhorst war Oberarzt und Chefarztvertreter am Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer.


Walter, Hans, Arzt
† gefallen im Zweiten Weltkrieg im Januar 1942 an der Ostfront
Mitglied seit dem Wintersemester 1932
Bundesbruder Hans Walter war ein lebensfroher Medizinstudent und Rheinfranke. Er keilte unseren Bundesbruder Fritz Behschnitt im Sommer 1934, als sich beide beim Freiwilligen Arbeitsdienst kennenlernten. Aus ihrer Freundschaft heraus entstand auch das Leibverhältnis. In den unmenschlichen harten Abwehrkämpfen an der Ostfront fiel Bundesbruder Walter im Januar 1942 in vorderster Frontlinie, als er seine verwundeten Kameraden als Arzt medizinisch versorgte.


Wandelt, Oswin, Dr. phil., Oberstudienrat
* 1. Februar 1861, † 1931 zu Unteraching bei München
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884
Geboren wurde Bundesbruder Wandelt in Görlitz in der Oberlausitz, besuchte zunächst das Realgymnasium bis 1881, danach bis Ostern 1882 das Königliche Realgymnasium zu Colberg an der Ostsee. Er studierte zehn Semester germanische und romanische Philologie, Geographie und Latein. Drei Semester verbrachte er an der Albertus- Universität zu Königsberg, danach wechselte er für die letzten sieben Semester nach Marburg. Im Jahre 1887 bestand er sein Examen, doch schon vorher wurde er zum Dr. phil. promoviert. Im Frühjahr 1888 wurde er als Erzieher an das Perthes’sche Schulsanatorium Fridericianum in Davos in der Schweiz berufen, wo er zwei Jahre verblieb. Am 1. Mai 1890 wurde er als ordentlicher Lehrer am Realgymnasium in Wolgast (Vorpommern) angestellt. Im Sommer der Jahre 1890 und 1891 nahm er einen längeren Aufenthalt in Croydon bei London. Zu Ostern 1894 verließ er Wolgast, um an der Oberrealschule in Remscheid den Dienst als Studienrat und ab 1921 als Oberstudienrat aufzunehmen, wo er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Lehramt im Jahre 1925 als bei Schülern und deren Eltern beliebter Erzieher blieb. In Remscheid hatte er den Verkehrs- und Verschönerungsverein mit gegründet. Er liebte die Natur und die Geselligkeit unter Gleichgesinnten, wie die damaligen Rheinfranken in Elberfeld und Barmen berichten konnten, und zeigte für seine Burschenschaft das regste Interesse.


Wanderey, Karl, Diplom-Volkswirt
* 4. Februar 1909, † 10. April 1980
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Bundesbruder Karl Wanderey wurde ursprünglich in der Marburger Burschenschaft Sigambria aktiv, die wiederum auf die Marburger Burschenschaft Hercynia verschmolzen wurde und sich nach dem Zweiten Weltkrieg an die Marburger Burschenschaft Rheinfranken angeschlossen hatte. Nach seinen aktiven Semestern in Marburg, setzte Bundesbruder Wanderey sein Studium in Münster fort und bestand dort sein Examen. Bis zum Jahre 1939 war er als Rechtsberater bei der Deutschen Arbeitsfront (DAF) tätig. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde er einberufen. Den Krieg überlebte er unbeschadet, geriet aber in englische Gefangenschaft, aus der er erst im Jahre 1948 zurückkehrte. Bis zum Jahre 1969 war er als Prokurist bei einer Dortmunder Firma tätig und hatte danach noch einige Zeit als Dozent an einer Berufsschule unterrichtet. Bundesbruder Wanderey war aktives Mitglied der VAB Dortmund und hatte im Jahre 1966 die Rheinfranken Ortsgruppe Dortmund mit ins Leben gerufen, deren Stammtische er regelmäßig besuchte.


Werner Wangemann
Wangemann, Werner, Studienrat
* 20. Juni 1883, † 22. November 1973 zu Osby in Schweden
Mitglied seit dem Sommersemester 1902
Bundesbruder Werner Wangemann wurde in Sprottau in Schlesien geboren. Sein Vater kam als Gymnasialprofessor nach Münster in Westfalen und dort wuchs Bundesbruder Wangemann auf. Nach dem Abitur ging er zum Studium der neueren Sprachen nach Marburg und trat in den damaligen Akademisch-Neuphilologischen Verein, die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken, ein. Mit Hingabe hat sich dem Studium der Sprachen und deren Literatur gewidmet. Es ist bezeichnend, daß er während seiner Marburger Semester eine enge Freundschaft mit Bundesbruder Georg Goyert schloß. Wie so viele westfälische Bundesbrüder ging auch er nach Münster, um dort weiter zu studieren. Zur Ergänzung seiner Sprachstudien war er je ein Jahr in England und Frankreich gewesen, ehe er im Jahre 1908 in Münster sein Staatsexamen machte. Vom Jahre 1910 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1947 war er Studienrat an der Goethe-Schule in Bochum. Während des Ersten Weltkrieges geriet er als Angehöriger der deutschen Streitkräfte, die zur Unterstützung der türkischen Front entsandt waren, in Palästina in englische Gefangenschaft, die er Ägypten verbrachte. Wie einige andere Rheinfranken hatte auch Bundesbruder Wangemann seine spätere Frau aus Schweden im Pensionat von Schenk in Marburg kennengelernt. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Bundesbruder Wangemann und seine Familie im Jahre 1943 in Bochum völlig ausgebombt und gingen mit der evakuierten Schule nach Stolp in Pommern. Das schreckliche Ende des Krieges im Osten und die gefährliche Flucht blieben ihnen erspart, da sie schon Ende des Jahres 1944 in den Westen zurückkamen und in Erwitte bei Soest einen provisorischen Unterschlupf fanden. Weil Bundesschwester Wangemann nach schwedischem Recht durch ihre Heirat die schwedische Staatsangehörigkeit nicht verloren hatte, konnten beide in den Nachkriegsjahren für längere Zeit nach Schweden gehen und hier mit ihren beiden Kindern zusammen sein - doch sie kehrten wieder nach Erwitte zurück. Erst nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1968 kehrte Bunderbruder Wangemann nach Osby in Schweden zurück, wo er die letzten fünf Jahre in der Obhut seiner Tochter verbrachte. Dort besuchten ihn sogar ehemalige Schüler aus Bochum und zu seinem 90. Geburtstag ehrten ihn seine ehemaligen Schüler in der größten Ortszeitung mit der Schlagzeile "Vorbildlich als Mensch und Pädagoge, als Gentleman und gewissenhafter Klassenvater".


Richard Waskönig
Waskönig, Richard
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1929


Erich Weber
Weber, Erich, Dr. jur., Verwaltungsoberrat
* 13. November 1905, † 29. August 1994 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1926


Weber, Georg, Dr. med.
* 12. März 1881, † 1939
Mitglied seit dem Sommersemester 1920
Bundesbruder Georg Weber war zunächst treuer Verkehrgast, da er der damaligen Aktivitas stets als Paukarzt zur Verfügung stand. Er war Frauenarzt mit einer eigenen Praxis im Marburger Ortsteil Weidenhausen (die historische Berufsbezeichnung war Facharzt für Frauenleiden und Geburtshilfe). Im Sommersemester 1921 wurde er zum Alten Herren ernannt. Später wechselte er seinen Berufs- und Wohnort nach Kassel.


Weber, Hans-Ulrich, Dr. phil.
Oberlehrer an der Ober-Real-Schule vor dem Holstentor in Hamburg.
[MGV. 1921]


Weber, Heinrich, Dr. phil.
* 7. März 1873, † 20. Januar 1966
Mitglied seit dem Sommersemester 1891
Bundesbruder Weber wurde in Kassel geboren und studierte klassische Philologie in Marburg und München. Er war aufgrund seiner Arbeit über "De Senecae philosophie dicendi genere Bioneo" Am 1. September 1895 zum Dr. phil. promoviert worden. Von Michaelis 1896 bis 1898 leistete er sein Seminarjahr am Friedrichs-Gymnasium in Kassel ab; sein Probejahr absolvierte er am Gymnasium in Marburg. Nach einem halbjährigen Studienaufenthalt in Paris wurde er zu Ostern 1899 am Schellenberg'schen Institut in Marburg angestellt und von dort Michaelis 1899 als Hilfslehrer an das Johanneum zu Lüneburg berufen. Zu Ostern 1901 wurde er zum Oberlehrer befördert. Michaelis 1904 wechselte er an das Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main. Bundesbruder Heinrich Weber war der Vater und unserem Bundesbruder Erich Weber gewesen.


Weber, Hugo, Dr. med.
* 17. August 1913, † 20. August 1995 zu Lübbecke
Mitglied seit dem Sommersemester 1933
Hugo Weber war der Bruder von Otto Weber gewesen.


Weber, Otto, Dr. phil., Studienrat
* 14. Dezember 1907, † 27. Februar 1993 zu Siegen
Mitglied seit dem Wintersemester 1928/1929
Bundesbruder Otto Weber wurde in Wingeshausen, einem kleinen Ort im Wittgensteiner Land unweit von Bad Berleburg, geboren. Nach der Volksschule besuchte er die Realschule in Berleburg und anschließend bis zum Abitur im Jahre 1928 die Oberrealschule in Weidenau. Er studierte Englisch und Französisch für die Oberstufe sowie Geschichte für die Mittelstufe in Marburg, danach in Münster, wo er das Erste Staatsexamen ablegte. Er war danach Referendar in Lippstadt und nach dem Zweiten Staatsexamen ab dem Jahr 1937 in Soest, von wo aus er im Jahre 1940 zum Militärdienst eingezogen wurde. Im Jahre 1945 geriet er in Frankreich in US-amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Jahre 1947 zurückkehrte. Noch im selben Jahr wurde er am Staatlichen Neusprachlichem Mädchengymnasium als Studienassessor angestellt, dort 1950 zum Studienrat und 1965 zum Oberstudienrat ernannt. Im Jahre 1973 trat er in den Ruhestand; doch wegen des damaligen Lehrermangels unterrichtete er noch zwei weitere Jahre. Otto Weber war der Bruder von Hugo Weber gewesen.


Weber, Wilhelm "Willy", Dr. med.
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Weber starb in russischer Gefangenschaft an Typhus.


Wechßler, Eduard, Prof. Dr. phil.
* 19. Oktober 1859, † 21. Januar 1949 Sontheim
Ehrenmitglied seit dem Sommersemester 1904
Bundesbruder Wechssler wurde in Ulm geboren. Er studierte in Tübingen, Heidelberg und in Halle romanische und germanische Philologie. Im Jahre 1893 erhielt er die philosophische Doktorwürde an der Universität Halle. Danach folgte seine Habilitation über das Thema "Über die verschiedenen Redaktionen des Robert von Barron zugeschriebenen Graal-Lancelot-Cyklus". Also Universitätsprofessor wurde Bundesbruder Wechssler im Jahre 1904 nach Marburg berufen. Bundesbruder Wechßler war geistiger Mentor und Ehrenmitglied der Wissenschaftlichen Verbindung Rheinfranken zu Marburg, der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.
[MGV. 1921]


Weddigen, Eduard, Dr. phil.
* 4. April 1894, † 1945
Mitglied seit dem Sommersemester 1915
Bundesbruder Eduard Weddigen war vor dem Zweiten Weltkrieg Studienrat am Lyzeum Sagan in Schlesien. Nach langer Ungewißheit über sein Schicksal wurde bekannt, daß er gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auf der Flucht aus Schlesien gestorben ist. Der seelischen Not über den Verlust seiner Heimat sowie den Strapazen der Flucht war sein seit Jahren schwächlicher Körper nicht gewachsen. Er war ein stiller und bescheidener Mensch, der die vielen Widerwärtigkeiten, die das Leben ihm brachte, mit feinsinnigem Humor überwand.


Wefelscheid, Kurt
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
Mitglied seit dem Sommersemester 1929


Weidemann, Karl, Amtsgerichtsrat
* 12. August 1876, † 1970
Mitglied seit dem Wintersemester 1896/1897
Bundesbruder Weidemann war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Weil [Wiel], Hugo, stud. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 19. Dezember 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Hugo Weil stammte aus Velbert und war auswärtiger Bundesbruder, d.h. Inaktiver non loci. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Kriegsfreiwilliger im Infanterie-Regiment Nr. 56 bei La Bassée.


Weimer, Hermann, Prof. Dr. phil., Akademiedirektor
* 19. März 1872, † 13. Juni 1942 zu Frankfurt am Main
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Bundesbruder Hermann Weimer wurde in Limburg an der Lahn geboren und studierte an den Universitäten Halle, Lausanne, Genf und Marburg. Nach erfolgter Promotion und bestandenem Staatsexamen wurde er im Jahre 1901 Oberlehrer und elf Jahre später Direktor in Wiesbaden. Nach weiteren 15 Jahren wurde er mit dem Aufbau und mit der Leitung der ersten preußischen simultanen Lehrerakademie in Frankfurt am Main betraut. Bundesbruder Weimer veröffentliche zahlreiche Publikationen, u.a. im Jahre 1902 das Werk "Geschichte der Pädagogik", das damals zu den meist gebrauchten Lehrbüchern von Studenten zählte, das Werk "Der Weg zum Herzen des Schülers" im Jahre 1907, das sogar ins Englische, ins Niederländische und ins Finnische übersetzt wurde. Ebenso zählen zu seinen Veröffentlichungen "Schulzucht" (1918), "Schulerziehung im Geiste von Potsdam" (1934). Die meiste Arbeitszeit hat er jedoch mit der von ihm begründeten wissenschaftlichen Fehlerkunde verbracht: 1. Band "Psychologie der Fehler", 2. Band "Die Bedingungen der Fehlsamkeit", 3. Band "Die Fehlerbehandlung und Fehlerbewertung" sowie 4. Band "Systematische Fehlerkunde". Zu seiner Trauerfeier am 18. Juni 1942 fand sich die Ortsgruppe im Krematorium des Frankfurter Hauptfriedhofes ein, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.


Wilhelm Weise
Weise, Wilhelm, Dr. phil.
* 22. Dezember 1885, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 20. September 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1905
Bundesbruder Weise kam in Bielefeld zu Welt und besuchte von 1896 bis 1902 die dortige Realschule sowie von 1902 - 1905 das dortige Realgymnasium. Er studierte nach dem Abitur Germanistik und romanische Philologie auf den Universitäten Marburg, Münster und Berlin. Im Mai 1909 wurde er in Marburg mit seiner Dissertation über das Thema "Die Sentenz bei Hartmann von Aue" zum Dr. phil. promoviert und bestand am 11. Dezember 1909 das Staatsexamen. Sein Seminarjahr leistete er von Ostern 1910 bis Ostern 1911 am Gymnasium zu Herford und war zugleich wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium in Detmold, wo er auch die erste Hälfte seines Probejahres leistete. Vom 1. Oktober 1911 bis zum 1. Oktober 1912 genügte er seiner Militärpflicht in Bielefeld und wurde am 1. Oktober 1912 an das Realgymnasium in Iserlohn zur Ableistung der zweiten Hälfte seines Probejahres bestellt. Seit dem 1. April 1913 war er als Oberlehrer am Realgymnasium in Hattingen angestellt. Bundesbruder Weise starb den Heldentod fürs Vaterland als Vizefeldwebel im Infanterie-Regiment Nr. 16 bei Cerny-en-Laonnois, als er auf Patrouille war.


Weiß, Karl Günther, Dr. med. dent., Zahnarzt
* 16. August 1911, † 26. Mai 1985 zu Berlin
Mitglied seit dem Sommersemester 1931
Bundesbruder Karl Günther Weiß wurde als Sohn eines Elektro-Ingenieurs in Nordenham geboren. Dort besuchte er die Schule bis zum Abitur. Um Zahnmedizin zu studieren, wählte er Marburg als Studienort. Sein Staatsexamen bestand er im Jahre 1934 und es folgte die Promotion über das Thema "Über den Temperaturverlauf bei der Otitis Media Acuta der Erwachsenen" im Jahre 1935. Danach folgten seine Anfangsjahre als Assistenzarzt in Finsterwalde, wo er auch seine Ehefrau Alice heiratete. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor, u.a. Sohn Carsten, der auch Mitglied der Burschenschaft Rheinfranken geworden ist. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Bundesbruder Weiß den Aufbau seiner eigenen Praxis in Berlin-Lichtenrade vorangetrieben, doch im Jahre 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. In Rußland wurde er aufgrund einer Schulterschuß-Verletzung verwundet, wurde aber nach seiner Genesung als Kieferchirurg in Jugoslawien eingesetzt. Während der letzten Kriegsjahre blieb seine Familie in Finsterwalde, um den Bombenangriffen auf Berlin zu entgehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg Krieg baute Bundesbruder Weiß unter Schwierigkeiten seine Praxis in Berlin wieder auf und übergab sie im Jahre 1976 an seinen Sohn Carsten.


Weltersbach, Ernst, Kandidat des höheren Lehramts
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 25. Mai 1917
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Ernst Weltersbach wurde nach bestandenem Staatsexamen bei der Feldartillerie ausgebildet, meldete sich aber schon bald freiwillig zur Infanterie. Als Unteroffizier, Vize und Leutnant hatte er vor Verdun und in der Champagne gedient. An der Spitze seiner Kompagnie fand er bei einem Sturmangriff durch Kopfschuß einen schnellen, schmerzlosen Tod. Er starb den Heldentod fürs Vaterland als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 57 in Frankreich.


Wenderoth, Georg, Dr. phil.
* 2. März 1879, † Mai 1957
Mitglied seit dem Sommersemester 1898
Oberstudienrat am Grunewald-Gymnasium in Berlin Charlottenburg. Er war der Bruder von Oskar Wenderoth.


Oskar Wenderoth
Wenderoth, Oskar, Dr. phil.
* 20. Juli 1875, † 21. Dezember 1953 zu Dortmund
Mitglied seit dem Sommersemester 1894
Bundesbruder Oska Wenderoth war der Bruder von Georg Wenderoth. Im Ersten Weltkrieg erhielt er bereits im Jahre 1914 das Eiserne Kreuz verliehen und war danach Oberstudiendirektor am Bismarck-Gymnasium in Dortmund. Bundesbruder Wenderoth fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Berlin-Ruhleben.


Karl Wengatz Karl Wengatz
Wengatz, Karl, Dr. phil.
* 27. März 1886, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1905
Bundesbruder Wengatz war vor dem Zweiten Weltkrieg Studienrat am Gröning'schen Gymnasium (Peter Gröning Gymnasium) in Stargard.


Albert Wenner
Wenner, Albert, Studienrat
* 5. März 1891, † 22. Februar 1991 zu Herdecke
Mitglied seit dem Sommersemester 1910
Bundesbruder Albert Wenner studierte Germanistik und Geschichte in Marburg. Sein Studium wurde durch Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh unterbrochen, so daß er erst im Jahre 1921 nach bestandener Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen den gewählten Beruf ausüben konnte. Im Ersten Weltkrieg erhielt Bundesbruder Wenner im August 1916 das Eiserne Kreuz verliehen. Ab dem Jahr 1939 war er Studienrat an der Oberschule für Jungen in Berleburg und erneut machte ein Krieg seiner Arbeit ein Ende. Als Reserveoffizier stand er an verschiedenen Frontabschnitten, zuletzt als Major bei einer Einheit in der Ukraine. Im Jahre 1956 wurde er pensioniert und zog mit seiner Familie zurück an seinen Geburtsort Herdecke. Bundesbruder Wenner war Initiator vieler Rheinfranken-Treffen; alle zwei Monate lud er schriftlich die in den umliegenden Orten wohnenden Bundesbrüder zu einem Treffen im Hagener Bahnhof ein. Es entstand die sogenannte "Hagener Runde". Seine zweite Initiative waren Treffen auf der Hohensyburg und Sternfahrten in den Rombergpark bei Dortmund. Ein großer Erfolg waren auch seine ab dem Jahre 1964 organisierten Seniorentreffen auf dem Rheinfrankenhaus in Marburg. Bundesbruder Wenner starb an einer Lungenentzündung, die Trauerfeier fand am 5. März statt und wäre sein 100. Geburtstag gewesen.


Wenner, Heinrich
* 22. Mai 1882, † gefallen im Ersten Weltkrieg im März 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1901
Bundesbruder Wenner wurde in Herdecke geboren und besuchte das Realgymnasium zu Hagen und erwarb dort zu Ostern im Jahre 1901 das Reifezeugnis. Er studierte daraufhin an den Universitäten zu Marburg, Berlin und Münster neuere Philologie und bestand im Februar 1906 in Münster die Oberlehrerprüfung. Von Ostern 1906 bis Ostern 1907 gehörte er dem pädagogischen Seminar des Realgymnasiums in Iserlohn an und war gleichzeitig am Realgymnasium in Unna beschäftigt. Sein Probejahr absolvierte er in Altena. Von dort wurde er im Herbst 1909 als Oberlehrer an das Realgymnasium in Gevelsberg. Bundesbruder Wenner war Träger des Verdienstkreuzes für Kriegshilfe, einem Orden, der von Kaiser Wilhelm II. an alle Männer und Frauen verliehen wurde, die sich im vaterländischen Hilfsdienst verdient gemacht hatten. Bundesbruder Wenner starb den Heldentod fürs Vaterland als Gefreiter in der Fußartillerie-Ersatz-Abteilung Nr. 3 nach schwerer Verwundung im Lazarett in Aachen.


Rudolf Wenzel
Wenzel, Rudolf, Dr. phil.
* 20. September 1867, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Studienrat am Gymnasium in Wetzlar.


Carl Werner
Werner, Carl
† gefallen im Ersten Weltkrieg am 27. September 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1901
Bundesbruder Werner war Oberlehrer an der Ober-Real-Schule in Kassel. Er war Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse, das er am 15. März 1918 erhielt. Er fiel als Vizefeldwebel im Infanterie-Regiment Nr. 83 bei Caimbrai.


Werner, Richard
Mitglied seit dem Sommersemester 1895
Studienrat an der Ober-Real-Schule in Potsdam.


Wernig, Hellmut, Dr. med.
* 7. Januar 1913, † 29. November 1979
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Hellmut Wernig wurde in Iserlohn geboren und bestand dort auch 1932 zusammen mit Herbert Bindewalt sein Abitur. Angeregt durch die Alten Herren Bussmann und Eckstein wurden beide im gleichen Jahr unter Betreuung von Egon Bünger bei der Burschenschaft Rheinfranken aktiv. Wegen eines Leidens der rechten Hand focht Bundesbruder Wernig auf Suspension, von der er aber nie Gebrauch gemacht hatte. Im Jahre 1933 war Bundesbruder Wernig "Vergnügungswart" und trug mit seinen musischen Talenten sehr zum Gelingen des Stiftungsfestes bei. Nach dem Physikum ging er zum Studium nach München, kam aber für die letzten Semester wieder nach Marburg zurück. Nach dem Staatsexamen und nach seiner Promotion bei Prof. Schmidt, dem Leiter der Behringwerke, wurde er Assistent in der Uni-Kinder-Klinik in Marburg. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er dienstverpflichtet, kam nach Werne ins Krankenhaus und wurde nach kurzer Grundausbildung in Münster als Truppenarzt in Polen, in Jugoslawien und in Italien eingesetzt. Bereits im Jahre 1945 konnte er nach Hause zurückkehren und ließ sich in Lendringsen, einem Vorort von Menden, als praktischer Arzt nieder. Im Jahre 1951 bestand keine Aussicht mehr, daß sein jüngerer Bruder, der seit Kriegsende in Rumänien als vermißt galt, noch zurückkehren würde. Schweren Herzens, da er sehr an seinem Arztberuf hing, entschloß er sich, die von ihm aufgebaute Praxis an einen Spätheimkehrer abzugeben. Bundesbruder Wernig übernahm, zuerst zusammen mit seinem Vater und dann als dessen Nachfolger, das große altrenommierte Bürogeschäft, das als Familienunternehmen sonst keinen Nachfolger gehabt hätte. Lange Jahre war Bundesbruder Wernig Vorstand der VAB Iserlohn tätig, pflegte engen Kontakt zu seinen Bundesbrüdern in Iserlohn und besuchte regelmäßig die Rheinfrankentreffen in Hagen.


Westendorpf, Karl, Dr. phil.
* 26. Januar 1899, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1917
Bundesbruder Westendorpf war Lektor für englische Literatur an der Handelshochschule in Berlin.
[MGV. 1929] und [MGV. 1934]


Westernburg, Ferdinand, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1909
Studienrat am Gymnasium Philippinum in Marburg an der Lahn.
[MGV. 1929]


Westerburg, Ernst, stud. iur.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im September 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1911
Bundesbruder Westerburg stammte aus Marburg und vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges Rechtsreferendar sowie Vizefeldwebel der Reserve. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an, die wiederum auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Westerburg, Gerhard, Apotheker
Mitglied seit dem Wintersemester 1922/1923
[MGV. 1929]


Weyel, Friedrich "Fritz", Dr. phil., Oberstudiendirektor
* 15. November 1868, † 1945
Mitglied seit dem Sommersemester 1889
Bundesbruder Weyel bestand im Sommersemester 1893 sein Examen und wurde zum Alten Herren ernannt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er mit dem Preußischen Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet.


Weymar, Wilhelm, Studienrat
* 27. Mai 1907 in Saarbrücken, † gefallen im Zweiten Weltkrieg am 8. Oktober 1943
Mitglied seit dem Wintersemester 1926/1927
Bundesbruder Wilhelm Weymar wurde von unserem Bundesbruder Adolf Burmeister bereits als Schüler mit den Rheinfranken bekannt gemacht. Nach dem Staatsexamen kehrte Bundesbruder Weymar nach Saarbrücken zurück und war seit dem Jahr 1934 als Assessor an der gleichen Schule wie Bundesbruder Burmeister tätig. Am 1. Januar 1941 wurde er zum Studienrat an der dortigen Hindenburg-Schule ernannt. Im Juli 1939 war er zu einer kurzfristigen Ausbildung zum Heer einberufen worden und glaubte, recht bald seinen Dienst in der Schule wieder aufnehmen zu können. Doch am 1. November 1940 wurde er als Leutnant, ab 1. November 1942, als Oberleutnant eingezogen. Am 27. September 1941 erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse. In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 1943 wurde Bundesbruder Weymar auf einer militärischen Streife im Westen schwer verwundet. Während der Operation, durch die man ihn zu retten suchte, verstarb er jedoch und wurde am 9. Oktober er auf einem Heldenfriedhof beerdigt.


Weyhrauch, Ludwig
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Weyhrauch wechselte das Studienfach und ab dem Wintersemester 1887/1888 Medizin, so daß er aus dem Akademisch-Neuphilologischen Verein zu Marburg austrat.


Wichard, Wilhelm
† 25. Februar 1881 zu Karlsdorf (Hessen)
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Wilhelm Wichard war seinerzeit bereits Alter Herr des Straßburger Cartellvereins und zugleich Gründungsmitglied des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Bundesbruder Wichard war nicht nur Gründer, sondern auch ein eifriger Förderer unseres damals jungen Bundes, ein liebenswürdiger Gesellschafter und teurer Freund, der bereits ein Semester nach Gründung des Bundes verstorben ist.


Heinrich Wiedemann
Wiedemann, Heinrich, Studienrat
* 29. November 1881, † 15. Februar 1963
Mitglied seit dem Sommersemester 1900
Bundesbruder Heinrich Wiedemann begann im Sommer 1900 sein Studium in Marburg. Bereits im Wintersemester 1900/1901 ging er für zwei Semester an die Pariser Sorbonne und kehrte danach wieder nach Marburg zurück. Nach seinem Examen war er zunächst in Lyon in Frankreich als Lehrer tätig, dann in Hannover-Linden bzw. in Harburg-Wilhelmsburg, um darauf hin am Grunewald-Gymnasium eine bleibende Anstellung zu finden. Dort gründete er mit seinen Primanern einen Ruderclub und verlebte schöne Stunden auf dem Wannsee. Den Krieg erlebte er vier Jahre lang als Leutnant der Reserve an der Westfront und erhielt eine Vielzahl hoher Auszeichnungen, u.a. im Jahre 1915 das Eiserne Kreuz I. Klasse sowie den Württembergischen Friedrichsorden. Die wohl schwersten Schlachten des Ersten Weltkrieges in Flandern sollten dann seinen weiteren Schicksalsweg verhängnisvoll beeinflußen: Im Jahre 1919 kehrte er nach einem Lazarettaufenthalt nach Berlin zurück und mußte feststellen, daß seine Nervenkraft nicht mehr ausreichte. So mußte er bereits im Jahre 1924 Abschied von seinem geliebten Beruf als Lehrer nehmen. Untätig wollte er jedoch nicht bleiben und so suchte er sich eine Stellung auf einem Landgut im Harz und später in Westpreußen. Im Jahre 1926 kam er - bedingt durch seine Heirat - nach Göttingen, wo er Privatunterricht für Oberschüler gab.


Wiethüchter, Heinrich, Studienrat
* 18. Juli 1884, † 18. Juli 1979
Mitglied seit dem Wintersemester 1905/1906
Bundesbruder Heinrich Wiethüchter kam aus Haspe in Westfalen und besuchte das Städtische Gymnasium und Realgymnasium in Hagen, an dem er im Jahre 1905 die Reifeprüfung ablegte. Er studierte Geschichte, Latein und Griechisch an den Universitäten Marburg und Berlin. Ab dem Jahr 1911 absolvierte er nach seinem Examen den Vorbereitungsdienst am Städtischen Gymnasium in Hagen und am Arnoldium in Burgsteinfurt. An dieser Schule war er auch vom 1. Oktober 1913 bis zu seinem Eintritt in den Heeresdienst 1914 als Studienassessor tätig. Als er im Jahre 1920 aus französischer Gefangenschaft zurückkehrte, wurde Bundesbruder Wiethüchter für ein Jahr lang als Studienassessor am Städtischen Gymnasium in Herford beschäftigt. Danach wurde er im Jahre 1921 als Studienrat am Staatlichen Gymnasium in Hamm angestellt, von wo er im Jahre 1926 an das Schillergymnasium berufen wurde. Als die beiden staatlichen Gymnasien Paulinum und Schillergymnasium im Jahre 1943 zusammengelegt und die Unter- und Mittelklassen der Luftangriffe wegen nach Tegernsee verschickt wurden, betreute Bundesbruder Wiethüchter seine Schüler als Heimleiter eines Kinderlandverschickungs-Lagers. Nach der Rückkehr in die Heimat arbeitete er unter schwierigen Nachkriegsverhältnissen noch vier Jahre am vereinigten Paulinum und Schillergymnasium bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand. Auch als Pensionär unterrichtete er weiterhin viele Jahre lang junge Menschen und Studenten in den alten Sprachen und bereitete sie auf ihre Prüfungen vor. Auf großen Reisen in Europa vertiefte er seine Kenntnisse und als Mitglied der "Geographia" durchwanderte er die engere Heimat des Münsterlandes.


Wigand, Paul
* 9. Juni 1866, † 1945
Mitglied seit dem Sommersemester 1886
Studienrat am Gymnasium in Wesel.


Wigger, Wilhelm, cand. phil.
* 20. September 1888 in Klein-Siems bei Schönberg in Mecklenburg, † 22. Januar 1910 zu Charlottenburg
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Bundesbruder Wigger besuchte das Realgymnasium in Lübeck. Nach dem Abitur studierte er drei Semester lang neuere Sprachen in Marburg und danach in Berlin, wo er als als aktives bzw. auswärtiges Mitglied mit nur 21 Jahren den Freitod wählte. Bundesbruder Wigger hing zwar innig an seiner Verbindung, hat sich aber nur wenigen seiner Consemester angeschlossen, denen er jedoch große Freundestreue und Hilfsbereitschaft erwies. Er galt als stiller, bescheidener und als in sich gekehrter Mensch, der nicht viel von sich und seinen Plänen sprach. So hat man den Grund für seinen Schritt aus dem Leben nicht erfahren.


Wilhelm Wilbers
Wilbers, Wilhelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1916
Sparkassenrendant (Sparkassenleiter) in Berge, ehemaliger Landkreis Bersenbrück.
[MGV. 1929]


Wild, Otmar, Dr. med.
* 12. September 1941, † 15. September 1987
Mitglied seit dem Sommersemester 1961
Bundesbruder Otmar Wild im oberfränkischen Bayreuth geboren, zog bedingt durch die berufliche Veränderung seiner Eltern im Jahre 1953 nach Ludwigshafen. In Mannheim besuchte er zusammen mit Bundesbruder Uve Mody das Moll-Gymansium und so war es nicht verwunderlich, daß beide nach dem Abitur nach Marburg gingen. Vorgekeilt durch den Onkel, Bundesbruder Georg Mody, wurden sie bei den Rheinfranken aktiv. Bundesbruder Wild studierte Humanmedizin und wechselte dann nach München, wo er im Jahre 1968 sein Studium mit Examen und im Jahre 1975 seine Promotion mit dem Thema "Die Häufigkeit der lumbosakralen Übergangsstörungen bei der idiopathischen Skoliose" abschloß. Anschließend war er Medizinalassistent und Assistenzarzt in München, Traunstein und Kempten. Im Jahre 1973 zog er nach Immenstadt und fand dort mit seiner Familie eine endgültige Bleibe als Oberarzt am Kreiskrankenhaus.


Wilhelmi, Heinrich, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1890
Studienrat an der Comenius-Schule in Berlin-Schöneberg.


Willems, Eggo (Friedrich) [Franz], Dr. phil., Oberlehrer
* 6. November 1858, † 2. Juni 1915 zu Hannover
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Bundesbruder Willems wurde in Langefeld bei Aurich geboren und studierte von 1881 bis 1885 in Berlin und Marburg neuere Sprachen. Im Jahre 1886 bestand er in Marburg die Prüfung für das höhere Lehramt und absolvierte am Gymnasium in Aurich von Michaelis 1886 bis 1887 das gesetzliche Probejahr. Im Anschluß daran war er als Hilfslehrer am Wilhelms-Gymnasium in Emden beschäftigt. Im Jahre 1889 ging er an das Progymnasium zu Geestemünde und wurde am 1. Oktober 1896 als Oberlehrer an das Progymnasium in Nienburg berufen. Einige Jahre später wurde er an der Stadttöchterschule in Hannover angestellt.


Willenberg, Gotthelf, Dr. phil., Geheimer Studienrat
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Direktor des Friedrich-Wilhelm-Realgymnasiums in Stettin.


Wilms, Wilhelm, cand. phil.
* 22. Februar 1911, † 4. Februar 1935 zu Lippstadt
Mitglied seit dem Sommersemester 1930
Bundesbruder Wilhelm Wilms wurde in Lippstadt in Westfalen geboren. Er besuchte das Realgymnasium in Lippstadt und ging Ostern 1930 zur Universität nach Marburg, wo er - mit Ausnahme eines Semesters in München - seine gesamten Studienjahre verbrachte. Seine Eltern verlor er im Ersten Weltkrieg. Der Bund, in dem er mehrere Male das Amt eines Chargierten bekleidete, ging ihm über alles. Sein Leben galt dem Dienst an der Gemeinschaft, in der er gestorben ist. Er verstarb in Marburg nach kurzer schwerer Krankheit.


Wilmsmeier [Wilsmeier], Wilhelm, Dr. phil.
Mitglied seit dem Sommersemester 1908
Studienassessor in Minden.


Wilson, Oscar, Ministerialdirektor
* 17. Januar 1910, † 9. Dezember 1987 zu Bonn
Mitglied seit dem Sommersemester 1928
Bundesbruder Oscar Wilson war der Sohn eines Tongrubenbesitzers in der Nähe von Koblenz. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Koblenz, Kiel und Kolberg bestand er im Jahre 1928 die Reifeprüfung und begann das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Marburg und Greifswald. Er war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Während seiner Aktivenzeit war er mehrmals Sprecher und Fuxmajor. Außerhalb des bundesbrüderlichen Lebens betätigte er sich hochschulpolitisch als Leiter des studentischen Wohnungsamtes in Marburg und war Mitglied des Verwaltungsrates des Studentenwerkes Marburg. Im Jahre 1933 wurde er zum Leiter des Amtes für Staatsbürgerliche Bildung in Marburg ernannt. Nach dem Ablegen seiner juristischen Staatsprüfung begann er seine berufliche Laufbahn ab 1939 zunächst als Richter im Amtsgericht Bad Polzin, später als Staatsanwalt. Den Zweiten Weltkrieg erlebte Bundesbruder Wilson von Anfang an bis zum Ende mit anschließender Gefangenschaft und Internierung. Er erhielt Auszeichnungen, Verwundetenabzeichen in schwarz, Sturmabzeichen, Ostmedaille und das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse. Nach dem Krieg begann er als Justiziar in der Apothekenkammer in Schleswig-Holstein. Im Jahre 1952 wurde er Beamter und trat in das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein in Kiel ein. Ein Jahr später wechselte er nach Bonn als Bevollmächtigter des Landes Schleswig-Holstein beim Bund und beim Bundesrat. Bereits im Jahre 1968 erreichte er die Position eines Ministerialdirigenten. Im Jahre 1975 wurde er wegen Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt. Im Rheinfrankenbund war Bundesbruder Wilson Mitglied des Beirates und des Ehrenrats. Bundesbruder Wilson wurde im Jahre 1970 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und im Jahre 1974 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.


Ludwig Winckler
Winckler, Ludwig
Mitglied seit dem Sommersemester 1903


Windels, Friedrich, Amtsgerichtsrat
* 8. März 1903, † 8. Juli 1975 zu Diepholz
Mitglied seit dem Sommersemester 1922
Bundesbruder Friedrich Windels war im Sommersemester 1923 Sprecher unseres Bundes und betreute danach zwei Semester lang als Fuxmajor den großen Nachwuchs. In den Jahren 1927 bis 1930 war er Mitglied des Altherrenvorstandes und nach dem Krieg auch Mitglied des Ehrenrates. Bundesbruder Windels arbeitete als Amtgerichtsrat in Lingen an der Ems, wurde später Amtsgerichtsdirektor und lebte nach seiner Pensionierung in Syke im Bezirk Bremen. Er ist der Vater von Bundesbruder Friedrich "Fritz" Windels gewesen.


Winter, Karl, Dr. med. dent.
* 14. Januar 1900, † 5. Juni 1984 zu Düsseldorf
Mitglied seit dem Wintersemester 1918/1919
Bundesbruder Karl Winter wurde als Sohn eines Zahnarztes in Bochum geboren. Er kam nach Marburg, um ebenfalls Zahnmedizin zu studieren und schloß sich der Burschenschaft Sigambria an, die später auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Nach dem Studium erhielt er im Jahre 1923 in Marburg die Approbation und promovierte im Jahre 1924 in Köln über das Thema "Ein Beitrag zur Klinik der Zahnanomalien bei Lues Congenita und bei Störungen der Funktion endocriner Drüsen". Entsprechend ließ er sich im Jahre 1926 als Zahnarzt in Düsseldorf nieder. Er wurde bald in der zahnärztlichen Standesorganisation tätig und war selten in seiner eigenen Praxis tätig. So oblag ihm mehr als 50 Jahre lang die zahnärztliche Betreuung der Düsseldorfer Haftanstalt. Nach dem Zusammenbruch durch den Zweiten Weltkrieg folgte Bundesbruder Winter dem Ruf seiner Zahnarztkollegen, die ihn an verantwortliche Stelle wählten: Er war bis zum Jahr 1969 Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein-Westfalen, in dieser Eigenschaft auch Vizepräsident des Bundesvorstands der Deutschen Zahnärzte. Sein Interesse galt den kassenzahnärztlichen Aufgaben sowie dem Aufbau der Versorgungswerke der Heilberufe. Bis zu seinem Tod war er noch stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen. Für den zahnärztlichen Nachwuchs hielt er in Bonn berufskundliche Vorlesungen. Der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde diente er 16 Jahre lang als ehrenamtlicher Generalsekretär. Sein Blick ging aber über den zahnärztlichen Bereich hinaus, so gehörte Bundesbruder Winter zu den Gründern der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, wo er im Zeitraum von 1959 bis 1969 zunächst stellvertretender, dann im Zeitraum von 1969 bis 1979 erster Vorsitzender des Aufsichtsrates war. Lange Jahre gehörte er dem Präsidium der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung an und war stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Deutschen Ärzteversicherung. Zeitweilig wirkte er auch als Bundessozialrichter. Als Krönung seines Wirkens für die Gesamtheit der ihm verbundenen Berufsverbände darf die Gründung des Bundesverbandes der freien Berufe gelten, an der er bereits im Jahre 1949 mitwirkte. In den Jahren von 1962 bis 1976 stand er als Präsident an der Spitze dieses Verbandes und war damit zum Gesprächspartner der Spitzenverbände in Gesellschaft und Wirtschaft aufgerückt. Für seine Verdienste erhielt Bundesbruder Winter im Jahre 1965 das Bundesverdienstkreuz sowie das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens sowie den Stern zum Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.


Winther, Walter
* 8. September 1906, † gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1926
Bundesbruder Walther war vor dem Zweiten Weltkrieg Gerichtsassessor.


Hugo Wippermann
Wippermann, Hugo
* 11. November 1882, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 16. September 1914
Mitglied seit dem Sommersemester 1902
Bundesbruder Wippermann wurde in Barmen geboren und besuchte zunächst von Ostern 1893 bis Ostern 1899 die Realschule, anschließend von Ostern 1899 bis Ostern 1902 das Realgymnasium. Er studierte dann in Marburg, Bonn und Berlin neuere Philologie und war im Sommer 1904 als "assistant étranger" am Lycée Valenciennes in Frankreich tätig. Am 3. August 1909 bestand er in Marburg sein Staatsexamen. Sein Seminarjahr legte er am Gymnasium in Elberfeld ab und war im Sommer 1911 gleichzeitig zur Aushilfe am Realgymnasium in Velbert tätig. Sein Probejahr legte er am Städtischen Gymnasium und Realgymnasium an der Klosterstraße in Düsseldorf sowie an der Realschule in der Nordstadt von Elberfeld ab. Später wurde er Oberlehrer am Reformrealgymnasium in Velbert. Bundesbruder Wippermann starb den Heldentod fürs Vaterland als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 57 bei Reims.


Wirck, Heinrich
Mitglied seit dem Wintersemester 1883/1884


Wissowa, Georg Otto August, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 17. Juni 1859, † 11. Mai 1931
Mitglied seit dem Sommersemester 1888
Bundesbruder Wissowa gehörte dem altphilologischen Zweig des Philologisch-Historischen Vereins an, der später über die wissenschaftlichen Verbindung Hercynia wiederum auf die Marburger Burschenschaft verschmolzen wurde. Er war von 1886 bis 1895 Universitätsprofessor in Marburg und wirkte später in den Jahren 1886 bis 1895 an der Universität Halle. Bundesbruder Wissowa wurde in Neudorf bei Breslau geboren und studierte an der Universität Breslau Klassische Philologie. Im Jahre 1880 promovierte er und im Jahre 1882 habilitierte er sich. Bundesbruder Wissowa war seit dem Sommersemester 1888 geistiger Mentor und Ehrenmitglied.
[MGV. 1913]


Witte, Fritz
† gefallen im Zweiten Weltkrieg
Mitglied seit dem Sommersemester 1930


Wittekindt, Wilhelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1883
Bundesbruder Wittekindt trat im Sommersemester 1884 aus.


Wittholt, Erich, Gerichtsassessor
* 15. Februar 1914, † 9. März 1977 zu Hannover
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Bundesbruder Erich Wittholt war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Bundesbruder Erich Wittholt kam aus Hannoversch-Münden (heute: Hann. Münden) nach Marburg, wo er im Sommer 1932 sein Jurastudium aufnahm. Geführt durch seinen Schulkameraden Herbert Klimke, der ebenfalls Jurist war, wurde er bei der damaligen Marburger Burschenschaft Hercynia aktiv, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde. Nach dem fünften Semester wechselte Bundesbruder Wittholt nach München, wo er im Juli 1936 sein Referendarsexamen bestand. Bedingt durch seine Einberufung zum Kriegsdienst konnte er erst im Jahre 1951 sein Assessorexamen ablegen. Seine Ehefrau Marlis lernte er im Jahre 1940 kennen, als er auf dem Truppenübungsplatz in Hammelburg stationiert war; geheiratet haben beide allerdings erst im Jahre 1947. Im Frankreichfeldzug wurde er als Leutnant verwundet, kam nach seiner Genesung als Hauptmann eines Panzergrenadierregiments nach Norwegen und geriet von dort bis Kriegsende in Gefangenschaft. Nach dem Kriege schlug sich Bundesbruder Wittholt als Arbeiter bei der Straßenreinigung, im Bergbau und später als Versicherungsvertreter durch. Erst im Jahre 1948 konnte er seinen Vorbereitungsdienst als Gerichtsreferendar fortsetzen. Nach seinem Assessorexamen folgen Tätigkeiten im Verkehrsministerium, beim Regierungspräsidenten und in der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Zuletzt war er Vorsitzender einer Kammer am Verwaltungsgericht Hannover und trat im Jahre 1976 in den Ruhestand.


Wittig, Friedrich
Mitglied seit dem Sommersemester 1884


Wohlleben, Peter, Pfarrer
* 28. April 1908, † 30. August 1991 zu Gera
Mitglied seit dem Sommersemester 1927


Wolff, Wolfgang
* 30. September 1909, †
Mitglied seit dem Sommersemester 1927
Gerichtsreferendar in Frankfurt am Main.


Wolpers, Wilhelm, cand. phil.
† gefallen im Ersten Weltkrieg im Jahre 1918
Mitglied seit dem Sommersemester 1914
Bundesbruder Wolpers war aktiver Bursche und Gefreiter. Er gehörte dem altphilologischen Zweig der späteren wissenschaftlichen Verbindung Hercynia an.


Konrad Wolter
Wolter, Konrad, Dr. phil., Studienrat
* 12. Juni 1882, † 1939
Mitglied seit dem Sommersemester 1902
Bundesbruder Konrad Wolter war nach seinem Studium zunächst literarisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter der Zeiß IKON AG in Dresden. Im Jahre 1915/1916 wurde er am Königlichen Aeronautischen Observatorium zu Lindenberg im Kreis Beeskow zum Meteorologen ("Wetterkavalier") ausgebildet und tat im Krieg Dienst als Soldat bei dem Luftschiffer-Bataillon Nr. 1 an einer Feldwetterstation in Frankreich und später in Rußlan. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Studiendirektor im Münchener Stadtteil Solln.


Wolters, Wilhelm
Mitglied seit dem Sommersemester 1880
Bundesbruder Wolters war Gründungsmitglied des "Akademischen Vereins für Studierende der neueren Philologie zu Marburg", der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Da er jedoch den Hochschulort wechselte, trat er im Laufe des Wintersemesters 1880/1881 aus.


Gottfried Wolterstorff
Wolterstorff, Gottfried, Dr. phil.
* 30. Juli 1882, † 2. Dezember 1971
Mitglied seit dem Wintersemester 1901/1902
Bundesbruder Gottfried Wolterstorff hatte sein Studium abgeschlossen, als der Erste Weltkrieg begann. An diesem hat er als Reserveoffizier eines Garderegimentes bis zu seiner schweren Unterarm- und Handverletzung teilgenommen. Ab dem Jahre 1935 war Bundesbruder Woltersdorff häufig in Marburg auf Stiftungsfesten gewesen. Auch nach 1945, als Mitteldeutschland und Westdeutschland getrennt worden waren, nahm er von Erfurt aus an allen burschenschaftlichen Tagungen in West-Berlin teil. Er war Oberstudiendirektor am Gymnasium in Erfurt. Seine Frau hatte er sehr früh verloren und war ganz auf sich allein gestellt. Über Briefe und Päckchen freute er sich sehr und fühlte sich trotz der räumlichen Trennung nicht ganz isoliert von seinen Bundesbrüdern im Westen.


Wrede, Ferdinand, Prof. Dr. phil.
Ehrenmitglied seit dem Wintersemester 1896/1897
Bundesbruder Wrede war Universitätsprofessor in Marburg und wurde anläßlich der Weihnachtskneipe am 18. Dezember 1896 zum Ehrenmitglied des Akademisch-Neuphilologischen Vereins zu Marburg und damit auch zum Bundesbruder ernannt.


Wüllenweber, Walther, Dr. phil., Geheimer Regierungsrat, Oberschulrat
* 31. Juli 1860, † 11. August 1941 zu Berlin
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Lehrer und Gemeindevertreter in Berlin-Lichterfelde. Nach dem Studium war Bundesbruder Wüllenweber zunächst Lehrer an der dortigen Hauptkadettenanstalt. Im Jahre 1902 wurde er Direktor des Realgymnasiums für Knaben, der heutigen Goethe-Oberschule in Berlin-Lichterfelde. Im Jahre 1910 wechselte Bundesbruder Wüllenweber als Provinzial-Schulrat nach Koblenz, wo er bis zu seiner Pensionierung wohnte. Nach der Pensionierung kehrte er wieder nach Berlin-Lichterfelde zurück und wirkte in Sozial- und Kirchenverbänden für das Gemeinwohl. Ihm zum Gedenken wurde eine Straße zwischen der Ringstraße und dem Tietzenweg nach "Wüllenweberweg" benannt.


Wünsch, Richard, Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor
* 1. Juni 1869, † gefallen im Ersten Weltkrieg am 17. Mai 1915 bei Ilzha
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Bundesbruder Wünsch wurde in Wiesbaden geboren, zog aber mit seiner Familie im Jahre 1872 nach Wetzlar um, wo er zu Ostern 1887 sein Abitur bestand. Im Anschluß daran studierte er an der Universität Marburg klassischen Philologie. Seiner Militärpflicht genügte er bei den Marburger Jägern. Im Jahre 1893 promovierte Bundesbruder Wünsch mit seiner Arbeit über das Thema "De Taciti Germaniae codicibus Germanicis" zum Dr. phil. Danach begab er sich für zwei Jahre auf eine ausgedehnte Studienreise nach Paris, Spanien, Italien und Griechenland. Im Jahre 1895 kehrte er nach Deutschland zurück. Im Jahre 1898 habilitierte er sich an der Universität in Breslau und folgte einem Ruf der Universität Gießen als Universitätsprofessor für klassische Philologie. Im Jahre 1907 folgte er dem Ruf an die Universität Königsberg. Im Jahre 1913 folgte er dem Ruf an die Universität Münster, wo er als Universitätsprofessor lehrte. Bundesbruder Wünsch starb den Heldentod fürs Vaterland als Hauptmann der Reserve und Bataillon-Führer bei einem Sturmangriff auf die russische Armee.



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Zahner, Josef [Johannes], Dr. med., Internist
* 20. September 1921, † 13. Juli 1982 zu Fulda
Mitglied seit dem Wintersemester 1939/1940


Zehetmair, Aloysius [Alois], Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1910/1911
Bundesbruder Zehetmair studierte in Marburg klassische Philologie und promovierte am 13. März 1913 mit seiner Arbeit über "De appellationibus honorificis in papyris Graecis obviis" zum Dr. phil. Sein Doktorvater war Bundesbruder Karl Kalbfleisch, der seinerzeit Universitätsprofessor in Marburg war. Bundesbruder Zehetmair lebte im Jahre 1913 in Völklingen und absolvierte seinerzeit sein Probejahr.
[MGV. 1913]


Zeller, Paulus, Dr. phil.
Mitglied seit dem Wintersemester 1882/1883
Bundesbruder Zeller wurde im Sommersemester 1884 zum Alten Herren ernannt, trat aber im Wintersemester 1891/1892 aus.


Karl-Heinz Zetzmann
Zetzmann, Karl-Heinz, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsprüfer
* 23. Juni 1927; † 5. Februar 2008 zu Grenzach-Wyhlen
Mitglied seit dem Wintersemester 1949/1950
Bundesbruder Karl-Heinz Zetzmanns erste Berufsjahre waren geprägt von der pharmazeutischen Großhandlung M. Woelm in Spangenberg. Anfangs als kaufmännischer Lehrling, später als Werksstudent und danach als Leiter der betriebswirtschaftlichen Abteilung. Im Jahre 1966 ging er nach Grenzach und übernahm die Leitung der Administration in der Betriebsstätte der Firma Ciba-Geigy. Als Mitglied der Werksleitung war er Kontaktmann zur Konzernleitung in Basel. Viele Jahre war er für den Wirtschaftsrat der CDU im Landesverband und Bundesverband tätig. In seinem örtlichen Bereich hatte er eine Gruppe von über hundert Mitgliedern aufgebaut. 1958 hatte er seine Frau Sieglinde geheiratet. Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Zusammen mit seiner Frau und großenteils mit den Kindern unternahm Bundesbruder Zetzmann Reisen in die ganze Welt. Im Jahre 1989 trat er in den Ruhestand. Auf einer seiner Geschäftsreisen hatte er sich eine schlimme Viruserkrankung eingefangen, die durch tägliche Behandlung mit Medikamenten bis zu seinem Tod gemildert werden mußte.


Zietzschmann, Kurt [Curt], Oberstudiendirektor
* 3. November 1872 in Stendal, † 14. Dezember 1932 zu Berlin-Charlottenburg
Mitglied seit dem Wintersemester 1894
Bundesbruder Kurt Zietzschmann stammte ursprünglich aus Stendal. Aufgewachsen ist er in Segeberg in Holstein und in Mülheim an der Ruhr, wo er das Gymnasium besuchte und im Jahre 1891 seine Reifeprüfung ablegte. Danach studierte er an den Universitäten in Halle, Berlin, Göttingen, Genf und Marburg. In Marburg fand er das fröhliche Studentenleben und die großen Freundschaften seines Lebens. Entscheidend für seinen weiteren Lebensweg war die Aufnahme in den Bund der Rheinfranken. Im Jahre 1897 legte er dann auch in Marburg seine Staatsprüfung ab. Von 1900 bis 1906 war er Oberlehrer am Realgymnasium in Remscheid, wurde später zum Leiter des neu gegründeten Realprogymnasiums in Sulzbach (Saar) berufen. Im Jahre 1912 ging er als Direktor an das Realgymnasium zu Duisburg, wo er im Jahre 1920 in den Ruhestand trat. Seine letzten Jahre im Ruhestand verbrachte Bundesbruder Zietzschmann in Berlin, von wo aus er über die Ortsgruppe der Rheinfranken stets eng mit den Rheinfranken verbunden war. Auf seinen Wunsch hin wurde er am 16. Dezember 1932 auf dem alten Marburger Friedhof unter Beteiligung der Chargierten aller fünf Marburger Burschenschaften bestattet. Sein Einsatz während des Ersten Weltkrieges brachte ihm das Verdienstkreuz für Kriegshilfe ein.


Hugo Zimmer
Zimmer, Hugo Otto
Gemeindevorsteher in Besenhorst bei Geesthacht im Bezirk Hamburg.


Zschorlich, Paul, Schriftsteller
* 8. April 1876
Mitglied seit dem Sommersemester 1885
Bundesbruder Zschorlich wurde in Frankfurt am Main geboren und lebte in der 1920'er und 1930'er Jahren in Berlin. Er wirkte er als Schriftsteller und Komponist.
[MGV. 1913]


Zülch, Georg, Dr. jur.
* 3. Mai 1912; † 11. August 2002 zu Wiesbaden
Mitglied seit dem Sommersemester 1932
Ministerialdirigent im Hessischen Finanzministerium
Bundesbruder Zülch war zunächst Mitglied der Marburger Burschenschaft Hercynia, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolzen wurde.


Zumwalde
† vermißt seit dem Zweiten Weltkrieg (DRK-Suchdienst)
[MGV. 1950]


zur Jacobsmühlen, Hermann, Dr. phil.
* 19. November 1862 in Pforzheim
Mitglied seit dem Sommersemester 1887
Hermann zur Jacobsmühlen stammte aus Pforzheim, besuchte das Gymnasium in Bremen und studierte von Michaelis 1883 bis Dezember 1889 in Tübingen sowie in Göttingen und später in Marburg neuere Sprachen. Er promovierte am 10. Juli 1888 in Marburg mit seiner Dissertation über das Thema "Zur Charakteristik des König Artus im altfranzösischen Kunstepos". Herr zur Jakobsmühlen wurde jedoch im Wintersemester 1888/1889 durch "exclusio cum infamia" (Ausschluß mit Schimpf und Schande) ausgeschlossen.



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